Freitag, 15. September 2023

Brijs, Stefan: Taxi Curaçao

Curaçao, 1961. An einem Septembermorgen bringt der Taxifahrer Roy Tromp seinen zwölfjährigen Sohn Max zum ersten Mal in die weiterführende Schule zu Bruder Daniel. Max ist der erste in seiner Familie, der sie besuchen kann, und erweist sich als talentierter Junge, der davon träumt, Lehrer zu werden und den gesellschaftlichen Aufstieg aus der Armut zu schaffen. Bruder Daniel, der selbst von der Insel stammt, will ihm dabei helfen. Denn so prächtig der azurblaue Dodge Matador ist, mit dem Roy seinen Sohn zur Schule bringt, so bettelarm ist die Familie des Trinkers und Spielers. Vierzig Jahre später ist der Traum geplatzt und Max, der längst selbst Vater eines erwachsenen Sohnes ist, verschwindet aus heiterem Himmel in die Niederlande, womöglich für immer. (Verlagsbeschreibung)
 
DNB / btb / 2016 / ISBN:978-3442714728 / 288 Seiten







Auch wenn sich hier manch einer darüber mokieren mag - ich liebe Challenges. Nicht zuletzt deshalb, weil sie mich zu Büchern greifen lassen, auf die ich sonst noch nicht einmal stoßen würde. Dieser Roman gehört definitiv dazu - kein Mainstream (gerade einmal 13 Sterne Bewertungen bei Amazon), aber in meinen Augen trotzdem unbedingt lesenswert. Geboten werden hier tiefe Einblicke in das Leben auf Curaçao, eingebettet in eine Familiengeschichte. Wie es mir damit erging, könnt Ihr hier nachlesen:

Donnerstag, 14. September 2023

Trauboth, Jörg. H.: Zarentod - Das Ende des Präsidenten

ZARENTOD – DAS ENDE DES PRÄSIDENTEN… Dahinter Zwiebeltürme vor dem Nachthimmel. Der Klappentext erklärt, dass der russische Präsident auf den Krieg mit der NATO aus ist. In der Ukraine geht es wohl deshalb nicht so richtig vorwärts? 

Doch der Oligarch Alexej Sokolow stellt sich dagegen. 

Derweil treffen die Leserinnen und Leser auf einen alten Bekannten, den Ex-KSK-Soldaten Mark Anderson, Inhaber einer Firma, die Unternehmen in Bezug auf Krisen berät und der mit seinen Kollegen so manche Krise selber beilegte. Zum Beispiel musste er schon mal die Familie des US-Präsidenten retten. 

Die Masse der Protagonisten finden sich in einem Flugzeug wieder, dessen Flugroute durch den Entführer immer wieder geändert wird: Er will seinen Bruder aus dem russischen Gefängnis retten - Nika kämpfte einst im ASOW – Stahlwerk…

Mittwoch, 13. September 2023

Edvardson, Cordelia Marie: Gebranntes Kind sucht das Feuer

Vor einigen Wochen stieß ich auf ein Hörbuch, welches in Kürze und vor allem ungekürzt herauskommen sollte. Der Begleittext zu GEBRANNTES KIND SUCHT DAS FEUER wies auf die Deportation eines 14jährigen Mädchen über Theresienstadt nach Auschwitz hin. Der Roman, den das Mädchen als erwachsene Frau schrieb, würde eine „schmerzhafte Annäherung an den Verrat durch die eigene Mutter“ sein. 

Cordelia heißt das Mädchen und ihre Mutter ist die bekannte Schriftstellerin Elisabeth Langgässer

Eindeutig ein Buch gegen das Vergessen, von denen so einige hier im Blog bereits besprochen wurden. Doch mit der Nennung des Namens Langgässer wurde mein Interesse vor allem geweckt, hatte ich doch vor einem knappen Jahr deren Roman PROSERPINA – EINE KINDHEITSMYTHE aus der Reihe Perlen der Literatur gelesen und auch darüber geschrieben. Grob kannte ich also deren Geschichte. „Christlich orientiert, der Tradition christlicher Mystikerinnen nahestehend“ so steht es zu Beginn des Wikipedia-Artikels. 

Im Vorwort zu PROSERPINA schreibt Charlotte Ückert, dass die mystisch, dunkle Sprache, teilweise voller unterschwelliger Erotik den belesenen Menschen im Jahre der Veröffentlichung, 1932, besser bekannt war: an den bürgerlich-humanistischen Gymnasien und Lyzeen wurden lateinische und griechische Originale im Original gelesen. Proserpina (Persephone – Tochter von Zeus und Demeter) ist ein Mädchen, welches in einem unheimlichen Garten lebt...

Den Link zur Tochter Cordelia im Wikipedia-Artikel hatte ich nicht beachtet...

Und nun dieser Hinweis in einem Facebook-Post...

