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Freitag, 3. März 2023

Leon, Donna: Ein Leben in Geschichten

Diese Autorin wird, obwohl Amerikanerin, vor allem mit Venedig verbunden. Die sie viele Jahre in der Lagunenstadt gelebt hat, dürften sich Geschichten oft um diese Stadt drehen, auch wenn MEIN VENEDIG schon Geschichten aus ihrer Feder enthält. Ansonsten kennen wir sie durch ihre nun schon einunddreißigfache Romanfigur Commissario Guido Brunetti. 

Mit nunmehr 80 Jahren schreibt Donna Leon im Vorwort zu diesem Buch:

„Das Allerbeste aber, zumindest für mich, ist das weitere Zusammensein mit Brunetti, seiner Familie und seinen Freunden, und dass ich ihm Gelegenheit geben kann, noch mehr von sich und seiner Vergangenheit, von seinen Gedanken und Gefühlen zu erzählen.“ (Seite 9)

Ich fange mal etwas weiter hinten im Büchlein an: Brunetti wird in diesem Büchlein, natürlich aus dem Diogenes-Verlag, nur im Zusammenhang mit einem Brief für den Questore erwähnt. So wie der Gullydeckel aus dem einst Indiana Jones auf dem letzten Kreuzzug kroch, gern von den Touristen fotografiert wird, gilt dies auch für den Balkon der Familie Brunetti und die Film-Questura, in der der Commissario arbeitet. 

Sonntag, 29. Dezember 2019

Leon, Donna: Stille Wasser (BR26)

Es ist amtlich: am 25.12.2019 sahen wir die letzte Folge der ARD-Produktion in Sachen Commissario Brunetti. Die Fan-Gemeinde ist am Boden zerstört.  Uwe Kokisch erklärt sich zum Schluss der Serie.

Annett Renneberg sagt ungefähr im Video, man müsse das ja nun nicht soweit treiben, dass sie den geliebten Commissario im Rollstuhl vor sich her schiebt, kaum noch Zähne im Mund und hinten an der Wand hängt Vice Questore Patta in Öl. 

Und in der Tat sind alle älter geworden. Michael Degen, den den Patta gab, ist über 80 und Brunettis Kinder viel zu alt um noch zu Hause zu wohnen. Dem Sohnemann (Raffaele „Raffi“ Brunetti: Patrick Diemling) sieht man das richtig an, während Chiara (Laura-Charlotte Syniawa) vielleicht ebenso wie Paola (Julia Jäger) weiter machen könnte. Brunetti, also Uwe Kokisch ist aber schon eine Weile im echten Rentenalter. 

Montag, 31. Dezember 2018

BlogPost Nr. 129: Rück- und Ausblick des Bücherjungen



Nein, nein, ich bin kein großer Fan von Statistiken und daher werde ich hier auch nicht weiter damit aufwarten. Gelegentlich haben wir, zum Beispiel aus Anlass wichtiger "Blogfeiertage" ein paar Dinge zusammengezählt. Aber wem nützt es zu wissen, dass wir 1229 Posts veröffentlicht haben und noch 16 Entwürfe herumdümpeln, von denen einige wohl nicht fertig gestellt werden dürften? Außerdem würde das nicht stimmen denn es hat ja noch jeder so seine eigenen Entwürfe auf diversen Datenträgern liegen.




Ein Projekt des Bücherjungen ist das Max-Heller-Projekt. Eigentlich ist das nicht wirklich ein Projekt, aber die Posts zu den Max-Heller-Büchern des Dresdner Autoren Frank Goldammer habe ich mal zusammengefasst (zusammengespeichert), da sollen ja noch ein paar kommen... ROTER RABE ist der vierte Band. Bereits gelesen und wartet auf die Buchbesprechung. Den hat mir Frank letzten Freitag selbst in die Hand gedrückt.


Dienstag, 8. August 2017

Pergande, Frank: Die Inselkrähe von Mirow

Mirow. Ungefähr zwanzig Jahre Liegeplatz der BURRE. An einem historischen Ort. Der Schlossinsel. Und auf dieser Insel gab es einen Mord. Im Jahr 1761. Weitere Handlungsort sind Buchholz und Neustrelitz. Und am Ende landet eine Prinzessin in London.

Mirow ist ein Nest im Herzogtum Mecklenburg - Strelitz. Da wohnte der apanagierte Prinz von Mirow. Das bedeutet, dass er einen älteren Bruder hatte, der als Herzog in Neustrelitz residierte. Aber ich will überhaupt nicht soviel Geschichte betreiben hier. Die folgende Geschichte spielt wie gesagt in Mirow zu einer Zeit, da die herzogliche Familie der Prinzessin Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz auch in der neuen Residenz wohnte. Eigentlich. Aber die Schlossinsel hatte wohl ihren eigenen Reiz, es war der Witwensitz der Mutter unserer Prinzessin.





Das Buch hat auch seinen Reiz. Es besteht aus einzelnen, sehroffenen, manchmal erotischen und abenteuerliche Begebenheiten enthaltenden, Briefen. Diese schreibt eine Erzieherin besagter Prinzessin, dem 17jährigen Lotchen. Die Kammerfrau und Erzieherin heißt Luise Ernestine von Gagern. Wie es aussieht keine wirklich historische Person im Gegensatz zu Friderike Elisabeth von Grabow, die tatsächlich von der Herzoginwitwe Elisabeth Albertine zur Erzieherin des Lotchen berufen wurde. Die spielt hier auch eine Rolle. Obwohl sie meistens nur stickt.

