Samstag, 14. Oktober 2023

Crönert, Claudius: Spieler - Gegenspieler


Letztes Wochenende lernte ich in Ingolstadt im Rahmen der Verleihung der HOMER - Literaturpreise Claudius Crönert kennen, der mit seinem Roman DAS EWIGE LICHT VON NOTRE DAME nominiert war. Die Webseite des Buchautors und Journalisten, weist zwölf Bücher und einige Publikationen auf. Im Laufe unseres mittäglichen Gesprächs erwähnte der 1961 in Hamburg geborene Schriftsteller ein Hörbuch mit dem Titel SPIELER - GEGENSPIELER, ein Hörbuch zur deutsch-deutschen Nachkriegsgeschichte aus dem Jahre 2019.

Dieses Hörbuch läuft nun schon einige Tage und ich muss sagen, so habe ich deutsche Geschichte noch nicht gehört. Das Konzept besteht in 24 Porträts von jeweils 30 Minuten als "Staatspanorama". 

Freitag, 13. Oktober 2023

Tennant, Emma: Die Autobiografie der Queen

Auch Königinnen brauchen mal eine Auszeit, und so packt die Queen eines Tages einfach ihren Koffer und fliegt heimlich auf eine tropische Insel. Dort prallen auf amüsante Weise die harsche Realität des Ferienparadieses und die königlichen Gewohnheiten aufeinander. Doch die Monarchin entpuppt sich als sehr vernünftige, praktische Frau, die mit dem Leben auch unter widrigen Umständen bestens zurechtkommt. (Verlagsbeschreibung)
 
 
DNB / dtv (Antiquariat) / 2010 / ISBN 978-3423253062 / 240 Seiten
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

In diesem Jahr komme ich aufgrund einer Challenge buchmäßig viel in der Welt herum. Es ist schon schwierig, für manche Länder ein passendes Buch zu finden. St. Lucia z.B., die Insel in der Karibik, bietet da nicht so viel Auswahl. Dieser Roman jedoch spielt dort, und ich habe mich gefreut, als ich darauf stieß. Vom Klappentext her erinnerte mich die Geschichte ein wenig an "Die souveräne Leserin" von Alan Bennett, und dementspechend gespannt war ich auf die Lektüre. Leider erfüllten sich meine Hoffnungen nicht. Es liegt nicht am Alter des Buches, dass es mir nicht sonderlich gefiel - unspektakulär trifft es vielmehr, dazu phasenweise langatmig. Mehr dazu könnt Ihr hier lesen:


Dienstag, 10. Oktober 2023

HomerBlogPost Nr. 7 - WER erhält den GOLDENEN HOMER?

Die Blogtour geht ihrem Ende entgegen. Zwei schöne Tage in Ingolstadt mit interessanten, auch lustigen Gesprächen mit vielen neuen Info`s, zwei neuen Büchern im Gepäck sind nun vergangen. Die Preisträgerinnen und Preisträger sind gekürt, dazu später etwas mehr.

Rückblick: Während der Buchmesse in Leipzig wurde die Shortlist des HOMER - Literaturpreis für historische Romane bekanntgegeben. Neun Romane waren von einer Jury aus 65 Romanen ausgewählt wurden. Einige Wochen später wurde eine Gruppe von Bloggerinnen und mir aktiv und stellte diese neun Romane selbst und deren Autoren und Autorinnen in einem Interview vor. Im September folgte dann noch eine Ulf-Schiewe-Gedenkwoche.

Erst am 7. Oktober wurde es ernst, denn der Verein kürte die Preisträger. Nur der Vorstand kannte alle Preisträger und vier aus der Blogger-Gruppe ihren jeweiligen Preisträger, den sie zu ehren gebeten worden waren. Dazu versammelten wir uns in Ingolstadt.

