Sonntag, 30. November 2025

Lorne, Mac P.: Robert Surcouf - Der Tiger des Indischen Ozeans

Ein neues spektakuläres Seefahrerabenteuer hat Mac P. Lorne verfasst, diesmal einen Gegner des Britischen Königreiches: Einen Franzosen…

Die beiden alten Filme, über den Tiger der Sieben Meere waren nicht ganz schuldlos dran, wie er hier (ab 2 Minuten + 10 Sekunden) gestand.


Dieser Robert Surcouf kommt einer augenscheinlich lebensgefährlichen Strafe in einer Jesuitenschule durch Flucht zuvor, es bleibt ihm, dem Nachfahren erfolgreicher Korsaren, nur das Anheuern auf einem Schiff, denn dass ihn die Eltern, der Vater ist Reeder in Saint Malo, zurückschicken würden, scheint ihm gewiss. Erst nach einigen Jahren sieht er sie wieder, so streng wie erwartet ist das Aufeinandertreffen keineswegs. Und bevor er wieder, diesmal mit Vaters Segen, in See sticht, wird Robert auf Marie-Catharine aufmerksam…

Samstag, 8. November 2025

Ægisdóttir, Eva Björg: Verlogen

 

In den schroffen Lavafeldern Islands wird eine Leiche gefunden. Ein vermeintlicher Selbstmord entpuppt sich als brutaler Mord und reißt alte Wunden in der kleinen Stadt Akranes wieder auf.

Eigentlich will Kommissarin Elma nach einem persönlichen Schicksalsschlag in ihrer Heimatstadt Akranes zur Ruhe kommen. Doch als Spaziergänger in einem Lavafeld die Überreste einer Frau entdecken, die vor Monaten verschwunden ist, wird sie sofort in einen neuen, erschütternden Fall hineingezogen. Was zunächst wie ein tragischer Suizid aussah, stellt sich schnell als ein sorgfältig vertuschtes Verbrechen heraus. Die Ermittlungen führen Elma tief in ein Netz aus Lügen, das weit in die Vergangenheit reicht. In der Abgeschiedenheit Islands, wo jeder jeden kennt, verbirgt sich hinter den Fassaden der kleinen Gemeinde ein Abgrund aus Neid, Wut und vergrabenen Familiengeheimnissen. Während Elma die Puzzleteile zusammensetzt, stößt sie auf eine Mauer des Schweigens. Je näher sie der Wahrheit kommt, desto mehr gerät sie selbst in Gefahr. Denn der Mörder hat alles zu verlieren und ist bereit, erneut zu töten, um die verlogene Idylle aufrechtzuerhalten.

DNB / Kiepenheuer & Witsch  / 2025 / ISBN: 978-3-462-00711-4  / 368 Seiten

Reihe: Mörderisches Island Bd. 2 (-> zu Bd. 1 Verschwiegen)


Kurzmeinung: Langsamer Handlungsverlauf mit einigen Längen, hinten heraus aber auch mit wirklichen Überraschungen und mehr Spannung...


Donnerstag, 6. November 2025

Nørdby, Anne: ROT. BLUT. TOD.

 


Liest man das zweites Buch von Anne Nørdby, versteht man besser, worauf sie insgesamt hinauswill. Diesmal lohnt es sich, die Edda daneben zu legen, vor allem dann, wenn man mit der Weltenesche, Odin und Fenrir nicht so sehr viel anfangen kann. Ich könnte mich nun Anne Parden anschließen, die das Buch bereits im vorigen Jahr hier vorstellte, weil es stimmt, dass wir es mit stellenweise mit etwas flacher Handlung zu tun haben und immer noch wissen wir recht wenig über diesen Jesper Baek, der nun zwischen drei Frauen gerät. Okay, Kirsten, die Chefin ist halt genau diese und sie gibt ihm etwas mehr Vertrauen. 

Aber eines hat dieses Buch auf jeden Fall: Eine enorme Spannungssteigerung und die beim Leser erzeugte Angst um zumindest zwei Menschen. Einen davon hat man eigentlich gleich „abgeschrieben“, doch plötzlich gibt es wieder Hoffnung. Zusätzlich findet sich eine durchaus heiße Szene für diesen Jesper, aber ob er „durchzieht“?

Wenn Anne schreibt, dass es eine gängige und doch überraschende Auflösung am Ende gibt, dann bleibt man am Ball. (Ich bin noch gar nicht ganz durch - aber da Spoilern keine gute Idee ist, kann ich meinen Eindruck auch gleich festhalten, da ich Anne nicht nur grundsätzlich vertraue, was ihr Händchen für Bücher betrifft.)


  • DNB / Gmeiner Verlag / 2023 / ISBN 978-3-8392-0430-6 / 512 Seiten
  • Audible Studios 15h 52min / 18.05.23
© Der Bücherjunge

Sonntag, 2. November 2025

Michell, Tom: Der Pinguin meines Lebens

 "Sein Name war Juan Salvador Pingüino, und mit diesem Namen entstand eine wilde
Hoffnung und eine enge Verbundenheit. die ein Leben lang halten sollte. In diesem Augenblick wurde er zu meinem Pinguin, und egal, was die Zukunft bringen würde, wir würden uns ihr gemeinsam stellen." 
(S. 44)

Tom Michell, ein britischer Lehrer in Buenos Aires in den siebziger Jahren macht einen Ausflug nach Punta del Este an der Atlantikküste, dort wo in Uruguay der Rio de la Plata in den Oceano Atlantico übergeht,  und findet inmitten ölverschmierter toter Pinguine ein sehr widerstandsfähiges Exemplar. Den nimmt er mit und befreit ihn in der Badewanne vom Öl. Der um sich hackende kleine Kumpel merkt plötzlich, dass der da einen Helfer hat und hält still.

Samstag, 1. November 2025

Wolf, Daniel: Die Templer - Rose und Kreuz

 

Doch noch einmal ein Buch über und mit Tempelrittern? Vor fünfunddreißig Jahren widmete ich mich erstmals einem solchen Thema und war vor allem mit einer der größten Lügengeschichten konfrontiert, die doch so seriös aussah. Dem "heiligen Gral" folgten "Die Kinder des Grals" und wenn die meisten Bücher Peter Berlings hier gar nicht "untersucht" wurden weil das Lesen liegt länger zurück als der Blog existiert, dann liegt das wiederum an der Erschöpfung des Themas.

Dachte ich. 

Doch vor kurzem, es war in Unna, hörte ich den Christoph Lode alias Daniel Wolf aus diesem Buch hier lesen. Himmel, dachte ich, jetzt sucht auch noch ein Knappe nach einem Drachen und trifft dabei einige Templer, ein paar Ritter und Sergeanten und ein Turkopole ist auch dabei...

Und dann, 886 Seiten oder über 23 Stunden hören...

Freitag, 31. Oktober 2025

Scheuring, Josef: Den Menschen verpflichtet...

Vom Bundesgrenzschutz zur Bundespolizei

Die unter diesem Büchlein liegende Urkunde ist die letzte nach nun 35 Jahren Dienst in BGS & BPOL. Vorgestern wurde diese mir am Bundespolizeiaus- und Fortbildungszentrum Neustrelitz überreicht. Vorher konnte ich unter fachkundiger Anleitung im Kabinett Bahnpolizei das Signal für die Fahrt in die Pensionszeit auf "Grün" stellen. Heute, 2400 311025, endet damit ein Lebensabschnitt, in dem die Gewerkschaft der Polizei eine wesentliche Rolle spielte.

So kommt es, dass es heute ganz besonders passend erscheint, in diesem Büchlein Josef Scheurings zu blättern, denn hier schildert der Gewerkschafter zurückliegende Ereignisse, die für mich durchaus bedeutend waren. 

Das beginnt mit den Gesprächen in der Schnellerstraße 139 in Berlin, als es im Jahr 1990 darum ging, ob wir / ich  eine Zukunft im BGS haben können oder nicht. Josef erzählt von einer Juristin der Grenzschutzdirektion Koblenz, die diese Gespräche führte und versetzt mich wieder in die Zeit zurück. Er beschreibt sie als "überaus menschlich und faire Person" und so habe ich das auch in Erinnerung. Ob mir Josef Scheuring an diesem Tag begegnete, weiß ich nicht mehr. 

Mittwoch, 29. Oktober 2025

Sakulowski, Rolf: Die Atompriester

Was bleibt, wenn wir längst vergangen sind?

In einer Welt, die sich ihrer radioaktiven Altlasten stellen muss, entwirft Rolf Sakulowski ein Szenario, das gleichermaßen realistisch wie mystisch ist. Die Atompriester erzählt die Geschichte von Elias Thomsen, der durch eine schicksalhafte Begegnung mit der geheimnisvollen Blanca in einen Orden gerät, dessen Aufgabe es ist, das Wissen über Atommüll über Jahrtausende hinweg zu bewahren.

Der Orden lebt abgeschieden in den Pyrenäen und folgt einer Mission, die zwischen Wissenschaft und Spiritualität oszilliert. Elias wird Teil eines Systems, das nicht nur die Zukunft schützen will, sondern auch die Gegenwart infrage stellt. Als sich persönliche Gefühle mit globaler Verantwortung vermischen, steht Elias vor einer Entscheidung, die weit über sein eigenes Leben hinausreicht.