► DNB / Hinstorff / Rostock, 2014 / ISBN: 978-3-356-01871-4 / 223 Seiten

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Groeper, Kerstin: Der Palio des toten Politikers...

 ... Commissario Marchettis erster Fall.





























Was macht ein indianischer Traumfänger auf dem Deckel eines Buches, auf dem (vermutlich) ein Italiener und ansonsten ein paar mittelalterlich gekleidete Trommler und sbandieratori (Fahnenschwinger – eher Tänzer) zu sehen sind?

Ist er noch geheim, wenn der Mitautor am Ende des Krimis aus der Toskana-Stadt Siena al „geheimer Informant der Nobile Contrada dell´ Aquila“ bezeichent wird?

Und wie kommt eine deutsche Autorin, die doch eher mit Romanen über die indianischen Völker Nordamerikas bekannt geworden ist, dazu, ebenfalls zu den Nobili, den Edelleuten des Stadtteiles Aquila in Siena, zu zählen?

Und überhaupt, warum habe ich einen Roman gelesen, den ich nie im Leben selber aus einem Buchregal gezogen hätte?

Fragen…
* * *
Fangen wir einmal an, diese zu beantworten. 

DER PALIO DES TOTEN POLITIKERS – Der Titel wird sich als ein gewisser Irrtum herausstellen, denn der PALIO, zweimal jährlich in Siena ausgetragen, hat mit dem toten Angehörigen einer deutschen Delegation nur gemein, dass der Mord während des Volksfestes ausgetragen wird. Ansonsten ist Commissario Luca Marchetti absolut nicht einverstanden, dass ihm dieser (sein erster) Fall während der Vorbereitung auf wohl eines der verrücktesten Pferderennens der Welt aufgedrückt wird. Immerhin hat er in der Contrada dell´ Aquila eine nicht unwesentliche Rolle übernommen. 

Überhaupt: COMMISSARIO MARCHETTIS ERSTER FALL lautet der Untertitel und der Blogger liest ganz sicherlich keine BRUNETTI – Kopien.[1] Und sein erster Fall ist es sowieso nicht. Allerdings ist es der erste seiner Fälle, der in einem Roman präsentiert wird. Von einer Münchnerin – von Kerstin GROEPER.

Zurück zur Handlung:

MARCHETTI rennt also immer hin[2] und her zwischen den CONTRADIOLOS und der QUESTURA (Polizeipräsidium), dem Tatort und überhaupt durch eine Stadt im Ausnahmezustand. Und nun kommt auch noch dieser TEDESCO dazu, der ihn unterstützen soll. Ein riesiger Hauptkommissar aus München. Das hat ihm noch gefehlt. Zum Glück wird sich der als kompetenter und liebenswürdiger Zeitgenosse erweisen, welcher stellvertretend für die "adlige" Kerstin GROEPER die Stirn runzeln darf, zum Beispiel die Sicherheitsvorkehrungen eines Pferderennens durch die Innenstadt betreffend. Kerstin Groeper darf ja nicht meckern, sie muss (samt ihrer Familie) die CONTRADA mit dem Doppeladler als Symbol unterstützen.



Gemeinsam fangen sie an zu ermitteln und kommen einem ziemlich großen „bilateralen“ Korruptionsskandal auf die Spur, die zuerst allerdings ins Rotlichtmilieu führt, denn der Tote mochte es, ihm zugeführte Damen schwer zu verprügeln. Aber warum findet man die dazu verwendete Reitgerte mit offensichtlichen Spuren? Und warum hat man den Toten so in einer Mülltonne abgeladen, dass er auf jeden Fall gefunden werden muss?[3]

Und im Ende hat der Roman doch eine gewisse Ähnlichkeit mit einigen der BRUNETTI – Geschichten, aber das liegt nicht an Kerstin Groeper, das liegt an Italien und so wie sie schreibt, kennt sie sich damit aus. Die Szene, in der sich Marchetti mit einem Carabinieri anlegt, weil die ihn einer Kontrolle unterziehen wollen und das Ganze beim Rotwein endet, ist bezeichnend. 

A propos Rotwein: Vor allem kennt sich die Autorin mit der Seneser Küche aus. Da läuft einem beim Lesen das Wasser genauso im Mund zusammen, wie einem in der beschriebenen Sommerhitze der Schweiß vom Scheitel rinnt. 

Genug verraten.

alle Bilder aus commons.wikipedia


* * *

Wie kam ich nun zu diesem Buch? Kerstin Groeper drückte es mit während der Dresdner Schriftgut in die Hand. Ich verbarg meine bereits erwähnte Skepsis ob des Titels nicht. Aber nun bin ich wirklich begeistert, denn ein Roman zwischen Mord und Volksfest dieser Art kam mir noch nicht unter die Finger. Aber wenn man wie Kerstin dort im Sommer seit 20 Jahren förmlich beheimatet ist und der Sohn sogar ein sbandieratore, dann hat man das Flair schon verinnerlicht. Man muss nur noch schreiben können. So wie Kerstin Groeper zum Beispiel.

Übrigens: Die gefährlichsten Szenen entstehen durch das Pferderennen (Bilder), polizeilich ist da nicht „viel los“. Mit einem Schmunzeln liest man vom Umgang italienischer Polizisten untereinander.
Die Spannung fällt nach dem Palio etwas ab. Persönlich kommt mir der Roman so dicht und abgeschlossen vor, dass ich mir einen zweiten Fall gar nicht so richtig vorstellen kann. Wir werden also sehen.