Montag, 9. Oktober 2023

Öziri, Necati: Vatermal (Hörbuch)

Arda weiß nicht, wie viel Zeit ihm noch bleibt. Er liegt mit Organversagen im Krankenhaus seiner Heimatstadt im Ruhrgebiet;  an seinem Bett sitzen abwechselnd seine Mutter Ümran und seine Schwester Aylin. Seit zehn Jahren haben die beiden kein Wort miteinander gesprochen. Zum Abschied wendet er sich an seinen Vater, den er nie kennengelernt hat. Arda erzählt dem Unbekannten von Geburtstagen im Ausländeramt und vom letzten Sommer auf dem Bahnhofsplatz, bevor alle seine Freunde verschwinden: Bojan wird abgeschoben. Danny wird zu früh Vater. Savaș geht zurück in die Türkei, nachdem er seine Mutter verliert. Aber Arda erzählt auch von Schwester und Mutter: von Aylin, die von zuhause wegrennt. Und von Ümran, die sich ihr Leben ganz sicher anders vorgestellt hat. Necati Öziri schreibt eine Familiengeschichte über einen Sohn, eine Mutter und eine Schwester, deren Leben und Körper gezeichnet sind von sozialen und politischen Umständen. Ein Roman von radikaler Wahrheit, Wut, Kraft, Liebe und Sehnsucht – und das dringlichste Debüt des Jahres. (Verlagsbeschreibung)


DNB / Hörbuch Hamburg / 2023 / ISBN: 978-3-8449-3623-0 / 384 Minuten

 

 

 

Erst nach einigem Zögern habe ich zu diesem Hörbuch gegriffen. Von den Titeln auf der diesjährigen Longlist des Deutschen Buchpreises sprach mich "Vatermal" nicht wirklich an. Ich wollte eigentlich keine weitere Geschichte lesen oder hören, in der sich ein Sohn oder eine Tochter mit einem seiner Elternteile auseinandersetzt. Nun ist "Vatermal" auf der Shortlist gelandet, befindet sich also unter den sechs Titeln, die noch die Chance haben, den diesjährigen Buchpreis zu gewinnen (Preisverleihung: 16.10.). Daher habe ich mich für die Hörbuchvariante entschieden, weil mein Lesestapel für diesen Monat bereits so hoch ist, dass ich das Buch wohl nicht mehr hätte dazwischen schieben können. Ob sich das Hörbuch jetzt gelohnt hat? Lest selbst:


Sonntag, 8. Oktober 2023

Gudarzi, Amir: Das Ende ist nah

Während der Proteste im Iran 2009 ist der ehemalige Student A. gezwungen, sein Land zu verlassen. Die Erinnerungen an eine Kindheit und Jugend voller Gewalt nimmt er mit. Aus einem Künstler wird ein Flüchtling in Österreich, der offen und heimlich verachtet wird und in Lagern und Heimen nicht nur Einsamkeit und Verzweiflung, sondern auch Hunger und Demütigung ertragen muss. In Wien trifft er auf Sarah, die sich Hals über Kopf in ihn verliebt. A., der sich nicht öffnen kann, ist für sie Studienobjekt und Halt zugleich, obwohl er selber Halt sucht. 

Eindringlich und mit großer literarischer Kraft erzählt Amir Gudarzi vom Durchhaltewillen eines Menschen auf der Flucht. (Verlagsbeschreibung)

 

DNB / dtv / 2023 / ISBN 978-3-423-29034-0 / 416 Seiten




Noch ein Roman, den ich im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin gelesen habe - und auch diesmal bedanke ich mich beim Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars! Mich reizt es immer wieder, den Blick über den Tellerrand hinaus zu wagen, und auch wenn ich schon einige Romane gelesen habe, die sich mit der Flüchtlingsproblematik befassen, ist doch jedes der Schicksale ein anderes, jeder Fluchtgrund ein besonderer, auch wenn sich Themen wie Krieg, Verfolgung, Hunger wiederholen mögen. Hinter jedem Flüchtling steckt ein menschliches Schicksal, was wir nie vergessen sollten... Wie mir der Roman als solcher gefallen hat, könnt Ihr gerne hier nachlesen:


