Wohin in Argentinien? Diese Frage stellt sich vor allem, wenn die Urlaubszeit begrenzt ist. Wie wäre es nun mit Patagonien?
Neben „Pampa“ ist „Patagonien“ sicher der zweite Begriff,
den nicht nur Südamerikafans kennen. Patagonien ist ein riesiges Gebiet von 1.304.000
km2 , dessen größter Teil in Argentinien liegt, begrenzt vom Rio
Colorado im Norden und der Magellan-Straße im Süden Das darunter liegende
Tierra de Fuego, Feuerland, wird nicht mehr dazugezählt.
Es ist Frühling. Im November 2025. Von Buenos Aires bringt uns Aerolinas Argentina nach Commodore Rivadavia an der Atlantikküste. Schon im Anflug und auf dem Flughafen bekommt man eine erste Ahnung von diesem weiten Land.
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Patagonischer Flughafen – Die unendliche Weite ist gleich nach der Landung spürbar |
Die Unterböden der Mietautos werden eine strapaziöse Fahrt aushalten müssen. Schotterpisten und Schlaglöcher. Bei Bahia Bustamente, etwas nördlich finden wir Überreste versteinerter Wälder inmitten zwar von Zäunen durchschnittener, aber fast menschen- und tierloser Gegend. Ein erster Eindruck eines Landes, welches von Horizont zum Horizont unveränderlich scheint.
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Aus steinernem Holz wächst neuer Wald – „Versteinerte
Wälder“ finden sich mehrfach bei Commodore Rivadavia |
Es geht weiter immer Richtung Westen. Wir fahren durch ein großes Ölfördergebiet namens „Vaca Muerte = Tote Kuh“. Öl wir hier seit 1901 gefördert. Durch Fracking werden bis zu 16,2 Milliarden Barrel Öl und 8,7 Billionen Kubikmeter Erdgas ausgebeutet. Erstmalig stupse ich einen Finger in Erdöl an einer knallgrün lackierten Förderpumpe.
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in einem der größten Öl- und Gasfelder Südamerikas |
Die nächste Unterkunft findet sich nahe der Grenze zu Chile in Los Antiguos, am Lago Buenos Aires. Der ständige Wind und die Wellen verhindern den Ausflug zu dem Marmorhöhlen in Chico Chile (Klein Chile), die man nur per Boot erreichen kann. Zu gefährlich. Wenn man denkt, jetzt ist es ein ruhiger Bergsee, wähnt man sich zehn Minuten später am Meeresstrand mit Wellengischt im Gesicht. Überhaupt bekommt eine Windjacke hier eine neue Bedeutung.
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Rio
Pinturas: In der braun-grauen patagonischen Landschaft bot der Fluss
prähistorischen Siedlern Wasser und Nahrung |
Wäre die berühmte Ruta 40 voll asphaltiert, könnte man
schläfrig werden beim Durchfahren dieser immer gleichen Landschaft. Und doch:
ein kleiner Hügel, eine Kurve und wo eben noch alles flach war, bringt die
Sonne Farben in eine Hügellandschaft. Zaunsetzer sind sicher eine besondere
Spezies, die ob der kilometerlangen Zäune nicht aussterben werden. Ab und zu
hängt ein totes Guanaco im Zaun. Abends erreichen wir in der beginnenden
Dämmerung El Chalten, eine kleine
Bergsteigerstadt.
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Vor El Chalten. Hinter den Wolken El Chalten – Der
Rauchende Berg – Wie hier meist hinter Wolken verborgen |
Der Name des Ortes weist auf IHN hin, den Rauchenden Berg,
der sich in den Anden erhebt: Der Fitz Roy, das 3406 Meter hohe Wahrzeichen im Nationalpark
Los Claciares, flankiert vom Aguja Poincenot und Aguja Saint-Exupéry. Die
herrliche Aussicht am Mirador, dem Aussichtspunkt, erwandert über dem ebenso
malerischen Rio de las Vueltas, der aus einer besonderen Gletscherwelt kommend
den angrenzenden Lago Viedma speist.
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Rio de las Vueltas – Fluss der Windungen, |
Der äußerst schwierig zu erkletternde Koloss hat seinen
Namen von den indigenen Tehuelche, denn er ist eigentlich immer umwölkt. Ihn
unter blauem Himmel und einem Wölkchen wie aus einem Räuchermännchen zu
erblicken, ist selten. Der Geograph, Anthropologe und Entdecker Perito Moreno
beschrieb ihn zuerst und benannte ihn nach dem Kapitän der Beagle, mit der
einst Charles Darwin die Welt bereiste.
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| Fitz Roy - "Räucherberg" in den Anden / Foto Thomas Uhlig |
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Gletscher Perito Moreno - Eines der Wahrzeichen Patagoniens - |
Vom Atlantik bis zu den Anden, von Berg zu Berg oder von See
zu See: etwas mehr als 1350 Kilometer durch Patagonien, bevor der Flieger uns
nach Buenos Aires, der Stadt der „Guten Winde“ bringt. Beeindruckend. „Sonne,
Wind und Sterne“ nannte Antoine de Saint-Exupéry einst einen Erlebnisbericht
aus dem Jahre 1939. Hinzukommen Weite, Staub, Farben, große Seen, Gletscher und
die Kette der Anden. Unvergesslich.
© UR
(Diese Arbeit entstand zum Thema Fotojournalismus für den Journalistikkurs, den ich gerade absolviere. Eine ausführlichere Beschreibung der Reise befindet sich hier.)









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