Sonntag, 1. September 2013

Leon, Donna: Endstation Venedig (BR02)

historische Karte Venedigs
Italia, Italia - quo vadis? ODER: Donna Leon zum Zweiten
Meine Rezension zu ENDSTATION VENEDIG - Commissario Brunettis zweiter Fall
zuerst veröffentlicht bei den Buchgesichtern am 29.12.2011



Was bringt mich plötzlich dazu  hier die nächste Baustelle aufzumachen, nämlich die venezianische der Amerikanerin ► Donna Leon? Die mag ich. Außerdem kamen heute im Ersten gleich mal zwei Teile. Erst ► ENDSTATION VENEDIG und dann noch des Commissarios 12. Fall: VERSCHWIEGENE KANÄLE.

Hier nutze ich erst mal die  Gelegenheit, eine ältere Rezension einzustellen.

* * *
Szenenbild: Commissario Brunetti und Sergente Vianello
Italia, Italia – Quo Vadis? Ja, „ITALIEN, wo gehst du hin?“ – das könnte man sich fragen, nachdem man den zweiten BRUNETTI – Roman der Donna LEON gelesen hat. Okay, das fragen wir uns am Ende des Jahres 2011 auch, aber gerade tut es nichts zur Sache.

Scheinbar gehen hier ein paar zusammenhanglose Dinge durcheinander, die BRUNETTI so richtig erst durch seinen Schwiegervater, den CONTE FALIERE erkennt. Der muss ihm auch helfen.

Diese Hilfe aber zeigt dem geneigten Leser zwei Dinge:
Erstens, Donna LEON weiss schon, warum sie die Romane nicht in italienisch erscheinen lässt: Ihre Nachbarn in LA FENICE würden sie wohl nicht mehr anschauen.
Zweitens, die Polizei ist immer dann dumm dran in Bella Italia, wenn sie an mafiöse Strukturen stößt.

Genau das passiert COMMISSARIO BRUNETTI, der den Mord an einem Sergeanten der US-Army untersucht. Dessen Vorgesetzte und Freundin, Capitan und Kinderärztin muss auch über die Klinge springen.

Ein Major der Carabinieri, welcher BRUNETTI hilft, wird am Schluss nach Sizilien versetzt, ein Umstand , der die Lebenserwartung des Maggiore deutlich sinken lässt. Und ein Kleinkrimineller klaut Gemälde, die letztlich in einem seltsamen Zusammenhang zur illegalen Verklappung von Giftmüll stehen, weswegen auch dieser sterben muss. Die Blutrache seiner Mutter an einer maßgeblich am Ganzen beteiligten schwerreichen Person kommt dem geneigten Leser als gerechte Handlung vor.

Habt ihr alles verstanden? Nein? Soll auch so sein, denn selber lesen macht schlau. Auf jeden Fall werde ich nun sicher weitere Brunetti Fälle lösen, äh, lesen wollen. Der Typ ist schon mal Klasse. Auch dann, wenn es einen wie mich eher wundert, dass ein Polizist nur von Wein und Kaffee lebt und zu ausgedehntem Mittagessen auch ein Gläschen zu sich nimmt. Und in den Kaffee am frühen Morgen gelegentlich einen Grappa.

Das ist etwas anders als hier in Deutschland, dessen Leser auf die Geschichten wohl abfahren. Zudem hab ich bisher selbst noch keine solche Vorgesetzten erlebt wie den Vice-Questore PATTA. Literarisch eine toller Gegenpart zu Brunetti. Aber so ein A… So! (A = Armleuchter; nur zur Erläuterung)

Familie Brunetti
Gut finde ich auch die Familiengeschichte. PAOLA, Guidos Frau, seine Tochter CHIARA und RAFFAELE, sein Sohn, runden den Krimi ab.

Vielleicht gefallen mir darum auch die Filme.





 * * *
Zweimal PS:
Zum einen hatte ich in diesem Jahr einmal die Gelegenheit, einen Vice Questore (Aggiunto) kennenzulernen und der hob sich sehr wohltuend von Patta ab. So ein freundlicher Kollege, der eine Studentengruppe und mich hervorragend betreute und einen informativen Tag bei der Polizia Ferroviaria (italienische Bahnpolizei) innerhalb der ► Polizia di Stato gestaltete.

Zum zweiten allerdings muss ich anmerken, dass aus dem berufenen Mund eines Obersten der ► Carabinieri die Beschäftigung von Frauen innerhalb dieser Polizeiaufgaben erfüllender Waffengattung des italienischen Militärs so wie im Film gezeigt nicht so richtig wahr ist. Viele gibt es nämlich nicht. Das exakte Benehmen der Carabinieri kann man sehen. Es ist anders als in Deutschland. Auch daher ist der Film, naja, ein Film. Aber ein schöner Film.


 * * *

Quelle
Donna Leon ist eine US-amerikanische Schriftstellerin, die in Venedig lebt. Sie wurde am 28, September 1942 in Montclair, New Jersey, geboren.

"In Deutschland ist Leon eine Bestsellerautorin. Auf ihren Wunsch hin erscheinen ihre Bücher nicht auf Italienisch, damit die Venezianer, von denen sie ihre Geschichten und Anregungen hat, weiter unvoreingenommen mit ihr umgehen." (siehe wikipedia)

© KaratekaDD

Donna Leon in der DNB
Deutsche Nationalbibliothek

 

Kommentare:

  1. Eine sehr schöne Rezension, die einen Donna Leon Fan wie mich begeistert. Ich habe mir alle Brunetti- Romane gegönnt und sehe auch gern die Brunetti-Verfilmungen. Die finde ich allein schon wegen der Venezianischen Atmosphäre (war esrt zweimal da, werde aber mit Sicherheit noch mindestens ein weiteres Mal dorthin fahren) und der italienischen Lebensart schön. Die beiden Filme gestern Abend habe ich mir nun schon mindestens zum dritten Mal angesehen!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ist übrigens mal eher ein kurzer Beitrag ;)

      Löschen
    2. Genau, da haben wir wieder was Gemeinsames gefunden. Ich habe auch alle bis zum Teil 19. Das war die Jubiläumsausgabe vom Diogenes Verlag. Alle gelesen habe ich noch nicht.
      Wer gefällt dir als Brunetti denn besser? Kokisch oder Krol?

      Löschen
  2. Also, mir liegt Kokisch eher - und ich finde, seine Verkörperung des Brunetti ist insgesamt glaubwürdiger. Er ist wohl auch opisch eher der "italienische" Typ.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. An die Julia Jäger musste ich mich auch erst gewöhnen, auch die Auer hätte zu Kokisch gepasst. Aber mittlerweile, wenn ich so an die beiden Filme von gestern Abend denke, ist die Wahl schon richtig.

      Löschen
  3. Ich mag leider weder die Bücher noch die Filme besonders, da kann ich mit Euch nicht mithalten...

    AntwortenLöschen
  4. Uwe wie immer schöne Hintergrundinfos. Von den Filmen werde ich Abstand halten doch die Bücher kommen sicherlich so nach und nach an die Reihe.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich mag die Filme. Schon mal wegen der Bilder. Und Brunetti und Vianello, die bekommen meiner Auffassung nach ein Bild, welches passt. Auch wird in den Filmen mit Uwe Kockisch (die mit Kroll haben mir nicht so gefallen) die Familie schön gezeichnet. Oder wenn der Commissario mal hilflos ist in all dem korrupten und kriminellen Sumpf...
      Aber die Geschmäcker sind verschieden.

      Löschen