Es stellt sich heraus, das ganze Buch besteht aus Briefen, die der Sechzehnjährige an seine ehemalige Pflegemutter Charlotte „Charly“ Rath und an seine Freundin Hannah schreibt. Doch im ersten Brief, den wir in diesem schmalen Büchlein lesen, teilt am 14. August 1936 das Geheime Staatspolizeiamt Berlin dem Jugendamt Mitte mit, dass nach dem minderjährigen Friedrich Thormann gefahndet wird, er habe sich nämlich einer Vernehmung „wegen mutmaßlicher Beleidigung des Führers und Verunglimpfung der nationalsozialistischen Bewegung“ entzogen. Den derzeitigen Pflegeeltern hat er sich entzogen, eine einwandfreie, nationalsozialistisch unbedenkliche Familie deren Oberhaupt, Herr Rademacher, ein hohes Tier in der Reichsjungendführung ist. Das wäre wohl zurückzuführen auf das Straßenleben, welches der Junge führte und auf die ehemaligen Pflegeeltern, die sich als unzuverlässige Volksgenossen herausgestellt haben.
Schauen wir kurz zurück: Den Fritze und die Hannah kennen wir aus dem Roman Märzgefallene, der endet mit der Rettung der Hannah Singer und der Pflegschaft für ihren kleinen Freund durch den Kriminaloberkommissar Gereon Rath. Dass Fritz untertaucht und einen deutsch-böhmischen Pass besitzt, haben wir in Olympia erfahren, dem bisher letzten und achten Roman der Gereon-Rath-Reihe.
Jedes weitere Wort ist bereits Spoilerei und daher sollten die geneigten Leserinnen und Leser hier nur weiter lesen, wenn sie damit kein Problem haben.










