Freitag, 22. Mai 2020

Thiele, Markus: Echo des Schweigens

Ärzte schreiben Bücher. Polizisten schreiben Bücher. Malermeister schreiben ebenfalls Bücher. Und dann schreiben, natürlich, auch Juristen Bücher. Wir meinen hier nicht, dass sie Fachbücher schreiben, das tun sie vielleicht auch. Hier geht es um belletristische Bücher. Wieder liegt eines vor mir. Der Rechtsanwalt Markus Thiele hat ECHO DES SCHWEIGENS geschrieben. Verwendet hat er einen bekannten Fall, den er verknüpft mit deutscher Geschichte: Dem Holocaust. 

Um was geht es: Der Rechtsanwalt Hannes Jansen hat einen großen Karrieresprung vor sich. Gewinnt er diesen Fall, wird er Partner einer großen Kanzlei. Verteidigen soll er einen Polizeibeamten, der beschuldigt wird, einen Asylbewerber im Polizeigewahrsam angezündet und ermordet zu haben. Es ist nicht der erste Prozess in diesem Fall. Doch jetzt liegt ein neues Gutachten vor, mehr als zehn Jahre nach der Tat: Doktor Sophie Tauber hat festgestellt, dass das Opfer sich keinesfalls selbst entzündet hat, wie ursprünglich behauptet wurde. Durch den Nachweis von Cyanid (Blausäure) und den Verbrennungsgraden kann nur ein Brandbeschleuniger wie Benzin verwendet worden sein. Daher hat ein Polizist nachgeholfen. Doch welcher war das?

Donnerstag, 21. Mai 2020

Hecker, Frederic: Totenblass

Frankfurt an einem nasskalten Novemberabend: Eine nackte, mit seltsamen Wunden übersäte Frauenleiche treibt im Main. Kriminalhauptkommissar Joachim Fuchs und seine neue Kollegin, die junge Fallanalystin Lara Schuhmann, stehen vor einem Rätsel. Nach der Obduktion sind sie überzeugt, dass sie es mit einem perfiden Serienmörder zu tun haben. Als Fuchs während der Ermittlungen der Zeugin Sophia näherkommt, wird er wegen Befangenheit von dem Fall abgezogen. Auf eigene Faust ermittelt er weiter – und setzt damit eine folgenschwere Ereigniskette in Gang …  
  • Taschenbuch: 608 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag; Auflage: Erstmals im TB (16. März 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3734107350
  • ISBN-13: 978-3734107351
  • Reihe: Joachim Fuchs & Lara Schuhmann (Bd. 1)


Der Auftakt der neuen Thriller-Reihe konnte mich leider nicht ganz überzeugen. Trotz spannendem Plot wirkt die Polizeiarbeit nämlich oft dilettantisch, von medizinischen Sachverhalten hat der Autor offenkundig mehr Ahnung... Schön war es allerdings, diesen Roman im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin zu lesen und die Eindrücke der anderen Leser*innen mit den eigenen zu vergleichen. Dem Blandvalet Verlag danke ich an dieser Stelle für die Bereitstellung eines Leseexemplars!

Sonntag, 17. Mai 2020

Anappara, Deepa: Die Detektive vom Bhoot-Basar

Detektivarbeit ist kein Kinderspiel. Der neunjährige Jai schaut zu viele Polizei-Dokus, denkt, er sei klüger als seine Freundin Pari (obwohl sie immer die besten Noten bekommt) und hält sich für einen besseren Anführer als Faiz (obwohl Faiz derjenige mit zwei älteren Brüdern und einem echten Job ist). Als ein Junge aus ihrer Klasse verschwindet, beschließt Jai, sein Fernsehwissen zu nutzen, um ihn zu finden. Mit Pari und Faiz an seiner Seite wagt er sich in den verwinkelten Bhoot-Basar und dann weiter hinaus in die verbotenen Viertel der Stadt. Doch mehr und mehr Kinder verschwinden, und die Dinge in der Nachbarschaft werden kompliziert …






  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Buchverlag; Auflage: 1. (10. März 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung:  pociao &  Roberto de Hollanda
  • ISBN-10: 3498001183
  • ISBN-13: 978-3498001186
  • Originaltitel: DJINN PATROL ON THE PURPLE LINE
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Dieser Roman ist keine leichte Kost. Haltlose Zustände erzählt aus der noch hoffnungsvollen Sicht von Kindern - eindrucksvoll, bildgewaltig, nachhallend... Schön war es, diesen Roman im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks zu lesen und die Eindrücke der anderen Leser*innen mit den eigenen zu vergleichen. Dem Rowohlt Verlag danke ich an dieser Stelle für die Bereitstellung eines Leseexemplars!

