Dienstag, 13. September 2022

Meyer, Marcus: Potsdam - Früher und Heute

„Das ganze Eyland muss ein Paradies werden.“ Der Berater des Großen Kurfürsten, Johann-Moritz von Siegen-Nassau, erklärte 1664 unmissverständlich das Ziel der Erschließung des an vielen Stellen sumpfigen Gebiets an der Havel. Was Kurfürst Friedrich Wilhelm I. dazu bewogen hat, ausgerechnet an diesem Ort seine Residenz anzusiedeln, ist bis heute nicht genau geklärt. Aber mit seiner Entscheidung für Potsdam begann eine einzigartige Stadtentwicklung. Am Ende dieser Entwicklung stand ein fulminantes Gesamtkunstwerk, das in wenigen Kriegstagen fast vollständig ausgelöscht wurde. Nach dem Krieg begann ein mühsamer Wiederaufbau, der erst in den letzten Jahren beendet werden konnte. Potsdam erstrahlt an vielen Stellen nun wieder im alten, glanzvollen Licht. Faszinierende Bilder erzählen im Abstand von Jahren oder Jahrzehnten die spannende Historie dieser Stadt im Wandel. (Klappentext)








Potsdam - was für eine Stadt! Bisher war ich nur einmal dort, ein Abstecher im Rahmen einer Berlinreise. Nun aber war ich für eine ganze Woche in der Hauptstadt des Landes Brandenburg, und mir sind die Augen übergegangen. Was für eine geschichtsträchtige Stadt - und an jeder Ecke gibt es Spannendes zu entdecken. Ein wenig als liefe man durch ein stadtgroßes Museum, und viele viele Menschen leben dort. Selbst eine Woche reicht nicht aus, um alle Sehenswürdigkeiten zu besichtigen und die zahllosen Eindrücke zu verarbeiten. Um so mehr hat es mich gefreut, diesen Bildband als Urlaubs-Begleiter entdeckt zu haben, eine wahrlich informative Entdeckung. Da meine Freundin den Band derzeit bei sich hat, kann ich keine Bilder aus dem Buch präsentieren. Dafür aber meine eigenen (draufklicken, dann erscheinen sie größer!):


Samstag, 3. September 2022

Pieper, Tim: Raue Havel

Es ist nun schon der sechste Fall, den uns Tim Pieper unter dem Titel RAUE HAVEL präsentiert. Dieser Ermittler hat auf irgendeine Art und Weise immer einen persönlichen Bezug zu seinen Fällen, bei diesem hier gilt das im Besonderen.

Zum Inhalt: Der Prolog führt uns in das Jahr 1946. Im Untersuchungsgefängnis des sowjetischen Geheimdienstes sitzen ein paar Jungs aus einer Schule in Potsdam. Die mochten keinen Russischunterricht und schwänzten diesen darauf mehrmals. Darauf wurden sie verhaftet und bis einen durch ein sowjetisches Militärgericht zum Tode durch Erschießen verurteilt. Der eine, der jüngste, Frieder, wurde begnadigt zu zwanzig Jahren Gulag. Christoph, einer der Jungs hat eine Freundin namens Vera. Der soll Frieder irgendwann ausrichten, dass Christoph an sie denkt und dass sie Physik studieren soll. Vera gehört zu den tausenden Frauen, bei denen die Befreiung vor allem mit schrecklichen persönlichen Erlebnissen verbunden war. Christoph war zu ihrer Hoffnung geworden und hielt sie davon ab, sich selbst umzubringen.


Jahrzehnte später findet die Polizei in einem Bootshaus drei eingemauerte Skelette, zwei Männer und eine Frau. Toni Sanftleben ist der leitende Ermittler der Mordkommission. Bei ihm hat sich seine in Portugal lebende Mutter angemeldet. Ihr Name ist Vera Sanftleben...

Dem Fall der Jungs ist eine Journalistin auf der Spur, bei der eingebrochen wird...

Und ein Professor hat ein Buch geschrieben über einen Spionagefall aus dieser Zeit...

