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Donnerstag, 5. Juni 2025

Herz, Raimund: CANALETTO malt DRESDEN

 


Kulturhistorischer Stadtführer durch das barocke Dresden von 1766

Bernardo Bellotto, genannt Canaletto, wurde vor 300 Jahren, am 20. Mai 1722, nach anderen Quellen am 30. Januar 1721, in Venedig geboren. Seine realistischen Veduten europäischer Städte, insbesondere von Venedig, Rom, Dresden, Wien und Warschau, sind die eindrucksvollsten und realistischsten der Kunstgeschichte. Als 25-jähriger Maler ließ sich Canaletto 1747 in Dresden - der Hauptstadt des Kurfürstentums Sachsen - nieder. Hier schuf er als Hofmaler einen Zyklus von 14 Dresdner Ansichten, die sich in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden befinden. 13 der 14 Bilder wurden für den Grafen Brühl in gleicher Größe wiederholt. Das Buch bildet die berühmten Dresdenansichten Canalettos ab. Fiktiv werden diese durch Canaletto erläutert, der als Stadtführer die prachtvolle barocke Metropole erklärt.
(Verlag)
Das ist eine besondere Idee: 1766 besucht eine bayrische Regierungsdelegation den Dresdner Kurfürstenhof. Bernardo Bellotto soll Dresden den Gästen von seiner "schönsten Seite" zeigen. Da der Erschaffer der Veduten in all den Dresdner Jahren selbst nicht richtig deutsch gelernt hat, muss Lorenzo, sein Sohn übersetzen. Daraus entsteht ein lebendiges Bild, eine lebendige, im wahrsten Sinne "abwechselnde" Führung.

Samstag, 24. Mai 2025

Nürnberger, Ralf: Canaletto - Seine Jahre in Dresden


Es gibt wohl keinen gebürtigen oder langjährig dort wohnenden Dresdner, der nicht von Canaletto gehört hat. Viele dürften auch den sogenannten Canaletto-Blick kennen, von denen es mindestens zwei gibt.

Zu Zeiten des sächsischen Kurfürsten und polnischen Königs August III. wurde Bernardo Belotto, genannt Canaletto in die sächsische Residenz gerufen, er sollte Veduten malen, Stadtansichten. Und Canaletto malte.

Veduten, so sagt es die „KI“, sind detailgetreue Darstellungen von Landschaften oder Stadtbildern, die in der Malerei oder Grafik verwendet werden um eine wirklichkeitsgetreue Wiedergabe des topografischen Bildgegenstandes zu erreichen. Der Begriff stammt aus dem Italienischen und bedeutet „Ansicht“ oder „Aussicht“.


Freitag, 4. Oktober 2024

Romantik in Dresden - an einem dritten Oktober

Romantik wird in Dresden groß geschrieben, in diesem Jahr ganz besonders, denn vor 250 Jahren wurde  Caspar David Friedrich geboren. CDF hatte dieses Jahr schon einen Post bei Litterae-Artesque, denn Florian Illies schrieb einen bezaubernden Roman über einen der bekanntesten Maler der Romantik. Im dreißigsten Jahr des Theaterkahns an der Elbe in Dresden, nahm sich Friedrich Wilhelm Junge der Romantik an und das an einem dritten Oktober. Zu diesem Datum aber später mehr.

Sonntag, 3. März 2024

Illies, Florian: Zauber der Stille

Ein Besuch im Albertinum oder 
Caspar David Friedrichs Reise durch die Zeiten

Ein gänzlich anderes Buch führte uns im Oktober 2023 ins Albertinum, diesen Kunsttempel am Balkon Europas, der die Gemäldegalerie der neuen Meister enthält. Obwohl, so gänzlich unterscheidet sich das Büchlein über Emma Ritter von Inge Merkentrupp nicht, denn es geht um Malerei. Daher waren wir auf der Suche nach den „Brücke-Bildern“. Natürlich wurden wir fündig. Auf dem Weg durch die Räume begegneten wir alten Bekannten und verweilten im Saal der Romantik bei Carl Gustav Carus und Caspar David Friedrich. Von deren Freundschaft hatte ich in Kurt Arnold Findeisens Flügel der Morgenröte, in Ralf Günthers Der Leibarzt und in Uwe Tellkamps Die Carus-Sachen gelesen.


CDF. Wie oft stiegen wir vor Jahrzehnten an der Haltestelle der CDF-Straße in den Bus zu den Großeltern. So wurden die Haltestelle und die Straße, wo sich die Praxen der Poliklinik befanden, kurz genannt, obwohl doch Caspar David Friedrich gewidmet, in einem Viertel, dessen Straßen oft nach Malern benannt waren.


