Sonntag, 21. Januar 2018

Martin, George R.R.: Der Heckenritter...

... von Westeros - Das Urteil der Sieben.

Sieben ist die magische Zahl der Leute da in Westeros, dem Fantasy-Land des George R.R. Martin, der damit den ersten Band der Vorgeschichte des Riesenepos DAS LIED VON EIS UND FEUER, bekannt auch, vielleicht auch vor allem, durch die Fernsehserie GAME OF THRONES. Davon habe ich schon geschrieben. Über die Erste Staffel und die Hörbücher und auch über die zweite Staffel.

So wie man in früheren Jahren, aber heute ebenso noch, auf Leute treffen konnte, denen Star Wars und Star Treck bis in jedes Detail geläufig war, gibt es diese heute auch für Das Lied von Eis und Feuer. Auch Cpt. Kirks "Jugendzeit" wird nun verfilmt und die Reisen der ersten Enterprise.

Ein Fantasy-Märchen mit wissenschaftlichen Hintergrund das eine, ein mittelalterliches Fantasy-Märchen das andere. Natürlich interessiert die Vorgeschichte der Sieben Königslande.


Die Hauptperson ist Ser Duncan. Ein sogenannter Heckenritter. Wohl nicht von hoher Geburt und erzogen von Ser Alan, der schon einige Jahre nicht mehr unter den Lebenden weilt. Sein Ziel ist es, an einem Turnier teilzunehmen, die manchmal einzige Einnahmequelle solcher Reisigen, bei Erfolg winkte Rüstung und Pferd der Besiegten und vielleicht eine "Anstellung". Oder aber man verarmte total. Ein Turnier endet mit einem Gottesurteil. Ser Dunkan, der sich manchmal "blöd wie eine Burgmauer" vorkommt, erhält einen hochgeborenen Knappen namens Ei, incognito natürlich, der sich sein sein silbriges Haar abschert, welches ihn als Targaryen verraten würde.

Ein Blick in das Impressum verrät, dass die Geschichten in dem Buch, als drei Romane bezeichnet, bereits mehrfach und unterschiedlich veröffentlicht wurden. DER HECKENRITTER stammt aus dem Jahre 1999 (deutsch), DAS VERSCHWORENE SCHWERT 2005 (deutsch), DER GEHEIMNISVOLLE RITTER wurde hier allerdings nun erstmals auf deutsch veröffentlicht.*

Die Abenteuer von Dunkan und Ei sind spannend und kurzweilig, an DAS LIED VIN EIS UND FEUER kommen Sie nicht richtig ran. Zudem ist die Behauptung, hier wäre DIE Vorgeschichte erzählt worden, nicht unbedingt zutreffend, zumindest kann man nur teilweise davon hören. Eher ist es ein Teil der Geschichte des Hause Targaryen, welches ja die Könige von Westeros stellte, bis Jaime Lennister zum Königsmörder wurde und Robert Baratheon auf dem Eisernen Thron Platz nahm. Wobei dies vielleicht folgerichtig sein wird, wenn sich die Geschichte mit John Snow und Daenrys Targaryen erfüllt. Irgendwann. Im Jahr 2019? Dunk´s  Knappe ist natürlich äußerst geschult in seiner Familiengeschichte, so dass die Genealogien manchmal etwas ermüdend waren, denn neben seinem Vater hat er noch eine Reihe von Onkeln. Die Namen der Könige verwirrten schon im Hauptwerk von Martin.

George Raymond Richard Martin ist ein unglaublich produktiver Autor. Wikipedia listet eine riesige Menge an Veröffentlichungen auf. Kurzgeschichten und Kurzgeschichtensammlungen (als Autor und Herausgeber), ein Kinderbuch, acht Romane und eine Menge sogenannte Wild Cards (als Herausgeber und Autor). Und natürlich das große Werk.

Der Verlag schreibt: "Mit dem ersten Band von "Das Lied von Eis und Feuer" setzte er einen Meilenstein in der modernen Fantasy und schuf ein gewaltiges Epos in bester Tolkien-Tradition: eine düstere, grausame, an das Mittelalter erinnernde Welt voller Intrigenspiele, Machtpolitik und Krieg, die die Leser packt und unerbittlich in ihren Bann zieht."