Gespannt bin ich jetzt auch, ob Aquila irgendwann mal einen Mantel, einen capotto gewinnt...
Liest man etwas über die Regeln, dass weiß man: Das ist was dran an Bestechung und Betrug... Oder eben gerade nicht... ;)

► DNB / Traumfänger-Verlag / Hohenthann 2016 / ISBN: 978-3-941485-51-8, 261 S.

© KaratekaDD



[1] In Anspielung auf die nunmehr fünfundzwanzigbändige Reihe der in Venedig lebenden Amerikanerin Donna Leon, die im Untertitel heißt: COMMISSARIO Brunettis 25. FALL  
[2] Er ist Chef der squadra mobili – einer mobilen Kriminalpolizeienheit und Commissario, vermutlich eher Commissario Capo – also Erster Polizeihauptkommissar 
[3] Einen Zusammenhang mit dem Palio gibt es aber eher nicht, dazu hätte die „Täterschaft“ wissen müssen, dass der ermittelnde Commissario Seneser durch und durch ist

Quelle der Bilder: 
https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Palio_di_Siena?uselang=de; 21.12.2016, 15:00 Uhr


Sonntag, 4. September 2016

Leon, Donna: Venezianisches Finale (BR1)


 Dies ist der erste Fall des Commissarios Brunetti. 

Es ist das Jahr 1992. Donna Leon, US-Amerikanerin, die in Venedig lebt, hat sich eine Romanfigur ausgedacht. Sie nennt sie Guido Brunetti, macht ihn zum Commissario in der Questura Venedigs. Sie umgibt mit Paola, seiner Frau und mit Nachwuchs. Chiara ist dreizehn , ihr Bruder Raffaele ist fünfzehn Jahre alt.  Obwohl diese Informationen nicht allzu wichtig sind, merken wir sie uns für die Zukunft.  Alles Schreiben hat einen Anfang.

Im Teatro la Fenice tritt ab dem dritten Akt von La Traviata, der großen Oper von G. Verdi ein anderer Dirigent an. Maestro Wellauer, ein über ziebzigjähriger weltberühmter deutscher Dirigent hat das Pult verlassen. In seiner Garderobe richt es nach bitteren Mandeln. Zyankali? Zyankali! Mord? - Brunetti und die Beamten Miota und Alvise nehmen die Ermittlungen auf. Sie treffen vor allem auf

  • Signora Wellauer, die dreißig Jahre jüngere Ehefrau
  • Flavia Petrelli, gefeierte Sopranistin
  • Brett Lynch, Amerikanerin und Archäologin, Freundin der Petrelli und natürlich jede Menge Theaterleute.
Der Maestro hat eine illustre Vergangenheit. Seine Kariere begann bereits in den dreißiger Jahren in Deutschland. Aber hat seine relative Nähe zum Führer etwas mit seinem Tod zu tun? Oder seine Abneigung gegenüber homosexuellen Sängerinnen, Sängern und anderen Musikern? Oder hat der Maestro noch andere Vorlieben? Wieso war die Petrelli in seiner Garderobe und die Ehefrau auch nicht weit?

Brunetti stochert vorerst im Nebel. Der Leser wird später feststellen, der Commissario bedient sich, typisch italienisch (?) allerlei sonstiger Personen zum ermitteln. Zum Beispiel seine Frau. Die vermittelt einen Studienkollegen, der eine Menge Klatsch weiß. Und nicht schlecht schlucken kann. Wisky. Guido kennt da auch noch einen, dessen Vater ebefalls manches zur Person Wellauers beitragen kann.

Die Entscheidung des Commissarios am Ende dieser ersten Geschichte ist, sagen wir, italienisch. Menschlich. Verständlich.

* * *
"Bei einer Männer-Tombola wäre er ein echter Hauptgewinn: Er sieht gut aus, ist intelligent und humorvoll, warmherzig und unbestechlich, er hat einen nachsichtigen Blick auf die Welt und diese edle, melancholische Aura, die Frauen unwiderstehlich finden.

Erfreulicherweise ist der Mann Italiener und deshalb irdischen Wonnen sehr zugetan: Er ißt und trinkt gern - Huhn mit Artischocken, frische Pfirsiche, Wein und Grappa -, er zankt sich mit seinen heftig pubertierenden Kindern und liebt seine Frau Paola auch nach 17 Jahren Ehe mit großer Zärtlichkeit und regelmäßig.

Er kann aber auch richtig sauer werden, etwa angesichts der Touristenmassen, die das ganze Jahr über seine Stadt bevölkern und gelegentlich sogar seine Ermittlungen behindern: Guido Brunetti ist Commissario della Polizia in Venedig." [1]

Wie kam Donna Leon zu diesem Helden? "Er stieg aus dem Boot und war da." [2] 

"Er war ein überraschend gepflegter Mann: seine Krawatte war sogfältig gebunden, das Haar kürzer als derzeit Mode, und selbst seine Ohren lagen eng am Kopf, als wollten sie nur ja nicht auffallen. Die kleidung wies ihn eindeutig als Italiener aus. Der Akzent war unverkennbar venezianisch. Sein Blick war ganz der eines Polizeibeamten." (Seite 15)

Und wie kam sie zu dieser Geschichte? Anekdote: Sie war mit einem Freund im Theater, der anschließend den Dirigenten hätte umbringen mögen. Sie meinte nur: "Ich mach´s für dich, aber in einem Roman." Außerdem hatte sie auch Klatsch über  Herbert von Karajan gehört. [3]  So etwas war schon einmal da. Das kann man hier nachlesen.


