Montag, 16. September 2013

Marzi, Christoph: Die wundersame Geschichte der Faye Archer


Eine Liebe, die alle Zeiten überdauert


»Geschichten sind wie Melodien!« Mit diesen Worten verzaubert Alex Hobdon die junge Buchhändlerin Faye Archer vom ersten Augenblick an. Als er sein Skizzenbuch in ihrem Laden vergisst, tut Faye etwas völlig Untypisches: Sie schreibt Alex über Facebook an, und aus ein paar kurzen Chats entwickelt sich eine berührende Liebesgeschichte. Doch dann erfährt Faye, dass Alex ein Geheimnis verbirgt, das so unglaublich klingt, dass es eigentlich nur wahr sein kann, und Faye muss sich entscheiden, ob ihre Liebe zu Alex stark genug ist, dieses Geheimnis zu teilen ...







There is September on your tongue...

(zuerst veröffentlicht von parden auf Buchgesichter.de am  15.09.2013)


Faye Archer, eine junge Musikerin aus Brooklyn Heights, lebt nach einem abgebrochenen Studium in einer kleinen Wohnung nahe dem Buchladen, in dem sie arbeitet - zusammen mit einer Pflanze vor dem Fenster, die sie täglich mit Kaffeeresten gießt, einem alten Telefon in einem Koffer, einem Klavier und einem großen Sofa mitten im Zimmer, rot mit vielen weißen Punkten.
Eines Tages hört sie im Buchladen den Satz eines Kunden: "Geschichten sind wie Melodien" und erstarrt.
Geschichten sind wie Melodien
Weshalb nur hat sie das Gefühl, dass das eigentlich ihr Satz ist? Wieso fühlt sie sich gleich zu dem Mann hingezogen? Doch bevor sie noch reagieren kann, ist der Kunde fort, um die Ecke mit seinem Motorroller. Als sie entdeckt, dass er sein Notizbuch im Laden vergessen hat, recherchiert sie im Internet seinen Namen und findet ihn bei Facebook: Alex Hobdon. Aus kurzen, verhaltenen Chats entwickelt sich ein zunehmend intensiverer E-Mail-Verkehr und Gefühle brechen sich Bahn: "Ich fliege Loopings am Himmel und fange mir die Lieder ein." Denn Faye ist auch Musikerin. Doch dann bricht alles zusammen, als Faye entdeckt, dass nichts von dem zu stimmen scheint, was Alex ihr geschrieben hat...

 
Um Christoph Marzi selbst in seiner Leserunde bei Lovelybooks zu zitieren:
Es geht um die zentrale Frage des Lebens: gibt es ein Schicksal? Kreuzen sich die Wege der Menschen so oft, bis sich ein Kreis schließt? Warum verliebt sich Faye Archer ausgerechnet in Alex Hobdon und warum hat sie das Gefühl, dass ein Satz, den ein Fremder sagt, eigentlich ihr gehört? Was hat es mit den Geheimnissen auf sich, die Alex Hobdon umgeben? Kann sie ihm trauen? Geht sie den richtigen Weg?

 
Dieses Buch hat mich - bezaubert. Anders kann ich es nicht ausdrücken. Nach den ersten Kapiteln war ich überrascht - fantasylastig, wie die Bücher von Chritoph Marzi sonst sind, schien das ja jetzt so gar nichts mit diesem Genre zu tun zu haben. Aber
Herbst in Brooklyn
traumhaft und überaus bildhaft fand ich die Geschichte, die passend im September spielt, allemal. Beim Lesen leuchtete der Herbst in bunten Farben in meinem Kopf, die Sonne schien warm auf mich, Musik war überall um mich her - und ich fühlte mich in einem Film gefangen, der irgendwie wie "Frühstück bei Tiffany" anmutete.
Faye ist einfach nur bezaubernd, macht ganz ihr Ding - und ihr Motto: "Zeige jedem neuen Tag ein neues Lächeln" ist mir sehr sympathisch. Zu jeder Stimmung wählt sie passende Musik - entweder macht sie sie selbst oder spielt eine ihrer zahlreichen Platten - und untermalt so ihr Leben, das sie am liebsten rot mit vielen weißen Punkten hat.

 
Die meiste Zeit über zeichnet die Geschichte eine ausgesprochene Leichtigkeit aus, die, mit einem Glas
Fayes Leben: rot mit weißen Punkten
Wein genossen, sich durchaus auf den Leser überträgt. Lächelnd, summend und voller Vertrauen auf den Geschichtenerzähler flog ich viel zu schnell durch die Seiten.
Nicht alles hat mir kritiklos gefallen - ein paar langatmigere Stellen im Mittelteil oder die Rolle einer Person, die ich so nicht erwartet hätte - aber das Buch hat mich mit einem Lächeln und sehr gelöst zurückgelassen. Und deswegen gebe ich trotz der genannten Kritikpunkte die höchste Punktzahl. Denn für mich war es genau das richtige Buch zur richtigen Zeit.

