Samstag, 31. Januar 2026

Mercier, Pascal: Der Fluss der Zeit

 

Die Romane »Nachtzug nach Lissabon« und »Das Gewicht der Worte« verführten ein Millionenpublikum dazu, über große Themen wie Identität, Freiheit, Zeit oder den Sinn des Lebens nachzudenken. Nun ist Pascal Mercier in fünf bisher unveröffentlichten Erzählungen auch als Meister der kurzen Form zu entdecken: Kann ein Mann auf dem Höhepunkt seiner Jahre noch einmal die Zeit seines Aufbruchs ins Leben heraufbeschwören? Wann beschädigt Großzügigkeit die Würde eines Künstlers? Gibt es Emotionen, die unser Verstand nicht mehr erreicht? Noch einmal lernen wir mit Pascal Mercier unvergessliche Figuren kennen, die uns mit ihren Gefühlen und Gedanken sehr nahekommen – und dabei unverhofft Einblicke in unser eigenes Selbst eröffnen. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Hanser / 2026 / ISBN 978-3-446-28577-4 / 112 Seiten

Pascal Mercier bei Litterae Artesque: Das Gewicht der Worte



Kurzmeinung: Fünf ruhige Vignetten, die aus dem Nachlass des Autors stammen - Szenen des Innehaltens, des Bangens, des Loslassens, einer Entscheidung...

Freitag, 30. Januar 2026

Goldammer, Frank: Eingeschneit - Flieh wenn du kannst

Was als besinnlicher Weihnachtsurlaub unter alten Freunden beginnt, wird zum Albtraum im Schnee.

Ein abgelegenes Ferienhaus, gutes Essen, Musik aus der Jugend – endlich wieder unbeschwerte Tage, fern von Familie und Verpflichtungen. Doch als einer von ihnen tot aufgefunden wird, erlischt die festliche Stimmung mit einem Schlag.

Was bleibt, sind Misstrauen und alte Wunden, die nie ganz verheilt sind. Unter der Oberfläche brodeln Neid, Enttäuschung und verpasste Chancen. Und als ein zweiter Todesfall die Gruppe erschüttert, wird klar: Die Gefahr lauert nicht draußen im Wintersturm – sie sitzt mit am Tisch.

Aus Freunden werden Feinde, aus Erinnerungen werden Beweise. Und während draußen der Schnee leise fällt, beginnt drinnen ein tödliches Spiel um Wahrheit, Schuld – und Rache. 

Klappentext. Mehr kann man eigentlich nicht sagen oder schreiben. Oder doch?
  • audible / ASIN ‏ : ‎ B0FZCMJXHG / 12.11.25 / 6 h 25 min 

Mittwoch, 28. Januar 2026

Zweig, Stefan: Die Liebe der Erika Ewald (Hörbuch)

 

Die Liebe der Erika Ewald ist eine feinfühlige Novelle von Stefan Zweig über das Aufblühen und Zerbrechen einer zarten Liebe. Erika, die nicht mehr an das große Glück glaubt, begegnet einem jungen Musiker – sensibel, talentiert, voller Hingabe. Zunächst scheint das Glück vollkommen. Doch als er zwischen seiner Kunst und der Liebe wählen muss, stellt sich die Frage: Ist wahre Leidenschaft vereinbar mit Hingabe an einen anderen Menschen? (Verlagsbeschreibung)

DNB / Hörbuchzeit / 2015 / ISBN 978-3-943952-25-4 / 107 Minuten

Stefan Zweig bei Litterae Artesque: Brief einer Unbekannten / Sternstunden der Menschheit


Kurzmeinung: Tolle Stimme, die hier eine Novelle von 1904 vorträgt - über die Liebe einer jungen Frau, die mit einer lebenslangen Enttäuschung endet...


Dienstag, 27. Januar 2026

Woolf, Virginia: Orlando - Eine Biografie


Der Versuch, sich wieder einmal an Weltliteratur zu wagen. 