Donna Leon liebt diese Stadt. Und sie beobachtet genau. Das schreibt sie natürlich auch in ihre Bücher: "In diesen Stunden [nachts] war die Stadt für Brunetti am schönsten, denn gerade dann konnte er, der durch und durch Venezianer war, etwas von ihrer früheren Pracht erahnen. Die dunkelheit verbarg das Moos, dass über die Stufen der Palazzi entlang des Canale Grande herauf kroch, macht die Risse in Kirchenmauern unsichtbar und deckte die Stellen zu, wo der Putz von öffentlichen Gebäuden blätterte. Wie so viele Frauen in gewissem Alter konnte die Stadt nur mit Hilfe trügerischen Lichts ihre verschwundene Schönheit wiedererlangen. Ein Boot, das am Tage schlicht eine Ladung Seifenpulver und Kohl transportierte, wurde bei Nacht zu einem mysterösen Gefährt, das einem geheimnisvollen Ziel entgegenglitt. Der Nebel, der in diesen Wintertagen so häufig war, verwandelte Menschen und Dinge; selbst kanghaarige Teenager, die an einer Gassenecke herumhingen und sich eine Zigarette teilten, wurden zu geheimnisvollen Phantomen aus der Vergangenheit." (Seite 47/48)


A propos Teenager. Chiara will endlich einen Computer. Ob da wohl der Opa einspringen muss, Vater ihrer Mutter und steinreicher Conte, der "im Finanzgeschäft" war? Raffaele zeigt sich gerade proletarisch. Er will nicht zur Schule. Da würde man nur systemkonform beeinflusst. Aber die ganze Familie spielt Monopoli. Der Mathestar Chiara geht pleite, Raffaele, Raffi, mausert sich zum Erzkapitalisten und die Paola beklaut ihre Tochter, die Bank, ihren Gatten, den Commissario dabei strahlend anlächelnd.  Es ist ein Genuss, dies zu lesen und wohl kaum eine Roman- oder TV-Ermittler "gibt" soviel Einblick in seine, ausnahmsweise mal "normalen" Familienverhältnisse.


Figuren / Darsteller

Auf dem Bild sehen wir oben links die Familie Brunetti mit Julia Jäger, Uwe Kockisch, Laura-Charlotte Syniawa und Patrick Diemling. rechts unten, die Besetzung der Folgen 1 bis 4: Joachim Król und Barbara Auer. Außerdem zu sehen Annett Renneberg als Signorina Elettra und Michael Degen als Vice-Questore Patta. Über Patta und Elettra wird noch zu berichten sein. Mir persönlich gefällt Kockisch in der Rolle des Brunetti besser als Król. Aber beide entsprechen nicht genau dem oben gezeichneten Bild des Helden. Das betrifft zumindest die Krawatte.






Sein letztes Konzert: Was war in dem Kaffee? Da liegt Maestro Wellauer. Wurde er ermordet?



Vice Questore Patta, Commissario Brunette und Signorina Elettra. Es fehlt Sergente Vianello. In fünften Film darf er zwar nicht fehlen, aber im ersten Band spielt die Figur noch gar nicht mit.



Abendstimmung in Venedig. Aktenstudium auf venezianisch. We sitzt in diesem Flugzeug?


Ich mach dann hier erst einmal Schluss. Schließlich muss ich mir bei 25 Bänden diverse spezifische Dinge einteilen. Fall 2 ist bereits in Arbeit.


© KaratekaDD


Quellen & Abbildungen


Samstag, 13. August 2016

Donna Leon - Autorenseite



Donna Leon
13. August 2016. KaratekaDD startet das Projekt Brunetti. Eigentlich könnte es auch Venedig-Projekt heißen. Dieses Projekt hat vor allem zu tun mit Donna Leon. Die Amerikanerin wurde am 29. September 1942 in New Jersey geboren. Bekannt geworden ist sie mit eben dieser nunmehr fünfundzwanzigbändigen Reihe um den Commissario Guido Brunetti, der im sogenannten Brunetti Projekt zukünftig besondere Beachtung finden wird. Nebst den inzwischen zweiundzwanzig Filmen. Ein Projekt, dass sich wohl mindestens bis zum September 2018 hinziehen wird, wenn ich es schaffe, jeden Monat ein Buch davon zu lesen, den Film zu schauen und das ganze hier zu besprechen.

Donna Leon, die in Venedig lebt, hat auch andere Bücher geschrieben. über Himmlische Juwelen und Mein Venedig habe ich hier schon einmal geschrieben, in dem Post über vier Frauen, die damit im Zusammenhang stehen.

Über Donna Leon lässt sich viel erzählen, aber dies möchte ich hauptsächlich über ihre Bücher tun.

Das man inzwischen Bücher über ihre Bücher schreibt, zeigt ein Link zur Deutschen Nationalbibliothek.


 Blog - Beiträge
Weblinks

 * * *

© Bücherjunge


Quellen & Abbildungen
  • Abb 1:  Von Michiel Hendryckx - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11938636











Das Brunetti Projekt



Familie Brunetti (Fernsehfilme)
Nein, in Venedig war ich (noch) nicht. Vielleicht muss ich im Zuge dieses Projekts aber mal dahin. Eine Fotoserie schießen und den Balkon fotografieren, auf dem so oft Paola, Guido, Raffaele und Chiara gesessen haben. Vielleicht weiß der geneigte Leser dieses Blogs, wen ich hier meine. Ja, die Familie des Commissarios Brunetti. Auch ein Bild der Questura und und und...

Fünfundzwanzig Fälle hat Donna Leon bisher den Lesern geschenkt. Zweiundzwanzig davon wurden bereits verfilmt. Nun wird es endlich mal Zeit, die Fälle des Commissarios Brunetti zu präsentieren.



Das Projekt lautet also:
Jeden Monat eins der Bücher und den dazugehörigen Film zu präsentieren. Das wir zwangsläufig zwei Jahre dauern; und länger, falls Donna Leon noch ein paar Fälle erfindet. Momentan wird es also dauern bis September 2018.



* 01 *   Venezianisches Finale
Hier geht es zum Post über Buch & Film.

* 02 *   Endstation Venedig
Ich stelle aber auch gerade fest, dass ich den zweiten Band tatsächlich schon einmal besprochen habe. Das kann man hier nachlesen.

* 16 *   Lasset die Kinder zu mir kommen
wurde schon einmal gastrezensiert, nachdem wir ein Exemplar davon verlost hatten.

* 26 *   Stille Wasser
Man sieht es geht reichlich durcheinander. dieser Link führt zur Rezension.

* * *

Brunettis Fälle:
Die Jahreszahlen zeigen die Veröffentlichung im Diogenes Verlag Zürich an. Die Links weisen auf Wikipedia - Artikel hin.

  1. Venezianisches Finale - 1993
  2. Endstation Venedig - 1995
  3. Venezianische Scharade - 1996
  4. Vendetta - 1997
  5. Acqua alta - 1997
  6. Sanft entschlafen - 1998
  7. Nobiltà - 1999
  8. In Sachen Signora Brunetti - 2000
  9. Feine Freunde - 2001
  10. Das Gesetz der Lagune - 2002
  11. Die dunkle Stunde der Serenissima - 2003
  12. Verschwiegene Kanäle - 2004
  13. Beweise, daß es böse ist. Zürich - 2005
  14. Blutige Steine - 2006
  15. Wie durch ein dunkles Glas - 2007
  16. Lasset die Kinder zu mir kommen - 2008
  17. Das Mädchen seiner Träume - 2009
  18. Schöner Schein - 2010
  19. Auf Treu und Glauben - 2011
  20. Reiches Erbe - 2012
  21. Tierische Profite - 2013
  22. Das goldene Ei - 2014
  23. Tod zwischen den Zeilen - 2015
  24. Endlich mein - 2015
  25. Ewige Jugend - 2016
  26. Stille Wasser - 2017
  27. Heimliche Versuchung - 2018
  28. Ein Sohn ist uns gegeben - 2019
  29. Geheime Quellen - 2020
  30. Flüchtiges Begehren - 2021
  31. Milde Gaben - 2022


© Bücherjunge (27.02.2023)

Sonntag, 14. Februar 2016

Leon, Donna: Lasset die Kinder zu mir kommen (BR16)

Lasset die Kinder zu mir kommenEine Gastrezension.

Nachdem Manuela das Buch in einem unserer sehr seltenen Gewinnspielen im letzten Jahr gewonnen hat, folgt hier nun wie versprochen aber ziemlich verspätet der "Abdruck" ihrer Gastrezension.

* * *

»Einer der Aspekte, die Brunetti insgeheim seit jeher an den antiken Dichtern und Denkern bewundert hatte - und derentwegen er sie wieder und wieder las -, war die scheinbare Leichtigkeit, mit der sie ihre moralischen Urteile fällten. Richtig oder falsch; schwarz und weiß. Ach, was für unbeschwerte Zeiten!«


Gerade hat Kinderarzt Gustavo Pedrolli noch seinen kleinen 18 Monate alten Sohn Alfredo gewickelt, mit ihm gespielt und ihn ins Bett gebracht. Gerade noch lag er selber wach und dachte glücklich daran, dass der Kleine ihn erstmals "Papa" genannt hat... Von einem Moment auf den anderen ist es mit diesem Idyll vorbei. Eine Einheit von Carabinieri stürmt die Wohnung, schlägt Pedrolli nieder und nimmt den kleinen Alfredo mit. Eine unglaubliche Tat, die sich einem zunächst nicht erschließt. Als Commissario Brunetti versucht, die Hintergründe zu erfahren, stößt er auf Schweigen, sowohl von Seiten der Carabinieri als auch bei dem krankenhausreif geprügelten Pedrolli, der seit dieser Nacht kein Wort mehr gesprochen hat. Brunetti bohrt tiefer und stößt auf ein Geflecht aus Bestechung, Korruption und illegalen Aktivitäten...