 
Für alle, die ein Buch voller Herbstzauber suchen: dieses ist in jedem Fall empfehlenswert!


© Parden 





Das Buch erinnert nicht nur an den Film "Frühstück bei Tiffany", sondern einiges in der Geschichte hat auch mit der literarischen Vorlage zu dem Film zu tun: "Breakfast at Tiffany´s" von Truman Capote.
Unvergessen: Audrey Hepburn in der Rolle des New Yorker Partygirls Holly Golightly...

Audrey Hepburn im Film "Frühstück bei Tiffany"

Und im Rahmen der Leserunde bestätigte Christoph Marzi mein Gefühl, dass die Sängerin Anna Depenbusch als (musikalische) Vorlage der Faye Archer fungierte. Die Ähnlichkeit mit dem Bühnen-Ich Fayes "Holly Go!" fand ich verblüffend...

Anna Depenbusch
Mein Lieblingsstück dieser Sängerin ist übrigens "Benjamin", und auch das taucht witzigerweise in dem Buch auf.

Christoph Marzi hierzu: 
Gut erkannt! Ja, Anna Depenbusch war, was die Musik angeht, eine Inspiration für Faye Archer (oder besser: für Holly Go!). Fayes Art, ein Konzert zu geben, ähnelt der von Anna Depenbusch nicht wenig (und die Anspielung auf "Benjamin" war durchaus beabsichtigt - ebenso die Darstellung der Reaktionen im Publikum :-)



Hier gibt es eine schöne Einstimmung aufs Buch:









Netterweise hat Christoph Marzi mir im Rahmen der Leserunde bei Lovelybooks auch einige Fragen beantwortet. 


1. Weshalb spielt das ganze in den USA? Wegen der Assoziation zu "Frühstück bei Tiffany"?

Ich mag das Brooklyn aus der Literatur - und die Geschichte sollte deswegen dort spielen. Man hält sich ja, wenn man schreibt, irgendwie an dem Ort auf, über den man schreibt. Und wenn es dann noch einer ist, an dem man gerne sein würde, ist das nicht die schlechteste Wahl. Darüber hinaus passt Brooklyn Heights zur Atmosphäre, die mir vorschwebte. Letzten Endes ist der Ort schon bei der Idee zur Geschichte so eng mit der Geschichte verwoben, dass einem da selten die Wahl bleibt (glücklicherweise sieht meine Lektorin das genau so). 


2. Es werden in dem Buch ja ziemlich viele Musiktitel genannt. Bist Du so ein "Freak", der diese Titel tatsächlich alle kennt und liebt? 

Ja, Bingo! Ich bin so ein Freak. Ich höre ausgesprochen viel Musik und bin immer auf der Suche nach neuen Eindrücken (derzeit ist es Julia Holter, die ich für mich neu entdeckt habe). Die Titel, die genannt werden, sind mir alle bekannt. Die Alben ebenso. Freak, eben :-)


3. Hier wird ja nicht nur eine ganze Bandbreite an Musiktiteln und -genres ausgebreitet, sondern auch einiges an amerikanischer Literatur. Alles angelesen und recherchiert oder entspricht das einem Faible des Autors? 

Die Musiktitel und die Anspielungen auf Literatur entsprechen dem Faible des Autors, ganz klar. Ich bin immer auf der Suche nach Musiktiteln, die zu der Stimmung der Geschichte (so, wie sie mir vorschwebt) passen. Da ich amerikanische Autoren mag (z.B. Auster, Chabon, etc.) ist keine wirkliche Recherche nötig, um sie zu zitieren. 


4. Diese Buchhandlung, in der Faye arbeitet: wow! Ganz großes Kino... Gibt es eine real existierende Buchhandlung, die da als Vorlage gedient hat? Oder entspringt sie Deiner Wunschvorstellung einer idealen Buchhandlung? 

Die Buchhandlung entspricht eher einer Wunschvorstellung, wenngleich es natürlich Buchhandlungen gibt, die das eine oder andere Merkmal besitzen (aber ich kenne keine, die GENAU SO aussieht). 


5. Diese Liebe Fayes zu den alten Dingen: ist auch dies etwas, was sich in Deinem Leben widerspiegelt? Wie sonst kommt man darauf? Und überhaupt auf die Idee zu diesem Buch?  

Ich mag alte Dinge, ja. Sehr vintage. Ob sich das in meinem Leben wiederspiegelt ... hm, vielleicht, ein wenig. Ich mag alte Schreibmaschinen, arbeite aber meistens am PC oder Laptop. So in etwa ist das ...
Zur Idee ... die Grundidee befasste sich mit der Frage, was wohl wäre, wenn man sich mit jemandem verabredet, derjenige aber nicht in der gleichen Realität lebt (und, natürlich, mit all den Verwicklungen, die sich daraus ergeben). Anfangs spielte ich auch mit der Variante, dass sich einer der beiden in einer ganz anderen Realität befindet (was mir am Ende aber zu sehr Science Fiction war). Außerdem ging es mir von Anfang an darum zu zeigen, wie Karma funktionieren kann. 