Sonntag, 10. September 2023

Lark, Sarah: Die Insel der tausend Quellen (Hörbuch)

London, 1732: Nach dem Tod ihrer ersten großen Liebe geht die Kaufmannstochter Nora eine Vernunftehe mit einem verwitweten Zuckerrohrpflanzer auf Jamaika ein. Aber das Leben in der Karibik gestaltet sich nicht so, wie Nora es sich erträumt hat. Der Umgang der Plantagenbesitzer mit den Sklaven schockiert sie zutiefst, und sie entschließt sich, auf ihrer Zuckerrohrfarm manches zum Besseren zu wenden. Überraschend unterstützt sie dabei ihr erwachsener Stiefsohn Doug, als er aus Europa anreist. Allerdings versetzt seine Rückkehr manches in Aufruhr - vor allem Noras Gefühle. Doch dann verliert Nora durch ein tragisches Ereignis plötzlich alles, bis auf ihr Leben... (Verlagsbeschreibung)
 
 DNB / Lübbe Audio / 2011 / ISBN: 978-3-8387-6956-1 / 619 Minuten
 
 
 
 
 
 
Selten genug greife auch ich gelegentlich zu einem historischen Roman. Meistens sind die ziemlich umfangreich, was mich immer zusätzlich abschreckt. Aber diese gekürzte Hörbuchausgabe wirkte von der Minutenzahl her durchaus überschaubar. Was ich vor Beginn des Hörens nicht wusste: dieser Titel ist der erste Band einer Reihe - wobei es (zumindest bislang) nur zwei Bände gibt. Eine Dilogie also? Kann ich nicht sagen, weil ich Band zwei noch nicht kenne. Ich werde dann berichten, wenn ich "Die Insel der roten Mangroven" ebenfalls gehört habe. Nun aber endlich zu "Die Insel der tausend Quellen":

Samstag, 9. September 2023

Ulf Schiewe - Die Vorstellung - HomerBlogPost 6

Ulf Schiewe begann erst spät mit dem Schreiben. Von Hause war er ja Programmierer und Softwarentwickler, als solcher arbeitete er in vielen Ländern. Kam daher sein Interesse für die Geschichte? Und für das Schreiben? So ein Programmierer hat ja vermutlich vor allem eines gelernt: Struktur...

Im achtundfünfzigsten Lebensjahr begann er seinen ersten Roman, der unter dem Titel DER BASTARD VON TOLOSA 2009 im Verlag Droemer Knaur erschien. 

Gleich das Debüt in einem solchen Verlag, in dem schon unzählige historische Romane verlegt wurden  -  ein großer Erfolg.

Da es um den HOMER-Literaturpreis für historische Romane geht, sei Mac P. Lorne mit genannt, auch so ein Vielschreiber mit anderem Beruf, der im selben Verlag geführt wird. Und Sabine Ebert, Iny Lorentz, Waltraut Lewin, Wolfgang Hohlbein...

Wenn ich richtig gezählt habe, sind es bei Ulf Schiewe sechzehn Romane, die seit 2009 in die Buchregale wanderten. Mehr als ein Roman pro Jahr. 

Donnerstag, 7. September 2023

Bergel, Hans: Die Wiederkehr der Wölfe

Eine neue Welt entstand vor meinen Augen, als ich begann, Hans Bergels autobiografisch hinterlegten Roman Wenn die Adler kommen las. Allein die Sprache, die die siebenbürgischen Karpaten beschrieb, die Menschen, mit denen Peter Hennerth, die Hauptfigur des Romans, in Berührung kam, die faszinierende Gestalt seines Großvaters Thomas Hardt, der den Enkel behutsam lenkt. Als die Adler kommen, geschieht ein großes Unglück und außerdem marschieren Soldaten mit dem Adler auf der Brust des Uniformrocks durch Europa und auch durch Rumänien.

Auf der kleinen Buchmesse Dresden (er)lesen steuerte ich zielgerichtet den Stand von Noack & Block an. Begierig, mehr zu erfahren, zum Beispiel darüber, ob der mittlerweile fünfundneunzigjährige Autor den dritten Teil der Saga, die sich gleichermaßen um seine Familie rankt, nun schreibt. Ich hatte mich durch das Internet gewühlt und fand zu Bergel eine Reihe Einträge, die mir nicht alle gefielen, auch aus Gründen der politischen Anschauungen, die dabei zu erkennen waren.

Die Wiederkehr der Wölfe hatte ich da gerade erst begonnen, das beflügelnde Gespräche führte mich zu Literatur über Hans Bergel aus der Frank & Timme GmbH, zu der die Edition Noack & Block gehört. Der Mann ohne Vaterland – Hans Bergel – Leben und Werk von Renate Windisch-Middendorf begleitete das Lesen der letzten einhundert Seiten und erhellte so manchen Aspekt zu einem Menschen, der mehr Beachtung im deutschen Literaturkosmos verdient. Die Rumänen schauen da mehr auf den 1968 in die Bundesrepublik Deutschland ausgereisten gebürtigen Kronstädter (Brasov). Der Tanz in Ketten wird das nächste Buch sein, doch nun geht es um die Wiederkehr der Wölfe.

