... welches ich nicht lesen werde.
Wir schreiben über Bücher. Manche hören wir, andere lesen wir ohne zu blättern, meistens sind es Druckwerke. Über ein Buch zu schreiben, das man vermutlich gar nicht erst anfassen wird und das auch erst am 22. März 2022 auf deutsch erscheint ist eher ungewöhnlich.
In der Nr. 5 des Jahres 2022 druckt der SPIEGEL einen Artikel von Arno Frank ab, der mit „Ein entsetzlicher Schlamassel“ überschrieben ist. Das Wort entstammt dem Jiddischen, was im doppelten Sinne bezeichnend ist. Am 22. März 2022 erscheint ein Buch einer Rosemary Sullivan, welches auf den Ermittlungen eine interdisziplinären Teams, zu dem auch ein ehemaliger FBI-Ermittler gehört, basiert. Ein sogenanntes Cold Case Team, eines für kalte Fälle.

Ziel war es, unter den Stichworten „FBI“, „künstliche Intelligenz“ und „Anne Frank“ zu ermitteln, wer daran Schuld war, dass die Familie Frank plötzlich in der Prinsengracht in Amsterdam aufgespürt und deportiert wurde. Das Buch trägt den Titel Der Verrat an Anne Frank - Ermittlung eines Kalten Falls (Rosemary Sullivan) und darin wird auch ein Ergebnis präsentiert: Mit einer fünfundachtzigprozentigen Sicherheit könnte es Arnold van der Bergh – Notar – Jude gewesen sein. Van der Bergh war Mitglied im Amsterdamer Judenrat, einem Gremium, welches die Nazis zur „Selbstverwaltung“ der Juden in Amsterdam eingesetzt hatten. Besaß der Judenrat Listen über versteckte jüdische Familien? Dessen ehemalige Sekretärin, Mirjam Bolle, 104, Jerusalem, sagt „Nein!“. Eine berüchtigte Verräterin, eine Judenjägerin namens namens ans van Dijk, war gerade nicht in der Stadt. Onkel Nol, so wird der ehemalige Notar von seiner Nichte Elise Tak genannt, sei aber selbst schon untergetaucht, außerdem hat van der Bergh ihre Mutter und ihre Tante gerettet. Sieht das nach Verrat aus? Nun sei „das Stereotyp des jüdischen Verräters wieder in der Welt... es wird beitragen zum Judenhass über all auf der Welt“. [1]