Für die Beantwortung der Fragen möchte ich mich hiermit herzlich bedanken!

 








Christioph Marzi
Christoph Marzi, Jahrgang 1970, wuchs in Obermendig nahe der Eifel auf, studierte in Mainz und lebt heute mit seiner Familie im Saarland. Seit dem großen Erfolg seiner Saga um die Uralte Metropole (Lycidas, Lilith, Lumen und Somnia) ist er einer der erfolgreichsten deutschen Phantasik-Autoren.  

Ein ausführlicherer Lebenslauf sowie seine veröffentlichten Bücher finden sich bei Lovelybooks.
 

Sonntag, 15. September 2013

TinSoldiers Fotoecke - Eine Fundgrube für Fotografiebegeisterte




Schnappschuss-Fotografie


Augen zu und durch!

Schöne Landschaften



Diese und viele andere schöne und interessante Fotografien sind zu finden in TinSoldier´s Fotoecke
dazu Erklärungen und Erläuterungen zu den Fotos sowie zahlreiche kurzweilige und informative Inhalte rund um die aufgenommenen Motive

Freitag, 13. September 2013

Kaléko, Mascha: In meinen Träumen läutet es Sturm


  
Mascha Kaléko wollte wie Kästner, Tucholsky oder Ringelnatz, mit denen sie immer wieder verglichen wurde, keine feingeistige Literatur für wenige schreiben, sondern eine zugängliche, unverkrampfte "Gebrauchspoesie", vom Alltag für den Alltag, keck, gegenwartsnah, voller Ironie und doch auch Gefühl. Wie gut ihr das gelungen ist, zeigen diese Gedichte und Epigramme aus dem Nachlaß. 








Berühmt - und doch unbekannt...

(zuerst veröffentlicht von parden auf Buchgesichter.de am  12.09.2013)


Hand aufs Herz - Mascha Kaléko? Wer von uns hat zuvor schon etwas von dieser Frau gehört oder gelesen? Nun, ich kann natürlich nur für mich schreiben, und ich muss gestehen: ich nicht...
 

Mascha Kaléko. Dieser Name tauchte zuerst um 1930
Die Schriftstellerin Mascha Kaléko
in Berlin auf - sie schrieb "Zeitungsgedichte", vom Alltag für den Alltag, und diese Art der pointierten Großstadtlyrik liebte man in den dreißiger Jahren ganz besonders. Kaléko gehörte in Berlin zum Kreis der schöpferischen Boheme, saß, dichtete und diskutierte im "Romanischen Café" mit Größen wie Tucholsky, Ringelnatz und Kästner. Die erste Auflage ihres Buches "Das lyrische Stenogrammheft" war schnell vergriffen - doch als Ernst Rowolt die zweite Auflage druckte und auch ihr zweites Werk "Kleines Lesebuch für Große", wurden beide Bücher noch in der Druckerei beschlagnahmt. Mascha Kaléko war Jüdin.
"Berühmt - und doch unbekannt: der Schnittpunkt dieser beiden Komponenten weist auf ein deutsch-jüdisches Schicksal, markiert den Sturz ins Vergessenwerden, signalisiert das Verdammtsein ins Echolose, zur totalen Heimatlosigkeit." (S. 175 aus dem Nachwort)

 

Das lebenslängliche Gefühl von Heimweh und Ausgeliefertsein, Emigrantin von Kind auf, Schicksalsschläge und Einsamkeit - all dies prägt die Lyrik von Mascha Kaléko.

 
" Wie in der kranken Auster nur
sich eine Perle rundet
so formt sich auch des Dichters Lied
im Herzen, das verwundet."

(Aus "Sublimiertes Wehweh", S. 159)


 
Oftmals sind die Gedichte Ausdruck der Überzeugung oder der Gefühle der Autorin. Es finden sich Werke zu Freundschaft, Zivilcourage, Umgang mit Schicksalsschlägen - und immer wieder Einsamkeit. Und Kaléko bringt es derart auf den Punkt, dass die Gedichte für sich sprechen und keiner Interpretation bedürfen.
Alleine um sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen - für mich - stelle ich hier nun noch zwei der Gedichte ohne weiteren Kommentar vor.


Der Eremit
 
Sie warfen nach ihm mit Steinen.
Er lächelte mitten im Schmerz.
Er wollte nur sein, nicht scheinen.
Es sah ihm keiner ins Herz.

 
Es hörte ihn keiner weinen,
Er zog in die Wüste hinaus.
Sie warfen nach ihm mit Steinen.
Er baute aus ihnen sein Haus.







Take it easy!
 
Tehk it ih-sie, sagen sie dir.
Noch dazu auf englisch.
"Nimm´s auf die leichte Schulter!"