Freitag, 15. Mai 2020

Sawatzky, Gerhard: Wir selbst

Verschollen und gefunden
Gewissen Büchern haften große Geschichten an. Das darf auch große Geschichte sein. Manchmal sind es ebenso Geheimnisse, die gelüftet werden, wenn ein verschollenes Buch aus verstaubten Archiven oder sorgsam gehüteten Kisten kommt.
Ein solches Buch liegt hier vor mir. Sein Inhalt ist nicht in Gänze so geheimnisvoll, denn gelegentlich wurden Teile davon gedruckt. In den achtziger Jahren, in der Sowjetunion. Aber im Jahre 1938 war der Druck des knapp tausendseitigen Werkes beschlossene Sache. In dieser Zeit konnte man sich darauf nicht unbedingt verlassen, wir werden sehen, woran dies lag.

Es darf bezweifelt werden, dass der Roman WIR SELBST von Gerhard Sawatzky (1901 – 1941) heute in solcher Aufmachung im Galiani Verlag oder in einem anderen deutschen Verlag verlegt werden würde. Warum? – Kommen wir erst einmal zum Inhalt (Vorsicht! Spoiler!)

Freitag, 8. Mai 2020

Dusse, Karsten: Achtsam Morden

Hach, diese Beschäftigung mit dem, was andere Blogger so verzapfen, zeigte wieder einmal Wirkung. Die veranschlagte Zeit war allerdings überschaubar, denn mit 9 Stunden und 14 Minuten hatte das ungekürzte Hörbuch eine moderate Länge, die gut dazu passt, wenn man, wie ich, während der letzten Kapitel seinen Kühlschrank wegens der Hygiene auseinander nimmt, obwohl dies eher darauf schließen lässt, dass ich die Lehrsätze des Joschka Breitner nicht so ganz verstanden habe, die er in "Entschleunigt auf der Überholspur - Achtsamkeit für Führungskräfte" nieder geschrieben hat.


Denn: Wenn du einen Kühlschrank sauber machst, machst du einen Kühlschrank sauber. Wenn du eine Rezension schreibst, dann schreibst du eine Rezension. Und wenn du mit deiner Tochter einen Wochenendausflug an den See machst, dann machst du genau dieses und der Besitzer des Häuschens im Kofferraum deines Audi A8, Dienstauto deines Kanzleichefs, ist gerade nicht dran. Björn Diemel hat gelernt, ACHTSAM zu sein und der Titel verrät es schon, dies gilt für alle Vorhaben wie meinen Kühlschrank und Björns wichtigsten Mandanten, den Dragan. Björn ist Anwalt und hat eine Menge Erfahrung, mit der Abwendung von staatlichem Unbill für Dragan und seine Officers. 

Donnerstag, 7. Mai 2020

Tellkamp, Uwe: Die Carus - Sachen.

Die Carus – Sachen. Neulich stieß ich wieder mal auf Uwe Tellkamp. Es ist ein Weilchen her, da ich den dicken TURM in den Händen hatte. Damals schrieb ich sinngemäß begeistert von der Art und Weise des Schreibens dieses Dresdner Autoren und regte mich gleichzeitig darüber auf, dass Tellkamp in seiner Dresden-Beschreibung so manches Fiktives dar und neben Faktisches stellte. Der Suhrkamp / Inselverlag beschreibt das Buch als „eine Rückkehr in die Welt des Turms“.

Das Buch. Der Roman ist auch die Geschichte einer Arzt-Familie, der Vater ist Oberarzt an der Medizinischen Akademie Carl Gustav Carus und der Name dieses Gelehrten kommt nicht von ungefähr.

Nun schickt Tellkamp, selbst Arzt, ein kleines Büchlein hinterher, welches diesem Carus gewidmet ist.


Montag, 4. Mai 2020

Borger, Martina: Wir holen alles nach

Job und Kind unter einem Hut – die alleinerziehende Sina jongliert damit seit Jahren. Seit kurzem wird sie von ihrem neuen Partner Torsten dabei unterstützt. Und sie haben Ellen, Ende sechzig, die sich für Nachhaltigkeit einsetzt und das hat, was sich Sinas Sohn Elvis so wünscht: Zeit, Geduld – und einen Hund. Doch dann widerfährt dem sensiblen Jungen etwas Schlimmes. Da er sein Geheimnis nicht preisgibt, spinnt sich ein fatales Netz aus Gerüchten um die kleine Patchworkfamilie. 

