Montag, 19. Oktober 2026

Victoria Bertrams (Beate Baum): Zwischen den Jahren

Bis zum ersten Advent vergehen noch 41 Tage, bis zur Bescherung am Heiligabend müssen Leseratten und andere auch noch 66 mal schlafen. Nach drei Tagen Weihnachten befinden wir uns angeblich "Zwischen den Jahren". wer auch immer das erfunden hat, aber der Spruch ist so etabliert, dass er auch als Buchtitel herhalten kann.

Zwischen den Jahren reisen wir mit Ines, John und Victoria Bertrams nach New York, wie unschwer zu erkennen sein ist.

Vielleicht hätte Victoria Bertrams diese Geschichte auch "Märchen in New York" nennen können, aber wenn die beiden aus den bisherigen drei Musikerkrimis bekannten Figuren auch ein erfolgreiches Märchen erleben und dabei "Fairytale of New York" als Cover-Version von The Pogues (1988) mehrfach zum besten geben, ist der Titel halt besetzt.

  • DNB / Redstart Verlag / 20.09.2026 / ISBN: 978-3565750603 / 132 Seiten
  • Beate Baum alias Victoria Bertrams: Wikipedia / Webseite


Kurz: Ein spannender Musikerkrimi als Weihnachtsschmöker mit viel Musik und Ansichten quer durch New York. Eine musische Reisebeschreibung.

Hören wir erst einmal rein:

    The Pogue


Was passt besser als dieser Song für eine solche Geschichte? Eine britische Band - The Pogue, brachte dieses Lied 1988 heraus - erreichte mit diesem Song in Irland einen Nummer 1 Hit.

Einen Hit haben Ines und John gelandet. Johns Bruder Jeff meint, den könnten sie auch in Übersee zum Besten geben.

Einen Tag, bevor hier in England, aber auch in den USA das Fest begangen wurde, ins Flugzeug steigen, und dann während der Feiertage unter Jetlag leiden? Aber sie könnten über Silvester bleiben, zwischen den Jahren gab es in Liverpool kaum Auftritte zu bestreiten, und am LIPA waren Ferien. Einmal miterleben, wie am Times Square die glitzernde Kugel herabsank …

Ines Behrendt, Krankenschwester aus Dresden, und John Raymond, Ex-Junkie und brillanter Gitarrist, reisen also nach New York. Jeff hat eine Freundin, und die betreibt einen Pub. Was liegt da nahe? In einen Pub passen die beiden hervorragend rein. Zwischen den Jahren und einer Reihe von Pub-Konzerten erleben sie New York, die Leserinnen und Leser bekommen gleichzeitig einen literarischen, verschneiten weihnachtlichen Stadtrundgang durch The Big Apple, der vermutlich nichts auslässt. 


🎄 Winterliches New York zwischen Skyline, Weihnachtslichtern 
und Großstadtzauber / erstellt mit KI-Unterstützung (Copilot)


Doch dann beobachtet Ines so etwas wie eine Geldübergabe. Schutzgeld? Oder hat sie zu viele Krimis gelesen? Aber John hat mehr als nur musikalische Erfahrung, nicht nur die, dass einen niemand kennt, wenn man am Boden liegt. 

Zwischen Freiheitsstatue, Central-Park unzähligen Museen und dem Dakota Buildung muss die Spannungskurve erhöht werden. Dass das Dakota Building für zwei Musiker, die am LIPA (Liverpool Institute of Performings Art - gegründet von Paul McCartney) studierten, erwähnt werden muss, ist klar. Warum? Na wegen John Lennon und Yoko Ono. 

* * *

Weihnachten, Schnee, Lichterganz, Guinnes (wird gar nicht erwähnt?), Big Apple: Wir lesen eine geruhsame Geschichte, die mehr zum Musik streamen einlädt, und einem nur kurz (zweimal?) das Herzklopfen erhöht... Ein schmales Buch, welches man zwischen Frühstück und Gänsebraten schafft. Die Autorin hätte es zur Advents- und Weihnachtszeit gern "cosy". 😉 

Der Irish Pub, in dem Ines und John spielen, heißt Dublin House, der älteste in New York. Nur sollen dort, laut Beate Baum, keine Konzerte stattfinden. Geht das? in einem Irish Pub keine Konzerte? So was. 

Ich mag Bücher, die sinngemäß eine Playlist mitliefern, so wie bei Eileens Ende, den dritten Musiker-Krimi von vieren um die beiden sympatischen Musiker. Eine echte Weihnachtsempfehlung, die drei Vorgänger muss man nicht gelesen haben, auch wenn es hilft. Wie schwer es sein kann, oder wie hoch die Leiter zum musischen Erfolg sein kann, das ist Thema der Musikerkrimis.


Ines und John im weihnachtlichen Irish Pub
erstellt mit KI-Unterstützung (Copilot)

Beate Baum ist Reisejournalistin, die jeden ersten Dienstag ihren Reiseblog füllt. Oft schreibt sie ja über Liverpool, von ihrem Reiseführer ist bereits die vierte Auflage erschienen.  Bekannt ist ihre 10bändige Reihe um die Journalistin Kirsten Bertram, die ihrer Autorin förmlich "nachgereist" ist. Da sie auch gern über Kulturveranstaltungen berichtet, ist die Verbindung zu Musik und anderer Kunst in den Musiker-Romanen allgegenwärtig.

A Propos Musik streamen: Frau Bertrams mahnt uns Leserinnen und Leser nicht immer nur zu streamen, Musiker verdienen nur beim "Plattenkauf". Schallplatten sind zwar wieder etwas am kommen, CD´s werden immer weniger verkauft. 

* * *



Beate Baum auf Litterae-Artesque:

Auf Sendung - Kirsten.Bertram-Reihe 1 / Tod in Silicon Saxony - Kirsten-Bertram-Reihe 2 / Dresdner Geschäfte - Kirsten-Bertram-Reihe 3 / Häuserkampf - Kirsten-Bertram-Reihe 5 / Weltverloren - Kirsten-Bertram-Reihe 7 / Dresden rechts außen - Kirsten-Bertram-Reihe 8 / Erwarteter Todesfall - Kirsten-Bertram-Reihe 9 / Kunstgerecht - Kirsten-Bertram-Reihe 10


©️ UR - Bücherjunge




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