 
Doch, du hast zwei.
Nimm´s auf die leichte.

 
Ich folgte diesem populären
Humanitären Imperativ.
Und wurde schief.
Weil es die andere Schulter
Auch noch gibt.

 
Man muss sich also leider doch bequemen,
Es manchmal auf die schwerere zu nehmen.


 




Es ist nicht immer die Zeit für Gedichte. Aber wenn die Zeit passend ist, ist dieses Buch eine Bereicherung.
Von mir eine klare Empfehlung!

 

© Parden

Donnerstag, 12. September 2013

VERMES, Timur: ER IST WIEDER DA

Er ist wieder da!


Berlin 2011. 
Auf einem Brachgelände mitten in Berlin erwacht unter nebulösen Umständen Adolf Hitler!
Was nun folgt, ist eine Persiflage von besonderem Kaliber.

Das Buch ist sowohl ernst als auch amüsant. 
Dennoch: Bei dieser Form der Satire bleibt dem Leser an vielen Stellen das Lachen "im Halse" stecken.

Zur Geschichte:
Hitler beginnt schon bald nach seinem rätselhaften Erwachen im Berlin des Jahres 2011 damit, mit messerscharfem Verstand und der ihm eigenen bizarren Logik unsere moderne Gesellschaft zu analysieren und ihre Schwachstellen sogleich für sich nutzbar zu machen. Zunächst bringt er aber mal seine Uniform in eine türkische! "Blitzreinigung"!
In seinem Aussehen, seiner Sprache und seinem Habitus des originalen Hitlers, der er ja auch ist, wird er jedoch von seiner neuen Umwelt nicht ernst genommen: Man hält ihn fortan für einen perfekten Comedian, und alles, was er fortan von sich gibt, für Satire, die zwar manchmal die Grenzen des guten Geschmacks überschreitet, aber eben doch nur Satire ist.
Hitler hingegen meint jedes seiner Worte ernst!
Unübersehbar ist hier die Parallele zu seinem Buch "Mein Kampf", in dem er alles, was er später als "Führer" tun würde, beschrieben hat. Auch damals hat ihn niemand ernst genommen - was ein fataler Fehler war, wie später die Geschichte zeigte!

Der Hitler aus unserer Satire, aller Machtmittel und "seiner SA" beraubt,  beginnt also eine steile Medienkarriere als Comedian und gewinnt so zunehmend Einfluss. Entlarvend auch hier die Beschreibung bestimmter Charaktere, die ihn offenbar durchaus durchschauen,  ihn aber dennoch um Geld und ihrer persönlichen Karriere Willen zu fördern bereit sind.
Auch das erinnert uns stark an die Geschichte um den Aufstieg des wahren Hitlers.

Um die Parallelen zur Wirklichkeit komplett zu machen, bemühen sich auch in unserer Satire Politiker zahlreicher Parteien, angefangen von Renate Künast! bis hin zu Sigmar Gabriel um Hitler, dessen Popularität sie sich gern zunutze machen würden! 
Nur die NPD, die für unseren Satire-Hitler nichts "als ein Haufen Waschlappen" ist, bei denen "ein anständiger Deutscher"! nichts verloren hat!", sieht in ihm einen "Nestbeschmutzer", welcher "den Führer" verhöhnt. Ironischerweise sind es dann auch rechte Schläger, die "unserem" Hitler eines Abends auflauern, ihn als "Judenschwein" beschimpfen und übel zusammenschlagen.
Die Botschaft ist klar: Die rechten Dumpfbacken sind selbst dazu zu dämlich, "ihren Führer" zu erkennen, wenn er vor ihnen steht!

Timur Vermes ist es gelungen, uns mit seinem Buch zu verdeutlichen, wie Manipulation funktioniert und wie nahe Ernst und Satire, Wahrheit und Verstellung oftmals beieinander liegen. Gleichzeitig wird offenkundig, wie oberflächlich und kritiklos unsere heutige Mediengesellschaft funktioniert und wie leicht man offenbar bereit ist, Geschmacklosigkeiten und selbst menschenverachtende Botschaften unter dem Label von vermeintlicher Komik und Satire zu bejubeln.

Meine Bewertung:
Ein lesenswertes Buch, basierend auf einer ungewöhnlichen Idee, das mit teilweise bissigem Humor aufwartet und das zum Nachdenken anregt!




Vermes, Timur:
ER IST WIEDER DA
Genehmigte Lizenzausgabe 2013
für Verlagsgruppe Weltbild GmbH,
Augbsurg.
Zuerst erschienen im 
EICHBORN Verlag in der
BASTEI LÜBBE GmbH & Co. KG

ISBN 978-3-86365-883-0

Deutsche NationalBibliothek



© TinSoldier

Sonntag, 8. September 2013

Jonasson, Jonas: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand (Hörbuch)

Allan Karlsson hat keine Lust auf seine Geburtstagsfeier im Altenheim. Obwohl der Bürgermeister und die Presse auf den 100jährigen Jubilar warten, steigt Allan kurzerhand aus dem Fenster und verduftet. Bald schon sucht ganz Schweden nach dem kauzigen Alten, doch der ist es gewohnt, das Weltgeschehen durcheinanderzubringen und sich immer wieder aus dem Staub zu machen. Mit viel Charme begleitet Otto Sander den schlitzohrigen Allan auf seiner herrlich komischen Flucht durch Schweden und lässt augenzwinkernd die politischen Verwicklungen des 100-Jährigen Revue passieren. 