Es ist wirklich nicht nur eine Ritter-Geschichte, aber der Vergleich mit Tolkien hat mich bisher meist zur Ablehnung weiterer Bücher und Reihen solcher Art gebracht. Zudem ist die Geschichte eher mittelalterlich (+Drachen), J.R.R. Tolkien dagegen schuf eine Art Mythologie in bester Tradition der alten Überlieferungen. Insofern mag ich auch hier diesen Vergleich nicht. Ein gut zu lesende und spannende Ritter-Geschichte. Es gibt sie auch als Graphic Novel.





Es sei allerdings betont, auch ich bin von GAME OF THRONES irgendwie fasziniert, habe sämtliche Staffeln in zwei Monaten "erledigt" und bin nun bei Hörbuch 12 angelangt.  Es war folgerichtig, denn zur Geschichte des Autors finden sich immer Gesprächspartner. Und aus verschiedenen Anlässen entstehen dadurch Geschenkideen. Dieses Buch war eine.

SEHEN - HÖREN - LESEN: 
GAME OF THRONES kann auf vielfältige Art und Weise genossen werden.




► George R.R. Martin in der Wikipedia
► George R.R. Martin in Random House
► George R.R. Martin - offizielle Hompage
DNB / penhaligon / München 2013 / ISBN: 978-3-7645-3122-5 / 413 Seiten

* überarbeitete Neuauflage 2013 - also nicht ganz neu.

© KaratekaDD


Freitag, 19. Januar 2018

Dowidat, A.S.: Herr Jakob träumt


Hin und wieder gelingen Herrn Jakob kleine Fluchten aus seinem Leben als Bibliothekar und Berufspendler. Doch die zunehmenden Anforderungen des Alltags und eine als bedrohlich empfundene Hektik wecken in ihm eine immer stärkere Sehnsucht nach Ruhe. Die Gespräche mit einem Huhn bringen ihn endgültig dazu, sich nicht länger gegen sein Bedürfnis zu wehren: Herr Jakob beschließt zu schlafen (...) Die Geschichte von einem Menschen, der sich auf eine außergewöhnliche Reise begibt und dabei einen erstaunlichen Ort entdeckt.

  • Taschenbuch: 180 Seiten
  • Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (22. November 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3746015901
  • ISBN-13: 978-3746015903











EIN SEHNSUCHTSBUCH...



Wer fühlt sich nicht gelegentlich gestresst, von der Hektik des Alltags getrieben, vom Hamsterrad des Lebens gegängelt? Nun, Herrn Jakob geht es jedenfalls genau so. Er hat das Gefühl, nur noch funktionieren zu müssen und seine eigentlichen Bedürfnisse nie ausleben zu können. Der Beruf als Bibliothekar, der ihm immer sinnloser erscheint, der nicht enden wollende Streit mit seiner Exfrau, die nicht abreißenden Forderungen seiner Töchter, die sich zuspitzenden Geldsorgen und die allzu dynamische Putzfrau - all dies sind Faktoren, denen sich Herr Jakob zunehmend weniger gewachsen fühlt. Er sehnt sich ganz einfach nach Ruhe.

Der graue Winter verstärkt dieses Bedürfnis nach Ruhe noch, die Hektik der Menschen um ihn herum macht Herrn Jakob immer müder, und so sucht er händeringend nach einem Ausweg. Immer schwerer fällt es ihm, morgens rechtzeitig wach zu werden, immer früher hat er das Gefühl, ins Bett gehen zu müssen, und schließlich fasst er einen Entschluss: Er wird einen Winterschlaf halten. Und so trifft er akribisch seine Vorbereitungen und gleitet schließlich in einen langen Schlaf, in eine Traumwelt, die manch merkwürdige Begegnung für Herrn Jakob bereit hält. Doch vor allem lehrt sie ihn eines: Lebe den Augenblick!


"...und in Herrn Jakob (...) breitete sich das wohlige Gefühl aus, um nichts auf der Welt an einem anderen Ort sein zu wollen. Für einen kurzen Moment empfand er ein solch mächtiges Wissen des Angekommenseins, dass es ihn innerlich schauderte und er seufzend ausatmete."