Hochspannung trifft Tiefgang: Sakulowski gelingt es, eine reale ethische und wissenschaftliche Herausforderung in eine fesselnde Handlung zu übersetzen. Allerdings besteht die wissenschaftliche Herausforderung meiner Meinung nach in der Frage nach geeigneten Endlagern, weniger nach einer Warnung für in weiter Zukunft lebender Generationen. Sollte man nicht davon ausgehen, dass sich, sollte die Menschheit in tausenden Jahren noch existieren, auch der Fortschritt soweit entwickelt hat, dass radioaktive Endlager unserer Zeit keine Gefahr darstellen, zumindest insofern, dass man sie alle kennt?

Samstag, 18. Oktober 2025

Dohrweiler, Ralf H.: Der Herzschlag der Toten

Hat sich die geneigte Krimi-Lesegemeinde schon einmal gefragt, warum die Ur- oder UrUrGroßeltern auf deren Hochzeitsfoto oder Silberhochzeitsfoto so ernst drein schauen?

So ein Foto war eine ernste Sache, es kostete nämlich viel Geld. Ein Fotograf musste bestellt werden. Auf dessen Gebot, sich ja nicht zu rühren, wurde angestrengt geachtet, sonst war das Bild im Eimer statt im Kasten. Zudem sollte der sonst sehr feierliche Anlass auch nicht ins Lächerliche gezogen werden. In so mancher, vor allem ärmeren Familie gab es deswegen gar nicht so viele Fotos. Im Nachwort zu diesem Buch vergleicht Ralf H. Dohrweiler diesen Umstand mit der heutigen Zeit, in der wir unzählige und unzählig ähnliche Familienfotos irgendwo gespeichert haben. 

Heute wählen wir aus vielen Bildern meist eins aus, auf dem der liebe Verwandte lächelt und überhaupt freundlich schaut, so eines stellen wir auch vor oder auf dessen Sarg. Wir denken nicht gern daran, aber irgendwann wird es so sein. Mit uns selbst passiert dies ebenso. 

Donnerstag, 16. Oktober 2025

Inselbücher - drei in einem Post


Geht man durch die Reihen der Regale im Buchmessenantiquariat in Leipzig, findet man meterweise die schmalen Bücher im Pappband und dem aufgeklebten Etikett der Insel-Bücherei. Stöbern in den unzähligen Titeln macht Spaß, so fand ich mal diesen Hemingway. Im Frühjahr sah ich dann am Insel-Stand ganz andere Insel-Bücher, solche kamen mir noch nicht unter die Augen. Drei möchte ich hier kurz vorstellen.

Keines der drei bedarf inhaltlich an sich einer Vorstellung. Sowohl Die Odyssee als auch Die Nibelungen sind bekannt, Ali Baba und die 40 Räuber aus 1000 und Eine Nacht vielen sicher auch. 

Dienstag, 14. Oktober 2025

GOLDENER HOMER 2025

Es ist Herbst. Oktober. 10. und 11. Oktober. In Unna wird ein Preis verliehen. Der HOMER -
Literaturpreis für historische Romane
. Doch zu Beginn gibt es eine Autorenlesung. Es geht um den Publikumspreis. Und diesmal auch um Performance. Die Preisverleihung findet am Sonnabend statt. Für Litterae-Artesque nutze ich die Chance, Mac P Lorne zu interviewen. Mac ist bereits 13x hier auf unserem Blog vertreten. Dass ich Abends gleich noch einmal ein BiF, ein Buch im Film, drehen muss war nicht absehbar. Fünf Jahre hat es gedauert, bis wir uns endlich einmal über den Weg liefen.


Die Nominierten für 2025 sind (nach Alphabet):

• Die weiße Stunde – Ein Fall für August Emmerich von Alex Beer
• Die Muse des Teufelsgeigers von Sina Beerwald
• Der Herzschlag der Toten von Ralf H. Dorweiler
• Im Nordwind von Miriam Georg
• Captain Nelson – unter der Flagge des Königs von Mac P. Lorne
• Mord im böhmischen Prater von Beate Maly
• Mord im Stadtpalais von Beate Maly
• Tankred – Adler und Dolch von Michael Römling
• Henriette – Ärztin gegen alle Widerstände von Sabine Trinkaus
• Die Templer – Rose und Kreuz von Daniel Wolf

Den Publikumspreis gewann Sina Beerwald. Eine Buchlesung als Rollenspiel mit Publikum wurde als besondere Performance gewürdigt. Die Gewinner des bronzenen, des silbernen und des goldenen Homers werden im folgenden Video benannt, welches von diesem Wochenende erzählt.