Roadmovie für Oldies...

(zuerst veröffentlicht von parden auf Buchgesichter.de am  07.09.2013)


An seinem 100. Geburtstag beschließt Allan Karlsson, den Feierlichkeiten um sein Jubiläum zu entfliehen, klettert aus dem Fenster des Altersheims und verschwindet. Mit seinen müden Gelenken und Pantoffeln an den Füßen, kommt er nicht weiter als bis zum nächstgelegenen Bahnhof. Dort wartet er auf den Bus, um mit diesem so weit zu fahren, wie man eben
mysteriöser Koffer
mit 50 schwedischen Kronen kommt. Den Koffer, den ihm ein junger Mann am Bahnhof zu einer kurzen Aufbewahrung anvertraut hatte, nimmt Allan fürsorglich mit in den Bus, denn schließlich will er ihn nicht einfach unbeaufsichtigt stehen lassen. Wie hätte er auch ahnen können, dass dieser junge Mann einer Gangsterbande angehört und der Koffer bis oben hin voller Geld ist…
Und so beginnt eine Verfolgungsjagd quer durch Schweden, wobei die Reisegruppe stetig anwächst. Gangster, Polizei und Medien bemühen sich zu verstehen, was geschehen ist, und Allan nutzt die gesamte Lebenserfahrung seiner 100 Jahre, um dem Schicksal einmal mehr ein Schnippchen zu schlagen.

 


Neben der Flucht quer durch Schweden springt der Roman immer wieder auch in die Vergangenheit und schildert chronologisch Allans bisheriges Leben. Eigentlich ein geborener Loser – nahezu ohne Schulbildung und mit einem unheilvollen Hang zu Sprengstoff, was ihn bereits in jungen Jahren in die Psychiatrie bringt – laviert sich Allan im Laufe der Jahre à la Forest Gump durch die Weltgeschichte und trinkt Berühmtheiten wie General Franco, Präsident
Stalin und Truman, 1945
Truman, Stalin und Mao Tse Tung unter den Tisch. Dabei ist Allan zwar gutmütig, aber alles andere als naiv und deckt auf seine politisch uninteressierte und pragmatische Weise so manche Absurdität der Weltgeschichte der vergangenen 100 Jahre auf.
Mit Allan hat der schwedische Autor einen liebenswürdigen Protagonisten geschaffen, der immer für einen Schnaps zu haben ist und mit seiner Devise "Es ist wie es ist und es kommt wie es kommt" herrlich unaufgeregt durchs Leben geht. Wahnwitzige, wunderbar gezeichnete Nebenfiguren runden diese moderne Monty Python Geschichte ab. Eine erfrischend andere Geschichte. Dabei hat mich v.a. auch der trockene, oft schwarze Humor und die leise Ironie angesprochen – oftmals musste ich laut auflachen beim Hören.

 


gelesen von Otto Sander
Ein unterhaltsames, lustiges und gleichzeitig weises, herzwärmendes (Hör-)Buch, das in der bei audible.de erhältichen ungekürzten Form von Otto Sander durchaus passend vorgetragen wurde.
Ein Highlight des Jahres! 




 

© Parden 




 




Jonas Jonasson

Jonas Jonasson, geb. 1961 im schwedischen Växjö, arbeitete nach seinem Studium in Göteborg als Journalist unter anderem für die Zeitungen „Smålandsposten“ und „Expressen“. Später gründete er eine eigene Medien-Consulting-Firma. Doch nach 20 Jahren in der Medienwelt verkaufte er alles und schrieb den Roman, über den er schon jahrelang nachgedacht hatte: "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand". Das Buch trat in Schweden eine regelrechte Allan-Karlsson-Manie los und ist inzwischen zu einem weltweiten Bestseller geworden. Der Roman wird derzeit verfilmt und soll am 20.03.2014 in die deutschen Kinos kommen. Jonas Jonasson lebt auf der schwedischen Insel Gotland und schreibt an einem zweiten Roman. 



