Mittwoch, 2. Januar 2019

Mancini, Claudio M.: Der Pate von Lütjenholm (Kalender-Thriller Januar)

In der großen Serie „Kalender-Thriller“ von Knaur erschien ab April 2014 alle vier Wochen eine monatlich passende Folge, kleine Häppchen für Thriller- und Krimifans. Da die zwölf Werke von verschiedenen Autoren stammen, bin ich sehr gespannt, wie am Ende mein Resumé ausfallen wird. Als Monatseinstieg finde ich so kleine Thriller eigentlich eine gute Idee...

Ohne zu viel vorwegnehmen  zu wollen, kann ich hier schon sagen, dass mich der Januar-Betrag der Kalender-Thriller nicht hat überzeugen können. Ich hoffe sehr, dass sich das Niveau noch steigern kann, sonst sehe ich dem Projekt mit Schaudern entgegen...





Ein toter Mafiapate in einer nordfriesischen Gemeinde!
Cesare Pastorale wurde der Schädel eingeschlagen und er wurde im Lütjenholmer Moor nahe Flensburg versenkt. Allerdings nicht für die Ewigkeit, denn die Leiche des Mafiapaten wird wieder an die Oberfläche getrieben und von einer Spaziergängerin entdeckt. Während die Polizei den ortsansässigen Eiscafébetreiber Salvatore Alvaro als Schwiegersohn des Toten ausfindig machen kann, wittert der Journalist Hinnerk Olsen eine riesen Story und geht Hinweisen sowie Anschuldigungen aus der Bevölkerung auf eigene Faust nach. In DER PATE VON LÜTJENHOLM deckt ein Journalist für eine Story, die einem den Frost in die Knochen treibt wie eine eisige Januarnacht, Machenschaften der Mafia auf.






HARMLOSER THRILLER...


Was erwarte ich von einem Thriller? Spannung, interessante Charaktere, die durchaus einmal polarisieren können, mitreißende Ermittlungen, überraschende Wendungen. Selbst ein Short Thriller wie in diesem Fall mit gerade einmal 116 Seiten kann durchaus einige der genannten Elemente vorweisen, wie ich bei der Lektüre anderer Bücher gelernt habe. Doch hier? Gähnende Leere.

Da gibt es zum einen unfähige Ermittler, die fehlende Kompetenz und Intuition durch unfreundliches und ruppiges Gehabe wettzumachen versuchen. Die Klischeekiste darf hier auch nicht fehlen, und so wird ein italienischer Verdächtiger freundlichst'Spaghetti' genannt, über einen anderen wird sich lustig gemacht: er habe eine geladene Schwulenknarre dabei gehabt. Ich mag eine lockere Schreibweise durchaus, wenn sie zu dem Geschehen passt - hier jedoch habe ich es oft als verkrampftes Bemühen empfunden, das nicht sonderlich von Erfolg gekrönt war.

Bleiben zum anderen noch oberflächliche Ermittlungen, flache Charaktere - und selbst das eigentlich überraschende Ende entlockte mir letztlich nur noch ein Schulterzucken. Als Thriller-Fan kann ich hier leider nur konstatieren: eine eher enttäuschende Leistung. Schade. Ich hoffe, die anderen Short Thriller dieser Reihe sind lohnenswerter!


© Parden




Produktinformation: (Quelle: Amazon.de)

  • Format: E-Book (Kindle Edition)
  • Dateigröße: 233 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 116 Seiten
  • Verlag: Knaur eBook; Auflage: 1 (7. Januar 2015)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3-426-43284-6
  • ASIN: B00QUE0JPQ
  • Reihe: Kalender-Thriller (Bd. 1)


Informationen zum Autor: (Quelle: Verlagsgruppe Droemer Knaur)


Claudio Michele Mancini wurde kurz nach Kriegsende als Sohn einer deutschen Mutter und eines italienischen Vaters geboren und wuchs in der Provinz Verbania am Lago Maggiore auf. 1964 machte er auf einer Klosterschule sein Abitur, studierte in München Psychologie und arbeitete danach als Dozent und Unternehmensberater in Frankreich, Italien, Deutschland und den USA. 2006 erschien "Infamità", sein erster Mafia-Roman. 2009 folgte "Mala Vita", 2012 "La Nera".

1 Kommentar:

  1. Wenn man auf vielen Hochzeiten tanzt, dann ist die Musik auch mal nicht so schön an einem Abend. ;)

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