Donnerstag, 26. September 2013

Ardagh, Philip: Familie Grunz hat Ärger


Wenn Philip Ardagh, Axel Scheffler und Harry Rowohlt aufeinandertreffen, kann nichts anderes dabei herauskommen, als ein haarstäubendes Abenteuer mit schrägen Figuren, irrwitzigen Wendungen und urkomischem Witz. Köstliche Unterhaltung in allerbester "Dick&Doof"-Manier, anarchischer Nonsense wie Kinder ihn lieben. 







Anarchie fürs Kinderzimmer...

(zuerst veröffentlicht von parden auf Buchgesichter.de am  21.09.2013)


Familie Grunz
Dürfen wir vorstellen: Das sind Herr und Frau Grunz. Und hier, ihr Sohn, Sohnemann. WIE?! Sie finden sie allesamt SELTSAM....? Nun, es ist wohl die seltsamste Familie ALLER ZEITEN!!!
Die Grunzens sind griesgram grummelig, grunzend blöd und so stinkig, dass man sie bereits zehn Meter gegen den Wind riecht. Was gar nicht nötig wäre, denn ihr aus Schrott aufgetürmtes Wohn-und-Transportgefährt (ein "Wohnwagen", ha) entdeckt man schon, sobald es am Horizont auftaucht. Aber keine Bange: Sohnemann ist nicht GANZ so seltsam. Mal abgesehen von den schiefen Ohren, den zu Berge stehenden Haaren und dem ollen blauen Kleid. Sohnemann ist sogar ziemlich helle und auf Zack. Höflich, hilfsbereit, mitfühlend. So ganz und gar anders als Herr und Frau Grunz. Und deshalb fragt er sich auch völlig zurecht: KÖNNEN DAS WIRKLICH MEINE ELTERN SEIN???!! Und schon ist Sohnemann mittendrin in einer abenteuerlichen ELTERNSUCHE, während der er ganz nebenbei auch noch einen Elefanten aufgabeln muss... Zum Glück gibt es in all dem wundersamen Wirbel noch Mimi, den best durftenden, pinkesten und süßesten aller Schuhputzjungen (richtig, sie ist ein MÄDCHEN). Und wenn Kinder zusammenhalten, wird am Ende ja bekanntlich doch noch alles gut.

 
Was hätte ich mich als Kind über solch ein anarchisches Kinderbuch gefreut. Das Buch ist mit viel Humor und Wortwitz geschrieben, die Geschichte ist herrlich schräg.
Den Anfang fand ich etwas langatmig, allerdings hatten die einzelnen Personen so
Sohnemann
ausreichend Zeit sich vorzustellen. Später gab es dann viel Situationskomik, dabei aber mit Tiefgang - eben so viel, wie ein Kinderbuch vertragen kann. Einzig die Satzkonstruktion fand ich oft schwierig unter der Prämisse "Kinderbuch". Lange, verschachtelte Sätze - oft mit Einschüben in Klammern (so hörte es sich jedenfalls an) - sind für Kinder zwischen 8 und 10 Jahren noch nicht so leicht zu bewältigen. Dies ist nämlich das empfohlene Alter für das Buch. Auch manche Fremdwörter lassen vielleicht das ein oder andere Fragezeichen entstehen. Am besten also, wenn die Eltern den Kindern die Geschichte vorlesen - oder gemeinsam mit ihnen hören. Das macht nämlich auch den Großen Spaß! Ich jedenfalls habe manchesmal richtig lachen müssen...

 
P.Ardagh, H. Rowohlt, A. Scheffler
Ein Hörspaß, gelesen von Harry Rowohlt, der für diese Geschichte die ideale Besetzung ist. Er verleiht den verschiedenen Figuren individuelle Stimmen und lässt erkennen, wieviel Vergnügen ihm diese Leseung macht... Der einzige Minuspunkt ist, dass man beim Hörbuch die schönen Zeichnungen von A. Scheffler nicht genießen kann.
Es lebe die Anarchie im Kinderzimmer! In jedem Fall empfehlenswert!

© Parden 



Hier geht es zum VIDEO über die Familie Grunz, ebenfalls gelesen von H. Rowohlt. Da bekommt man schon einmal einen guten Eindruck... (Leider ließ sich das Video diesmal nicht hier einbetten).







Philip Ardagh
Über zwei Meter lang, ein buschiger Bart - Philip Ardagh ist nicht nur sehr groß und sehr haarig, sondern er hat auch mehr als 50 Bücher geschrieben für Kinder jeden Alters. Allerdings keines, das nur annähernd so wäre wie "Schlimmes Ende". Ardagh, der mit seiner Frau und zwei Katzen in einem kleinen Küstenort in England lebt, arbeitete u. a. als Werbetexter, als Reinigungskraft in einer Klinik, als (höchst untauglicher) Bibliothekar und als Vorleser für Blinde. Derzeit ist er Vollzeit-Schriftsteller. Seine Bücher, die er unter verschiedenen Namen veröffentlicht, wurden bislang in neun Sprachen übersetzt. "Schlimmes Ende" wurde mit dem "Deutschen Jugendliteraturpreis" und mit dem "LUCHS" ausgezeichnet, der von einer Jury der "Zeit" und Radio Bremen verliehen wird. 



Kommentare:

  1. Muss ich haben! - Bin aber schon deutlich über 10 :-)
    Nebenbei: Schöne Rezi (mal wieder).

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Knapp über 10 bin ich auch schon... ;) Macht aber trotzdem Spaß!

      Löschen