Vera kommt im Jahr 1949 in Kontakt mit dem britischen Geheimdienst. Da sie, das kommt im Laufe der Geschichte raus, russische Wurzeln hat, eignet sie sich als Dolmetscherin. So erhält sie eine Deckidentität in das Militärstädtchen Nr. 7 unweit des Schlosses Cecilienhof, da, wo einst die Potsdamer Konferenz stattfand...

Freitag, 2. September 2022

Jamal, Salih: Blinder Spiegel

Paris. Sie und er. Elle und Lui. Sie begegnen sich in einem Café. Lui ist Fluglotse. Er wechselt die Städte und Flughäfen immer dann, wenn ihm das Leben zu eng wird. Sie ist die Frau eines Unternehmers, der in die Politik drängt und sie zu oft über lange Zeit allein zurücklässt. In einer obsessiven Affäre flüchten sie in Tagträume und halten sich gegenseitig in ihrer abgründigen Verlorenheit. Um etwas zu fühlen, suchen sie den Schmerz. Lui, indem er nach Nähe strebt, um dann vor ihr zu flüchten, und Elle in ihrer masochistischen Neigung, die ihr Mann an ihr ausnutzt. Beide ahnen, dass es für sie kein glückliches Ende geben wird, bis ihnen die Realität eine Entscheidung abverlangt.  (Klappentext)












Salih Jamal - seinen ersten Roman "Briefe an die grüne Fee" stellte ich hier im Blog 2017 vor. Und rechnete mit ihm ab, denn das ambitionierte Debüt hatte mich eher verärgert denn begeistert. Im vergangenen Jahr griff ich dann trotz einiger Vorbehalte erneut zu einem Buch des Düsseldorfer Autors, und "Das perfekte Grau" war ein Glücksgriff, ein Jahreshighlight. Als ich nun den Klappentext zu "Blinder Spiegel" las, war ich anfangs zurückhaltend, denn die Thematik sagte mir eher weniger zu. Aber schließlich siegte die Neugierde. Ob diese sich ausgezahlt hat? Lest selbst:

Donnerstag, 1. September 2022

Kühmel, Miku Sophie: Triskele

Drei Schwestern treffen sich in der Wohnung der Mutter. Die zielstrebige Mercedes ist 48, die flatterhafte Mira ist 32, und Matea, die noch zuhause lebt, ist 16. Ihre Mutter Mone hat sich das Leben genommen und nur wenig hinterlassen: alten Schmuck, die Katze Muriel und einen Brief. Als drei Kinder aus drei Generationen sind sie mit der gleichen Frau aufgewachsen, aber nicht gemeinsam. Wer war Mone für jede einzelne von ihnen? Und was teilen die drei, wenn schon keine Erinnerungen? Matea, verschlossen und in sich gekehrt, muss sich bei ihrer ältesten Schwester in Berlin einleben und verbringt ihre Tage online. Mercedes vergisst manchmal, dass plötzlich ein Teenager bei ihr wohnt, und Mira fühlt sich, wie immer, überflüssig. (Klappentext)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Diese Wette hätte ich nun glatt verloren. Ich war mir nach der Lektüre dieses  Romans nämlich sicher, dass auch dieser auf der Longlist des diesjährigen Deutschen Buchpreises landen würde. Aber Pustekuchen. Über NetGalley hatte ich die Möglichkeit, diese Familiengeschichte zu lesen, wofür ich mich einmal mehr bedanken möchte. Ob mir der Roman nun auch gefallen hat? Das könnt Ihr hier nachlesen:
 

Mittwoch, 31. August 2022

Sandjon, Chantal-Fleur: Die Sonne, so strahlend und Schwarz

Ein sprachgewaltiger und überraschender Coming-of-Age-Roman für Jugendliche, voller Tiefgang und Gefühl, neu und aufregend. 