Freitag, 6. September 2013

Hanff, Helene: 84, Charing Cross Road

"Schicken Sie Dichter, die Liebe machen können, ohne zu sabbern." Sie liebte Bücher über alles, aber kurz nach dem Krieg war genau daran nur schwer zu kommen. So machte die Amerikanerin Helene Hanff eine Buchhandlung in Europa ausfindig, über die sie ihre ziemlich spezielle Lektüre fortan per Post bestellte.
Und nicht nur das: Schon bald begann ein hinreißender Briefwechsel zwischen der spitzzüngigen Amerikanerin und ihrem englischen Antiquar - er sollte zwanzig Jahre dauern und die beiden Akteure schließlich weltberühmt machen. Die Drehbuchautorin Helen Hanff gab dabei den Ton an und eroberte den schüchternen Antiquar nach und nach mit ihrer rauen Herzlichkeit. 







Geistreich, schlagfertig und leidenschaftlich...

(zuerst veröffentlicht von parden auf Buchgesichter.de am  05.09.2013)


Die 1917 in Philadelphia geborene Helene Hanff ließ sich von den Essays eines Literaturkritikers inspirieren und machte sich nach dem Zweiten Weltkrieg in ihrem Wohnort New York auf die - vergebliche - Suche nach den empfohlenen Büchern. Eine Zeitungsannonce des
Marks & Co. bookshop, London
Londoner Antiquariats Marks & Co. verhieß Rettung: Helene Hanff schrieb an die in der Charing Cross Road, Nummer 84, gelegene Buchhandlung und gab eine ganz normale Bestellung auf...

So setzte ein Briefwechsel ein, der sich über zwanzig Jahre erstreckte und der nach und nach seinen Charakter veränderte. Was als nüchterne Geschäftskorrespondenz begann, entwickelte sich zum Wechselspiel der Gedanken und Gefühle zwischen Menschen, die sich nie begegnet waren und doch im Laufe der Zeit zu Freunden wurden.


Schwerpunkt der Briefe ist und bleibt der Austausch über Bücher: über das Gefühl, seltene Editionen anfassen, die Seiten als Erster aufschneiden oder eine
wunderschöne Goldprägung bewundern zu können. Doch ist Helene Hauff eine zwar leidenschaftliche aber auch kritische Leserin und drückt in ihrer Direktheit auch spitzzüngig ihre Empörung über hässliche Ausgaben oder missratene Übersetzungen aus.
Sie liebt Widmungen in alten Büchern und Randnotizen vorheriger Leser an bedeutsamen Stellen. "Ich liebe antiquarische Bücher sehr, die von selbst an der Seite aufklappen, die der frühere Besitzer am häufigsten gelesen hat." (S. 15)



Nach und nach werden die Briefe persönlicher, und neben den Büchern kommen auch andere Themen zum Ausdruck. Allmählich erwächst in Helene Hauff
Einer von Helene Hanffs Briefen
der Wunsch, England und vor allem das Antiquariat in London mit seinen vertrauten und doch so fernen Mitarbeitern einmal persönlich kennenzulernen. Jahr für Jahr werden so Reisepläne geschmiedet, doch mit gleicher Regelmäßigkeit tun sich Hindernisse auf, die die Verwirklichung des Traums vereiteln.

Erst nach dem Tod des langjährigen Briefpartners reist Helene Hauff nach London - doch da existiert das Antiquariat in der 84, Charing Cross Road bereits nicht mehr. Der Briefwechsel allerdings ist erhalten geblieben und seit seinem ersten Erscheinen 1970 schnell zum Kultbuch in den USA sowie in Großbritannien avanciert - und bis heute geblieben...


Verfilmung mit deutschem Titel
Dieses Buch, das mit Anthony Hopkins und Anne Bancroft in den Hauptrollen sogar verfilmt wurde, liest sich einfach nur mit einem Lächeln. Schlagfertig, berührend, intelligent - ein paar Stunden Eintauchen in die Welt von Menschen, die Bücher lieben. Und das Leben.
Einfach bezaubernd.



© Parden 




 



Helene Hanff

Helene Hanff, 1917 in Philadelphia geboren, war als Theaterautorin nur mäßig erfolgreich und schlug sich mit dem Verfassen von Schulbüchern und Drehbüchern durch. Berühmt sollte sie allerdings durch diesen Briefwechsel mit dem Antiquar Frank Doel werden. Das Buch erschien im Original bereits 1970 und wurde in Amerika und England zu einer Art Kultbuch. Bis zu ihrem Tod 1997 schrieb sie „Briefe aus New York“ für die BBC und einige autobiografische Bücher.



Mittwoch, 4. September 2013

Teekesselchen (von Anne Parden)



Bei meiner Arbeit mit Kindern im Vorschulbereich gibt es immer wieder Anekdoten, die sich festzuhalten lohnen. Eine dieser Geschichten möchte ich hier nun erzählen.








Gerade an stressigen Tagen mit vielen Aufgaben, die am besten alle gleichzeitig oder noch besser gleich vorgestern (hätten) erledigt werden sollen, sind es doch die kleinen, besonderen Augenblicke, die einen innehalten lassen und ein Lächeln auf unser Gesicht zaubern.
Kinder und ihre manchmal unerwarteten Reaktionen bieten da mannigfaltige Möglichkeiten.