Im Grunde ist dies ein Sehnsuchtsbuch, rührt es doch an die eigenen Bedürfnisse des Lesers, zumindest gelegentlich der Hektik des Alltags zu entfliehen, sich auf den Augenblick zu besinnen und ganz bei sich zu sein. Herr Jakob driftet ganz sicher unmerklich auf ein Burnout-Syndrom zu oder gar auf eine Depression, manche Ereignisse erinnern auch fast an den Beginn einer Demenz, aber benannt wird hier nichts davon. Das ist in meinen Augen jedoch nicht weiter tragisch, denn auch diese Erkrankungen tragen im Kern ein Entfremden von der Welt und von sich selbst in sich, oftmals verbunden mit einer zunehmenden Müdigkeit und dem Gefühl, den Anforderungen des Alltags nicht mehr gewachsen zu sein. Doch das Bedürfnis nach Ruhe in unserer unruhigen Zeit verspürt sicher jeder von uns - mal mehr und mal weniger. Insofern bietet das Buch in vielerlei Hinsicht eine Plattform der Identifikation.

Herr Jakob selbst erscheint in dem kleinen Roman merkwürdig unscharf, fast selbst wie eine Traumfigur der Welt, in die er nur zu bald hinübergleitet. Der Blick auf Herrn Jakob bleibt stets ein distanzierter, vieles wird vage gehalten - und bietet damit einen interessanten Kontrast zu den teilweise überaus detailliert geschilderten Beobachtungen von Herrn Jakob in der Traumwelt, wie z.B. der Weg einer Wolke quer über den Himmel. Dieses Buch schreibt jedenfalls nicht nur vom Entschleunigen, es entschleunigt auch das Lesen.

Der Schreibstil ist behutsam und klar, was sehr gut zu dem Geschehen selbst passt. Manches wird nur angerissen und bleibt letztlich offen, was mich ein wenig verwirrt hat, doch insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Das offene und leise Ende bildet für mich einen passenden Schlusspunkt.

Ein Buch, das einen Kontrapunkt darstellt zu unserer schnelllebigen Zeit und an das gemahnt, was uns wirklich gut tut: Achtsamkeit und Ruhe.


© Parden









A.S. Dowidat wurde 1970 in Duisburg geboren und lebt in Bonn. Sie staunt gerne, denkt gelegentlich leise und träumt bei Tag und bei Nacht. Sie studierte ev. Theologie und Rechtswissenschaften, promovierte in ev. Theologie und arbeitete bislang als Zeitungsbotin, Psychiatriepförtnerin, Verwaltungsjuristin, Pfarrerin und aktuell als Klinikseelsorgerin. Sie ist Mitglied im Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V., in der Autorinnenvereinigung e.V. und im Montségur Autorenforum.

übernommen von Lovelybooks

Samstag, 13. Januar 2018

Multhaupt, Philipp: Herrn Murmelsams Fieberträume


„Einmal war Herr Murmelsam sehr krank. Im Fieberwahn ersann er die Kunst des knisternden Flüsterns, schwelgte in der Heimlichkeit der ersten Liebe und in der eisernen Schönheit der Einsamkeit. Er schenkte den Menschen die Knautschvögel und eines Nachts erfand er sogar den Mond.“

Philipp Multhaupt erzählt Geschichten für Erwachsene, die im Herzen Kinder geblieben sind und sich heute noch trauen, an die Macht der Fantasie zu glauben. Seine Helden sind vergessene Träumer in einer kalten, erstarrten Gesellschaft. Zwischen Luftschlössern und Irrlichtern suchen sie die Liebe, das Glück und ihren Weg. Sie entdecken das Besondere im Verborgenen. Und manchmal finden sie dabei auch sich selbst.


(Klappentext periplaneta Verlag)


  • Taschenbuch: 164 Seiten
  • Verlag: Periplaneta; Auflage: 1 (1. März 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3943876721
  • ISBN-13: 978-3943876727












POETISCHE FIEBERTRÄUME...



29 Träume fabuliert Herr Murmelsam in seinem Fieberwahn, der drei lange Tage und Nächte anhält - 29 Kurzgeschichten erwarten den Leser hier, die ihn mitnehmen auf eine fantastische Reise. Er begegnet hier z.B. einem Flüsterkünstler, dem Mädchen mit dem Mondscheinlächeln, einem Knautschvogel und macht sich auf die Suche nach dem Geschmack von Wolken.

Dabei entpuppt sich nicht nur eine faszinierende Fantasiewelt, die haarscharf an unserer Realität vorbeischrammt - aber so ist das nun einmal bei Träumen - sondern es öffnen sich auch Einblicke in das Seelenleben von Menschen wie du und ich. Von Ängsten, vom Mutigwerden, von Liebe, von Glück, von der Suche nach etwas - und manchmal von sich selbst.

Eine Rezension kann diesen Geschichten nicht gerecht werden, denn dafür müsste man auf jede einzelne der 29 Träume eingehen. Doch die fein geschliffene, bildhafte Sprache, die sanfte Poesie, die Liebenswürdigkeit in der Darstellung der Figuren, das ist allen Geschichten gemein. Als beispielsweise ein alter Mann zu erzählen beginnt, wie er den Mond an den Himmel gemalt hat:


"Ich krame einfach alles hervor, was ich dabeihabe", hat der Alte erklärt und es gewissenhaft aufgezählt. "Eine Handvoll kleiner Gedankenknospen (...) ein geborgtes Lächeln, ein paar perlmuttfarbene Traumreste aus der vorigen Nacht, eine Landstreichermelodie, einen ungeschriebenen Liebesbrief, eine Erinnerung an meinen ersten Tag am Meer, ein paar Sekunden, von denen ich schon geglaubt hatte, ich hätte sie verloren, dabei hatte ich sie nur verlegt. All diese Dinge fülle ich in ein halbvolles Honigglas (...) und rühre sie mit dem verbliebenen Honig an, um die Mischung einzudicken (...) und dann, im honigblassen Licht des neugeborenen Mondes, lieben wir uns viele Male." (S. 55 f.)


In dieser Sammlung von Träumen ist es erstmals geschehen, dass mir keine einzige der Geschichten nicht gefiel - wie sonst stets bei derartigen Büchern mit Kurzgeschichten. Dabei gibt es welche zum Selber-Träumen, melancholische Erzählungen, Texte, bei denen man schmunzeln kann - und stets kleine Gedankenanstöße, die sich aber als leises Angebot verstehen und nicht mit der Keule schwingen. Eine überaus angenehme Mischung, und für mich hätte Herr Murmelsam ruhig noch ein wenig weiter fiebern können - (oh, Entschuldigung).

Nach Philipp Multhaupt jedenfalls halte ich weiter Ausschau. Vielleicht hat er ja eines Tages auch so viel zu erzählen, dass er einen Roman schreibt. Ich darf ja auch wohl mal träumen...


© Parden













Der periplaneta Verlag schreibt über den Autor:

Philipp Multhaupt wurde 1989 in Detmold geboren und schreibt – um gleich mit einem Klischee zu beginnen – seitdem er denken kann. Dem zweiten Klischee folgend, wusste er schon sehr früh, dass er nur Schriftsteller werden will und vielleicht studiert er genau deshalb auch seit 2009 Literaturwissenschaften an der Uni Tübingen. Als Kind versuchte er sich als der umbekümmerte Phantast, als Teenager driftete er in die dunkelpoetische Weltschmerzlyrik ab und heute schreibt er Geschichten, in denen die Grenze zwischen Phantasie und Wirklichkeit verschwimmt. Zu seinen Vorbildern zählen Michael Ende oder auch Jorge Luis Borges. Seit ein paar Jahren ist er in der baden-württembergischen Poetry-Slammer-Szene aktiv und konnte sich dreimal in Folge für die Landesmeisterschaften qualifizierten.

übernommen vom periplaneta Verlag

Dienstag, 9. Januar 2018

Buchholz, Quint: Im Land der Bücher

An sich schreibe ich ja nicht so oft über "Bilderbücher". Auch nicht über Bücher, die nicht über mehr als 26 Doppelseiten und 26 (!) Zeilen auf diesen verfügen. Aber dieses Büchlein hat es in sich. Es ist auch so, dass ich es zu einem Zeitpunkt erhielt, zu dem es besonders wirkte. Es war ein Zeitpunkt ziemlicher Traurigkeit. Aber der Illustrator Quint Buchholz schaffte es, mit seinen Bildern abzulenken und auch ein wenig Frohsinn herbeizuzaubern. Wobei der Absenderin des riesigen Paketes, in  dem das Büchlein versteckt war, noch viel mehr zu danken ist. DANKE!


Es stimmt, was der Verlag in seiner Präsentation schreibt: Lachen und Weinen, Fantasie, Ermutigung, Befreiung und noch viel mehr bringen Bücher. Manchmal eben auch mit Bildern, die sowohl "magisch als auch hintergründig komisch" sind.  Man muss schon ein "leidenschaftlicher Bücherliebhaber" sein, wenn man eine solche Hommage schreibt bzw. malt. So wie Quint Buchholz, der 1957 in Stollberg geborene Illustrator, der Kunstgeschichte, Malerei und Grafik studierte. Illustriert hat er Bücher für Jostein Gaarder und Amos Oz, zwei meiner Lieblingsautoren. Aber auch für Elke Heidenreich, von der ich zwar noch nichts gelesen habe, die aber passend zu diesem Büchlein schreibt:




 "Davon, was Bücher für uns sein können, 
erzählen Quint Buchholz Bilder und seine klugen und sparsamen Texte: Trost,  Heimat, Schutz, Spiegel. Schirm, Bett - 
wir schweben durch dieses Buch und tauchen, 
über und über mit Glück beschneit, 
am Ende wieder daraus auf."

"Einer ahnt den Abschied und er weint!" - So lautet der Text zum nebenstehenden Bild und dieses Bild führte beim ersten Durchblättern zu einem besonderen Gefühl. 


"Einer schaut an unbekannte Orte" steht neben diesem Bild. Wie oft ging es mir genauso. Seien es Abenteuerbücher und Reisebeschreibungen gewesen. Oder aber zurück in  vergangene Zeiten. All das berührt der Maler und Texter mit wenigen Worten und starken Bildern. Darum muss man nicht mehr schreiben, als schon auf der Rückseite des Buches zu lesen ist:

"Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an die Vielfalt und Einzigartigkeit der Bücher. Ein Reiseführer ins Reich der Lesenden, der viele Fährten legt und bleibende Spuren hinterlässt." 







DNB / Carl Hanser Verlag / München 2013 / ISBN: 978-3-446-24320-0

© KaratekaDD



Montag, 8. Januar 2018

Erdmann, Nadine: CyberWorld 5.0 - Burning London


Nach den dramatischen Ereignissen in Yonderwood hoffen Jemma, Jamie, Zack und ihre Freunde eigentlich bloß auf Ruhe, die Rückkehr in den Alltag und einen coolen Ausflug nach CyberLondon, der neuen Simulationswelt in der CyberWorld. Doch was als netter Abend in der CyberCity geplant war, wird schon bald zu einem tödlichen Wettlauf gegen die Zeit, denn Terroristen kapern die Stadt – und sie kennen kein Erbarmen …

(Klappentext Amazon.de)

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 1561.0 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 268 Seiten
  • Verlag: Greenlight Press; Auflage: 1 (29. November 2017)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B077PSHQZ2
  • Reihe: CyberWorld, Bd. 5 









Ich danke der Autorin Nadine Erdmann ganz herzlich für die Möglichkeit, dieses Buch als Rezensionsexemplar lesen zu dürfen! 







CYBER-TERROR...


Quelle

CyberLondon ist das virtuelle Abbild der britischen Hauptstadt, und ein Stadtbummel oder ein Konzertbesuch lassen sich so ganz gemütlich vom heimischen Sofa aus bewerkstelligen. Nach einem anstrengenden Tag wollen die Zwillinge Jamie und Jemma sowie ihre Freunde Zack und Will in Ruhe den Abend genießen und sich virtuell in die CyberCity begeben. Schließlich haben die R.A.T.s für diesen Abend eine ganz besondere Überraschung versprochen. Diese geheime Gruppe von Technologiegegnern hat bereits in den vergangenen Wochen für einige originelle Aktionen in CyberLondon gesorgt, doch dieser Abend soll alles andere in den Schatten stellen.

Was die vier Freunde dann aber in CyberLondon erwartet, entspricht so gar nicht ihrer Vorstellung von einem gemütlichen Abend. Die Aktion der R.A.T.s entpuppt sich als terroristischer Akt - und plötzlich finden sich die Vier in einer Art Cybergame ohne Spielregeln: die Jagd ist eröffnet. Die Terroristen haben die komplette CyberCity unter Kontrolle und jede Menge fieser Fallen aufgebaut - sämtliche Avatare, die sich an dem Abend in die virtuelle Stadt begeben haben, sind nun die Geiseln der R.A.T.s, und der Rückweg in die reale Welt ist versperrt. Doch was will die Gruppe der Technologiegegner wirklich? Und wird es den Freunden mit Hilfe von Ned und seinem Vater gelingen, CyberLondon rechtzeitig zu verlassen?

Dies ist bereits der fünfte Band der CyberWorld-Reihe, und wieder hat sich Nadine Erdmann etwas ganz Besonderes ausgedacht: eine komplette virtuelle Stadt, die Sightseeing vollkommen neu definiert, das hat schon etwas. Aber natürlich geht es hier in erster Linie wieder um die Abenteuer, die diesmal alleine Jamie, Jemma, Zack und Will in CyberLondon bestehen müssen. Die anderen beiden 17Jährigen, Charlie und Ned, haben an dem Abend andere Pläne, doch als der Terrorakt bekannt wird, versuchen sie alles, um ihren vier in der CyberWorld gefangenen Freunden zu helfen.

Actionlastig ist dieser fünfte Teil der Reihe, und tatsächlich gönnt die Autorin ihren Helden - und dem Leser - kaum einmal eine Atempause. Dabei sind die in CyberLondon lauernden Gefahren abwechslungsreich und überraschend, und gekonnt spielt Nadine Erdmann hier auch mit den Ängsten der Leser. Doch neben Action und Spannung spielen auch wieder Themen wie Freundschaft und Liebe, Ängste und Wut, Trauer und Verletzlichkeit eine große Rolle, und dies alles in einer angemessenen Dosierung. Diese gelungene Mischung sorgt zusammen mit dem wieder einmal flüssigen Schreibstil dafür, dass man das eBook kaum einmal aus der Hand legen möchte. Seit langem kam ich so wieder mal zu einer halb durchlesenen Nacht...

Sehr gelungen fand ich den ständigen Perspektivwechsel zwischen den Abenteuern in der CyberWorld und dem Geschehen in der realen Welt, in der sich fieberhaft bemüht wird, den Terrorakt zu beenden und die tausenden von Geiseln zu retten. Gerade auch die Wechselwirkung zwischen den beiden Welten hat Nadine Erdmann überaus glaubhaft und nachvollziehbar dargestellt. Gut gefallen hat mir ebenfalls, dass in dieser Folge auch einmal die Kehrseite der Medaille beleuchtet wird - die möglichen Gefahren und Nachteile, die solch eine erweiterete Technologie wie die CyberWorld mit sich bringen kann. Bei aller Begeisterung, die die technischen Errungenschaften so mit sich bringen, wird hier doch deutlich, dass man nicht alles kritik- und gedankenlos hinnehmen kann und darf, und dass mit den zunehmenden Möglichkeiten auch das Gefahrenpotenzial steigt.

Doch sind diese Themen nicht der Schwerpunkt der Handlung - es erwarten den Leser also keine philosophischen Grübeleien - sie sind vielmehr einfach der notwendige Hintergrund für ein überaus spannendes Jugendbuch mit authentischen und sympathischen Charakteren, die man am Ende gar nicht gerne ziehen lässt. Zum Glück erwarten uns noch Band 6 und 7 - ich bin gespannt!

Wer die Reihe noch nicht kennt: Lesen!


© Parden







Quelle

Im Laufe der Zeit haben die Bücher der Reihe mehrfach ihr Gewand sowie den Titel gewechselt, was den Überblick womöglich etwas erschwert. Im Blog gibt es aber Rezensionen zu allen vier vorherigen Bänden (in der jeweiligen Original-Version), auf die ich an dieser Stelle gerne verweisen möchte:


  1.  CyberWorld 1.0: Mind Ripper

  2.  CyberWorld 2.0: House of Nightmares

  3.  CyberWorld 3.0: Evil Intentions

  4.  CyberWorld 4.0: The Secrets of Yonderwood










Nadine Erdmann schreibt über sich selbst:

Ich wuchs in einem Haus voller Bücher und Musik auf und seit ich denken kann, liebe ich Geschichten. Selbst welche zu schreiben, war aber lange Zeit nur eine fixe Idee, denn die Schriftstellerei gilt als brotlose Kunst und so musste zunächst ein anständiger Beruf her.

Da ich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten wollte, studierte ich Lehramt, verbrachte einen Teil meines Studiums in London und unterrichtete als German Language Teacher an einer kleinen Privatschule in Dublin. Zurück in Deutschland wurde ich Studienrätin für Deutsch und Englisch und arbeitete an einem Gymnasium und einer Gesamtschule in NRW. Der anständige Beruf war mir damit sicher, aber mein Herz hing mehr und mehr daran, Geschichten zu schreiben...

übernommen von der Homepage der Autorin

Freitag, 5. Januar 2018

LWH: Neuauflage der BÄRENSÖHNE

Es gibt so Verlage, die sich ganz speziellen Programmen widmen. Einer davon ist der Palisander-Verlag, der sich dem Werk der Liselotte Welskopf-Henrich widmet. Dem aufmerksamen Leser, der aufmerksamen Leserin dieses Blogs dürfte dies allerdings bekannt sein. 
Das Hauptwerk der Autorin ist die sechsbändige Reihe DIE SÖHNE DER GROSSEN BÄRIN. Nun hat der Verlag dieses Werk neu herausgebracht und sich dabei an die Originalvorlagen gehalten, was sehr begrüßenswert ist.

Die Schutzumschläge bestechen schon einmal, denn der Verlag verließ sich auf die Kunst von Claudia Lieb, die bereits  DIE GESCHICHTE DES SITTING BULL von Erik Lorenz (hier) auf wunderschöne Art illustrierte.

Es ist dem Verlag nun also zu danken, dass mit dieser Ausgabe das "indianische" Gesamtwerk sowohl als eBook als auch in der Printversion vorliegt. Es besteht aus den "Bärensöhnen" und der Fortsetzung ungefähr 90 Jahre später: DAS BLUT DES ADLERS heißt die Pentalogie.






Natürlich sind in unserem Blog schon vielseitige Beiträge zum Werk der Althistorikerin Welskopf-Henrich enthalten. Hier sei nun zitiert, was der Verlag zur Neuauflage der "Bärensöhne" schreibt:

"Die Söhne der Großen Bärin" ist eine Indianer-Roman-Hexalogie von Liselotte Welskopf-Henrich, die besonders in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) sehr erfolgreich war und auch heute noch viele Anhänger hat. Zunächst erschien 1951 eine einbändige Ausgabe Die Söhne der großen Bärin, die ab 1963 um die Vorgeschichte der Jugend von Harka zur Trilogie erweitert wird. Ab 1970 besteht „Die Söhne der großen Bärin“ aus sechs Bänden. Held der mit wissenschaftlichen Kenntnissen geschriebenen, aber auch phantasievollen und spannenden Indianerbücher ist der Lakota-Junge Harka, der sich später als Häuptling Tokei-ihto nennt. Die Autorin zeichnet die Hauptfiguren mit ihren biographischen Brüchen durchaus zwiespältig, ohne dass die Sympathie des Lesers mit den indianischen Hauptfiguren darunter leidet. Anders als andere Indianer-Erzählungen beruht der Romanzyklus von Welskopf-Henrich auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und ist deutlich weniger von Gut-Gegen-Böse- Schwarz-Weiß-Malerei („Der gute Rote Mann gegen den bösen Weißen Mann“) geprägt. Unter dem gleichen Titel wie der Romanzyklus entstand 1966 bei der DEFA der ebenfalls sehr erfolgreiche Film "Die Söhne der großen Bärin" mit Gojko Mitic in der Hauptrolle als Tokei-ihto. Die erste Fassung des Drehbuches schrieb abermals Liselotte Welskopf-Henrich; nach Unstimmigkeiten mit den Machern des Filmes zog sie ihren Namen als Drehbuchautorin jedoch letztendlich zurück. 1968 erhielt Liselotte Welskopf-Henrich den Friedrich-Gerstäcker-Preis für diesen Romanzyklus."


