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Donnerstag, 3. September 2026

Amjahid, Mohamed: Alles nur Einzelfälle?

Das System hinter der Polizeigewalt

„Die moderne Polizei, wie wir sie heute kennen, basiert auf diesem Prinzip: Menschen und vor allem Besitz sollen geschützt werden.“ Das Prinzip beruht, so der Autor im 2. Kapitel, welches mit „Eine kleine Geschichte der Polizei“ überschrieben ist, darauf, dass die Polizei von alters her „Eigentum vor der verarmten Bevölkerung zu schützen, die naturgemäß ein Stück vom Kuchen abhaben wollte. Es ging darum, die proletarischen Massen zu kontrollieren und sie dem Adel und später dem Bürgertum als billige, ausgebeutete Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen.“ 

Das Kapitel enthält zwar Hinweise auf die Rolle der Polizei im NS-Staat und die Polizei in der DDR, aber Gründe dafür, wie und warum die Polizei der Bundesrepublik nach deren Gründung so aufgebaut wurde wie sie ist und sich entwickelt hat, führt Amjahid nicht an. 

Das Buch ist Ergebnis einer jahrelangen Beschäftigung mit dem dargestellten Phänomen, es bringt vermutlich jegliche Form von Polizeigewalt, Rassismus, Racial Profiling, Rechtsextremismus in der Polizei, extremistische Chatgruppen zur Sprache, Drohungen gegen den Autor und andere.

Eine große Menge an Fußnoten dient als „Beleg“ für die aufgezeigten Fälle, das Verzeichnis kann mittels QR-Code abgerufen werden. In der Masse sind das allerdings Internet-Adressen, ohne extra, also lesbarer Quelle und mehrfach verweist.

Mohammed Amjahid, geboren 1988, ist Journalist und Autor politischer Bücher, er hat für viele Medien gearbeitet und ist auch ausgezeichnet wurden.



Diese Buchbesprechung, eher ein Essay, erhebt keinesfalls den Anspruch auf Vollständigkeit. Das Netz, ob YouTube oder Instagram ist voll von Berichten und Videos zum Thema, seien sie kurz, privat aufgenommen oder professionell, als Meldung, Bericht oder Reportage, von öffentlich-rechtlichen Medienanstalten oder anderen Portalen. Auf alle im Buch geschilderten Formen von Polizeigewalt werde ich daher nicht eingehen.
  • DNB / Piper / München 1924 / ISBN: 978-3-492-06520-7 / 349 Seiten

Freitag, 31. Oktober 2025

Scheuring, Josef: Den Menschen verpflichtet...

Vom Bundesgrenzschutz zur Bundespolizei

Die unter diesem Büchlein liegende Urkunde ist die letzte nach nun 35 Jahren Dienst in BGS & BPOL. Vorgestern wurde diese mir am Bundespolizeiaus- und Fortbildungszentrum Neustrelitz überreicht. Vorher konnte ich unter fachkundiger Anleitung im Kabinett Bahnpolizei das Signal für die Fahrt in die Pensionszeit auf "Grün" stellen. Heute, 2400 311025, endet damit ein Lebensabschnitt, in dem die Gewerkschaft der Polizei eine wesentliche Rolle spielte.

So kommt es, dass es heute ganz besonders passend erscheint, in diesem Büchlein Josef Scheurings zu blättern, denn hier schildert der Gewerkschafter zurückliegende Ereignisse, die für mich durchaus bedeutend waren. 

Das beginnt mit den Gesprächen in der Schnellerstraße 139 in Berlin, als es im Jahr 1990 darum ging, ob wir / ich  eine Zukunft im BGS haben können oder nicht. Josef erzählt von einer Juristin der Grenzschutzdirektion Koblenz, die diese Gespräche führte und versetzt mich wieder in die Zeit zurück. Er beschreibt sie als "überaus menschlich und faire Person" und so habe ich das auch in Erinnerung. Ob mir Josef Scheuring an diesem Tag begegnete, weiß ich nicht mehr.