Tja, der Orlando, die Orlando. Sechzehnter Band der wirklich hervorragenden Reihe PERLEN DER LITERATUR, vielfach gelobt, fast schon besungen auf unserem Blog. Über die Buchreihe muss ich nicht mehr viel vermelden, dass ist den regelmäßigen Leserinnen und Lesern des Blogs bekannt. Warum ich sie als „hervorragend“ bezeichne, könnt ihr in einer der unten verlinkten Buchbesprechungen nachlesen. 

Nun also Band 16. Es gibt Bücher, für die braucht man entweder unendlich viel Zeit, oder aber sie sind nicht für einen geschrieben. Bei Orlando ist mir das nicht so recht klar. 

Montag, 26. Januar 2026

25er Rückblick des Bücherjungen

Nicht nur, dass mit 2025 ein viertel Jahrhundert zu Ende ging, am Ende geprägt durch einen Krieg im Osten Europas und Unsicherheiten für die Demokratien in denen wir in Europa leben, es war auch das Jahr des Eintritts in die Pension und die Nutzung der letzten beiden Monaten für eine lange Reise nach Südamerika.


Da es hier um Bücher geht, fang ich mit denen auch an: Meine 12 Buchbesprechungen des Jahres 2025:

01: Ein Jahr ohne Frank Goldammer? Das geht irgendwie nicht und im Januar ging es gleich um zwei Bücher, wobei Blätterrausch die Fortsetzung von Vergissmeinnicht und letzteres als Neuauflage 2024 in meine Hände kam. Das Buch wurde von Katharina für Salomo Publishing an Bloggerfreunde und andere während Dresden (er)lesen verschenkt. 
Es sind "alte" Goldammer, aber gerade bei Frank lohnt sich immer mal wieder der Rückgriff...

Hier die Rezension zu beiden Büchern

Sonntag, 25. Januar 2026

Cavanagh, Steve: Th1rt3en

 

Es ist Amerikas spektakulärster Mordfall. Doch der Killer steht nicht vor Gericht. Er sitzt in der Jury. Der New Yorker Strafverteidiger Eddie Flynn soll Amerikas prominentesten Mordverdächtigen vor Gericht vertreten: Robert »Bobby« Solomon – jung, attraktiv und der Liebling von ganz Hollywood. Eddies Klienten zählen normalerweise nicht zu den Reichen und Schönen. Aber wenn er von der Unschuld eines Angeklagten überzeugt ist, tut Eddie alles, um ihn freizubekommen. Und er glaubt Bobby, dass dieser nichts mit dem Mord an seiner Frau und deren Liebhaber zu tun zu hat, obwohl alle Beweise gegen ihn sprechen. Der Fall scheint aussichtslos, bis Eddie erkennt: Der wahre Killer sitzt in der Jury... (Verlagsbeschreibung)

DNB / Goldmann / 2023 / ISBN 978-3-442-49377-7 / 544 Seiten

Reihe: Eddie Flynn Bd. 4
 
Hier geht es zu  


Kurzmeinung: Der Killer in der Jury - ein perfider Schachzug. Und es dauert, bis Eddie Flynn dahinter kommt. Rasant, spannend, voller Überraschungen...

Samstag, 24. Januar 2026

Kicaj, Jehona: ë

 

Der ungewöhnliche Titel »ë« steht für einen Buchstaben, der in der albanischen Sprache eine wichtige Funktion hat, obwohl er meist gar nicht ausgesprochen wird. Als Kind von Geflüchteten aus dem Kosovo ist die Erzählerin auf der Suche nach Sprache und Stimme. Sie wächst in Deutschland auf, geht in den Kindergarten, zur Schule und auf die Universität, sucht nach Verständnis, aber stößt immer wieder auf Zuschreibungen, Ahnungslosigkeit und Ignoranz. Als der Kosovokrieg Ende der 90er-Jahre wütet, erlebt sie ihn aus sicherer Entfernung. Doch auch in der Diaspora sind Krieg und Tod präsent – sie werden nur anders erlebt als vor Ort. Der Roman »ë« erzählt von dem in Deutschland kaum bekannten Kosovokrieg und erinnert an das Leid von Familien, die ihre Heimat verloren haben, deren ermordete Angehörige anonym verscharrt wurden und bis heute verschollen oder nicht identifiziert sind. Eine Vergangenheit, die nicht vergehen kann, weil sie buchstäblich in jeder Faser des Körpers steckt, wird von Jehona Kicaj im wahrsten Wortsinn zur Sprache gebracht. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Wallstein / 2025 / ISBN 978-3-8353-5949-9 / 176 Seiten



Kurzmeinung: Eindrucksvoller Roman um die Sprachlosigkeit angesichts von Verwüstung, Unterdrückung, Vernichtung - generationsübergreifendes Kriegs-Trauma...

Donnerstag, 22. Januar 2026

Gottwald, Josefine: Die Eiselfen (I-III)

Litterae - Artesque liest Fantasy!

Ja, das kommt vor. Zugegeben, der Rezensent ist gegenüber „nichtklassischer“ Fantasystoffe generell skeptisch. Eigentlich sind Fantasystoffe wiederum immer irgendwie klassisch, irgendwas kommt immer vor: Elfen, Alben, Elben, Zwerge, Drachen, Könige, Götter, Druiden, Prister, Zauber, Magie…

Und irgendwie, da bin ich ein wenig stur, wurde durch DER HERR DER RINGE und Klett Cotta - Bücher (also J.R.R. & C. Tolkien - Bücher) sowie GAME OF THRONES alles gesagt. Selbst THE HOUSE OF DRAGON empfinde ich schon fast überflüssig wie DIE RINGE DER MACHT.

Und so einer liest plötzlich Fantasy? Und dann noch gleich eine neunbändige Reihe? Lest über das Ergebnis der Lektüre hier…


Samstag, 17. Januar 2026

Casement, Nina: Dehumanisation - Wege in den Terror


 „Das vorliegende Buch enthält einzelne, kurze Schilderungen von Gewalt…“

Altersempfehlung: 16 Jahre

Der Titel zeigt, was die Leserin, den Leser - vermutlich - erwartet. Das Eingangsstatement verdeutlicht dies. Dass ein Zitat Barack Obamas, nachdem „Guantànamo wahrscheinlich mehr Terroristen auf der Welt geschaffen hat, als jemals dort inhaftiert wurden.“ dem Text vorangestellt wird, zeigt, warum sich Nina Casement dem Thema „Radikalisierung“ widmet. Gleich mehrfach.

Drei Schicksale stellt Casement in den Leseraum. Da ist der Iraker Ismat, der in der Nähe von Faludscha, einer ehemaligen IS-Hochburg im Irak beheimatet ist, dann der Brite Oliver aus London und der aus dem Iran stammende Naid, welcher ebenfalls in London lebt. 

Montag, 12. Januar 2026

Schiewe, Ulf: Der Bastard von Tolosa

Letztens veröffentlichte Anne PARDEN hier ihre Challenge 2026 Rezensionsexemplare. Einige Titel könnte ich hinzufügen, auf jeden Fall etwas überschaubarer. Annes Liste ist allerdings nicht der Grund für diese Rezension eines solchen Exemplars, das eBook bot sich erneut an, als eine lange Flugreise anstand. 

Diese Rezension des Bastards von Tolosa hat eine Vorgeschichte, denn ich erhielt das eBook vom Verlag, nachdem ich die Laudatio zu Ulf Schiewes Der eiserne Herzog während der Gala zum HOMER - Literaturpreis für historische Romane im Jahre 2023 halten durfte. Das ist über zwei Jahre her, nun endlich ist der Debüt-Roman des Erfolgsautors, der Auftakt zur Montalban-Reihe, gelesen.