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Mittwoch, 8. September 2021

Güngör, Dilek: Vater und ich

Als Ipek für ein verlängertes Wochenende ihren Vater besucht, weiß sie, dass er auf dem Bahnhofsplatz im Auto auf sie warten und sie nicht am Zug empfangen wird. Im Elternhaus angekommen sitzt sie in ihrem früheren Kinderzimmer, hört ihn im Garten, im Haus, beim Teekochen. Die Nähe, die Kind und Vater verbunden hat, ist ihnen mit jedem Jahr ein wenig mehr abhandengekommen, und mit der Nähe die gemeinsame Sprache. Ipek ist Journalistin, sie hat das Fragenstellen gelernt, aber gegenüber dem Schweigen zwischen ihr und dem Vater ist sie ohnmächtig. 

Dilek Güngör beschreibt die Annäherung einer Tochter an ihren Vater, der als sogenannter Gastarbeiter in den 70er Jahren aus der Türkei nach Deutschland kam. Sie erzählt von dem Versuch, die Sprachlosigkeit mit Gesten und Handgriffen in der Küche, mit stummem Beieinandersitzen zu überwinden. Ein humorvoller wie rührender Roman über eine Vater-Tochter-Beziehung, mit der sich viele werden identifizieren können.

 

  • Herausgeber ‏ : ‎ Verbrecher; 1. Edition (20. Juli 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 112 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3957324920
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3957324924

 

 

 

Wenn die jährliche Longlist des Deutschen Buchpreises veröffentlicht wird, werde ich jedesmal neugierig. Dabei stelle ich immer wieder fest, dass ich etliche der Cover bereits häufig gesehen und womöglich den ein oder anderen Titel bereits gelesen habe. Andere Titel dagegen nehme ich überhaupt erst durch die Nominierung für den Deutschen Buchpreis wahr - und so erging es mir auch mit Dilek Güngörs Erzählung. Hier wurde meine Neugier auch durch den Klappentext geschürt, und so wagte ich mich an die Lektüre. Tatäschlich bestätigte sich einmal mehr: es lohnt sich, den Blick auch auf Bücher jenseits des Mainstreams zu lenken...