Samstag, 7. Oktober 2023

Everett, Percival: Die Bäume

USA, Anfang des 21. Jahrhunderts: Im Städtchen Money in den Südstaaten werden mehrere Männer ermordet: meist dick, doof und weiß. Neben jeder Leiche taucht ein Körper auf, der die Züge von Emmett Till trägt, eines 1955 gelynchten schwarzen Jungen. Zwei afroamerikanische Detektive ermitteln, doch der Sheriff sowie eine Gruppe hartnäckiger Rednecks setzen ihnen erbitterten Widerstand entgegen. Als sich die Morde auf ganz Amerika ausweiten, suchen die Detektive des Rätsels Lösung in den Archiven von Mama Z, die seit Jahrzehnten Buch führt über die Opfer der Lynchjustiz in Money. Eine atemberaubende Mischung aus Parodie und Hardboiled-Thriller, wie es sie bislang in der amerikanischen Literatur nicht gegeben hat. (Verlagsbeschreibung)
 
 
DNB / Hanser Literaturverlage / 2023 / ISBN 978-3446276253 / 368 Seiten
 
 
 
 
 
 
 
 
Auch diesen Roman las ich im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin. Dem Verlag danke ich daher ganz herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Ohne hier schon zu viel verraten zu wollen: dieser Roman hat mich verblüfft. Bekommen habe ich einen interessanten und unterhaltsamen Genremix rund um das Thema Rassenhass in den USA - mit aktuellen Bezügen. Nur das Ende empfand ich als etwas schwächelnd. Was ich damit meine? Lest selbst:

Donnerstag, 5. Oktober 2023

Knöppler, Florian: Südfall

Auf dem Weg zurück nach England fliegen die Bomberverbände über das Wattenmeer. Ihre Bombenlast haben sie über Hamburg oder anderen Städten abgeworfen. Gefährlich ist auch der Rückweg. Irgendwo , vielleicht zwischen Pellworm und Nordstrand liegt die Hallig Südfall. Vielleicht ist Dave dort abgestürzt. In welche Richtung soll er sich bewegen? Die Flut steigt, doch er trifft auf Anna, die ihm hilft.

Es ist Krieg, aber dort im Wattenmeer ist es ruhig. Aber es ist nicht ungefährlich, auch dort droht, vielleicht Verrat. Es sollen schon Piloten aus Rache umgebracht worden sein.

Dave ist im Zivilberuf Tierarzt. Er kann sich revanchieren. Der Weg über das Wattenmeer an der Küste entlang, ungefähr von Husum bis ins dänische Hoyer ist lang. Dort, im Fluss Vidå, liegt ein Boot und Simon, der Fischer kann Dave vielleicht über die Nordsee nach Hause zurückbringen. 

Mittwoch, 4. Oktober 2023

Flašar, Milena Michiko: Oben Erde, unten Himmel

Herr Ono ist unbemerkt verstorben. Allein. Es gibt viele wie ihn, immer mehr. Erst wenn es wärmer wird, rufen die Nachbarn die Polizei. Und dann Herrn Sakai mit dem Putztrupp, zu dem Suzu nun gehört. Sie sind spezialisiert auf solche Kodokushi-Fälle. »Fräulein Suzu«, wie der Chef sie nennt, fügt sich widerstrebend in die neuen Aufgaben. Es braucht dafür viel Geduld, Ehrfurcht und Sorgfalt, außerdem einen robusten Magen. Die Städte wachsen, zugleich entfernt man sich voneinander, und häufig verschwimmt die Grenze zwischen Desinteresse und Diskretion. Suzu lernt schnell. Und sie lernt schnell Menschen kennen. Tote wie Lebendige, mit ganz unterschiedlichen Daseinswegen. Sie sieht Fassaden bröckeln und ihre eigene porös werden. Und obwohl ihr Goldhamster sich neuerdings vor ihr versteckt, ist sie mit einem Mal viel weniger allein. Milena Michiko Flašar hat eine frische, oft heitere Sprache für ein großes Thema unserer Zeit gefunden. Und sie hat liebenswert verschusselte Figuren erschaffen, die man gern begleitet. Ein unvergesslicher, hellwacher Roman über die ›letzten Dinge‹. (Verlagsbeschreibung)
 