Seit ihrer ersten Begegnung ist Nova völlig fasziniert von Akoua. Ihre Gedanken kreisen nur noch um dieses Mädchen, das mit ihrem Strahlen Novas Welt zum Leuchten bringt. Es ist Liebe auf den ersten Blick und der Beginn einer aufregenden Zeit voller erster Male. Ein Neuanfang, der keinen Platz mehr für bittere Erinnerungen lässt. Denn Nova ist glücklich und denkt kaum noch an das, was ihre Mutter, ihr kleiner Halbbruder und sie erlebt haben. Doch dann geschieht das Unvorstellbare und der Schmerz kehrt zurück…

(Klappentext)

 

 

 

 

 

 

Ein Versroman! Das reizte mich neben dem auffällig-strahlenden Cover in Regenbogenfarben sofort an dem Jugendroman. Mal etwas ganz anderes! Daher freute ich mich sehr, als ich über NetGalley die Gelegenheit erhielt, diesen Roman kennenzulernen. Herzlichen Dank dafür auch an dieser Stelle! Tatsächlich war ich begeistert - zusammengefasst kann ich über das Buch sagen: reduziert, verdichtet, voller Kraft - ein außergewöhnlicher Coming-of-Age Roman mit vielen aktuellen Themen, ernst und poetisch zugleich... Mehr dazu könnt Ihr gerne hier lesen:

 

Sonntag, 28. August 2022

Babalola, Bolu: In all deinen Farben

Bolu Babalola hat die schönsten Liebesgeschichten der Mythologie mit unglaublicher Frische und Lebendigkeit neu erzählt. Sie konzentriert sich auf die magischen Volksmärchen Westafrikas und erfindet auch griechische Mythen, alte Legenden aus dem Nahen Osten und Geschichten aus Ländern neu, die in unserer Welt nicht mehr existieren. Die Frauen in ihren Love Stories sind kämpferische Verfechterinnen ihrer Leidenschaft, verlieren aber nie den Blick darauf, dass die wichtigste Liebe von allen die Selbstliebe ist. Während in der Mythologie Frauen oft die Opfer männlicher Begierde sind, geben bei Bolu Babalola immer die Frauen den Ton an und nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand. In all deinen Farben wechselt aufregend Perspektiven, Kontinente und Stile, durchschreitet Grenzen von Zeit und Raum – und feiert die Romantik in all ihren Formen. (Klappentext)

 

 




Wow, was für ein Cover! Als ich den Titel im Rahmen der letztjährigen Adventskalender-Aktion bei NetGalley entdeckte, war ich definitiv geflasht. Und afrikanische Mythologie war für mich auch etwas komplett Neues, da wurde ich doch neugierig. Da mir etliche Titel aus dem Adventskalender gefielen, rutschte dieses Rezensionsexemplar etwas nach hinten. Nach und nach las ich jedoch immer mal eine der Kurzgeschichten und notierte mir kurz etwas zum Inhalt und den Personen. Nun habe ich die Lektüre beendet, und wie mir das Buch gefiel, könnt Ihr hier nachlesen:

Samstag, 27. August 2022

Thema Karl May: Der Hobble-Frank und die Räcknitzhöhe

»Da habt ihr die Bescherung!« rief er zornig. »Jetzt schtecken wir in der Patsche, grad wie Pythagoras im Fasse!«
»Das war wohl Diogenes,« verbesserte Sam.
»Schweig!« fuhr ihn Frank an. »Was verschtehst du von Diogenes! Das is der Zwerg beim Heidelberger Fasse. Ich aber meene dasjenige Faß, in welchem Pythagoras schteckte, als der große Georginenzüchter Galilei zu ihm kam und ihn bat: »Karo, Karo, gib mir meinen Leviathan wieder!« Als guter Deutscher mußt du wissen, daß das kurz nach der Schlacht im Teutoburger Walde geschah, wo Dschingis Khan dem General Moreau alle beede Beene wegschießen ließ. Das eene flog nach Blasewitz, wo es die berühmte Gustel von Blasewitz in der Nähe von Wallensteens Lager fand, und das andre nach Loschwitz ins Schillerhäuschen, wo Schiller grad damals seinen Trompeter von Sigmaringen dichtete.
Er und die Gustel haben nachher die Beene zusammengetragen und oberhalb Dresden bei Räcknitz unter vier Linden begraben. Ich bin selbst dort gewesen und habe das Denkmal, welches off seine Beene gesetzt worden is, mit meinen eegenen zwee Oogen gesehen. Is das nich Beweis genug? Willst du nu noch immer mit mir schtreiten?«
»Nein,« lachte Sam.«

