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Samstag, 4. Mai 2024

Vanderbeke, Birgit: Das Muschelessen

 

Angespannt wartet die Familie am gedeckten Tisch auf den Vater. Mutter, Tochter und Sohn sitzen vor einem Berg Muscheln, die allein das Oberhaupt der Familie gerne isst. Um die zähe Wartezeit zu überbrücken, beginnen sie miteinander zu reden. Je mehr sich der Vater verspätet, desto offener wird das Gespräch, desto unbarmherziger der Blick auf den autoritären Patriarchen und desto tiefer der Riss, der die scheinbare Familienidylle schließlich zu zerstören droht. (Verlagsbeschreibung)
 
DNB / Rotbuch Verlag / 2013 / ISBN 9783867891806 / 128 Seiten









Birgit Vanderbekes Debüt, die Erzählung "Das Muschelessen", trug ihr 1990 den Ingeborg-Bachmann-Preis ein, machte die Autorin mit einem Mal einem breiten literarischen Publikum bekannt und gilt bis heute als ihr bekanntestes Werk. Dies ist auch tatsächlich das erste Buch, das ich von der Autorin gelesen habe - dabei muss es aber nicht bleiben! Dies eindringliche Erzählung in ungewöhnlichem Stil konnte mich jedenfalls beeindrucken. Weshalb? Das könnt Ihr hier gerne nachlesen:

 

Dienstag, 5. September 2023

Moss, Sarah: Sommerwasser

Der Regen trommelt auf den schottischen See, schluckt das Licht des langen Sommertages und lässt die Pfützen brodeln. Hinter den Fenstern der wenigen Ferienhütten bleibt kaum etwas zu tun, als die Nachbarn zu beobachten. Während die Stunden fast unmerklich vergehen, formen die Urlaubsgäste aus flüchtigen Eindrücken ihr Urteil. Über die Mutter, die bei Tagesanbruch in ein paar kostbare Stunden Einsamkeit flüchtet. Den Jungen, der den windgepeitschten See seinen nervtötenden Eltern vorzieht. Und vor allem über diese eine Familie mit dem komischen Nachnamen, die hier einfach nicht hingehört. Mit Witz und Einfühlungsvermögen erzählt Sarah Moss von der menschlichen Fähigkeit zu Grausamkeit und Güte. (Verlagsbeschreibung)
 
 
 DNB / Unionsverlag / 2023 / ISBN:978-3-293-00609-6 / 192 Seiten
 
 
 
 
 
 
 
 
Diesen Roman las ich im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin, und ich danke dem Verlag auch auf diesem Weg ganz herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Ein verregneter Sommer - selten las ich ein passenderes Buch zur rechten Zeit. Auch bei uns stand der Juli in diesem Jahr komplett unter Wasser, was ich nach den sich an Temperaturrekorden und Trockenperioden überbietenden Sommermonaten der letzten Jahre als angenehme Abwechslung empfand. Aber Sarah Moss widmet sich dem, was ein verregneter Urlaub so alles bewirken kann, und ich sage nur: menschliche Abgründe. Mehr darüber könnt Ihr hier lesen:
 

Samstag, 5. Juni 2021

Bennett, Alan: Così fan tutte

Mit allen Finessen der Ironie erzählt Bennett die Geschichte eines englischen Middleclass-Ehepaars, das vom Opernbesuch nach Hause kommt und seine Wohnung vollkommen leer vorfindet. Mit dem Verlust der gediegenen Einrichtung beginnt für sie ein neues, weniger weich gepolstertes Leben.

Mozart spielte in ihrer Ehe eine wichtige Rolle. Sie hatten keine Kinder und ohne Mozart hätten sie sich wahrscheinlich schon vor Jahren getrennt. An jenem Abend waren die Ransomes in »Così fan tutte« gewesen, und als sie nach Hause kamen, war ihre Wohnung vollkommen leergeräumt. Nichts war geblieben, weder der Kronleuchter noch der Teppichboden, nur die Fußleisten. Während Mr. Ransome darauf besteht, am nächsten Morgen im Abendanzug in seine Anwaltskanzlei zu gehen, als sei nichts geschehen, beschließt Mrs. Ransome leicht irritiert, das Beste daraus zu machen und zieht los, um das Nötigste für den Alltag zu erwerben: eine ochsenblutfarbene Schuhcreme für ihren Mann, zwei Tassen und Teebeutel, ein Sieb, Spülmittel und einen Geruchsstein fürs WC. Eine merkwürdige Abenteuerlust und Lebensfreude bemächtigt sich ihrer – und als die komplette Einrichtung eines Tages wieder auftaucht, ist es schon zu spät: Nichts wird mehr so sein wie es einmal war.

 

  • Herausgeber : Wagenbach; Neuauflage. (15. Februar 2009)
  • Sprache : Deutsch
  • Übersetzung : Brigitte Heinrich 
  • Gebundene Ausgabe : 120 Seiten
  • ISBN-10 : 3803112133
  • ISBN-13 : 978-3803112132
  • Originaltitel : The Clothes They Stood Up In

 

 

Laaaang ist's her, dass hier im Blog etwas zu Alan Bennetts wohl bekanntestem Werk: "Die souveräne Leserin" geäußert wurde - fast auf den Tag genau vor acht Jahren... Doch der britische Schriftsteller, Dramatiker, Regisseur, Schauspieler sowie Drehbuchautor hat noch einige andere Bücher verfasst, zu einem davon habe ich jetzt endlich gegriffen.