DNB / Verlag Klaus Wagenbach / 2023 / ISBN 978-3-8031-3353-3 / 304 Seiten
 




Gelesen habe ich diesen Roman im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin, und ich möchte mich auf diesem Wege ganz herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanken! Schon lange war ich neugierig auf die Romane dieser Autorin - "Ich nannte ihn Krawatte" steht bereits in meinem Bücherregal, "Herr Katō spielt Familie" befindet sich auf meinem eReader. Beide bisher ungelesen. Aber nach diesem aktuellen Roman, der es im übrigen auf die Longlist des Österreichischen Buchpreises geschafft hat, nehme ich mir fest vor, dass auch die anderen Titel baldmöglichst gelesen werden. Für mich eine tolle Entdeckung, und "Oben Erde, unten Himmel" gehört für mich nun definitiv zu den Jahreshighlights! Genaueres erfahrt Ihr hier:


Dienstag, 3. Oktober 2023

Lorne, Mac P.: Die Pranken des Löwen

Ein Robin-Hood-Roman steht unter dem Titel und eigentlich hatte ich gar nicht vor, diese Reihe des von mir sehr geschätzten Mac P. Lorne zu lesen. Robin Hood ist unendlich oft Erzähl und Filmstoff gewesen und wer erinnert sich nicht an Kevin Costner oder Russel Crowe. 

Aber vor wenigen Wochen schrieb ich hier über den Herrn der Bogenschützen, auch ein Roman von Mac P. Lorne, der mich begeisterte. Und in einer (schwachen) Minute des Nachdenkens, was ich denn als nächstes an Lit(t)erarischem in Angriff nehmen sollte, griff ich nun doch zu den Pranken des Löwen, ein Roman, welcher über weite Teile der spannenden Handlung noch nichts von Robin (Hood) von Loxley verlauten lies.

"Wie alles begann!" So beginnt Droemer Knaur die Kurzbeschreibung des Romans, dessen Held ein junger Gardist namens Robert Fitzooth, den keine Geringere als Prinzessin Matilda vor dem Verlust der Schwerthand bewahren wird, hatte er er doch seinem Vorgesetzten angegriffen. Wir schreiben das Jahr 1110 und wieder einmal muss das 12. Jahrhundert für einen historischen Roman herhalten.

Montag, 2. Oktober 2023

Präauer, Teresa: Kochen im falschen Jahrhundert

Der Roman eines Abends und einer Einladung zum Essen. Voll mit Rezepten für ein gelungenes Leben und einen misslingenden Abend, der immer wieder neu ansetzt, schlau, witzig, heiter, gleichzeitig begleitet von den unterschwelligen oder ganz offen artikulierten Aggressionen der Beteiligten. In ihren Gesprächen verhandeln sie die ganz großen und kleinen Themen, von den ›Foodporn‹-Bildern im Internet über Kochen, Einkaufen und Wohnen als soziale Praktiken. Zunehmend wird der Abend komischer, tragischer, erotischer – dabei werden einzelne ›heutige‹ Begriffe diskutiert, während die Gastgeberin keine besonders talentierte Gastgeberin ist und sich immer wieder ins falsche Jahrhundert versetzt fühlt. Nebenbei wird in Anekdoten eine Geschichte der Waren, Speisen und des Kochens erzählt. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Wallstein Verlag / 2023 / ISBN:978-3-8353-5429-6 / 198 Seiten

 

 

 

 

 

Nachdem Uwe vor Kurzem mit "Gittersee" von Charlotte Gneuß hier im Blog den ersten Roman von der Longlist des diesjährigen Deutschen Buchpreises vorgestellt hat, lege ich nun nach mit diesem Roman, der nicht nur auf selbiger Longlist zu finden ist, sondern gleich auch auf der Longlist des Österreichischen Buchpreises. Bei letzterer besteht noch die Möglichkeit, dass das "Kochen im falschen Jahrhundert" es auch auf die Shortlist schafft (Bekanntgabe: 10.10.). Man darf gespannt sein. Hier reizten mich sowohl der schräge Titel des Buches als auch der Klappentext, und freundlicherweise stellte mir der Verlag über NetGalley ein Leseexemplar zur Verfügung. Dafür meinen herzlichen Dank! Wie mir der Roman nun gefallen hat, könnt Ihr hier nachlesen: