Montag, 4. Januar 2021

BlogPost Nr. 169 - Des Bücherjungen Rückblick auf 2020

 



Das vergangene Jahr wird so unvergessen bleiben, wie der verrückte Winter 1978/1979, dem Winter, in dem Deutschland von ungeahnten Schneemassen bedeckt wurde. Im ersten Quartal trat ein Zwillingspärchen in die Öffentlichkeit. Corona und Covid. Beide 19 und aus der Familie Sars. Auch mit Wirkungen, die nicht vorhergesehen werden konnten. Zumindest nicht zu Beginn des Jahres.

Aber darüber möchte ich hier nicht schreiben, obwohl es vielleicht damit zu tun hat, dass 132 die bisher geringste Anzahl von Beiträgen in einem Jahr seit bestehen unseres Blogs ist. Ich finde schon, dass wir hier noch Arbeit vor uns haben. Auch am Konzept.

Meinen persönlichen lit(t)erarischer Rückblick, die wichtigsten Beiträge im Jahr 2020, kann man an der Tafel ablesen.

Im Januar las ich mit Begeisterung den fünften Teil der Geschichte um den Dresdner Kriminaloberkommissar Max Heller, die im Juni 53 spielt, während des Aufstandes von Arbeitern in der DDR. Die Spannung auf die in diesem Jahr folgenden zwei (!) weiteren Teile von Frank Goldammer erhöht sich sprunghaft während ich dies niederschreibe.

Ski-Urlaub. Im Januar und auf den Spuren der Liselotte Welskopf-Henrich in Südtirol. Keine Rezension auf unserem Blog, dafür aber ein kleiner Reisebericht und die Neufassung zum Bergführer auf www.welskopf-henrich.de - einer neuen Webseite, die ich füllen werde.

Der Februar war den indigenen Völkern der Lakota und Skwahla gewidmet. Zwei Sachbücher stehen dabei neben einem Roman von Brita Rose-Billert, die über Sheloquins Vermächtnis schrieb. Ich verfolgte die Lebenswege von Leonhard Peltier - Ein Leben für die Freiheit - und Mitch Walking Elk - Ich werde mich nie ergeben - zwei indianischen Aktivisten im Kampf um indianische Freiheit.

Auch für den Monat März rufe ich gleich drei Bücher auf, die ich hörte und doch besser gelesen hätte. Yuval Noah Harari hat mit Eine kurze Geschichte der Menschheit, Homo Deus und 21 Lektionen für das 21.Jahrhundert eine Art Abriss der Erde und Menschheitsgeschichte und einem interessanten Blick in die Zukunft geworfen. Mir hats gefallen.

Auf zwei Bücher möchte ich für den April verweisen, ich konnte mich nicht entscheiden: Da waren Dresden rechts außen von Beate Baum (hier) und Die Geheimnisse des Kölner Doms (hier) von Ralf Günther. Das gemeinsame daran ist, die Bücher wurden von zugezogenen Dresdnern geschrieben. Schaut einmal nach.

Entgegen des Planes, für jeden Monat nur ein Buch heraus zu stellen, muss für den April ein Drittes genannt werden, welches, und dies hat sich eher zufällig ergeben, auch sehr gut in das dreißigste Jahr der deutschen Einheit passt: Mayday über Saragossa von Heribert Münzberg und Heinz-Dieter Kallbach. In diesem findet sich die Biografie eines herausragenden deutschen Verkehrspiloten (Kallbach) und die die Geschichte der Landung einer IL 62 an dem Ort, den einst Otto Lilienthal für seine Flugversuche aussuchte.

Ein Professor aus Gießen hat zum wiederholten Male in den Kellern russischer Archive einen Roman wiedergefunden, der uns einen Einblick in die Republik der Wolgadeutschen nach dem 1. Weltkrieg in der Sowjetunion verschafft. Und einen Blick zurück in den sogenannten sozialistischen Realismus in der Literatur. Professor Gansel veröffentlichte Wir selbst von Georg Sawatzky. Im Mai schrieb ich die Rezension nieder.

Von zwei Beiträgen im Juni entscheide ich mich für Die geteilten Jahre von Matthias Lisse, dem autobiografischen Roman über ein Leben in und der Flucht aus der DDR, welcher zu einem interessanten Austausch mit dem Autor führte. 

Passend dazu kam im Juli gleich ein Roman von Frank Goldammer hinzu, der in Zwei fremde Leben vom Adoptionsgeschenen in der DDR schrieb und damit den zweiten Roman im dreißigsten Jahr des Mauerfalls, den ich neben den geteilten Jahren für unbedingt erwähnenswert halte.

Die zweite Hälfte des Jahres scheint dem Mittelalter vorbehalten gewesen zu sein. Lesend begab ich mich im August mit Eudo, der Herzog von Aquitanien und Mac P. Lorne in das 8. Jahrhundert in das Herzogtum nördlich der Pyrenäen. Ein historischer Roman, wie er mir gefällt.

Im September war es noch einmal der Bergführer, der neu rezensiert wurde im Rahmen des LWH-Projektes, aber erwähnen will ich gleich noch einen Band von Krimi-Kurzgeschichten mit dem Titel Kunst und Krimi von den Wittenfelds.

Der Oktober führte mal wieder zu gleich drei Beiträgen zu einem Buch von Gerd Schilddorfer, denn Das Tartarus-Projekt war Gegenstand einer Lebensrunde, die Anne und ich besuchten. 

Sabine Ebert beendete im November ihre zweite Mittelalter-Pentalogie mit Schwert und Krone - Preis der Macht. Damit hatte sie in insgesamt 10 Bänden (Hebamme + Schwert und Krone) knapp 45 Jahre des 12. Jahrhunderts unter die Lupe genommen. Da passte es, dass im Dezember etwas Biografisches in Buchform hier besprochen wurde: Raph V. Turners Biografie über Eleonore von Aquitanien. Mit diesem Buch und der Vollständigkeit halber mit Der englische Löwe, in dem Mac P. Lorne die letzten fünf Jahre des Richard III., genannt Löwenherz, ausbreitete, endete ein Lesejahr, welches gefühlt sehr mittelalterlich war. Aber nicht nur.  


Es sind schon mehr als 12 Beiträge, die ich in diesem Rückblick erwähnte, da kommt es auf einen weiteren nicht an: Zuletzt genannt, aber nicht als letzter Roman soll hier Kerstin Groepers Roman Donnergrollen im Land der grünen Wasser genannt sein. Konquistadoren in Nordamerika, keiner der "üblichen"(?) Indianerromane. Ein wirklich gutes Buch.

Insgesamt habe ich jetzt 89 rezensierte Bücher gezählt.

© Der Bücherjunge












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