(Aus DER ÖLPRINZ, Kapitel 2)

* * *


Wo sich der alte May überall rumgetrieben haben muss.
Auch auf der Räcknitzhöhe? Da bin ich aufgewachsen und da steht ein Denkmal für einen ehemaligen französischen Marschall, der später in russischen Diensten stand: Jean Victor Moreau (17.02.1763 – 2.09.1813)


Freitag, 26. August 2022

Winnetou - Ein Abgesang? - Teil 1

Am 26. August 2022, es war Freitag um 13:45 Uhr, besuchte ich mal wieder das hiesige Kino. Ich saß ganz allein in einem mittelgroßen Kinosaal. Die Schulferien waren vorbei. Trotzdem erzählte der Kartenverkäufer, dass in der letzten Woche noch bis zu 80 Personen den Film sahen. Das waren Kinder mit ihren Eltern und vielleicht ihren Großeltern. Zehn Reihen a 14 Plätze, das bedeutet, der Kinosaal war zu über 50 % belegt.

Keine Ahnung, ob der Entschluss eines bekannten Verlages, der Kinderbücher, Puzzles und Gesellschaftsspiele verkauft, daran eine Aktie hat. Es war der Entschluss, ein Kinderbuch zurückzurufen, weil es vor allem in den sozialen Medien und Printmedien zu Kritik kam, der sich der Verlag annahm. Am Montag zog Ravensburger das Buch zum Film „Der junge Häuptling Winnetou“ zurück. Der Film läuft immer noch. Und der Verlag hat nun erst recht einen Online-Shitstorm hervorgerufen, der sich kaum auf das Buch, sondern vielmehr auf die Figur des Winnetou der Bücher von Karl May und überhaupt auf dessen Werk bezieht.



Winnetou und Karl May. Winnetou ist vor allem ein "deutscher" Apatsche. Erfunden hat ihn der Hohenstein-Ernstthaler Karl May. Winnetou hätte auch ein Lakota oder ein Cheyenne oder ein Navajo (Diné) sein können. Schließlich waren die hier durchaus bekannten „Indianerkriege“ schon vorbei, als  Winnetou geschrieben wurde. Ein gewisser Tatanka iyotake und andere waren da schon bekannt und die toten Soldaten von Custers 7th. Cavalry mussten bereits 1876 am Little Bighorn River eingesammelt werden.

Mittwoch, 24. August 2022

Martin, George R.R.: Feuer und Blut - Das Haus des Drachen

Es geht los. Wer waren die Vorfahren von Aegon VI. und Daenerys aus den Haus Targaryen.

Es ist ein Durcheinander mit der zweiten großen Fantasyreihe, an der ich nicht vorbei kam. Die erste, das war Der Herr der Ringe, das große Epos von J.R.R. Tolkien. An HdR kommt GoT  nicht vorbei und trotzdem lässt einen Das Lied von Eis und Feuer nicht los.



George R.R. Martin
heißt der Mann, der dieses Epos aus Westeros erfunden hat. Und es wird einfach nicht fertig. Fünf dicke Bücher umfasst das Lied von Eis und Feuer jetzt, das als Game of Thrones in acht Staffeln mit insgesamt 76 Folgen verfilmt wurde. Darin wurde die Geschichte um die Häuser Stark von Winterfell und Targaryen, der Lannisters und Baratheons und einigen mehr in den sieben Königslanden aber nicht unbedingt zu Ende erzählt. Das sechste Buch fehlt nämlich noch und zwischen Filmgeschichte  und Buchgeschichte klafft ein Spalt.

Dienstag, 23. August 2022

Deutscher Buchpreis 2022 - Longlist

 





Heute wurden die Titel für den diesjährigen Deutschen Buchpreis nominiert - wieder 20 Stück an der Zahl. Da lohnt es sich doch, mal wieder einen Blick zu riskieren: