Samstag, 17. September 2016

Backman, Fredrik: Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid


"Versprich mir, dass du mich noch lieb hast, wenn du erfährst, wer ich gewesen bin. Und versprich mir, auf das Schloss aufzupassen. Und auf deine Freunde." Oma zu Elsa.

Oma ist 77, Ärztin, Chaotin und treibt die Nachbarn in den Wahnsinn. Elsa ist 7, liebt Wikipedia und Superhelden und hat nur einen einzigen Freund: Nämlich Oma. In Omas Märchen erlebt Elsa die aufregendsten Abenteuer. Bis Oma sie eines Tages auf die größte Suche ihres Lebens schickt - und zwar in der wirklichen Welt.


(Klappentext Fischer Verlag)


  • Gebundene Ausgabe: 656 Seiten
  • Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (25. August 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung:  Stefanie Werner
  • ISBN-10: 3596521203
  • ISBN-13: 978-3596521203
  • Originaltitel: Min mormor hälsar och säger förlåt












ANARCHIE UND HERZENSWÄRME...




Elsa ist sieben Jahre alt (fast acht, wie sie immer betont), und ihre beste Freundin ist Oma. Mit Oma ist es nie langweilig - Oma erzählt Geschichten, vertreibt Monster, schläft mit Elsa im Kleiderschrank, wo es sicher ist, und tut auch sonst allerhand verrückte Dinge. Elsa und Oma sind unzertrennlich. Sie haben eine geheime Sprache, die nur sie beide sprechen, können sich ganz wunderbar streiten - und akzeptieren sich gegenseitig unbedingt und ganz und gar. Etwas, das anderen Menschen in ihrer Umgebung oft nicht leicht fällt.
Denn Oma ist irgendwie - dysfunktional. Sie handelt oft nicht, wie andere es von ihr erwarten, hat Probleme im Umgang mit Regeln, Rollen und Autoritäten, sagt was sie denkt, raucht überall ohne Rücksicht auf Verbote, spielt World of Warcraft, mogelt beim Monopoly und haut ständig aus dem Krankenhaus ab. Immer, um etwas mit Elsa zu unternehmen. Für Elsa hat Oma ein ganzes Märchenreich erfunden, in das Elsa sich zurückziehen kann, wenn sie Ärger mit Mama hat oder vor den Mitschülern flüchten muss, die sie wieder einmal drangsalieren. Denn auch Elsa ist anders. Sie ist wirklich schlau, sehr belesen, und was sie nicht weiß, liest sie bei Wikipedia nach. In einer Wörterdose sammelt sie komplizierte Wörter, und Elsa ist Harry Potter Fan. Wenn Elsa mit Oma zusammen ist, ist jedenfalls alles gut. Oma beschützt sie vor allem und bringt ihr bei, dass es gut ist, anders zu sein, und dass man sich nicht unterkriegen lässt.


Wenn man dat Schlechte nich wechkricht, dann muss man viel Gutes drüberkippen...


Und es ist gut, dass es Oma gibt. Denn irgendwie wackelt alles in Elsas Leben. Ihre Eltern haben sich scheiden lassen, und ihren Papa sieht sie nur an jedem zweiten Wochenende. Ihre Mama arbeitet im Krankenhaus und ist wenig zu Hause, und Mamas neuer Lebensgefährte, George, wird nun auch bald Papa, und zwar von Elsas Halbgeschwisterchen. Wer weiß, wie es wird, wenn das Halbe erst einmal auf der Welt ist. Will Mama dann überhaupt noch etwas von ihr wissen? Und in der Schule hat sie täglich Streit - die anderen Schüler jagen sie und versuchen sie ständig zu drangsalieren. Und der Direktor sieht in ihr den Störenfried, denn Elsa ist in seinen Augen zu wenig angepasst. Da ist es gut, dass Oma ihr Halt gibt und sie daran hindert, ihr Anderssein aufzugeben.
Blöd nur, dass Oma eines Tages plötzlich stirbt und Elsa nun allein vor den ganzen Problemen steht. Und dass Elsa ihre Oma nun unglaublich, unheimlich, unsagbar schlimm vermisst. Doch Oma wäre nicht Oma, wenn sie das nicht vorhergesehen hätte. Und Elsa eine letzte Aufgabe hinterlassen hat: sie soll das Schloss und ihre Freunde beschützen.


Nicht alle Monster sehen aus wie Monster. Es gibt auch welche, die ihre Monster in sich tragen...


Das Schloss? Und ihre Freunde? Sie hat gar keine Freunde. Doch sie überbringt den ersten von einer Reihe von Briefen, die ihren Weg irgendwie zu Elsa finden. Briefe von Oma an alle möglichen Menschen in Elsas Mietshaus, in denen sie einen letzten Gruß hinterlässt und sich für vieles entschuldigt. Während Elsa fleißig Briefe verteilt, lernt sie eine Menge über andere Menschen, findet tatsächlich neue Freunde und vervollständigt damit den Lebensplan ihrer Großmutter. Doch Elsa bekommt auch einen differenzierteren Blick auf ihre Oma, und ja, es ist auch Wut dabei. Wut darüber, dass sie merkt, dass Oma auch für andere Menschen da war, nicht nur für ihre Enkelin. Wut darüber, dass Oma einst eine schlechte Mutter  und kaum für Elsas Mama da war. Wut darüber, dass Oma gestorben ist.
Doch gleichzeitig wird das Märchenreich, in das sie mit Oma immer wieder geflüchtet ist, durchlässiger für die Realität - die Grenzen verwischen, die Geschehnisse verweben sich miteinander, der heilsame Schutz der Märchen vor unheimlichen Wahrheiten löst sich allmählich auf und lässt Elsa so in der Realität ankommen.


Die Menschen müssen ihre Geschichten erzählen können, Elsa. Sonst ersticken sie.


Nachdem ich von Fredrik Backmans Debüt 'Ein Mann namens Ove' wirklich begeistert war, war ich sehr gespannt auf das zweite Buch des Autors. Und ich wurde zu meiner großen Freude auch diesmal nicht enttäuscht. Zwar war es etwas gewöhnungsbedürftig, dass immer wieder Episoden aus dem Märchenreich Miamas eingefügt waren, doch erschloss sich die Funktion und Bedeutung dieser Einschübe zunehmend im Laufe der Erzählung. Eine kindgerechte und poetisch-metaphorische Ebene, um mit Lebenskrisen besser umgehen zu lernen, und insofern ein passender Schachzug des Autors. Und da ich Märchen immer schon mochte, empfand ich diese Episoden auch keineswegs als störend.


Elsa schüttelt den Kopf und hält das Buch gut fest. 'Nein', lügt sie. Denn sie ist höflich genug zu wissen, dass du, wenn dir jemand ein Buch schenkt, es der Person schuldig bist, so zu tun, als würdest du es noch nicht kennen. Denn das wirkliche Geschenk ist das Leseerlebnis und nicht das Buch selbst. Das ist nun wirklich Basiswissen von gutem Benehmen, wenn man kein Schlaumeier ist.


Die Charaktere waren wieder einmal besonders und sehr liebevoll gezeichnet. Elsa und ihre Oma konnte ich trotz ihres anarchischen und oft rechthaberischen Verhaltens rasch ins Herz schließen, und nach und nach schlich sich noch die ein oder andere Figur hinzu, wenn sie sich erst einmal deutlicher präsentierte. Erst im Laufe der Zeit kristallisierte sich heraus, was die einzelnen Menschen auszeichnet, was sie erlebt haben und in welchem Verhältnis sie zu Elsas Oma standen. Und Elsa lernt, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt im Leben, dass es nicht nur Superhelden und Opfer gibt und dass Menschen vielschichtig sind und es sich immer lohnt, den Kern des anderen zu ergründen. Elsa versöhnt sich allmählich mit dem Leben.


Elsa beschließt, dass sie Menschen, die sie eigentlich mag, die aber früher mal Mistkerle gewesen sind, trotzdem wieder versuchen sollte zu mögen. Es bleiben nämlich nicht sehr viele übrig, wenn man jeden disqualifiziert, der irgendwann einmal ein Mistkerl gewesen ist.


Ein Buch, das erst einmal fast wie ein Kinderbuch à la Astrid Lindgren daherkommt, sich aber schnell als ein warmherziges Buch für Erwachsene herauskristallisiert. Gekonnt lässt der Autor den Leser so an Elsas Schmerz, ihrer Trauer und ihrer Wut teilhaben und sie auf ihrem Weg zurück ins Leben begleiten, lässt einen manchmal fast in derselben Sekunde lächeln und gleichzeitig schluchzen. Abgesehen von ein paar Längen in der Mitte des Buches war auch das zweite Werk Fredrik Backmans für mich wieder ein ganz besonderes Erlebnis.

Eine warmherzige Geschichte, witzig erzählt mit durchaus nachdenklichen Tönen - und eine große Hymne auf das Recht, anders zu sein. Ein einfühlsames, stellenweise melancholisches und zugleich ungeheuer komisches Buch voller überraschender Wendungen. Ein Buch, das berührt, zum Nachdenken anregt und auf eine besondere Weise wunderbar lustig ist. Mit einer solchen Oma an seiner Seite schafft man alles!

Mit anderen Worten: nur zu empfehlen!


© Parden

















Der Fischer Verlag schreibt über den Autor:

Fredrik BackmanFredrik Backman, geboren 1981, war Journalist, Blogger, Gabelstaplerfahrer, Gastronomiehilfskraft und vieles mehr – heute ist er Familienvater und einer der erfolgreichsten Autoren Schwedens. Sein Debüt ›Ein Mann namens Ove‹ eroberte weltweit die Herzen und die Bestsellerlisten und wurde mit Rolf Lassgård fürs Kino verfilmt. Auch Fredrik Backmans folgende Romane sind große internationale Erfolge. Der Autor lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Solna bei Stockholm.  

►  übernommen vom Fischer Verlag

Freitag, 16. September 2016

Wiseman, Ellen Marie: Die dunklen Mauern von Willard State


Zehn Jahre ist es her, dass eine schicksalhafte Nacht für Izzy Stone alles veränderte: Ihre Mutter erschoss ihren Vater während er schlief. Seitdem lebt die nun 17-Jährige bei Pflegefamilien. Als sie für ein Museum Gegenstände ehemaliger Insassen der alten und berüchtigten psychiatrischen Anstalt Willard State Asylum katalogisiert, stößt sie auf einen Stapel ungeöffneter Briefe und das alte Tagebuch einer gewissen Clara Cartwright. Je mehr sie über Claras Leben in Erfahrung bringt, desto mehr klären sich auch die Rätsel ihres eigenen Lebens … 

(Klappentext Piper Verlag)

  • Taschenbuch: 464 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch (9. November 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung: Sina Hoffmann
  • ISBN-10: 3492307582
  • ISBN-13: 978-3492307581
  • Originaltitel: What She Left Behind














WILLKÜR...



Willard, 1995. Eine schicksalhafte Nacht vor zehn Jahren veränderte alles für Izzy Stone. Ihre Mutter erschoss ihren Vater und kam ins Gefängnis, und die inzwischen 17-jährige Izzy lebt seither bei wechselnden Pflegefamilien. Als ihre derzeitige Pflegemutter sie bittet, bei der Katalogisierung von Koffern und deren Inhalten aus einer leer stehenden psychiatrischen Anstalt zu helfen, stößt Izzy dabei auf das Tagebuch sowie zahlreiche ungeöffnete Briefe einer gewissen Clara Cartwright.

New York, 1929. Die 18-jährige Clara Cartwright ist das Kind wohlhabender Eltern und Luxus gewöhnt. Sie wurde einem Sprössling aus gutem Hause versprochen, doch Clara will ihrer großen Liebe Bruno treu bleiben und weigert sich daher, die arrangierte Ehe einzugehen. Kurzerhand schickt ihr Vater sie daraufhin in ein Haus für Nervenleidende - und ein Albtraum nimmt seinen Lauf.

In zwei parallelen Erzählsträngen präsentiert Ellen Marie Wiseman hier abwechselnd die aktuelle Geschichte der Jugendlichen Izzy Stone und die zeitlich weit davor liegende der Clara Cartwright, die von ihrem eigenen Vater in eine psychiatrische Anstalt geschickt wurde, weil sie es gewagt hatte, sich ihm zu widersetzen. Zunächst berühren sich die beiden Erzählstränge nur behutsam - durch das Tagebuch und die Briefe, die Izzy in dem Koffer von Clara findet, der zusammen mit den Gepäckstücken hunderter anderer Patienten auf dem Dachboden der inzwischen verwaisten und nahezu verfallenen Psychiatrie vor sich hin modert, von Patienten, die zeitlebens das Gelände hinter den dunklen Mauern nicht mehr verlassen haben. Später nähern sich die Erzählstränge zunehmend an, dadurch dass Izzy zum einen tiefer in Claras Geschichte eintaucht, zum anderen aber auch dadurch, dass sie sich nun ihrer eigenen Vergangenheit zu öffnen beginnt, die sie bisher stets zu verdrängen suchte.

Zwei Geschichten - zwei Wertungen. Ich gestehe, dass es vor allem Claras Schicksal war, das mich sehr berührte. Allerdings waren die Szenen, die aus der Sicht Claras geschrieben wurden und in der Psychiatrie spielen, teilweise für mich schier unerträglich. Wenn ein solcher Abschnitt anstand, ging ich da echt mit Bauchschmerzen ran, aus Sorge davor, welchen Drangsalierungen Clara dann wieder ausgesetzt sein würde. Für was man früher so alles in der Psychiatrie landen konnte - vor allem als Frau! Ehemann verlassen? Eingesperrt. Dem Vater widersprochen? Jahrelang hinter Gitter, oftmals für den Rest des Lebens. Ein einzelner Psychiater für tausende von Patienten. Man ahnt, wie die Zustände sein mussten. Dazu die 'Behandlungsmethoden': Sedierung, Fixierung, Isolierung, Eisbäder, Insulinschocktherapie, Elektroschocks. Und die Autorin schildert das so bildhaft, dass mir manchmal echt die Luft wegblieb. Will man das ganze in Schlagworten zusammenfassen, dann so: Willkür. Gewalt. Ohnmacht. Hier wurde Menschen nicht geholfen, hier wurden sie zerbrochen.

Die andere Geschichte rund um Izzy war auch nicht uninteressant, die Figur durchaus authentisch und sympathisch - das ganze wirkte jedoch auf mich von den Themen her zu überfrachtet. Neben der Erforschung der Koffer und der Hintergründe hat Izzy ihre ganz eigenen Probleme. Sie  muss sich nicht nur wieder bei einer neuen Pflegefamilie einleben und dazu noch in einer neuen Schule, sondern sich auch endlich mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen. Seit der verhängnisvollen Nacht vor zehn Jahren hat sie ihre Mutter nicht mehr gesehen oder gehört und sich auch geweigert, ihre zahlreichen Briefe aus dem Gefängnis zu lesen. Immer schlummert in Izzy die Gewissheit, dass ihre Mutter verrückt sein müsse - und die große Angst, dass sie diese Veranlagung geerbt haben könnte. Doch als ob das noch nicht reicht, trifft Izzy noch auf ihre erste große Liebe und wird in der Schule nicht nur gemobbt, sondern gerät durch die Ausgrenzung aus der Klasse auch noch in eine große Gefahr. Für mich war das ehrlich gesagt zu viel des Guten, und erwartungsgemäß konnte den zahlreichen Themen auch nicht der Raum gelassen werden, der ihnen zugestanden hätte.

Trotz der Kritikpunkte an dem einen Erzählstrang fand ich den Plot insgesamt aber spannend und gut durchdacht. Das Ende wirkte auf mich zwar ein wenig arg bemüht, aber das Verweben der Geschichten gelang letztlich gut, und die Erläuterungen der Autorin am Ende des Buches lieferten noch einiges an interessanten Hintergrundinformationen. Viele historische Fakten wurden hier in den Roman eingeflochten.

Ein tiefer Blick in das dunkle Kapitel der Vergangenheit der Psychiatrien - gewoben um eine nette Jugendgeschichte. Erschütternd, bedrückend, gelungen.


© Parden













Ellen Marie WisemanDer Piper Verlag schreibt über die Autorin:

Ellen Marie Wiseman wurde in Three Mile Bay, einer kleinen Ortschaft im Bundesstaat New York, geboren. Sie besucht häufig ihre Verwandten in Deutschland und interessiert sich sehr für deutsche Geschichte und Kultur. »Die schwarzen Hügel von Coal River« ist der zweite Roman der Autorin. Wiseman lebt zusammen mit ihrem Mann, ihren beiden Kindern und drei Hunden am Ufer des Lake Ontario.

übernommen vom Piper Verlag

Donnerstag, 15. September 2016

Bentow, Max: Die Puppenmacherin


Als der Berliner Kommissar Nils Trojan an den Schauplatz eines neuen Mordfalles gerufen wird, ist er zutiefst erschüttert von dem Anblick, der sich ihm bietet: Der Täter hatte eine junge Frau in den Keller gelockt und sie dort auf ungeahnte Weise ermordet – ihr Körper ist erstarrt in einem monströsen Sarkophag aus getrocknetem Schaum. Bei seiner Recherche stößt Trojan auf einen älteren Fall, der verblüffende Parallelen aufweist: Damals konnte die Puppenmacherin Josephin Maurer in letzter Sekunde aus einem Keller befreit werden, der Angreifer hatte bereits Spuren seiner makabren Handschrift auf ihrem Körper hinterlassen. Doch der als Täter identifizierte Karl Junker gilt inzwischen als tot - kann es sein, dass jemand ihn kopiert? Oder ist er doch noch am Leben, besessen davon, sein grausames Werk fortzusetzen? Trojan bittet die Psychologin Jana Michels um Hilfe, denn er ahnt, dass der Mörder in einen Wahn verstrickt ist, der sich seiner Vorstellungskraft entzieht - und dass das Töten noch lange kein Ende hat ...

(Klappentext Goldmann Verlag)

  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (17. Februar 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442480035
  • ISBN-13: 978-3442480036
  • Reihe: Nils Trojan (Bd. 2)














BAUSCHAUM...




Im zweiten Band der Reihe ermittelt Nils Trojan in einem Mordfall, der sich bald schon als Teil einer Serie herausstellt. Doch was verbindet die Opfer, die alle auf grausame Weise ums Leben kamen, indem sie unter einem monströsen Sarkophag aus getrockneten PU-Schaum erstickten? Die Recherche führt zu einem älteren Fall, in dem ebenfalls PU-Schaum verwendet wurde. Damals konnte das Opfer jedoch gerade noch gerettet werden - ein Zufall führte den Bruder des mutmaßlichen Täters in den Keller, wo er die gefesselte und besprühte Josephin Maurer fand. Doch der Täter  starb bei einem Autounfall. Gab es damals einen Komplizen? Gibt es einen Nachahmer? Oder verhält es sich doch vollkommen anders?

Nils Trojan steht auch in diesem Fall als ermittelnder Kommissar im Mittelpunkt des Geschehens. Erfahren, wie er ist, verlässt er sich häufig und zurecht auf seinen Instinkt, doch auch er kann die Serie der Morde nicht verhindern. Stets laufen sie dem Mörder hinterher, obwohl rasch klar wird, dass die Taten tatsächlich irgendwie mit dem alten Fall um Josephin Maurer zu tun haben müssen. Systematisch scheint der Täter den Freundes- und Bekanntenkreis von Josephin auszuschalten - und sie damit noch dünnhäutiger zu machen, als sie seit dem damaligen Geschehen ohnehin schon ist. Doch was bezweckt der Täter damit?

Die erste Hälfte des Thrillers weiß zu begeistern. Die Spannung wird aufgrund der Dichte der Ereignisse hochgehalten, und mit Trojan hat Max Bentow einen sympathischen Charakter im Thrillergenre geschaffen. Dabei erhält der Leser auch wieder einen kleinen Einblick in seine private Situation. Geschieden ist er, doch er bemüht sich, für seine Tochter ausreichend Zeit zu finden. Aufgrund von Versagensängsten befindet er sich außerdem ohne das Wissen seiner Kollegen in psychologischer Behandlung. Nicht zuletzt durch die Ereignisse im vorherigen Band hat Trojan sich in seine attraktive Psychologin Jana Michels verliebt - auch wenn er weiß, dass diese allein schon aus Gründen der Professionalität eigentlich Distanz wahren muss. Zwischen den beiden entwickelt sich ein Auf und Ab der Gefühle, und Jana Michels macht klar, dass es entweder auf professioneller Ebene weitergeht oder aber versuchsweise auf privater. Doch für die Klärung ihrer Situation bleibt bald keine Zeit mehr, denn der Fall fordert Trojans ganzen Einsatz.

In meinen Augen nimmt die Spannung in der zweiten Hälfte trotz der kurzen Kapitel und der geschickt gesetzten Cliffhanger etwas ab und zieht erst gegen Ende wieder deutlich an. Doch dieses Ende konnte mich dann leider gar nicht überzeugen. Kommissar Zufall wird hier für meinen Geschmack zu sehr bemüht, und die Spur, auf die Trojan schließlich stößt, empfinde ich als zu konstuiert. Und dann geschieht dasselbe, was ich schon im ersten Band bemängelt habe: 'Superman' ist wieder da. In James-Bond-Manier agiert Trojan nun Schlag auf Schlag, weiß genau, was, wann, wo jetzt richtig ist, und entwickelt im Showdown wieder einmal Superkräfte. Es mag Leser geben, denen das so gefällt - ich gehöre leider nicht dazu. Für mich gleitet die Handlung dadurch ins Unglaubwürdige ab...

