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Samstag, 19. Dezember 2015

Weihnachtsdekoration (von Anne Parden)

http://www.larbre-en-boule.fr/images/3452365.jpg

Lange schon gab es keine Kindergeschichte mehr von mir - wie schön, dass sich gerade zur Weihnachtszeit passend wieder etwas ereignete, was sich festzuhalten lohnt. Berufsbedingt habe ich viel mit kleinen Kindern im Vorschulbereich zu tun, und da ergeben sich immer mal wieder kleine Anekdoten...

* * *

Erstaunlicherweise sind es bei uns häufig gerade die Kinder mit Migrationshintergrund, die unglaublich auf den ganzen Weihnachtszauber stehen - je mehr Glitzer desto besser. Ein kleiner türkischer Junge war daher ganz begeistert, als er zunächst einen großen goldenen Stern ausschneiden und diesen dann auch noch mit Stickern bekleben durfte, die glitzernde Weihnachtsmotive zeigten. 

Dabei demonstrierte der Kleine stolz, dass er die meisten der Motive tatsächlich kannte, indem er sie benannte: 'Tannenbaum', 'Nikolaus' und 'Schneeflocke' kamen ihm auch recht sicher über die Lippen, nur beim Rentier stockte er kurz, bevor er fragend meinte: 'Reh?'. Er registrierte dabei mein zweifelndes Gesicht und korrigierte sich rasch und freudestrahlend: 'Ein Nikolausreh!'

© Parden


Freitag, 4. Juli 2014

Spiegelwelten (von Anne Parden)

Bei meiner Arbeit mit Kindern im Vorschulbereich gibt es immer wieder Anekdoten, die sich festzuhalten lohnen. Eine dieser Geschichten möchte ich hier nun erzählen.

Spiegelwelten... (von Anne Parden)



Kindern macht es Spaß, versteckte Dinge zu suchen. Hoch motiviert und mit Feuereifer machte sich so heute auch ein kleines Mädchen ans Werk und fand auch immer wieder ein neues Puzzleteil, das sie dann mit den anderen zu einem Bild zusammenlegen konnte.

Plötzlich entdeckte sie wieder eines der Teile. Verdeckt zwar, aber im Spiegel sichtbar. Mit triumphierenden Lächeln schaute sie mich an, drehte sich dann aber achselzuckend weg und ließ das Puzzleteil wo es war. 
Als ich sie aufforderte, das Teil doch zu holen, schaute sie mich fassungslos an und meinte: "Das geht doch gar nicht!" Und wie zum Beweis stupste sie ihre Finger gegen das Spiegelglas und schaute mich an, als wenn sie an meinem Verstand zweifeln würde...

Dienstag, 17. Juni 2014

Lecker, lecker! (von Anne Parden)

Bei meiner Arbeit mit Kindern im Vorschulbereich gibt es immer wieder Anekdoten, die sich festzuhalten lohnen. Eine dieser Geschichten möchte ich hier nun erzählen.




Ein Mädchen hatte ihre Abschlussstunde, da es bald in die Schule gehen sollte, und als Besonderheit hatte sie sich Waffelbacken gewünscht. Noch einmal eine gute Gelegenheit um zu überprüfen, wie selbständig sich jemand strukturiert in den einzelnen Arbeitsschritten - aber v.a. natürlich etwas, das Spaß macht. 
Als der Teig nun fertig war, fragte ich, was wir jetzt damit machen sollten. Etwas verständnislos schaute mich das Mädchen an, aber als ich weiterfragte, ob wir jetzt Löffel holen und den Teig aus der Schüssel essen sollten, fiel der Groschen (Zehncentstück hört sich einfach blöd an oder?). "Nein", ereiferte sich das Mädchen, "das muss doch erst in den Waffeltoaster!"

Donnerstag, 29. Mai 2014

Häschen in der Grube (von Anne Parden)

Viele werden dieses alte Kinderlied noch kennen. Nun, auch in Zeiten von Detlev Jöcker und Rolf Zuckowski hat altes Liedgut weiterhin Bestand.