 

So wollte ich einmal gemeinsam mit einem Kind und seiner Mutter mit dem Aufzug in eine andere Etage fahren. Das Kind, sonst eher lebhaft und kaum zu bremsen, endlich auf die Aufzugknöpfe zu drücken, stieg diesmal eher verträumt in die Kabine und hing wohl seinen Gedanken nach - jedenfalls betätigte es keinen der Knöpfe. Die Tür schloss sich, aber der Aufzug bewegte sich eben nicht. Ich wartete extra ab, gespannt darauf, wann das Kind merken würde, dass da etwas anders war als sonst.
Es dauerte und dauerte, doch schließlich hob das Kind den Kopf und blickte mich fragend an. "Ja", meinte ich lachend und gespielt burschikos, "wie wäre es denn mal mit Drücken?!"

 

Das Kind überlegte kurz, doch schließlich glitt ein Lächeln über sein Gesicht. Es breitete die Arme aus, kam auf mich zu - und drückte kurzerhand mich. 


© Parden  




Montag, 2. September 2013

Kressmann Taylor, Kathrine: Adressat unbekannt

"Adressat unbekannt", erstmals 1938 im New Yorker Story Magazine veröffentlicht, ist ein literarisches Meisterwerk von beklemmender Aktualität. Gestaltet als Briefwechsel zwischen einem Deutschen und einem amerikanischen Juden in den Monaten um Hitlers Machtergreifung, zeichnet dieser kurze Roman in bewegender Schlichtheit die dramatische Entwicklung einer Freundschaft. 











Gänsehaut...

(zuerst veröffentlicht von parden auf Lovelybooks.de am  02.09.2013)




"Geh nicht so fügsam in die dunkle Nacht..." (Dylan Thomas) 
 
 
Martin Schulse beschließt im Jahre 1932, mit seiner Familie nach Deutschland zurückzukehren. Max Eisenstein, sein jüdischer Freund und Geschäftspartner, bleibt in den USA und führt dort ihre gemeinsame Kunstgalerie weiter. Der Abschied fällt beiden schwer, und die ersten Briefe der Freundschaft nach ihrer Trennung könnten inniger nicht sein.
Doch die politischen Veränderungen in Deutschland hinterlassen ihre Spuren. Jeder folgende Brief verändert die Nuancen des Verhältnisses der beiden Freunde - in den USA der eine, der verzweifelt fragt, bittet, mahnt, in Deutschland der andere, der immer kühler zurückweist - bis Martin sich schließlich jeden weiteren Briefwechsel verbittet. Doch als ein persönliches Ereignis dem Drama einen Höhepunkt versetzt und Max schier verzweifeln lässt, schlägt dieser zurück, etwas, was man nicht erwartet hätte. Subtil, perfide, gewaltlos - nur mit der Macht der Worte. Bis der letzte Brief an Martin schließlich zurückkommt: "Adressat unbekannt". 


 
Der letzte Brief kehrt zurück: "Adressat unbekannt"



So kurz dieses Büchlein auch sein mag, die 19 Briefe ziehen den Leser in ihren Bann. Gerade die anfängliche Gewöhnlichkeit des Briefwechsels und die stilistische Raffung des Zeitgeschehens macht die Dynamik des Buches aus. Und obwohl der Text selbst nur 44 Seiten beansprucht, schafft es die Autorin, einen Spannungsbogen aufzubauen, der den Leser veranlasst, von Brief zu Brief immer gespannter
Ein Briefwechsel als Roman
weiterzulesen.
Mir persönlich hat der Briefwechsel einige Male eine Gänsehaut beschert. Durch die Gerafftheit der Darstellung kann vieles nur angedeutet und angerissen werden, das Geschehen spricht jedoch in seiner Dramatik für sich.

 

"Adressat unbekannt" wurde erstmals 1938 in der New Yorker Zeitschrift "Story" veröffenticht und erregte sogleich ungeheures Aufsehen. Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt hat der fiktive Briefwechsel das zersetzende Gift des Nationalsozialismus erzählerisch dargestellt. Die gesamte Auflage dieser Ausgabe war innerhalb von zehn Tagen ausverkauft. 1939 erschien der Briefwechel erstmals als Buch und verkaufte sich 50000 mal - eine unglaublich hohe Zahl in diesen Jahren. 1992 druckte "Story" die Geschichte noch einmal ab - angesichts der grassierenden Fremdenfeindlichkeit in vielen Ländern der Welt war
Kathrine Kressmann Taylor
die Bedeutung des Buches von neuem augenfällig.
Kathrine Kressmann Taylor verfasste "Adressat unbekannt" auf der Basis einiger tatsächlich geschriebener Briefe, auf die sie gestoßen ist. Doch erst im Gespräch mit ihrem Mann hat die Geschichte ihre endgültige Form gefunden.

