Dienstag, 2. Februar 2021

Deaver, Jeffery: Der Todesspieler

Colter Shaw ist hart, er ist kompromisslos und die letzte Rettung für die Menschen, denen die Polizei nicht helfen kann oder will… Er ist ein hervorragender Spurenleser und verdient seinen Lebensunterhalt damit, für Privatpersonen vermisste Personen aufzuspüren. Als er von einer verschwundenen Collegestudentin hört, bietet er dem verzweifelten Vater seine Hilfe an. Shaws Ermittlungen führen ihn in das dunkle Herz von Silicon Valley und die knallharte, milliardendollarschwere Videospielindustrie. Es gelingt ihm, die junge Frau zu finden und nach Hause zu bringen. Doch dann gibt es eine zweite Entführung und alles deutet darauf hin, dass es sich um denselben Täter handelt. Nur dieses Mal kann Shaw das Opfer nicht lebend retten. Alle Hinweise führen zu einem Videospiel, in dem der Spieler mithilfe von fünf verschiedenen Gegenständen versuchen muss zu überleben. Shaw ist überzeugt, dass der Täter versucht, das Spiel zum Leben zu erwecken. Er muss ihn stoppen, denn der Todesspieler hat gerade erst angefangen…
 

 

  • Herausgeber : Blanvalet Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (19. Oktober 2020)
  • Sprache : Deutsch
  • Übersetzung: Thomas Haufschild 
  • Gebundene Ausgabe : 512 Seiten
  • ISBN-10 : 3764507497
  • ISBN-13 : 978-3764507497
  • Originaltitel : The Never Game
  • Reihe: Colter Shaw (Band 1) 

 

 

Jeffery Deaver ist kein unbekannter Autor. Auch hier im Blog kam er bereits zu seinem Recht: die drei ersten Bände seiner Thriller-Reihe um den ehemaligen Detective Lincoln Rhyme konnten mich begeistern (Der Knochenjäger [1], Letzter Tanz [2], Der Insektensammler [3]). Irgendwie habe ich dann die Reihe aber aus den Augen verloren, warum auch immer?! Es kam wohl einfach zu viel dazwischen. Nun gab es aber bei Whatchareadin im Rahmen einer Leserunde die Gelegenheit, die neue Reihe von Jeffery Deaver kennenzulernen. Natürlich wurde ich da neugierig... Ob es sich wohl gelohnt hat, diesen fesselnden, dramatisch inszenierten Thriller rund um Silicon Valley und die mächtige Videospiel-Industrie zu lesen? Fast schon eine rhetorische Frage...





 

 

 

 

 

 TOLLER REIHENAUFTAKT!

 

Jeffery Deaver? Klar, das ist doch der mit den Thrillern um Lincoln Rhyme. Ja, auch. Doch hier präsentiert er den Auftakt einer ganz neuen Thriller-Reihe mit einem gänzlich anderen Ermittler. Auch für Leute, die womöglich beides miteinander vergleichen, kann das Urteil nur positiv ausfallen: Colter Shaw ist anders.

Geradlinig, analytisch, kühl-distanziert und zielorientiert lässt er sich kaum einmal von einem Vorhaben abbringen. Er arbeitet selbständig und unabhängig, reist mit seinem Wohnmobil zu seinem jeweils nächsten Auftrag, den er sich selbst auswählt. Er ist kein Kopfgeldjäger, aber jemand, der auf eigene Faust und gegen Belohnung nach verschwundenen Personen fahndet, wenn ihn der Fall anspricht. Im Silicon Valley hat der Leser Gelegenheit, den ungewöhnlichen Ermittler erstmals zu begleiten und gerät gleich mitten hinein in den Fall, der so viele Rätsel aufgibt.

Colter Shaw sucht nach einer verschwundenen Collegestudentin, weil der verzweifelte Vater sich keinen anderen Rat weiß. Die Polizei sieht keinen Handlungsansatz, da die Studentin bereits volljährig ist, doch Shaw ahnt schnell, dass die junge Frau nicht freiwillig verschwunden ist. Tatsächlich gelingt es ihm - auch gegen den zunehmenden Widerstand der Polizei - das Mädchen ausfindig zu machen: lebend. Doch er kann sich nicht lange auf dem glücklichen Ende ausruhen, denn schon gibt es einen weiteren Entführungsfall. 