In der Arbeit mit Kindern im Vorschulbereich kommen diese urtümlichen Kinderlieder bei uns jedenfalls immer wieder mal zum Einsatz. Und die Kinder mögen sie. Durch Wiederholungen lernen so selbst die Kleinsten mitzusingen und das Ganze mit Mimik und Gestik zu begleiten. Voller Begeisterung singen sie so oft lauthals mit.

Gestern sangen wir das Lied wieder einmal in einer kleinen Gruppe, und jedes der Kinder wartete auf seinen Einsatz. Ein kleines Mädchen schaute mich gebannt an, während wir sangen: "Häschen in der..."
Als dann ihr Einsatz kam, sang sie schließlich voller Inbrunst mit geschlossenen Augen und lautstark: "HÖÖÖHLE!!!" Und verstand überhaupt nicht, was es da zu lachen gab...

© Parden

Samstag, 17. Mai 2014

Vom Verschwinden (von Anne Parden)


Bei meiner Arbeit mit Kindern im Vorschulbereich gibt es immer wieder Anekdoten, die sich festzuhalten lohnen. Eine dieser Geschichten möchte ich hier nun erzählen.





Die meisten Kinder erlernen das Sprechen selbstverständlich und geradezu nebenher. Die kleinen Entgleisungen sind es, die deutlich machen, wie schwierig die deutsche Sprache tatsächlich ist...

Im Rahmen meiner Arbeit kommt es immer wieder zu solchen sprachlichen Kapriolen, von denen die folgende Geschichte erzählen will...







Vor den Augen eines kleinen Jungen hatte ich einen kleinen Ball in einer Kiste voller Bohnen versteckt. "Wo ist der Ball?", fragte das Kind mich mit großen Augen. "Verschwunden", meinte ich mit bedauernder Geste, "da musst Du ihn mal suchen". Anfangs zögerlich, dann immer begeisterter und selbstvergessener, durchwühlte das Kind also die Bohnen, bis es den Ball in den Händen hielt. Fasziniert schaute es den Ball einige Sekunden lang an und drückte ihn dann energisch wieder in die Bohnen zurück. Erklärend meinte es hierzu: "Ich verschwinde ihn nochmal!"


© Parden

Mittwoch, 4. September 2013

Teekesselchen (von Anne Parden)



Bei meiner Arbeit mit Kindern im Vorschulbereich gibt es immer wieder Anekdoten, die sich festzuhalten lohnen. Eine dieser Geschichten möchte ich hier nun erzählen.








Gerade an stressigen Tagen mit vielen Aufgaben, die am besten alle gleichzeitig oder noch besser gleich vorgestern (hätten) erledigt werden sollen, sind es doch die kleinen, besonderen Augenblicke, die einen innehalten lassen und ein Lächeln auf unser Gesicht zaubern.
Kinder und ihre manchmal unerwarteten Reaktionen bieten da mannigfaltige Möglichkeiten.

 

So wollte ich einmal gemeinsam mit einem Kind und seiner Mutter mit dem Aufzug in eine andere Etage fahren. Das Kind, sonst eher lebhaft und kaum zu bremsen, endlich auf die Aufzugknöpfe zu drücken, stieg diesmal eher verträumt in die Kabine und hing wohl seinen Gedanken nach - jedenfalls betätigte es keinen der Knöpfe. Die Tür schloss sich, aber der Aufzug bewegte sich eben nicht. Ich wartete extra ab, gespannt darauf, wann das Kind merken würde, dass da etwas anders war als sonst.
Es dauerte und dauerte, doch schließlich hob das Kind den Kopf und blickte mich fragend an. "Ja", meinte ich lachend und gespielt burschikos, "wie wäre es denn mal mit Drücken?!"

 

Das Kind überlegte kurz, doch schließlich glitt ein Lächeln über sein Gesicht. Es breitete die Arme aus, kam auf mich zu - und drückte kurzerhand mich. 


© Parden