Mittwoch, 6. September 2023

Österreichischer Buchpreis 2023 - von der Longlist bis zum Gewinner

 

 

 

 

Erstmals gehe ich hier auch auf den Österreichischen Buchpreis ein, da ich zufällig bereits zwei der für die Longlist nominierten Titel gelesen habe. Hier gibt es nur halb so viele Titel wie beim Deutschen Buchpreis - aber auch das sind zu viele, als dass ich sie alle lesen könnte...

 

 

 


 

Dienstag, 5. September 2023

Moss, Sarah: Sommerwasser

Der Regen trommelt auf den schottischen See, schluckt das Licht des langen Sommertages und lässt die Pfützen brodeln. Hinter den Fenstern der wenigen Ferienhütten bleibt kaum etwas zu tun, als die Nachbarn zu beobachten. Während die Stunden fast unmerklich vergehen, formen die Urlaubsgäste aus flüchtigen Eindrücken ihr Urteil. Über die Mutter, die bei Tagesanbruch in ein paar kostbare Stunden Einsamkeit flüchtet. Den Jungen, der den windgepeitschten See seinen nervtötenden Eltern vorzieht. Und vor allem über diese eine Familie mit dem komischen Nachnamen, die hier einfach nicht hingehört. Mit Witz und Einfühlungsvermögen erzählt Sarah Moss von der menschlichen Fähigkeit zu Grausamkeit und Güte. (Verlagsbeschreibung)
 
 
 DNB / Unionsverlag / 2023 / ISBN:978-3-293-00609-6 / 192 Seiten
 
 
 
 
 
 
 
 
Diesen Roman las ich im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin, und ich danke dem Verlag auch auf diesem Weg ganz herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Ein verregneter Sommer - selten las ich ein passenderes Buch zur rechten Zeit. Auch bei uns stand der Juli in diesem Jahr komplett unter Wasser, was ich nach den sich an Temperaturrekorden und Trockenperioden überbietenden Sommermonaten der letzten Jahre als angenehme Abwechslung empfand. Aber Sarah Moss widmet sich dem, was ein verregneter Urlaub so alles bewirken kann, und ich sage nur: menschliche Abgründe. Mehr darüber könnt Ihr hier lesen:
 

Sonntag, 3. September 2023

Silke Elzner und die "letzte Fehde" - HomerBlogPost 5

 Litterae - Artesque stellt vor im

YouTube Kanal Literatur & mehr 

Silke Elzner: Die letzte Fehde an der Havel


©️ Der Bücherjunge


Samstag, 2. September 2023

Menger, Ivar Leon u.a.: Monster 1983 - Staffel 1 (Hörbuch)

Oregon, Sommer 1983 - eine Serie mysteriöser Todesfälle rüttelt das Küstenstädtchen Harmony Bay aus seinem friedlichen Schlaf. Sheriff Cody, den es nach dem Tod seiner Frau dorthin verschlagen hat, wird bereits kurz nach seiner Ankunft zur Pflicht gerufen, denn es geschehen merkwürdige Dinge: Ein Gefangenentransport zerschellt an einer Klippe, ein russischer Spion ist wie vom Erdboden verschluckt und es tauchen immer mehr Leichen auf, die merkwürdige Einstiche im Rücken aufweisen.

Cody und sein Team gehen davon aus, dass die Morde von einem Serienkiller begangen werden, der seine Opfer bestialisch im Schlaf ermordet. Doch wer steckt wirklich dahinter? Welches Geheimnis verbirgt der Bürgermeister? Was führen die Regierungsbeamten im Schilde? Und wohin ist eigentlich Sheriff Codys Vorgänger verschwunden?

Bald wird klar: Hinter der idyllischen Fassade des kleinen Küstenörtchens lauert etwas Unheimliches. Dunkle Geheimnisse bahnen sich bedrohlich ihren Weg ans Tageslicht. Und das monströse Treiben, das die verträumte Stadt heimsucht, wird schließlich auch zu Sheriff Codys schlimmsten Albtraum. (Verlagsbeschreibung)
 
 
 
 DNB / Audible Originals / 2015 / ASIN: B016DI8U72 / 656 Minuten
 
 
 
 
Das ist nicht das erste Audible Original, das ich bisher gehört habe, v.a. zu Beginn meiner "Hörkarriere" habe ich gerne darauf zugegriffen. Bevor es bei mir auch bei den Hörbüchern einen Stapel der Ungehörten gab... Heißt das dann SuHB? Ach, egal. Jedenfalls ist diese erste Staffel der Monster 1983 Reihe schon länger in meiner Audible-Bibliothek, und endlich kam ich dazu, mir das Hörspiel anzuhören. Ob ich Staffel zwei und drei auch noch hören möchte? Mhmmmm - da bin ich noch unschlüssig. Weshalb? Lest selbst: