Sonntag, 29. September 2013

Jonasson, Jonas: Der Hundertjährige...

Eine lügnerische Zeitreise durch das 20. Jahrhundert und ein wenig darüber hinaus...
Meine Rezension zum Hörbuch des Jonas JONASSON.
auch veröffentlicht unter buchgesichter.de und lovelybooks.de


Das Bild hier habe ich von einem ► Blog, welcher FRIEDHOF DER VERGESSENEN BÜCHER heißt. Der Blog ist zu empfehlen. Was ich nicht weiß, was die Drachenfigur mit dem Buch zu tun hat. Aber es ist ja auch nicht klar, was der Elefant auf dem Cover macht. Anscheinend wird er verreisen. Denn das Schild weißt ja auf einen Koffer hin. Aber was der Hundertjährige damit zu tun? Nun, das mit dem Elefanten wird sich im Laufe der Geschichte aufklären. 

Es ist eine Lügengeschichte par excellence, die ich jemals gelesen habe. Nein, ich habe sie ja gar nicht gelesen. Ich habe sie gehört. Otto Sander hat sie mir vorgelesen. Er wurde leider nicht so alt wie der Allan Karlsson, die Hauptfigur des Buches über den Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg und verschwand, was gleichzeitig ein ziemlich langer Titel ist. Otto starb in dieser Woche. Hier gibt es näheres zu diesem großen ► Schauspieler.
Der Autor Jonas Jonasson hat da eine sehr kurzweilige Geschichte geschrieben, die fast durch das gesamte 20. Jahrhundert führt. Fast, dafür geht sie fünf Jahre länger. Zur wiki - Biografie geht es ► hier.

Es ist eine Geschichte, die, da gebe ich der Anne Parden nicht so sehr Recht, weniger an Forrest Gump erinnert. Obwohl ja die Darstellung wie Allan an Truman, Mao, Stalin, Johnson, de Gaulle und Kim Song Il und dessen Vater Kim 2 Sung gerät Bilder assoziiert, wie eben Tom Hanks bei JFK. (Die 2 bei Kim Il Sung ist Absicht, denn der war mal in Dresden zu Gast wofür man die Frontfassade des Neustädter Bahnhofes restaurierte. Das wurde in den Zeitungen natürlich vermerkt. Nicht die Restauration aber der Staatsbesuch. Und viele lasen den Namen und bezeichneten den nordkoreanischen „Freund“ so. Ich verweise aber hier auf diese ► Fundstelle im World Wide Web. Die passt...)


Für mich hat die Figur, also der Allan Karlsson, nicht der Kim, eher etwas Baudolinisches, denn der erzählt ja auch lauter unfassbare Geschichten wenn auch 1000 Jahre früher. Was ich meine? Na Umberto Eco erzählt die Geschichte des Bauernjungen Baudolino. Anne Parden hat das ►Buch vor kurzem erst gelesen, bei mir ist es länger her aber ich bleibe mal stur bei meiner Meinung. Anne wird das verstehen. Sie kennt mich ein wenig und wird jetzt versuchen, mich zu widerlegen. (Übrigens fand sie Baudolino nicht so gut wie ich)

Quelle
Allan Karlsson wird wohl nicht bei der erwähnten Staatsdelegation aus der Volksdemokratischen Republik
Korea gewesen sein. Zu diesem Zeitpunkt, schreibt Jonasson, dass er (vermutlich) auf Bali rum saß und Coktails vernaschte. (Der Nordkoreaner hat die DDR und in Dresden ihren am Ende letzten Ministerpräsidenten im Jahr 1984 besucht...)
Außerdem fiel er ziemlich schnell in Ungnade, der Allan meine ich, und Mao musste ihm helfen, sich von Pjöngjang nach Indonesien abzusetzen. Wie der Schwede nach Pjöngjang kam? In der Uniform eines sowjetischen Marschalls in welcher aus einem Arbeitslager nahe Wladiwostok floh und das in Begleitung von Herbert Einstein einem illegitimen Sohn des bekannten Physikers. Wie er in die Sowjetunion kam? Er hatte beim Manhattenprojekt den entscheidenden Hinweis gegeben, was einerseits dazu führte, das Oppenheimer der Mund offen stehen blieb und andererseits die Russen auf Entführungsgedanken kommen lies. (Also meiner Meinung nach hieß der Physiker der die sowjetische Atombombe baute Kurtschatow und nicht Popow, aber Jonas Jonasson kann auch nicht alles wissen) Den Truman hatte Allan da schon kennen gelernt, es dauerte noch etwas, bis er von dieser Freundschaft dem Johnson, dem Vorgänger von Nixon erzählen konnte.

Quelle
Übrigens eine der schönsten Episoden, denn Allan weilt als ziemlich verlotterter Dolmetscher der indonesischen Botschafterin, welche den oben erwähnten Herbert geheiratet hat, in Paris und bei einem Mittagessen mit de Gaulle und Johnson was der alte Franzose eingerührt hat, der den Mr. President nicht leiden kann. Es ist das Jahr 1968, denn überall in den westlichen Städten rührt sich die Protestbewegung und es geht vor allem gegen den Vietnamkrieg. Ach ja, mich wundert schon, dass der Sprengstoffexperte Allan Karlsson nicht an den Friedensgesprächen zwischen Washington und Hanoi beteiligt war. Nun, er blieb eben meist doch im Hintergrund.

Otto Sander
Jonas Jonasson hat eine geile Geschichte geschrieben, die auch an Geschichte eher desinteressierte Leser faszinieren könnte. Wie sich der Allan durch das Leben hangelt, beginnend bei der Oktoberrevolution und wie er im Jahr 2005 aus dem Altersheim entschwindet kurz bevor alle ihm zum 100. Geburtstag gratulieren wollen um dann noch mal ein letztes Abenteuer zu erleben, verfolgt von einer Verbrecherbande und der Polizei, in der ein paar Leute in Schweden ums Leben kommen aber seltsamer- und zufälligerweise in Riga und Dschibuti sterben, in der viel Geld und dann eine alte Beziehung eine Gruppe neuer Freunde aus der Patsche hilft, ist amüsant, liest sich ganz bestimmt hervorragend. Manch einer weiss, dass ich kein unbedingter Freund von Hörbüchern bin. Aber dieses hier würde ich sofort und unbedingt weiter empfehlen. Nicht nur wegen Otto dem Großen…

Am Ende behält Anne Parden aber recht: „Ein Highlight des Jahres!“

PS: Da gibt es auch ein ► Schauspiel dazu. Mit ►Jörg Schüttauf.  In Stade. Am 13.12.2013. Aber leider habe ich da mal wieder keine Zeit. Da befinde ich mich gerade im Odenwald. Vielleicht ist das was für die Anne? Deren Rezension findet ihr ►hier.

Wem das Ganze jetzt etwas undurchsichtig erscheint dem sei gesagt, das ist pure Absicht. einfach reinhören... Es macht Spaß.

© KaratekaDD
 


1 Kommentar:

  1. Ich sag da mal nur: jedem seine Interpretation... ;)

    In jedem Fall eine typische KaratekaDD-Rezension, immer wieder gern gelesen... :D

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