Sonntag, 5. April 2020

Austen, Jane: Northanger Abbey (Hörspiel)

"Niemand, der Catherine Morland als Kind gekannt hatte, wäre auf den Gedanken gekommen, dass sie zur Romanheldin bestimmt sei. Ihr Aussehen und ihre Veranlagung sprachen gegen sie. Sie wirkte dünn und linkisch, hatte eine fahle, bleiche Haut, dunkles strähniges Haar und ausgeprägte Gesichtszüge. Sie zog Cricket und Schlagball den Puppen vor, war laut und wild, und tat nichts lieber auf Erden, als den grünen Abhang hinter dem Haus herunter zu kullern." (WDR)

So beginnt das Hörspiel des Hessischen Rundfunks. Die Abbildung weist auf eine Person hin, die mich irgendwie inspirierte, das Hörspiel zu den anderen lit(t)erarischen earBooks hinzuzufügen.



Da habe ich kürzlich doch Downton Abbey gesehen. Nicht nur die Serie, auch den angeschlossenen Film. Hat mir echt gefallen. Doch darf man sich nicht von ähnlich klingenden Titeln verleiten lassen. Allein schon deshalb, weil Jane Austen ihren Roman 1817 schrieb, die Filme handeln 100 Jahre später. Natürlich habe ich die dem Roman innewohnende Gesellschaftskritik erkannt.

Wer Jane Austen (1775 - 1817) mag, der kommt bestimmt auf seine Kosten, lesen werde so schnell keinen der Romane. (Ich kannte sie gar nicht, oder nur dem Namen nach) Aber, diese kurzen Hörspiele bringen mich vielleicht, und nur vielleicht, dazu, von dieser Aussage Abstand zu nehmen. 

Der Hessische Rundfunk beschreibt das in aller Kürze hervorragend. Auch wenn die erste halbe Stunde mit der englischen Upperclass fast dazu geführt hätte, dass ich das Hören gleich wieder einstellen wollte. Die blasierten Gespräche, die unmöglichen Kerle und (vermeintlich) dummen Geschöpfe des schönen Geschlechts, gingen mir ziemlich auf den Geist. Was sich später änderte, denn Cathrine Morland ist eine Leseratte und spiegelt einen ihrer aktuellen Lieblingsromane in das reale Leben wieder. Eine echte Gruselgeschichte, zumindest für Cathrine Morland.

Gut erzählt ist das Hörspiel von Ulrich Noethen, inszeniert von Silke Hildebrand. Die  weiteren Sprecherinnen und Sprecher passen hervorragend zu den Charakteren, die sie verkörpern. Anne Drexler gibt so eine wunderbare Cathrine Morland.

Komme ich jetzt etwa ins Schwärmen?
Mal sehen, was die Blogleser dazu sagen werden.


© Der Bücherjunge

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