© KaratekaDD



Donnerstag, 4. Januar 2018

Riekers, Hans-Rainer: Eiskalte Jagd - Eine Gangsterjagd im Schneesturm


Oma Richter hat es sich so schön ausgemalt: Zu ihrem 60 Geburtstag im März hat sie die ganze Familie in ein schönes Hotel auf Usedom eingeladen. Die ersten Sonnenstrahlen im Strandkorb genießen, während die Kinder am Ostseestrand herumtoben und ihren Drachen steigen lassen. Das wäre herrlich. Leider wird daraus nichts. Kaum auf der Insel eingetroffen, kommt es zu einem schweren Wintereinbruch und ein Schneesturm zieht auf. Dann geraten Lena und Bjarne auch noch in eine undurchsichtige Geschichte, die sie am Ende in die Gewalt von zwielichtigen Gestalten bringt. Eine aufregende Gangsterjagd beginnt.


  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 518 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 111 Seiten
  • Gleichzeitige Verwendung von Geräten: Keine Einschränkung
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B00QU5AMKC













NICHTS MIT INSELIDYLLE...



Manchmal kann man unter den Selfpublishern richtige Schätze entdecken. Und dieser Kinderkrimi (Altersempfehlung ab 10 Jahren) muss sich nicht hinter Abenteuern von TKKG & Co. verstecken. Ganz im Gegenteil. Hans-Rainer Riekers weiß, wovon er da schreibt - immerhin hat er bis zu seiner Pensionierung selbst als Polizeibeamter seinen Dienst verrichtet. Um seinen Enkelkindern eine Freude zu machen, begann er als Pensionär, Kinderkrimis zu schreiben. 'Eiskalte Jagd' ist der dritte von mittlerweile sechs Krimis - für mich allerdings der erste.

Angenehm flüssig und kindgerecht geschrieben, schafft Riekers einen gelungenen Mix aus dem Urlaubsgeschehen mit der Familie und den spannenden Ereignissen, in die vor allem die Kinder Lena und Bjarne geraten. Zwar zuckten an der ein oder anderen Stelle meine Augenbrauen in die Höhe, weil manche Entscheidungen und Handlungen doch sehr fragwürdig waren (aus Sicht der Erwachsenen), aber ich weiß, dass mir das als Kind wohl egal gewesen wäre. Nicht so egal sind mir einige übersehene Rechtschreibfehler, aber die schmälern das Lesevergnügen nur minimal.

Von mir eine klare Empfehlung!


© Parden










Hans-Rainer Riekers wurde 1951 in Bremen geboren und hat dort bis zu seiner Pensionierung als Polizeibeamter Dienst verrichtet. Das Interesse der Enkelkinder an seinem Beruf war immer sehr groß.
Oft kam die Frage: „Hast Du heute wieder einen Räuber gefangen?“ Nun, so häufig klappt das mit der Festnahme von Räubern leider nicht und nur in seltenen Fällen ist das reale Polizeigeschehen als Kinderunterhaltung tauglich. So entschloss Hans-Rainer Riekers sich, der Neugier seiner Enkelkinder literarisch Rechnung zu tragen.

Die Kinderkrimis von Hans-Rainer Riekers sind sind kindgerecht geschrieben und ebenso spannend wie humorvoll. Sie werden deshalb auch von Erwachsenen gerne gelesen. Der Autor legt besonderen Wert auf die Heimatbezogenheit seiner Romane. Die Orte der Handlung hat der Autor alle selbst besucht, sie soweit wie möglich authentisch dargestellt und detailgetreu beschrieben. So ist es möglich, mit den Kindern auf den Spuren der Handlung zu wandeln. Gerade bei den Inselkrimis bereitet dieses viel Vergnügen.


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