Ein unterhaltsamer Thriller, durchaus, aber das unglaubwürdige Ende lässt mich mit einem etwas schalen Geschmack zurück. Dennoch hoffe ich auf Band drei.


© Parden












HIER geht es zum Portrait von Nils Trojan





Max BentowDer Goldmann Verlag schreibt über den Autor:

Max Bentow wurde 1966 in Berlin geboren. Nach seinem Schauspielstudium war er an verschiedenen Bühnen als Schauspieler tätig. Für seine Arbeit als Dramatiker wurde er mit zahlreichen renommierten Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Mit den fünf bisher erschienenen Kriminalromanen um den Berliner Kommissar Nils Trojan gelang Max Bentow ein großer Erfolg, alle Bücher standen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.

übernommen vom Goldmann Verlag

Sonntag, 11. September 2016

Price, Lissa: Starters


Die 16-jährige Callie verliert ihre Eltern, als eine unheimliche Infektion alle tötet, die nicht schnell genug geimpft werden – nur sehr junge und sehr alte Menschen überleben. Während die Alten ihren Reichtum mehren, verfallen die Jungen der Armut. Hoffnung verspricht die Body Bank, ein mysteriöses Institut, in dem Jugendliche gegen Geld ihre Körper verleihen können. Das Bewusstsein des alten Menschen übernimmt den jungen Körper für eine Zeit, um wieder jung zu sein. Doch bei Callie geht es schief: Sie erwacht, bevor sie erwachen darf – in einem Leben, das ihr völlig unbekannt ist. Anstelle ihrer reichen Mieterin bewohnt sie eine teure Villa, verfügt über Luxus im Überfluss und verliebt sich in den jungen Blake. Bald aber findet sie heraus, dass ihr Körper zu einem geheimen Zweck gemietet wurde – um einen furchtbaren Plan zu verwirklichen, den Callie um jeden Preis verhindern muss ...

(Klappentext Piper Verlag)

  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch (16. April 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung: Birgit Reß-Bohusch
  • ISBN-10: 349226932X
  • ISBN-13: 978-3492269322
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
  • Originaltitel: Starters
  • Reihe: Starters-Dilogie, Band 1











NACH DEM KRIEG...



http://www.festivalticker.de/bandbilder/13841/dystopie/dystopie2.jpg


Die 16jährige Callie lebt mit ihrem kleinen Bruder Tylor und dem ehemaligen Nachbarsjungen Michael auf der Straße. Zwischen den Pazifikstaaten und den USA hat es einen Krieg gegeben, in dessen Folge Granaten mit Genozid-Sporen geworfen wurden. Da die Kinder und die Alten besonders anfällig waren, wurden sie zuerst gegen diese Sporen geimpft, doch war es dann für die Altersgruppe der 40-60Jährigen zu spät: alle starben. Seither gibt es nur noch die Jungen und die Altern, die Starters und die Enders.

Für die Starters gibt es keine rosigen Aussichten. Wenn sie keine Papiere besitzen, die dokoumentieren, dass sie Minderjährige mit Familie sind, werden sie gnadenlos von den Marshalls gejagt und in Heime verfrachtet. Wer das nicht möchte, muss in den Untergrund abtauchen, leerstehende Häuser besetzen, sich Nahrung und Wasser "organisieren" und immer auf der Hut vor den Marshalls oder den Renegaten sein - andere Starters, die als Gang gewalttätig durch die Straßen ziehen. Es gibt keine Möglichkeit, sich Geld zu verschaffen, außer wenn man sich an die Body Bank wendet.

Als Callie von der Möglichkeit erfährt, zögert sie zunächst - doch sieht sie letztlich keinen anderen Weg mehr, als dort einen Vertrag zu unterzeichenen. Schließlich trägt sie die Verantwortung für den 7-jährigen Tylor. Der Vertrag besagt, dass Callie sich einverstanden erklärt, sich einen Neurochip ins Gehirn pflanzen zu lassen, der sie dadurch drahtlos dauerhaft mit einem Computer verbindet. Für einen begrenzten Zeitraum wird sie dann in Narkose versetzt, und ein Ender, der ihren Körper für diese Zeit gemietet hat, kann nun - verkabelt mit demselben Computer - über ihren Körper verfügen. Der Starter, der seinen Körper auf diese Weise zur Verfügung stellt, weiß im Anschluss daran nichts von den Geschehnissen...

Doch irgendetwas läuft schief, denn Callie erwacht deutlich vor dem vereinbarten Zeitraum. Anfangs verwirrt, orientiert sich das Mädchen allmählich in den veränderten Lebensumständen, erkennt aber zunehmend auch Zusammenhänge, die ihr die Haare zu Berge stehen lassen. Machenschaften ungeahnten Ausmaßes entpuppen sich, und Callie hat keine Ahnung, wie sie diese stoppen soll. Aber sie ist dazu fest entschlossen...

Callie erscheint als starker, entschlossener Charakter, der früh gelernt hat, Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig ist sie eine ganz normale Jugendliche, die beginnt, auch am anderen Geschlecht Interesse zu entwickeln. Rückschläge lähmen sie kurz, doch immer wieder versucht sie, für ihre Überzeugungen einzustehen und an ihrem Vorhaben festzuhalten. Spannend und mit einigen überraschenden Wendungen, ließ sich das Buch flüssig lesen. Teilweise ahnte ich Entwicklungen voraus, doch das tat dem Lesefluss keinen Abbruch.

Ein nettes Jugendbuch, das ohne fiesen Cliffhanger endet, aber genug Fragen offen lässt, um sich auf die Fortsetzung zu freuen.



© Parden











Lissa PriceDer Piper Verlag schreibt über die Autorin:

Lissa Price ist Drehbuchautorin und lebt nach mehreren Aufenthalten in Japan und Indien heute in Kalifornien. Ihr Roman »Starters« ist das höchstgehandelte Debüt der letzten Jahre.

übernommen vom Piper Verlag

Samstag, 10. September 2016

Galbraith, Robert (alias J. K. Rowling): Der Seidenspinner


Als der Romanautor Owen Quine spurlos verschwindet, bittet seine Frau den privaten Ermittler Cormoran Strike um Hilfe. Es ist nicht das erste Mal, dass Quine für einige Tage abgetaucht ist, und sie möchte, dass Strike ihn findet und nach Hause zurückbringt. Doch schon zu Beginn seiner Ermittlungen wird Strike klar, dass mehr hinter Quines Verschwinden steckt, als seine Frau ahnt. Der Schriftsteller hat soeben ein Manuskript vollendet, das scharfzüngige Porträts beinahe jeder Person aus seinem Bekanntenkreis enthält. Sollte das Buch veröffentlicht werden, würde es Leben zerstören – zahlreiche Menschen hätten also allen Grund, Quine zum Schweigen zu bringen.

Als Quine tatsächlich tot aufgefunden wird, brutal ermordet unter bizarren Umständen, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um das wahre Motiv des skrupellosen Mörders aufzudecken – eines Mörders, wie Strike ihm noch nie zuvor begegnet ist …

Absolut fesselnd und voller unerwarteter Wendungen: Der Seidenspinner ist der zweite Roman der hochgelobten Krimiserie um den Ermittler Cormoran Strike und seine entschlossene junge Assistentin Robin Ellacott.


(Klappentext blanvalet Verlag)

  • Taschenbuch: 688 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (15. Februar 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung: W. Bergner, Ch. Göhler, K. Kurz
  • ISBN-10: 3734102235
  • ISBN-13: 978-3734102233
  • Originaltitel: The Silkworm (A Cormoran Strike Novel)
  • Reihe: Cormoran Strike (Bd. 2)









BOMBYX MORI...


Seidenspinner (Bombyx Mori)

Bombyx mori ist der lateinische Name des Seidenspinners oder auch Maulbeerspinners, eines ursprünglich in China beheimateten Schmetterlings, dessen Raupen schon seit langem für die Erzeugung von Seidengarn genutzt werden. Aber nein, das hier wird jetzt keine wissenschaftliche Abhandlung. Bombyx mori ist eben auch der Titel des neuesten Romans des nicht sonderlich erfolgsverwöhnten Autors Owen Quine - und eben jener Autor scheint verschwunden zu sein. Seine Frau Leonora, unscheinbar und verhuscht, wendet sich an den Privatermittler Cormoran Strike und bittet ihn, ihren Mann zu finden. Der weiß erst nicht so recht, was er davon halten soll, denn schließlich ist Quine für seine Eskapaden bekannt - immer schon ist er phasenweise für einige Tage oder Wochen verschwunden, um sich vom Alltag und Familienleben zurückzuziehen, dann aber stets freiwillig wieder aufgetaucht. Weshalb also mit der Suche beginnen? Doch Leonora tut ihm irgendwie leid, und so beginnt Cormoran zu ermitteln.

Dass hier etwas anders ist als bei den üblichen Auszeiten Quines, merkt Cormoran spätestens, als er dessen Leiche übelst zugerichtet in einem alten Haus aufspürt. Für die Polizei ist rasch klar, dass nur die Ehefrau des Autors als Täterin in Frage kommt, doch Strike hat daran große Zweifel. Obwohl der Roman Quines nicht verlegt wurde, spricht die ganze Autoren- und Verlagsszene Londons von diesem Buch: skandalträchtig scheint ein noch zu geringes Wort für Bombyx mori. Als Strike sich ein Exemplar besorgen kann, erkennt er, dass jeder, der in London etwas mit Verlagen oder dem Schreiben von Büchern zu tun hat, in diesem Roman bloßgestellt wird, aber auch Menschen aus  dem privaten Umfeld des Autors. Es gibt also viele, die ein Motiv hatten, Quine zum Schweigen zu bringen - und die Inszenierung seines Todes weist große Parallelen zur Handlung in seinem Buch auf. Wer ist also der wahre Täter?

Fast 700 Seiten lässt Robert Galbraith alias Joanne K. Rowling sich Zeit, um diesen Krimi zu erzählen. Und sie war wieder in bester Erzähllaune. Geduldig, fast liebevoll beschreibt sie ihre Figuren, angefangen bei dem 36jährigen Cormoran Strike, der nach einer Beinamputation aus der Armee ausscheiden musste und sich seither als Privatermittler verdingt. Seit seinem ersten großen Fall ('Der Ruf des Kuckucks') ist er in London und den Medien recht bekannt und kann sich über einen Mangel an lukrativen Aufträgen nicht beklagen. Doch hängt sein Herz nicht an der Beweisführung gegen untreue Ehemänner, sondern die Unschuldigen sind es, denen er wirklich zu helfen wünscht. Und so lässt sich Strike überhaupt nur auf diesen Fall ein, der ihm finanziell kaum etwas einbringen wird. Aber auch Robin Ellacott, Strikes Assistentin, gewinnt hier zunehmend an Substanz - immer mehr wird deutlich, weshalb sie überhaupt die unterbezahlte Stellung in der Detektei angenommen und später auch beibehalten hat, obwohl sie besser bezahlte Stellen hätte haben können. Sowohl ihrem Verlobten als auch Cormoran Strike selbst gegenüber macht sie schließlich deutlich, was sie eigentlich möchte. Und ihre Hilfe kann der Detektiv auch in diesem komplizierten Fall wirklich gut gebrauchen.

Der eigentliche Fall ist durch die Vielzahl der Personen und Motive unglaublich komplex und undurchsichtig. Eitle Autoren, gierige Agenten und bornierte Verleger gehören ebenso zu den Verdächtigen wie das private Umfeld des ermordeten Owen Quine, und Strike quält sich mehr als einmal im Schneematsch mit seiner Beinprothese zu den zu befragenden Personen. Ein flüssiger Schreibstil und interessante Dialoge sorgen trotz der Länge des Romans für eine kurzweililge Unterhaltung, und trotz der oftmals verstörenden Ausschnitte aus dem Buch des Toten habe ich jede einzelne Zeile genossen. Einen intelligenten Krimi mit viel Lokalkolorit hat Galbraith / Rowling da geschrieben. Bis kurz vor Schluss ahnte ich nicht, wer nun der Mörder des übel zugerichteten Skandalautors war - und selbst ein fulminanter Showdown fehlt hier nicht.

Alles in allem ein überzeugender, spannender und interessanter Krimi, der mit Seitenhieben auf die Buchbranche nicht spart und in jedem Fall neugierig werden lässt auf die kommenden Fälle für Cormoran Strike und Robin Ellacott...



© Parden








► Hier geht es zur Rezension von Band 1 um Cormoran Strike...















Der Blanvalet Verlag schreibt über den Autor / die Autorin:

Robert Galbraith ist das Pseudonym von J.K. Rowling, Autorin der Harry-Potter-Reihe und des Romans Ein plötzlicher Todesfall.

übernommen vom Blanvalet Verlag

Mittwoch, 7. September 2016

Marlow, Mareike: Blutroter Flieder


In Burgheide könnte es Ihnen gefallen: Irgendwo zwischen Lüneburg und Bremen gelegen, Pferde auf den Weiden, trockener norddeutscher Humor. Und ab und an eine Leiche. Keine von der friedlich entschlafenen Sorte, versteht sich. Hier teilen sich die Halbschwestern Tessa und Jana – 30 Jahre auseinander, Berliner Großstadtgewächs die eine, Burgheider Urgestein die andere – das Haus am See. Und hin und wieder einen Mordfall. Wenn zum Beispiel die Gutsbesitzerin bei einem Reitunfall ums Leben kommt. Ohne Helm soll sie geritten sein, der hängt nämlich noch im Stall. Nur warum duftet das Ding wie frisch aus dem Laden?

(Klappentext Verlagsgruppe Droemer Knaur)

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (1. Juli 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426517000
  • ISBN-13: 978-3426517000
  • Reihe: Tessa Eichhorn und Jana Hinrichs (Bd. 2)












WIEDER EIN WOHLFÜHLKRIMI...


Jana Hinrichs und ihre 30 Jahre jüngere Halbschwester Tessa Eichhorn leben nun bereits seit einigen Wochen gemeinsam in dem Haus am See, wozu sie das Testament ihres verstorbenen Vaters verdonnert hat. Wenn sie das Erbe nicht verlieren wollen, müssen sie es wenigstens ein Jahr in dem Haus in Burgheide, einem kleinen Örtchen irgendwo zwischen Lüneburg und Bremen, zusammen aushalten, was regelmäßig auch notariell überprüft wird. Doch es fällt beiden schwer, sich miteinander zu arrangieren - was nicht allein am gewaltigen Altersunterschied liegt. Teetrinker vs. Kaffeetrinker, Landärztin vs. Großstadtpflanze, ruhig und besonnen vs. quirlig und spontan - da sind Konflikte vorprogrammiert. Und Tessa hat sich immer noch nicht wirklich entschieden, ob sie das alles überhaupt wirklich will...

Doch bevor die Entscheidung fallen kann, taucht einmal mehr eine unerwartete Leiche in Burgheide auf. Diesmal ist es die Gutsbesitzerin eines Pferdehofs, der nicht nur Reitstunden anbietet, sondern auch sehr erfolgreich Pferde züchtet. Ausgerechnet die erfahrene Reiterin soll bei ihrem täglichen Morgenritt tödlich und auch noch ohne Helm vom Pferd gefallen sein? Für Jana und Tessa ist dies kaum zu glauben, und auch wenn die Polizei den Fall längst als Unfall zu den Akten gelegt hat, beginnen die beiden Hobbydetektivinnen wieder einmal neugierig zu ermitteln...


"Los, komm schon, raus aus den Federn (...) Auf! Auf! Der frühe Vogel fängt den Wurm." Tessa vergrub ihren Kopf wieder in den Kissen. "Und die zweite Maus bekommt den Käse." (S. 17)


Auf den zweiten Band der Reihe um Jana und Tessa habe ich mich schon sehr gefreut, nachdem mir der erste Band 'Blaubeermorde' so gut gefallen hatte. Auch hier flogen die Seiten dank des flüssigen Schreibstils, vor allem aber aufgrund der wieder einmal gelungenen Mischung aus ländlicher Idylle, duftenden Kuchenrezepten, Wortwitz, kriminalistischem Gespür und Humor nur so vorbei. Es war wirklich schön, den beiden Schwestern wiederzubegegnen und mitzuverfolgen, wie sich ihre gemeinsame Geschichte hier weiterentwickelt. Dabei fand ich es ausgesprochen entzückend, wie liebenswert selbst kleinste Details ausgearbeitet waren. Die Hühner namens 'Hellboy' und 'Hulk' seien hierfür als Beispiel genannt.

Ein wenig enttäuscht war ich, dass der junge Dorfpolizist Martin, der eher durch seine Backkünste brilliert denn durch seine Ermittlungsarbeit, hier nur wenige Auftritte hatte, so dass auch die Scharmützel mit dem für Mordfälle zuständigen und eigens aus der nahegelegenen Stadt herbeigerufenen Kommissar Kettel diesmal nahezu ausblieben. Dennoch erfuhr der Leser auch in diesem Fall, welche Leckereien Matin für den unter Zuckerentzug leidenenden Kommissar zaubern musste - und bekam die Rezepte gleich noch dazu präsentiert. Wenn es hier im Haus demnächst also nach Scones mit Clotted Cream oder aber nach Butterkuchen zu duften beginnt, ist dies den Verlockungen des Wohlfühlkrimis geschuldet.

Ein dritter Band der Reihe ist geplant, wie ich zu meiner Freude erfuhr, jedoch wird die Reihe wohl nicht mehr im Knaur Verlag herausgegeben werden. Ich hoffe, dass ich trotzdem demnächst in den Genuss kommen werde, wieder in einen Kriminalfall in Burgheide eintauchen zu dürfen. Diese Unterhaltungskrimis im Stile einer Vorabendserie gefallen mir zwischendurch nämlich ausgesprochen gut!


© Parden











Die Verlagsgruppe Droemer Knaur schreibt über die Autorin:

Ihre ersten Geschichten erfand Mareike Marlow im Urstromtal der Isar, wenn sie dort mit ihrem Hund auf Entdeckungstour war. Als junge Frau in Berlin gestrandet, genoss sie zwar die Annehmlichkeiten der Großstadt, die niemals schläft, doch tief im Herzen wuchs die Sehnsucht nach Landluft. Und so zog sie mit ihrem Mann von der Hauptstadt in ein wunderbares niedersächsisches Örtchen. Dort widmet sie sich ihrem Garten, stromert mit ihren Kindern durch die Natur und findet dadurch immer wieder neue Ideen für ihre Bücher.

übernommen von der Verlagsgruppe Droemer Knaur

Dienstag, 6. September 2016

Höpken, Isa: Putzblitz!



1000 unverzichtbare Haushaltstricks

Rotweinfleck auf der weißen Lieblingsbluse? Halb verwelkte Zimmerpflanzen? Versalzener Eintopf? Isa Höpken weiß Rat: Sie hat altbewährte Hausmittel aus Omas Zeiten gesammelt und sie auf den neuesten Stand gebracht – schnell, zuverlässig, praxiserprobt.

(Klappentext Verlagsgruppe Droemer Knaur)

  • Taschenbuch: 240 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (3. September 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426785250
  • ISBN-13: 978-3426785256
  • Originaltitel: Rosinen im Sekt und Salz im Kaffee













TIPPS UND TRICKS...




Was für eine Rezension kann man zu solch einem Buch schreiben? 1000 Tipps und Tricks hat die Autorin hier zusammengetragen, die teilweise sicherlich allgemein bereits bekannt sind, zum Teil jedoch durchaus Überraschendes zu bieten haben.

Rund um die Themen Küche, Sauberkeit, Möbel- und Bodenpflege, Pflanzenkunde, Kleidung und Schuhe, Körper- und Schönheitspflege, Heimwerken und Auto, gibt es hier durchaus Interessantes und Wissenswertes zu entdecken. Angesichts der Vielzahl der Post-Its, die ich zur Markierung wichtiger Tipps im Buch hinterlassen habe, kann ich allerdings nur sagen: zu viel, um sich wirklich alles merken zu können.

Bei der Vielzahl der Tipps kommen bei mir allerdings auch Zweifel auf, ob die Autorin ihre genialen Ratschläge tatsächlich alle selbst ausprobiert hat. Und manche Vorschläge stoßen bei mir auch deutlich auf Skepsis. Dass Obst beispielsweise weniger schnell fault, wenn man einige Knoblauchzehen dazwischenlegt - bei der Vorstellung verziehen sich mir bei dem Gedanken an den anschließenden Apfelkuchen doch ein wenig die Gesichtsmuskeln. Gegen Rauchgeruch im Zimmer hilft angeblich das Abbrennen von Lorbeerblättern - ist das nicht die Austreibung des Teufels mit dem Beelzebub? Gleiches gilt für den Versuch, den Geruch frischer Wandfarbe zu vertreiben, indem man dazu flache Teller mit Essigessenz im Raum aufstellt - ich weiß, wovon mir eher schlecht wird. Bei Einschlafproblemen mag es helfen, zwei bis drei Zwiebeln für zehn Minuten in Milch zu kochen und das ganze anschließend zu sich zu nehmen - aber die Folgen für den nächsten Tag wurden hier wohl nicht bedacht. Andererseits soll es helfen, Zwiebelgerüche an den Händen zu vermeiden, wenn man die Haut vor der Küchenarbeit mit Zahnpasta einreibt. Wie das Essen dann wohl schmeckt?