Die Betrachtung der Gemälde führte uns nach dem Besuch selbstverständlich in den Buchladen im Foyer, dort fand sich Florian Illies Buch Zauber der Stille. Schon einmal hatte ich Illies aus der Hand gelegt, denn sein Bestseller 1913 war für mich, der ich bildende Kunst, vor allem moderne, wenig oder gar nicht verstehe, einfach zu voll von Informationen.

Aber nun wollte ich es wissen und das Buch passt ja unbedingt in das Jubiläumsjahr, denn der Geburtstag des Malers jährt sich zum 250sten Male.

Dienstag, 27. April 2021

Haupt, Klaus-Werner: Francesco Algarotti

Gelehrter – Connaisseur – Poet

Mit Buch ins Museum. In eine Kunstausstellung. Ja, das habe ich schon mal getan. Einmal, das war im Jahr 2013, besuchte ich mit dem Buch zur Ausstellung das Albertinum. Dabei ging es um „Indianer aus dem Vatikan“. Dem heutigen Thema etwas näher, auch räumlich, war das zweite Mal, denn ich nahm Findeisens „Goldenen Reiter“ mit in das Grüne Gewölbe im Dresdner Schloss, auf der Suche nach den Kunstwerken des Johann Melchior Dinglinger. Das hier heute zu besprechende Buch wird mich wohl in die Gemäldegalerie Alte Meister im Dresdner Zwinger führen, unbedingt zum Schokoladenmädchen, weil ich am Original sehen, wie sich die Fenster im Wasserglas spiegeln und den Faltenwurf der Schürze bewundern möchte. Oben steht was von einem F. Algarotti, doch der ist der Maler des Bildes nicht, er hat es „beschafft“, „vermittelt“, „ersteigert“ und noch mehr von Schweizer Maler Jean-Étienne Liotard, dem er gleichermaßen ein Porträt von sich selbst verdankt.

Francesco Algarotti. Gehört hatte ich von diesem Venezianer, Francesco Graf von Algarotti (1712 – 1764) noch nie, wohl aber von drei anderen bekannten Größen des 18. Jahrhunderts. Da wären in Sachsen zwei und in Preußen einer (neben anderen) zu nennen: Friedrich August II., Kurfürst von Sachsen, als August III. König von Polen und dessen Premierminister, Heinrich Graf von Brühl. In Preußen deren Widersacher: Friedrich der Große.


Vor allem hat Algarotti für seine Auftraggeber, als Gönner zeigt sich höchstens der Große Friedrich, Bilder beschafft. Für den August ganze Sammlungen, zum Beispiel die eines Herzogs von Modena. Es müssen hunderte Gemälde gewesen sein, für die der Kurfürst und König seinen Premier das Geld und eine ganze Kompanie reisender Kunstsammler die Gemälde beschaffen lies.

Samstag, 23. November 2013

Findeisen, K.A.: Flügel der Morgenröte


Vierzig Jahre Dresden im 18. Jahrhundert
Von den Befreiungskriegen bis zur Revolution 1848.
 auch unter Dresdner Bücherjunge 

Es ist schon viele Jahre her, dass ich auf eine besondere Empfehlung hin, ein Buch dieses  Kurt Arnold Findeisen las. Über Der Goldene Reiter und sein Verhängnis wird aber an anderer Stelle noch die Rede sein. Vorerst genügt der Link zur  Buchgeschichte.

Hier nun ein weiterer Dresden-Roman dieses Schriftstellers. Er lebte von 1883 bis 1963 und wurde in Zwickau geboren.  Er war Lehrer und Krankenpfleger, Leiter der Schulfunkabteilung des Mitteldeutschen Rundfunks (1931) bis zu seiner Entlassung 1933.  Er schrieb über  Karl Stülpner,  Robert Schumann,  Franz Schubert,  Brahms,  Bach,  Händel und  Johann Strauß. Texte von Findeisen wurden von  Rudolf Mauersberger im  Weihnachtszyklus der Kruzianer vertont. Spätestens hier wird nun klar, der hat mit Dresden unmittelbar zu tun.[1] Großartig bekannt ist er wohl nicht. Ums so mehr ist dies ein Grund, sich mit Findeisen näher zu beschäftigen.

Doch kommen wir erst einmal zu den Flügeln der Morgenröte. Nein, auf den Psalm 139 möchte ich nicht eingehen, vielleicht muss ich auch das Buch noch einmal lesen, denn mir will schier nicht einfallen, ob ich diesen Bezug gefunden hatte…



Zur Geschichte: