Ein Vorhaben hat dieser Tankred ja bereits erfüllt, in einer Wahnsinnsaktion rettet er seine Schwester vor grausamen Ableben. Doch nun will er sich wieder in seine Rechte einsetzen lassen und seine böse Schwiegermutter zur Verantwortung ziehen. Dazu braucht er Unterstützung. Er kann diese bekommen, sogar der Kaiser (Karl der Dicke) bewilligt solche, aber nicht ohne Gegenleistung. Unser Takred hat nicht nur gelernt, das Schwert zu schwingen, er führt auch die Feder, denn er war im Kloster Prüm Bibliothekar. Ein sehr offener und durchaus respektloser., den damaligen Wissenschaften zugewandter mittelalterlicher Büchernarr. Daraus resultiert ein etwas großes Maul…
Dadurch entstand schon in Band eins der Lesespaß, wobei ich mich des Gefühls nicht erwehren kann, dass das etwas nachgelassen hat. Die Normannen nahmen wohl Autor und Figur etwas zu sehr in Anspruch, „wissenschaftlich“ oder bibliophile Abschweifungen, die ich durchaus mag, hielten sich hier etwas in Grenzen.

Vor uns liegt ein schmissiger „Anti-Wikinger-Roman“ (in vier Teilen) der sich gut lesen lässt, wobei man sich zeitweise sagen muss, Moment, das ist das neunte Jahrhundert. Vielleicht liegt das ja an der Gelehrtheit des Helden.
Auf jeden Fall lohnt sich das Weiterhören.
Die Tankred-Reihe ist in diesem Jahr für den HOMER - Literaturpreis nominiert, Zumindest Band 1-3 obwohl Band eins bereits Ende 2022 herauskam. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Jury entscheiden wird, es sind einige gute Bücher dabei.
Band 1: Weihrauch und Schwert
Wohl keine Reihe für mich - der SuB atmet auf!
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