Samstag, 17. Mai 2014

Vom Verschwinden (von Anne Parden)


Bei meiner Arbeit mit Kindern im Vorschulbereich gibt es immer wieder Anekdoten, die sich festzuhalten lohnen. Eine dieser Geschichten möchte ich hier nun erzählen.





Die meisten Kinder erlernen das Sprechen selbstverständlich und geradezu nebenher. Die kleinen Entgleisungen sind es, die deutlich machen, wie schwierig die deutsche Sprache tatsächlich ist...

Im Rahmen meiner Arbeit kommt es immer wieder zu solchen sprachlichen Kapriolen, von denen die folgende Geschichte erzählen will...







Vor den Augen eines kleinen Jungen hatte ich einen kleinen Ball in einer Kiste voller Bohnen versteckt. "Wo ist der Ball?", fragte das Kind mich mit großen Augen. "Verschwunden", meinte ich mit bedauernder Geste, "da musst Du ihn mal suchen". Anfangs zögerlich, dann immer begeisterter und selbstvergessener, durchwühlte das Kind also die Bohnen, bis es den Ball in den Händen hielt. Fasziniert schaute es den Ball einige Sekunden lang an und drückte ihn dann energisch wieder in die Bohnen zurück. Erklärend meinte es hierzu: "Ich verschwinde ihn nochmal!"


© Parden

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