Was hat DER KLEINE PRINZ mit Mate Tee zu tun? Na grundsätzlich sicher erst einmal nichts. Aber mit Patagonien hat er ein klein wenig zu tun. Dort, auf der Halbinsel Peninsula Valdés, hat sich kürzlich ein Blogger herum getrieben. Eigentlich wollte er hauptsächlich Wale und Pinguine fotografieren. Doch da kam ihm eine Geschichte in die Quere, die beweist, dass man vor Weltliteratur nirgends sicher ist.


Im ersten Kapitel erzählt der Franzose über ein Bild welches er einst malte. Dieses zeigte er herum und wollte wissen, was es darstellt. Gemalt hatte er eine Boa Constrictor, die einen Loxodonta verschlungen hat und nun ausruht. Doch die meisten Leute sehen nur einen Hut. Dazu erklärt Exupéry den Leserinnen und Lesern, die in der Folge "Le Petit Prince" lesen wollen, dass er nicht ein Maler geworden ist, sondern Flieger und als solcher viel in der Welt herum kam. Doch mit den Erwachsen hatte er gelegentlich ein Problem:
Wenn ich jemanden traf, der mir ein bißchen heller vorkam, versuchte ich es mit Zeichnung Nr.1 [links], die ich gut aufbewahrt habe. Ich wollte sehen, ob er wirklich etwas los hatte. Aber jedesmal bekam ich zur Antwort : 'Das ist ein Hut.' Dann redete ich mit ihm weder über Boas noch über Urwälder, noch über die Sterne. Ich stellte mich auf seinen Standpunkt. Ich sprach mit ihm über Bridge, Golf, Politik und Krawatten. Und der große Mensch war äußerst befriedigt, einen so vernünftigen Mann getroffen zu haben." (Seite 8/9)
Allerdings hat der kleine Antoine vielleicht gar nicht soviel gemalt, aber die Geschichte mit den zwei Zeichnung passt doch hervorragend um im Folgenden nach einer Flugzeugpanne in der Sahara gebeten zu werden: "Bitte... zeichne mir ein Schaf!"
Im Jahr 1929 besuchte de Saint - Exupéry mit seinen Gefährten Jean Mermoz und Guillaumet, seinen Gefährten in der Luftfahrt, in Argentinien. Er war Gründer und erster Pilot der Aeropostal Argentinas, das ist die Fluglinie, die auch mich nach Trelew brachte. Auf dieser Webseite wird die Geschichte erwähnt.
Ob es nun stimmt, dass die Vogelinsel Pate stand für die Elefanten verschlingende Boa, kann man dahingestellt lassen, eine schöne Idee ist es auf jeden Fall. Schön ist auch das Land, die Halbinsel am Strand des Atlantiks, meist sehr flach wie weite Flächen Patagoniens. Die Schafzucht ist hier vorherrschend und oft werden neue Dino-Skelette gefunden. Das sowohl Puerto Madryn wie auch Trelew gegen Ende des 19. Jahrhunderts von walisischen Einwanderern gegründet wurden, war auch verblüffend, betrifft unsere Geschichte hier aber gerade nicht.
So wird man in weiter Ferne mit Weltliteratur konfrontiert, bestimmt keine Geschichte, die man so schnell wieder vergisst. Natürlich muss ich auf die Rezension verweisen, die Anne Parden hier bereits veröffentlicht hat.
Meine Ausgabe des Kleinen Prinzen stammt noch aus dem Verlag Volk und Welt, Berlin. Ich erwarb dieses Buch, nachdem mich Die Lieder des kleinen Prinzen von Kurt Demmler begeistert hatten. Wieder ein Hinweis dafür, dass man sich solch bekannten Büchern auf sehr unterschiedliche Art und Weise nähern kann.
© Bücherjunge
DAS ist ja mal eine schöne Geschichte! Blog on Tour, kann man hier ganz zurecht sagen. Gefällt mir ausnehmend gut, natürlich auch die schönen Fotos!
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