Manche der Tipps wiederum fand ich richtig pfiffig, wie z.B. den Gestank aus dem Mülleimer mit einer Schicht Katzenstreu zu vermeiden oder aber auch, dass stumpfe Scheren wieder scharf werden, wenn man damit mehrmals in Alufolie oder aber in ein Stück Schleifpapier schneidet. Essigessenz und Backpulver finden hier bei zahlreichen der dargestellten Tricks Eingang. Aber wie zum Teufel kommt man darauf, dass das Polieren mit warmer Kleie dabei hilft, Granatschmuck wieder schön zu bekommen? Wer probiert so etwas denn aus? Und witzig finde ich die Idee, die Brille, wie hier empfohlen, statt mit einem Putztuch mit ein paar Tropfen Wodka zu säubern - die Blicke meiner Kolleginnen sehe ich jetzt schon vor mir...

Kein Buch also, das man einfach so runterliest. Vielmehr ist dies wohl ein Ratgeber, den man zu Rate zieht, falls man mit einem Problem einmal nicht weiterkommt. Denn wie schon erwähnt: merken kann sich das wohl keiner in dem gesamten Umfang - und hilfreich ist hier bestimmt auch nicht alles. Aber das ein oder andere werde ich jetzt sicher einmal ausprobieren.


© Parden












Die Verlagsgruppe Dromer Knaur schreibt über die Autorin:

Isa Höpken ist Diplom-Agraringenieurin und Fachredakteurin für Verbraucherthemen. Sie schreibt für viele große Zeitschriften - von "Freundin" bis "Zu Hause".

übernommen von der Verlagsgruppe Droemer Knaur

Montag, 5. September 2016

Kabatek, Elisabeth: Ein Häusle in Cornwall


Als die Schwäbin Emma wegen eines drohenden Burnouts krankgeschrieben wird, klingt eine kleine Auszeit auf einem Landsitz in Cornwall nach einer guten Idee. Wo Emma allerdings an Rosamunde-Pilcher-Eleganz mit Rosengarten gedacht hat, erwarten sie pittoresker Verfall, ein Haufen lebenslustiger Exzentriker – und Nick. "Emotionale Verwicklungen" sind auf Emmas Erholungs-To-do- Liste nicht vorgesehen. Außerdem ist Nick etwas unbeholfen. Und höflich. Und Engländer! Und er hat sich längst hoffnungslos in Emma verliebt …

(Klappentext Verlagsgruppe Droemer Knaur)

  • Taschenbuch: 352 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (2. Mai 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426514885
  • ISBN-13: 978-3426514887















EMOTIONALES KUDDELMUDDEL...


Cornwall

Emma Stöckle (schwäbischer geht es wohl kaum) ist ein Worcaholic. Sie lebt für ihre Arbeit, und eine Wohnung braucht sie eigentlich nur, um gelegentlich mal zu schlafen. Doch jeder stößt irgendwann an seine Grenzen, und so ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Arzt bei Emma ein drohendes Burnout diagnostiziert. Zwei Wochen Krankenschein - ja, ist der denn wahnsinnig?

In einem Café wird Emma dann unvermittelt von einem Engländer angesprochen - und spontan zu ein paar Tagen Auszeit in Cornwall eingeladen. Bevor Emma richtig nachdenken kann, hat sie auch schon zugesagt und befindet sich auf dem Weg an die englische Küste. Nick heißt der etwas steife junge Mann aus dem Café und entpuppt sich nicht nur als Besitzer eines heruntergekommenen alten Herrenhauses, sondern gar als Nicholas Reginald Fox-Fortescue - ein verarmter Angehöriger des unteren britischen Landadels.

Aus den eigentlich geplanten zwei Tagen Auszeit in Cornwall werden für Emma unversehens zwei ganze Wochen, und in dieser Zeit krempelt sich ihr Leben ganz allmählich um. Doch nach Ablauf der zwei Wochen fliegt sie zurück ins schöne Schwabenländle, denn die Arbeit ruft - und dahinter hat alles andere zurückzustehen. Eine Zukunft ohne ihre Arbeit kann sich Emma jedenfalls nicht vorstellen...


"8000 Jahre sind eine lange Zeit, wenn man ungestört ist. Die Briten nutzten sie gründlich. Mit großem Eifer entwickelten sie sich zu Bekloppten, und weil zwischen ihnen und dem Kontinent eine Menge Wasser lag, hinderte sie niemand daran."


Cornwall + Landadel = Rosamunde Pilcher? Klar kommt der Gedanke auf, aber glücklicherweise kennen die Engländer in der Geschichte diese Autorin bzw. die Verfilmungen ihrer Bücher gar nicht ('Rosamunde who?'). Und Elisabeth Kabatek legt hier eher den Fokus auf ein amüsantes Aufeinandertreffen von Kulturen, Vorurteilen und Charakteren, eingebettet in die Schönheit der Landschaft, garniert mit reichlich emotionalen Verwicklungen und letztlich auf der Suche nach dem, was im Leben wirklich wichtig sein könnte.

Hier spielt die Autorin auf der britischen wie auf der schwäbisch-deutschen Seite fleißig mit allen gängigen Klischees, bietet bei aller Vorhersehbarkeit der Geschichte immer wieder kleine Überraschungen und erzählt in flüssigem Schreibstil recht amüsante Begegnungen der überwiegend sympathischen Charaktere.

Ein nettes Buch für zwischendurch, das sich rasch und angenehm lesen lässt und das für kurzweiliges Amüsement sorgt.


© Parden











Die Verlagsgruppe Droemer Knaur schreibt über die Autorin:

Elisabeth Kabatek ist in der Nähe von Stuttgart aufgewachsen. Sie studierte Anglistik, Hispanistik und Politikwissenschaft in Heidelberg und Spanien und ist Übersetzerin. Seit 1997 lebt sie in Stuttgart. Ihre Romane "Laugenweckle zum Frühstück", "Brezeltango", "Spätzleblues", „Zur Sache, Schätzle“ und "Ein Häusle in Cornwall" wurden auf Anhieb zu Bestsellern.

übernommen von der Verlagsgruppe Droemer Knaur

Sonntag, 4. September 2016

Leon, Donna: Venezianisches Finale (BR1)


 Dies ist der erste Fall des Commissarios Brunetti. 

Es ist das Jahr 1992. Donna Leon, US-Amerikanerin, die in Venedig lebt, hat sich eine Romanfigur ausgedacht. Sie nennt sie Guido Brunetti, macht ihn zum Commissario in der Questura Venedigs. Sie umgibt mit Paola, seiner Frau und mit Nachwuchs. Chiara ist dreizehn , ihr Bruder Raffaele ist fünfzehn Jahre alt.  Obwohl diese Informationen nicht allzu wichtig sind, merken wir sie uns für die Zukunft.  Alles Schreiben hat einen Anfang.

Im Teatro la Fenice tritt ab dem dritten Akt von La Traviata, der großen Oper von G. Verdi ein anderer Dirigent an. Maestro Wellauer, ein über ziebzigjähriger weltberühmter deutscher Dirigent hat das Pult verlassen. In seiner Garderobe richt es nach bitteren Mandeln. Zyankali? Zyankali! Mord? - Brunetti und die Beamten Miota und Alvise nehmen die Ermittlungen auf. Sie treffen vor allem auf

  • Signora Wellauer, die dreißig Jahre jüngere Ehefrau
  • Flavia Petrelli, gefeierte Sopranistin
  • Brett Lynch, Amerikanerin und Archäologin, Freundin der Petrelli und natürlich jede Menge Theaterleute.
Der Maestro hat eine illustre Vergangenheit. Seine Kariere begann bereits in den dreißiger Jahren in Deutschland. Aber hat seine relative Nähe zum Führer etwas mit seinem Tod zu tun? Oder seine Abneigung gegenüber homosexuellen Sängerinnen, Sängern und anderen Musikern? Oder hat der Maestro noch andere Vorlieben? Wieso war die Petrelli in seiner Garderobe und die Ehefrau auch nicht weit?

Brunetti stochert vorerst im Nebel. Der Leser wird später feststellen, der Commissario bedient sich, typisch italienisch (?) allerlei sonstiger Personen zum ermitteln. Zum Beispiel seine Frau. Die vermittelt einen Studienkollegen, der eine Menge Klatsch weiß. Und nicht schlecht schlucken kann. Wisky. Guido kennt da auch noch einen, dessen Vater ebefalls manches zur Person Wellauers beitragen kann.

Die Entscheidung des Commissarios am Ende dieser ersten Geschichte ist, sagen wir, italienisch. Menschlich. Verständlich.

* * *
"Bei einer Männer-Tombola wäre er ein echter Hauptgewinn: Er sieht gut aus, ist intelligent und humorvoll, warmherzig und unbestechlich, er hat einen nachsichtigen Blick auf die Welt und diese edle, melancholische Aura, die Frauen unwiderstehlich finden.

Erfreulicherweise ist der Mann Italiener und deshalb irdischen Wonnen sehr zugetan: Er ißt und trinkt gern - Huhn mit Artischocken, frische Pfirsiche, Wein und Grappa -, er zankt sich mit seinen heftig pubertierenden Kindern und liebt seine Frau Paola auch nach 17 Jahren Ehe mit großer Zärtlichkeit und regelmäßig.

Er kann aber auch richtig sauer werden, etwa angesichts der Touristenmassen, die das ganze Jahr über seine Stadt bevölkern und gelegentlich sogar seine Ermittlungen behindern: Guido Brunetti ist Commissario della Polizia in Venedig." [1]

Wie kam Donna Leon zu diesem Helden? "Er stieg aus dem Boot und war da." [2] 

"Er war ein überraschend gepflegter Mann: seine Krawatte war sogfältig gebunden, das Haar kürzer als derzeit Mode, und selbst seine Ohren lagen eng am Kopf, als wollten sie nur ja nicht auffallen. Die kleidung wies ihn eindeutig als Italiener aus. Der Akzent war unverkennbar venezianisch. Sein Blick war ganz der eines Polizeibeamten." (Seite 15)

Und wie kam sie zu dieser Geschichte? Anekdote: Sie war mit einem Freund im Theater, der anschließend den Dirigenten hätte umbringen mögen. Sie meinte nur: "Ich mach´s für dich, aber in einem Roman." Außerdem hatte sie auch Klatsch über  Herbert von Karajan gehört. [3]  So etwas war schon einmal da. Das kann man hier nachlesen.


Donna Leon liebt diese Stadt. Und sie beobachtet genau. Das schreibt sie natürlich auch in ihre Bücher: "In diesen Stunden [nachts] war die Stadt für Brunetti am schönsten, denn gerade dann konnte er, der durch und durch Venezianer war, etwas von ihrer früheren Pracht erahnen. Die dunkelheit verbarg das Moos, dass über die Stufen der Palazzi entlang des Canale Grande herauf kroch, macht die Risse in Kirchenmauern unsichtbar und deckte die Stellen zu, wo der Putz von öffentlichen Gebäuden blätterte. Wie so viele Frauen in gewissem Alter konnte die Stadt nur mit Hilfe trügerischen Lichts ihre verschwundene Schönheit wiedererlangen. Ein Boot, das am Tage schlicht eine Ladung Seifenpulver und Kohl transportierte, wurde bei Nacht zu einem mysterösen Gefährt, das einem geheimnisvollen Ziel entgegenglitt. Der Nebel, der in diesen Wintertagen so häufig war, verwandelte Menschen und Dinge; selbst kanghaarige Teenager, die an einer Gassenecke herumhingen und sich eine Zigarette teilten, wurden zu geheimnisvollen Phantomen aus der Vergangenheit." (Seite 47/48)


A propos Teenager. Chiara will endlich einen Computer. Ob da wohl der Opa einspringen muss, Vater ihrer Mutter und steinreicher Conte, der "im Finanzgeschäft" war? Raffaele zeigt sich gerade proletarisch. Er will nicht zur Schule. Da würde man nur systemkonform beeinflusst. Aber die ganze Familie spielt Monopoli. Der Mathestar Chiara geht pleite, Raffaele, Raffi, mausert sich zum Erzkapitalisten und die Paola beklaut ihre Tochter, die Bank, ihren Gatten, den Commissario dabei strahlend anlächelnd.  Es ist ein Genuss, dies zu lesen und wohl kaum eine Roman- oder TV-Ermittler "gibt" soviel Einblick in seine, ausnahmsweise mal "normalen" Familienverhältnisse.


Figuren / Darsteller

Auf dem Bild sehen wir oben links die Familie Brunetti mit Julia Jäger, Uwe Kockisch, Laura-Charlotte Syniawa und Patrick Diemling. rechts unten, die Besetzung der Folgen 1 bis 4: Joachim Król und Barbara Auer. Außerdem zu sehen Annett Renneberg als Signorina Elettra und Michael Degen als Vice-Questore Patta. Über Patta und Elettra wird noch zu berichten sein. Mir persönlich gefällt Kockisch in der Rolle des Brunetti besser als Król. Aber beide entsprechen nicht genau dem oben gezeichneten Bild des Helden. Das betrifft zumindest die Krawatte.






Sein letztes Konzert: Was war in dem Kaffee? Da liegt Maestro Wellauer. Wurde er ermordet?



Vice Questore Patta, Commissario Brunette und Signorina Elettra. Es fehlt Sergente Vianello. In fünften Film darf er zwar nicht fehlen, aber im ersten Band spielt die Figur noch gar nicht mit.



Abendstimmung in Venedig. Aktenstudium auf venezianisch. We sitzt in diesem Flugzeug?


Ich mach dann hier erst einmal Schluss. Schließlich muss ich mir bei 25 Bänden diverse spezifische Dinge einteilen. Fall 2 ist bereits in Arbeit.


© KaratekaDD


Quellen & Abbildungen