 

Der Nationalsozialsismus hält Einzug
Elke Heidenreich schreibt in ihrem Nachwort (und es ist gut, dass der Verlag dies nicht länger als Vorwort voransetzt, denn es würde in der Tat viel zu viel vorwegnehmen):
"Nie wurde das zersetzende Gift des Nationalsozialismus eindringlicher beschrieben. "Adressat unbekannt" sollte Schulllektüre werden, Pflichtlektüre für Studenten, es sollte in den Zeitungen abgedruckt und in den Cafés diskutiert werden. (...) Ich träume von einer morgendlichen vollen U-Bahn in Berlin, in der Hunderte von Menschen Kressmann Taylor lesen, aufsehen und sich mit Blicken gegenseitig versichern: nie wieder. Ja, das ist sentimental. Aber ich vertraue auf die Kraft von Büchern..."

 

Die Botschaft des Buches ist zeitlos und deutlich und hat deshalb einen Platz in jedem Bücherregal verdient!
Absolut empfehlenswert!


 
© Parden

Sonntag, 1. September 2013

Strobel, Arno: Der Trakt



Synopsia - Produkt teuflischer Wissenschaft

Meine Rezension zu Arno Strobels DER TRAKT

auch veröffentlicht unter buchgesichter.de und lovelybooks.de am 01.09.2013

"MAN HAT IHR

            ALLES GENOMMEN:

                   NUR NICHT DIE ANGST.



Stell dir vor, dein Mann sagt, er hat dich noch nie gesehen., und die Leute sagen, du hast nie ein Kind gehabt. Wem kannst du trauen, wenn niemand dir glaubt? Und wer bist du wirklich?" (Umschlag)

 * * *
Eine Frau entflieht aus einem seltsamen Krankenzimmer. Sie sucht "ihre" Wohnung auf und trifft "ihren" Mann. Der erkennt sie nicht und meint, seine Frau seit vor einiger Zeit entführt wurden. "Ihre" Freundin erkennt sie auch nicht. Sie sei übrigens zu groß und zu schwer für die Statur der Freundin. Am schlimmsten: Wo ist der kleine Sohn? Gibt es ihn überhaupt? Alle sagen, sie habe keine Kinder. Aber wer ist sie wirklich? Eine fremde Frau hilft ihr und bringt sie bei sich unter. Aber ist sie wirklich eine Helferin? Oder steckt sie mitten drin in einer vermutlich verbrecherischen Organisation, deren Ziel in Hirnmanipulationen besteht?
* * *
Relativ schnell wird klar, dass am Gehirn der vermeintlichen Sibylle Aurich manipuliert wurden ist. Als ob sie eine neue Identität bekam, welche ihr förmlich übergestülpt wurden ist. Aber da sind noch Fetzen von Erinnerungen, die irgendwie nicht zusammen passen. Dreh und Angelpunkt ist der Junge, welchen sie Sibylle nie geboren hat. Aber ist die junge Frau überhaupt Sibylle?
* * *
Spätestens nach einem Drittel des 338 Seiten umfassenden "Taschenwanderbuches" von Anne Parden war eigentlich klar, wohin das Ganze führt. So hat mich das "wissenschaftliche" Ende auch nicht gewundert. Die durchaus vorhandene Spannung entsteht durch die "Begleitpersonen", denn dem Leser offenbart sich wirklich erst zum Schluss, wer denn nun auf wessen Seite steht. Die Rolle der beiden Polizisten erscheint dabei auch im Nachhinein etwas seltsam. Sehr unorthodoxe Ermittlungsmethoden, aber Thriller so ziemlich jeder Art "entwickeln" Polizisten und Methoden, die Dienstvorschriften in den eher hinteren Teil ihres Büroaktenschrankes versteckt haben. Andererseits, Fälle, in denen LKA oder BKA ermitteln, sind vielleicht weniger "tatortreif", aber dem gemeinen Bürger nicht so bekannt. Aber ich will mal nicht soviel meckern, wahrscheinlich sind sie das Salz in der Suppe eines solchen Thrillers.
Am Ende war ich so begeistert nicht. Auch wird zwar die Geschichte der wirklichen Sibylle Aurich aufgeklärt, aber ob es für die Probanten nun wirklich Hilfe gibt bleibt offen. Deren Mann und deren Freundin spielen gar keine Rolle mehr und das empfinde ich als Manko. Es hätte ja nicht lange ausgeführt werden müssen.  
Aber als Lektüre für den Balkon und für zwischen durch war das Buch allerdings gut. Und insofern kann ich es auch empfehlen.
* * *
Im Anhang des Buches findet sich eine Leseprobe zu DAS WESEN, einem weiteren Psychothriller von Arno Strobel.
* * *

Arno Strobel, 1962 in Saarlouis geboren, studierte Informationstechnologie und arbeitet heute bei einer großen deutschen Bank in Luxemburg. Mit dem Schreiben begann er im Alter von fast vierzig Jahren. Arno Strobel lebt mit seiner Familie in der Nähe von Trier.
 




















 © KaratekaDD