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (25. März 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257071302
  • ISBN-13: 978-3257071306

 
Die Erzählung hält dem Leser einen Spiegel vor - oft genug muss man sich beim Lesen fragen: wie hätte ich gehandelt, was hätte ich gedacht? Schön war es, diesen Roman im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks zu lesen und die Eindrücke der anderen Leser*innen mit den eigenen zu vergleichen. Dem Diogenes Verlag danke ich an dieser Stelle für die Bereitstellung eines Leseexemplars!

Sonntag, 3. Mai 2020

Christos, Thomas: 1965

Düsseldorf, 1965: Für den jungen Kommissar Thomas Engel ist die Stadt am Rhein der verheißungsvolle Beginn eines neues Lebens. Als er zum ersten Mal ein Konzert der Rolling Stones sieht, gibt es für ihn kein Weg zurück, die Provinz liegt weit hinter ihm. Er stürzt sich in das Leben und in seine Arbeit, die ihm gleich einen spannenden Fall beschert. Ein junges Mädchen wird in der Ruine Kaiserswerth tot aufgefunden. Engel versteht nicht, dass seine Kollegen nicht gleich die Spur verfolgen, die geradewegs in die dunklen 1930er Jahre führt. Versucht man etwas vor ihm zu verheimlichen, und warum will niemand sehen, was so offensichtlich auf der Hand liegt? 





 
  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Verlag; Auflage: Originalausgabe (2. März 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3764507195
  • ISBN-13: 978-3764507190

 
Der Titel machte mich neugierig, denn dieser bezeichnet nicht zuletzt auch mein Geburtsjahr, und mein Vater war seinerzeit als Polizist einige Jahre lang auch immer wieder einmal in Düsseldorf eingesetzt. Vielleicht konnte ich ja ein wenig an dem Flair vergangener Jahre schnuppern? Gelesen habe ich diesen Kriminalroman im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin, wo über die Lektüre einmal mehr sehr lebendig diskutiert wurde.Dem Blanvalet Verlag danke ich in diesem Rahmen für die Bereitstellung eines Leseexemplars!

Samstag, 2. Mai 2020

Arnold, M. / Wittenfeld, U.: Winnetou und die Frau in Weiß

In den letzten Wochen waren Geschichten und Erzählungen ständige Begleiter, vor allem während des Frühstücks. Da war von Stammtischmorden und von Sachsenmorden die Rede und von so einigen Sammlungen, auch in Form von Anthologien.

Immer wider kamen mir dabei zwei Namen vor, Martina Arnold und Uwe Wittenfeld. Aufmerksame Leser des Blogs wissen, dass Wittenfeld hier schon öfter genannt wurde, Martina Arnold erst im Zusammenhang mit den genannten Taschenbüchern. Beide sprach ich im letzten Herbst während der BuchBerlin. Seit dem wollte ich immer einmal nachlesen, was den WINNETOU mit der FRAU IN WEISS zu tun hat.

Mörderische Geschichten: Klar, wenn sich Krimiautoren zusammen tun, dann kommen mörderische Geschichten raus. Das scheint übrigens derzeit Schule zu machen, denn soeben finde ich auf Krimi-Netz den Hinweis auf OSTERMORDE 1 und besagte Martina Arnold als Herausgeberin.

Siebzehn Geschichten legen uns die zwei in „WINNTOU X“ vor und erklären in einem Vorwort warum. Nicht erklärt haben sie, dass sie vermutlich mehr Geschichten in einem Band zusammen veröffentlichen können, nicht wie in den anderen Mordsbüchern, in denen sie die meisten Seiten anderen Autoren überlassen müssen, wie das ja anthologisch die Regel ist. 

Freitag, 1. Mai 2020

Eschbach, Andreas: Ausgebrannt

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Von Eschbach kann man was lernen. Etwas verwundert sah ich, dass der Erfolgsautor auf unserem Blog bisher nur einmal Gegenstand einer Rezension gewesen ist. Im Dezember 2018 ging es um das NATIONALE SICHERHEITSAMT – NSA und wir lernten sinngemäß etwas über ungezügelten Datenmissbrauch und Datensammlung in einer Diktatur. 

Anne Parden hat DER KÖNIG VON DEUTSCH-LAND mal gewonnen und bisher nichts dazu hier veröffentlicht. Den hatte ich noch bei den Buchgesichtern im Jahr 2011 auf einer halben Din A 4 Seite kurz „erwähnt“. Es ging um Wahlfälschung und Wahlcomputer. 

Gelesen habe ich auch den Roman EINE BILLION DOLLAR. In diesem dicken Buch ging es um Vermögensentwicklung über Jahrhunderte, beginnend bei den Fuggern.