Dieser Krimi startet schon mal anders als die meisten anderen, nämlich nicht mit einem Mord. Das macht ihn aber nicht weniger spannend, denn der Vater, der seinen geliebten kleinen Sohn verloren hat, kann niemanden kalt lassen. Auch Brunetti und seine Kollegen reagieren höchst emotional auf diesen ungewöhnlichen Fall, Brunetti zeigt sich besonders dünnhäutig, da er ständig an seine eigenen Kinder denken muss. Recht und Unrecht sind hier alles andere als klar verteilt, ich ertappte mich dabei, dass ich noch nach Zuklappen des Buches darüber nachgrübelte. Beim Bohren in Medizinerkreisen werden weitere sensible Themen aufgedeckt, die betroffen machen und zum Nachdenken anregen.


Brunetti mag ich als Charakter sehr. Er hat eine wunderbar trockene Art, seinen eigenen Kopf und ist ansonsten herrlich normal. Weder hat er großartige psychische Probleme, noch ist er geschieden, gesundheitlich beeinträchtigt oder alkoholabhängig. Entsprechend beschäftigen ihn – abgesehen von seiner Arbeit – ganz normale und alltägliche Dinge, die jeder so oder so ähnlich kennt. Ich finde so einen „normalen“ Charakter zwischendurch sehr erholsam!


Das Szenario gefiel mir ebenfalls sehr - die Beschreibungen Venedigs verursachen bei mir regelmäßig spontane Reiselust - und die diversen eingestreuten italienischen Begriffe runden das Bild ab. Wer das Land und die Sprache liebt, bekommt beim Lesen häufig Grund zur Freude… 

»In anderen Kulturen hätte man Giuliano Marcolini vielleicht einfach als dick bezeichnet. Den Italienern hingegen, deren Sprache so reich an Beschönigungen ist, galt ein Mann wie er als "robusto".«


Fazit: Gelungener Krimi der ruhigen Art. Sensible Themen und viel Stoff zum Nachdenken.

»Das Gesetz ist eine herzlose Bestie, Lorenzo.«

Auch auf Lovelybooks

KaratekaDD



Donnerstag, 12. Februar 2015

Donna Leon: Zwei Hörbücher



Vier Frauen, zwei Hörbücher und ich.

Zuerst einmal Hörbücher und ich. Dieses Verhältnis will sich nicht so richtig klären. Hier und jetzt soll es gleich mal um zwei Hörbücher gehen. Von einer Autorin, die VENEDIG zu ihrer Heimat gemacht hat.

Darum fang ich mal mit dem einem Hörbuch an, welches da MEIN VENEDIG heißt. Übrigens angenehm kurz. So kurz, dass eine mittellange Autofahrt ausreichte, um das ganze Werk zu hören, denn es dauert nur eine Stunde und siebzehn Minuten. Das ist so kurz, dass ich schon dachte, beim herunterladen der Datei wäre ein Fehler passiert. Dem war aber nicht so.


* * *

Hannelore Hoger liest also MEIN VENEDIG und es ist, also ob da die Autorin selber liest. Okay, man müsste Donna Leon kennen, aber vielleicht kommt es ja daher, dass beide Damen im selben Jahr, nämlich 1942 geboren sind.

Warum aber zieht man nach Venedig? Gleich zu Beginn geht es natürlich um ein Verkehrsmittel in Venedig. Genauer gesagt geht es um eines, welches gar nicht vorhanden ist. Ein Auto. Dieses Fehlen mache Venedig zu „einer Provinzstadt mit siebzigtausend Seelen“, in der man sich noch begegnet und sich mehr unterhält. Man „laufe seinen Informationen förmlich entgegen“. Die „tägliche Grenze des physischen Seins“ erlebt der Einwohner auch, weil er seine Einkäufe ja nach Hause tragen muss. Außerdem muss er daher öfter einkaufen gehen, was ihn wieder anderen Menschen zu treibt. Aber: Das älter werden würde einem auch dadurch bewusst, wenn die Vaporetti überfüllt sind. Anders als halt im Internet, in dem man sich mit wildfremden Menschen „unterhält“, die man nie im Leben zu Gesicht bekommt oder anfasst.

[Jetzt muss ich gerade überlegen: Für wen schreibt der Blogger KaratekaDD eigentlich diesen Text? 
Es gibt zwei Arten von Internetfreunden: Da sind zum einen die, welche man außerhalb des WWW kennen gelernt hat und die einem, so sie „halbwegs“ sympathisch sind, ihre Verbindungsdaten überließen. Zum anderen sind da die, welche man durch das Internet kennen lernte. So nach und nach lernt KaratekaDD dann doch diese oder jenen kennen, zumindest. Übrigens gibt es da bei einigen Menschen durchaus noch Nachholbedarf.]     


http://de.wikipedia.org/wiki/Venedig#mediaviewer/File:San_Marco-00.jpg
Quelle: wiki
Der Leser, die Leserin  erfährt weiter dass Turm und Uhr von San Marco am  01.02.1499 eingeweiht wurden. Auch heute wohnt der Custode des Turms im Sommer im Turm. Gleich wird man neugierig und möchte baldmöglichst diese Stadt besuchen.

Donna Leon erzählt kurzweilig von Venedig und seinen Einwohnern. Dabei regt sie sich schon mal über die Art und Weise der Müllentsorgung auf, denn die Kanäle werden dann schon mal zur Tonne.

„Venezianische Müllabfuhr.
'Spocatione' rief ich aus dem Fenster und das Wort war schon heraus, bis ich darüber nachdenken konnte. Der Mann, der da drei Stockwerke unter mir stand, erstarrte mit seiner Abfalltüte in der Hand, die er gerade an die Mauer des Hauses am anderen Kanalufer hatte stellen wollen, unter das Schild, das die Ablagerung von Müll verbot.
Die normale Reaktion eines Menschen, den man anschreit, er sei ein Schweineigel, wäre es doch auf zuschauen und sich zur Wehr zu setzen, aber das fällt wohl nicht so leicht, wenn man gerade eine Tüte Abfall in der Hand hat. Der Mann blickte statt dessen nach unten um seinen Blick zu verbergen, warf die Tüte ruhig in den Kanal, drehte sich um und ging. Ich weiß nicht, wer er wahr, obwohl es sich zweifellos um einen meiner venezianischen Nachbarn handelte. Ich würde ihn nicht wieder erkennen und das ist wahrscheinlich gut so, denn der Zorn würde mich zwingen, meine Bemerkung zu wiederholen. Selbst Angesichts meines jetzt schon dreißig Jahre währenden Liebesverhältnisses zu den Italienern, fällt es mir schwer, bei ihnen etwas auszumachen, was man nur annähernd als Bürgersinn bezeichnen könnte....“[1]   - Sodann kommt Donna Leon zwangsläufig zur müllmäßigen Beschreibung Venedigs. Tja...

Oder der Erwerb einer Wohnung. Für ein solches Marthyrium wären wir hier wohl weniger bereit, da muss man schon eine besondere Beziehung zu Venedig haben. Über den TATORT CASINO schreibt sie auch, wobei wir erfahren, als sie in das Casino in Venedig kam, war sie gerade erst aus dem Iran geflohen, wo sie bis 1979 arbeitete.

Nun weiß man, dass ihre Beobachtungsgabe nicht von ungefähr kommt, zum Tragen kommt sie ja auch in den Büchern mit ihrer bekanntesten Romanfigur, dem Guido Brunetti. In der Autoren-beschreibung einer großen Bücherkette war zu lesen, dass Donna Leon ihre Bücher nicht in Italien vertreibt, da sie ob ihrer Kritiken keine Unruhe stiften wolle. Nun ja, nach dem Genuss dieses Hörbuches bekommen wir eine Ahnung warum.[2] 

Das war mal ein einfaches Hörbuch, womit ich mit einfach natürlich meine, dass ich tatsächlich jeden Satz gehört habe, den Hannelore Hoger gesprochen hat.


* * *

Das kann ich von dem anderen Buch, welches ich herunter lud, nun leider nicht behaupten. HIMMLISCHE JUWELEN heißt es, und der Grund für das herunterladen ist einerseits der historisch-kriminale Inhalt der Geschichte sehr musischer Art und, das vor allem, Annett Renneberg. Kenner sehen ja sofort den Zusammenhang zu Donna Leon, denn die Schauspielerin, welche auch hervorragend singen kann, spielt die Signorina Elettra in, na was wohl, in der Questura, in welcher oben genannter Dottore Guido Brunetti gegen das Verbrechen wirkt.



* * *


Quelle: Diogenes / Leon
Um was geht es? Der Musikwissenschaftlerin Caterina Pellegrini wird in ihrer Heimatstadt Venedig ein Job angeboten. Es geht um nichts Geringeres als eine Erbschaft, von der sich zwei windige Gestalten, zwei Cousins, den großen Reibach erwarten. Caterina soll sich auf die Spuren des barocken Komponisten Augostino Steffani (1654 – 1728) begeben, welcher eine durch deutsche Fürsten protegierten Karriere aufweist. Außerdem war er Titularbischoff und apostolischer Vikar, der für die Rekatholisierung einiger deutscher Fürstentümer nach der Reformation arbeitete, bis er einem Schlaganfall erlag. Ob er nun auch Kastrat war, also ein Sänger, welcher in der Kindheit zwecks Erhaltung des Knabensoprans seiner Zeugungsfähigkeit beraubt wurde, ist dann eher fraglich. In Wikipedia findet man unter Augostino Steffani nichts darüber und dieser Artikel in DER ZEIT geht auch sehr kritisch mit der Geschichte um, die Donna Leon uns hier vorlegte.

Nichts desto Trotz, Caterina untersucht zwei Truhen mit Dokumenten, beobachtet von einer Mitarbeiterin und Rechtsanwalt  Moretti, dessen Rolle doch ziemlich undurchsichtig erscheint.
Der Fall des Augostino Steffani wird außerdem im Krimi mit einem Mordfall verknüpft: Der sogenannten Königsmarck – Affaire. Was wird Caterina Pellegrini am Ende finden?


* * *


Quelle: Diogenes / Leon
Donna Leon, so kann man nachlesen, liebt die Barockmusik und so hat sie sich vielleicht selber in ihrer Romanfigur gesehen, dies behauptet zumindest Volker Hagedorn im bereits genannten Zeit-Artikel. Dies kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass sie gemeinsam mit der italienischen Mezzosopranistin Cecilia Baroli ein gemeinsames Projekt startete. Die Bartoli singt Steffani – Werke im Hörbuch, dies ist schon mal eine schöne Idee, um einen der Allgemeinheit weniger bekannten Komponisten in Erinnerung zu rufen. Im Diogenes Verlag ist das Buch HIMMLISCHE JUWELEN mit der CD MISSION erschienen.


„Die CD zum Buch, das Buch zur CD – in einer wunderschönen Deluxe-Ausgabe. Zwei Weltstars auf musikalischer und literarischer Spurensuche. Die neue CD Mission von Cecilia Bartoli und der spannende Kriminalroman Himmlische Juwelen von Donna Leon, der in humorvoller Mischung von Fakten und Fiktion, Historie und Gegenwart den Rätseln im Leben des Komponisten nachspürt. Mit vielen Fotos und Hintergrundinformationen.“[3]

Das hört sich nach etwas Besonderem an. Da haben sich zwei Primadonnen gefunden, wie die Zeit in diesem Beitrag schreibt:

„Die Primadonnen verbindet eine Schwäche: die Leidenschaft für die Barockoper. Als die Mezzosopranistin sich Händels Musik zuwendet, muss es geschehen sein. Händel ist der Hausgott Donna Leons, die Termine ihrer Lesereise drapiert sie rund um Premieren von Werken ihres Idols. Wege kreuzen sich, Sympathien wachsen. "Wenn Cecilia Bartoli einen überwältigenden Eindruck vermittelt, dann den Eindruck von Intelligenz, musikalischer Intelligenz, verfeinert, konzentriert und fokussiert auf eine Kunst, für die sie höchsten Respekt empfindet und zu deren größten Zierden sie selbst gehört", notiert Leon nach ersten Gesprächen über die geteilte Passion.“[4]


Übrigens erklärt Cecilia Bartoli auf der Webseite als Vorgeschichte, dass sie Donna Leon, mit der sie schon lange befreundet ist, auf das Thema gebracht hat. Zwei Primadonnen eben und eine heißt auch noch so.

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Nicht etwas, dass ich nun einen historisch vollkommen stimmigen Musikkrimi gehört hätte. Aber den wollte Donna Leon wohl auch nicht schreiben. Und so verband sie Reales mit Fiktivem und stellte dabei ihrer Leserschaft eben einen Komponisten des Barock vor, der weit vor dem allen Leuten bekannten Mozart zum Beispiel, große Musik schrieb und außerdem auch in der nichtmusischen Welt des 15. und 16. Jahrhunderts eine Rolle spielte.

Warum aber kam ich nicht so richtig ran? Ich kann es selber nicht wirklich erklären. Irgendwie schweiften meine Gedanken immer ab, ständig musste ich überlegen: was war als Letztes dran? Wie war das jetzt mit der Gräfin von Königsmarck und wie kommen die plötzlich auf Preußens Königin? Mit den Recherchen der Caterina in Venedig, ihrer Heimatstadt, in der auch die Autorin des Buches seit Jahren lebt, kam ich schon viel eher zurecht, auch geschieht Spannendes. Typische Nebenhandlung die Beziehung zwischen Caterina und ihrer Schwester Tina, welche als Nonne und Professorin für Geschichte an den Recherchen mitwirkt, deren Ergebnisse auch mal wegen der Überwachung verschlüsselt werden müssen. Also alles in allem eine sehr interessante Geschichte – nur hat sie als Hörbuch mich (wieder einmal) nicht erreicht. Allerdings mag ich der Annett Renneberg dafür nicht die Schuld in die Schuhe schieben – ihre Stimme passte hervorragend zu der jungen Musikwissenschaftlerin.

Aber das soll ja nun nicht das Buch schlecht machen, denn das, und zwar diese Prachtausgabe, werde ich meinem Bücherschrank einverleiben. Die CD werde ich demnächst in den Player schieben und mich mit dem Buch auf die Couch legen. Dazu (ausnahmsweise) eine Flasche italienischen Roten. Danach schreib ich dann noch eine neue Rezension.


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Vier Frauen, zwei Hörbücher und eine CD. Die Verbindungen hier faszinieren. Da wären einmal Hannelore Hoger und Donna Leon, gleichaltrig und schon lange verbunden, denn die Hoger liest auch auch die Brunetti -  Bücher in der Hörversion, womit Anett Renneberg in die Szene tritt, denn die Schauspielerin, welche auch hervorragend singt, spielt dort die Signorina Elettra. Als Sängerin passt sie natürlich als Sprecherin schon mal für das musikalische Thema von Himmliche Juwelen, den investigativen Part beherrscht die Filmkriminalistin (Stolberg) natürlich auch. Hinzu tritt hier nun Cecilia Bartoli, welche als Kennerin und Interpretin der Musik von Händel im 16. Jahrhundert zu Hause ist und somit den Augusto Steffani unmittelbar an den Leser bringt. (Er wäre sonst für viele auch nur eine Romanfigur.) [5]


► MEIN VENEDIG / Zürich 2005 / ISBN: 978-3-257-80002-9 / DNB
► HIMMLISCHE JUWELEN / Zürich 2012 / ISBN:  978-3-257-80327-3 / DNB
► HIMMLISCHE JUWELEN & CD MISSION / Universal Vertrieb 2012 / ISBN: 978-3-829124799

© KaratekaDD [6]





[1] Habe ich mir gerade von Hannelore Hoger diktieren lassen.
[2] Www.thalia.de - Autorenportrait
[3] http://www.donna-leon.com/donnaleon/missionjuwelen.php
[4] http://www.zeit.de/kultur/musik/2012-09/cecilia-bartoli-donna-leon-agostino-steffani-barock
[5] Ich muss mich mal an die Brunetti-Bücher dran setzten. Bei denen, die auch verfilmt wurden, kann ich dann von Annett Renneberg schwärmen
[6] In Venedig war ich noch nicht. Aber Marco Polo kenne ich natürlich. Und diverse andere historische Romane. Wie diesen hier z.B.