Im Verlauf der Erzählung fügt Jeffery Deaver zunehmend weitere Charaktere hinzu, die, je mehr Bedeutung sie für diesen ersten Fall haben, desto mehr an Profil gewinnen. Dabei spielt der Autor mit den Möglichkeiten - nicht immer ist klar, welche Rolle die jeweilge Person letztlich wirklich spielt, was mit zur Spannung beiträgt. Da gibt es zuweilen ganz erstaunliche Wendungen.

Colter Shaw taucht hier zudem in die Szene der Videospiele ein, womit er selbst gar nicht vertraut ist. Denn ein Videospiel scheint den Entführungen als Drehbuch zugrunde zu liegen - zuweilen ahnt Shaw dadurch z.B. wo er das nächste Entführungsopfer finden könnte. Doch stets drängt die Zeit, denn der Täter fackelt nicht lange. Doch welches Motiv steckt dahinter? Ist es ein spielsüchtiger Freak, der den nächsten Nervenkitzel nur in der Realität finden kann? Oder liegt da ein ganz anderes Motiv zugrunde?

Neben dem Handlungsstrang in der Realität flicht Jeffery Deaver immer wieder auch Rückblenden in Colter Shaws Vergangenheit ein. Vor allem ein Ereignis von vor 15 Jahren lässt den privaten Ermittler nicht los - und dieser Fall wird sich wohl noch durch die kommenden Bände ziehen, denn er betrifft Shaws Vater. Die Kindheit und Jugendzeit des einsamen Jägers war schon außergewöhnlich: völlig isoliert lebte die Familiie auf einem riesigen Grundstück, und der Vater war davon besessen, seinen Kindern vor allem eines beizubringen: die Kunst des Überlebens. Nicht umsonst weiß sich Shaw so auch heute in allen Lebenslagen zu helfen und vertraut zurecht auf seine Instinkte...

Eine spannende Handlung, zurückhaltend-distanzierte aber interessante Charaktere und immer wieder geschickt eingestreuter Humor - hier stimmte die Mischung für mich! Dazu noch krasse Plot-Twists, die den Leser immer wieder einmal an der Nase herumführen. Ein Pageturner, der unbedingt Lust auch noch auf weitere Folgen macht!


© Parden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jeffery Deaver gilt als einer der weltweit besten Autoren intelligenter psychologischer Thriller. Wie kaum ein anderer beherrscht der von seinen Fans und den Kritikern gleichermaßen geliebte Jeffery Deaver den schier unerträglichen Nervenkitzel, verführt mit falschen Fährten, überrascht mit blitzschnellen Wendungen und streut dem Leser auf seine unnachahmliche Art Sand in die Augen. Seit dem ersten großen Erfolg als Schriftsteller hat er sich aus seinem Beruf als Rechtsanwalt zurückgezogen und lebt nun abwechselnd in Virginia und Kalifornien. Seine Bücher, die in 25 Sprachen übersetzt werden und in 150 Ländern erscheinen, haben ihm bereits zahlreiche renommierte Auszeichnungen eingebracht. Die kongeniale Verfilmung seines Romans »Die Assistentin« unter dem Titel »Der Knochenjäger« (mit Denzel Washington und Angelina Jolie in den Hauptrollen) war weltweit ein sensationeller Kinoerfolg und hat dem faszinierenden Ermittler- und Liebespaar Lincoln Rhyme und Amelia Sachs eine riesige Fangemeinde erobert.

(Quelle: Random House Verlagsgruppe)

 

Kommentare:

  1. Ob mal einer diese ganzen Ermittler aus aller Herren Länder in einem Europol-Roman zusammenarbeiten lässt? Das wäre dann so etwas wie die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen der außergewöhnlichen Kriminalisten. Die Abteilung „Serienmörder“ leitet Harry Hole.

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