Mittwoch, 19. Februar 2014

Woodrell, Daniel: In Almas Augen


Die Zeit vergeht, aber sie heilt nicht alle Wunden. Vor allem wenn ein Verbrechen geschehen ist. Daniel Woodrell steigt in seinem neuen Roman hinab in die versehrte amerikanische Seele des 20. Jahrhunderts. Ein Buch über eine Frau, die für Gerechtigkeit kämpft und einen hohen Preis dafür zahlt...


192 Seiten, € 16,90
Gebunden mit Schutzumschlag
Liebeskind 
Übersetzung: Peter Torberg
Erscheinungstermin 10. Februar 2014
ISBN 978-3-95438-021-3

Leseprobe







Der Preis der Wahrheit...


Eines der Probleme zu Zeiten der Großen Depression in den USA


In einer Kleinstadt in Missouri kommen bei einer sommerlichen Tanzveranstaltung im Jahr 1929 über 40 Menschen ums Leben, als die Arbor Dance Hall durch eine Explosion zerstört wird und in Flammen aufgeht. Fast jede Familie in der Kleinstadt hat einen Verlust zu betrauern, und Entsetzen legt sich über den Ort. Viele Gerüchte über die Tragödie kursieren in jenen Tagen, falsche Geständnisse und unzählige Verdächtigungen sind an der Tagesordnung. Doch die wahre Ursache der Explosion wird nie ermittelt, und die Große Depression, die kurz darauf über Amerika hereinbricht, lässt die Frage nach Unfall oder Absicht rasch in den Hintergrund treten.
Nicht so jedoch für Alma DeGeer Dunahew, eine Haushälterin aus ärmlichen Verhältnissen, die allein für ihre drei Kinder sorgen muss und bei der Explosion ihre zehn Jahre jüngere Schwester Ruby verloren hat. Alma weiß zu viel, um an einen Unfall zu glauben, und stellt Fragen, die zunehmend auf Unmut stoßen. Ihre Nachforschungen bedrohen die Mauer des Schweigens der Kleinstadt, doch sie ist diejenige, die den Preis dafür zu zahlen hat. Ihr Arbeitgeber wirft sie raus, ihre Familie wendet sich von ihr ab - und erst vierzig Jahre später enthüllt Alma ihre Wahrheit über jene schicksalshafte Nacht.


                                                               

Ein Leben in Armut in den USA in den 20er Jahren



"Alma hatte die Schule bis zum Ende der dritten Klasse besuchen dürfen, dann musste sie ein paar Jahre auf den Feldern ihres Vaters arbeiten, bevor sie den Weg in die Stadt fand und Wäscherin, Köchin, Dienstmagd wurde. Sie verlor zwei Söhne, ihren Ehemann, ihre Schwester und verdiente wenig. Meist stand sie nur einen zerschlagenen Teller oder ein lautes Widerwort vor der völligen Armut. Sie war ängstlich und wütend, führte ein Leben voller Groll, voller Anfeindungen und kalter Erinnerungen an all jene, die uns je geärgert oder etwas angetan hatten. Alma DeGeer Dunahew war mit iherer verkniffenen, feindlichen Natur, ihren dunklen Obsessionen und ihrem grundlegenden Verlangen nach Rache das große rote Herz unserer Familie, das wir geheim hielten und das uns Kraft gab." (S. 15)

 

Dies schreibt Almas Enkel, dem sie 1965 schließlich die Wahrheit über die Hintergründe der Explosion erzählt. Dabei wechselt die Perspektive zwischen Gegenwart und Vergangenheit, und zahlreiche Personen und Episoden werden in die Erzählung eingewoben, so dass schließlich ein breitgefächertes Bild über das Leben in der Kleinstadt in Missouri um 1929 entsteht.
Szenenhaft präsentiert sich die Gesellschaft der damaligen Zeit, das Leben wohlsituierter Familien ebenso wie das von Menschen in unsäglicher Armut, bar jeder Illusion und das Vergessen oft nur im Alkohol findend. Jedes der geschilderten Schicksale stellt ein Stück des Puzzles dar, das die Lösung um das große Unglück des Jahres 1929 bietet. Indizien werden so gesammelt und zusammengetragen, bis das Bild komplett ist und Almas Wahrheit sich schließlich Bahn bricht.





Die Prohibition in den USA (1919-1933)


Abgesehen von der geschickten Verschachtelung der Szenen, die stets nur einen winzigen Ausschnitt beleuchten, genug, um eine Ahnung zu erhaschen, zu wenig, um wirklich etwas zu fassen zu bekommen, ist es die Sprache der Erzählung, die mir außerordentlich gut gefallen hat. Mit wenigen Sätzen, rasch skizzierten Bildern, gelang es bereits, mich mitten in eine Szene zu katapultieren:

 

" Das Hudkins-Haus roch nach alten und frischen Zigarren und Jahrzehnten voller Frühstücksspeck, und ich ergab mich schon nach zwei Schritten hinter der Tür diesen alles umhüllenden Düften. Es waren die gesammelten Gerüche eines gut gelebten Lebens, es roch nach Wärme und Dauerhaftigkeit, nach Luft, die mit dem Gewehröl eines abgebrühten Sportsmanns und dem Lavendel von Ma-ma parfümiert war." (S. 141)

 

 ***

"Er wusste nicht, was ihm im Bett wirklich gefiel, bis sie es ihm zeigte. Sie sah Andeutungen von Verlangen in seinen Augen, siebte seine schüchternen Worte, sein Schweigen und entzifferte, was nicht gesagt wurde, um seinem unerfahrenen Körper dann alle stummen Wünsche zu erfüllen. Er erlebte Spasmen, die er für fast heilig erachtete, und er erlebte sie in ihrer Umarmung immer wieder und schneller, als er es je für möglich gehalten hätte (...) so lange, bis er alles losließ, und je mehr er von diesem Augenblicken erlebte, umso mehr wollte er davon. Ihre Lippen auf den seinen waren so fein, so erfahren, und ihre Hände fuhren über seinen Körper wie die einer Geisterbeschwörerin, die eine Wiederauferstehung herbeiführte, so sehr ließ sie ihn anschwellen mit ihren Fingerspitzen und dem zarten Atem und den rosigen Liebkosungen..." (S. 88)


Diese Beispiele sollen an dieser Stelle genügen und haben hoffentlich deutlich gemacht, was DER SPIEGEL seinerzeit über ein anderes Werk Woodrells schrieb: 'Man frisst die Sätze in sich hinein, gierig, mit ständig wachsender Lust an der Schönheit der Sprache.'
Dem kann ich mich nur anschließen!



Für mich mein erstes Highlight des Jahres und ganz sicher nicht das letzte Buch von Woodrell. Ich freue mich, diesen Autor für mich entdeckt zu haben.
Einmal mehr geht ein herzliches Dankeschön an den Liebeskind-Verlag, der mir freundlicherweise dieses Buch als Rezensionsexemplar zukommen ließ. 


© Parden









Daniel Woodrell

Daniel Woodrell, 1953 geboren, wächst in St. Louis und Kansas City auf. Mit siebzehn verlässt er die Highschool und meldet sich bei den Marines. Nach dem College nimmt er am renommierten Iowa Writers’ Workshop teil. Sein Romandebüt »Cajun Blues« erscheint 1986. Für den Roman »Tomato Red« erhält er 1999 den Preis des amerikanischen P.E.N., im selben Jahr verfilmt Ang Lee seinen Roman »Wer mit dem Teufel reitet«. 2010 wird die Verfilmung von »Winters Knochen« beim Sundance Film Festival als bester Film ausgezeichnet und für vier Oscars nominiert. Daniel Woodrell lebt mit seiner Frau in Missouri. >>>Quelle





Montag, 17. Februar 2014

Blogpost No. 3: Wortsalat im Februar 2014

Was sagt uns dieser Wortsalat?


Irgendwie ist viel die Rede von Hörbüchern. AUDIBLE, OHRDEBIL, HÖRSPIEL...
Den Namen SANDNER hab ich wohl ziemlich viel gebraucht in meinem letzten Beitrag.

Was sagen denn meine Mitstreiter dazu? (Am besten gleich in den Post schreiben...)

KaratekaDD

KaratekaDD: Wenn man bei den BELIEBTESTEN POSTs mal "Alle Zeiten" aktiviert, dann erkennt man, dass die ältesten Sachen schon nicht mehr erscheinen. Daraus läßt sich vielleicht ableiten, dass die neueren Beiträge besser sind, zumindest aber der Bekanntheitsgrad größer geworden ist. Denn die Neueren wurden mehr angeklickt.

Anne Parden: Ich bekenne mich "schuldig" was die Hörbücher anbelangt. Aber immerhin habe ich ja auch gleich fünf davon in einem Post rezensiert. Da bleibt die Anhäufung kaum aus. Im Übrigen zeigt das mal wieder, dass wohl tatsächlich nur Wörter verarbeitet werden, die gerade auf der Startseite erscheinen. Sonst könnten wir uns vermutlich vor lauter Indianern nicht retten, *grins*... 

TinSoldier: Gut so, Anne! Es sei denn, man steht auf "ohrdebile Indianer"! Debil bedeutet lt. Wikipedia "mentale Retardierung". Ich glaube, diese Eigenschaft den Indianern zuzuschreiben, wäre falsch und sowieso "politisch inkorrekt"! (Sorry Uwe, man sagt mir nach, ich könne besser auf einen guten Freund verzichten als auf einen guten Scherz...:-)!!
Aber lassen wir das. Mein Beitrag zum aktuellen Wortsalat gestaltet sich diesmal eher dezent. Liebe Leser: Muss ich mir deshalb Sorgen machen...???

KaratekaDD: Musst du nicht, Rudi. Ich find das gut, dass der Wortsalat nur auf die Startseite zugreift. Deswegen ist er ja denn aktuell. Und immerhin sind das mindestens 5 Beiträge. Ich sachau jetzt nicht nach, was "mentale Retardierung" bedeutet, und da ich selber kein Indianer bin...
Übrigens, ICH mach den Wortsalat und "keine Macht ist so klein, dass man sie nicht mißbrachen könnte." ;)

 

Krause, Roland: Der Tod kann warten



Der Sandner hat a gscheite Method´ fürs Ermittln von Mordsachen…

Meine Rezension zum Rezensionsexemplar, welches mir DER Krause, freundliches Buchgesicht, fix ä mol rüber geflackt hat...

Zumindest sind sie, die Ermittlungsmethoden, ungewöhnlich.
Was steht auf der Klappe?

"Die 97-jährige Mutter des pensionierten Oberstaatsanwaltes ist aus dem Seniorenheim verschwunden. Ihre Entführer fordern nur eines: Die Aufklärung eines alten Mordfalls. Während sich seine Kollegin auf die Suche nach der alten Dame macht, begibt sich Hauptkommissar Josef Sandner undercover in die Münchner Vorstadt, in der einst das Verbrechen geschah. Dann stellt ein weiterer Mord das Ermittlerteam vor eine Zereißprobe…"

Weiterhin steht da noch, dass die FRANKFURTER RUNDSCHAU findet, der Sandner würde seine Fälle bravourös lösen und der MÜNCHNER MERKUR meint, dass die Geschichte bis zum Ende authentisch wäre. Der muss es ja wissen.

 * * *
Das Ermittlerteam besteht aus:
DEM Sandner, DER Wiesner, DEM Hartinger und DEM Johnny. Natürlich darf man DEN Brauner, das ist der oben genannte Ex - Oberstaatsanwalt nicht vergessen. DER Wenzel ist ebenfalls, wenn auch amtierender Staatsanwalt, allerdings eine ziemlich negativ besetzte Figur. Warum ich das so schreibe? Wir sind hier schon im tiefsten bayerischen Rede- und Schreibstil, denn genau so gehen alle Absätze los.

"DER Sandner schleicht belämmert über den Parkplatz. An seiner Seite der Rotschopf. Seine erhobenen Hände hält er in zupackender Bereitschaft. Altenpfleger-Attitüde. Nicht, dass ihm der Chef aus den Latschen kippt. Großes Zutrauen scheint er in dessen Konstitution nicht zu haben. Kein Wunder. Niedergeschlagen, im reinsten Wortsinn."[1]

Quelle: fotocommunity.de
DER Hartinger, Jungspund im Münchener K11, hat seinen Chef gerade vom Boxen weggeholt. DER Sandner hat sich dabei, weil vom Hartinger abgelenkt, einen Haken eingefangen. Nun ist er unpässlich. Warum ich das so schreibe? Genau das ist der Stil des Autors, DEM Krause Roland. Hauptsätze, Hauptsätze und noch mehr kurze Hauptsätze, was die Handlung in der jeweiligen Sequenz ein wenig beschleunigt und außerdem "nebensächliche" Erklärungen ermöglicht.

Natürlich wird das Ganze durch bayerische Redewendungen gewürzt:
Boxtrainer: "Was soll des darstellen, Mädels? Geht´s doch ins Ballett! ... Steck dir a Rosen in den Oasch, Sandner!" 

DER Sandner ist wohl leicht rechthaberisch. Sein dienstliches Motto lautet wohl: "Du sollst nicht andere Götter haben neben mir!" Das meint zumindest DIE Wiesner, "schönste Oberkommissarin im ganzen Land…". Hinzu die Jungspunde Johnny und Hartinger, schon haben wir ein seltenes Ermittlerteam. Wie es scheint, hat der urbayerische Autor auch nirgends anders abgeschrieben. Soll heißen, er hat sein eigenes Team gebildet.

Vornamen kommen selten vor. Da DER Sandner mit dem Polizeirat, das ist sein Chef, der gar keinen Namen hat, und DEM Brauner per DU ist, erfahren wir, dass DER Sandner Josef heißt. DIE Wiesner wird Sandra gerufen. Aber das wäre unwesentlich, wenn nicht die polizeilichen Gegenüber mit wesentlich mehr mit Vornamen ausgestattet wären. Vermutlich kann der Leser die gerade ins Bild gerückten Personen so besser unterscheiden. (Scherz, Kruzitürken).

Wo muss DER Sandner nun eigentlich undercover ermitteln?

Quelle: fotocommunity.de

Im ► HARTHOFVIERTEL.[2] Das ist ein leicht heruntergekommener Stadtteil von München. Die Reichen und Schönen wohnen woanders. Der Harthof liegt nördlich der Innenstadt. Landwirtschaft gabs bis 1960 (!) Es herrscht der soziale Wohnungsbau vor. 

"Durch den hohen Bestand an Sozialwohnungen gab es am Harthof schon seit deren Bau einen überdurchschnittlichen Anteil von sozial schwachen Gruppen, wofür der Stadtteil auch bekannt war. Im Zuge des Neubaus der Blockstrukturen strebt die [Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft] GWG eine stärkere Durchmischung an."[3]
Das liest man in wikipedia. 

google map

Die Leute, mit denen es DER Sandner nun zu tun bekommt, sind genau solche. Manche sind gut, manche sind schlecht, ansonsten sind es halt Münchener Bayern, wobei auch Zugezogene da "rumflacken", zum Beispiel ein zukünftiges Mordopfer namens YILMAZ. Wen wunderts… Eine Unmenge an BMW-Autobauern leben da auch, sofern die Rationalisierung nicht allzu sehr zugeschlagen hat. Das ► BMW - Gelände befindet sich in der Nähe.


Quelle wiki

Jedenfalls hat DER Krause den dortigen Bewohnern ein Denkmal geschrieben. So schlimm kann das Viertel auch nicht sein, wie ein paar ► Bilder zeigen werden.

google map
Aber ich will ja hier nicht ► München beschreiben.
Für den Nichtbayern oder die meisten Leute jenseits des Weißwürschtl - Äquators ist der Stil gewöhnungsbedürftig. Außerdem kann sich DER Krause einen Seitenhieb auf "meine" Spezies nicht verkneifen:
Der Pflegedienstleiter des Altenheimes in dem DIE alte Brauner wohnt "… kann seine sächsische Herkunft nicht verleugnen. Die Stimme quietscht der Wiesner im Gehörgang, als würde ein Schimpanse auf der Tin Whistle üben."

Jo mei, geht´s noch? Da mog sich DER Krause auf sei Sofa flacken und Sätze überlegen, die net so anfangen: "Wie die beiden Kriminaler zuvor beim Haupteingang gestanden sind…"[4]
(So, diesen Seitenhieb kann ich mir nicht verkneifen!)

Fakt ist aber auch, dass wir es hier mit einer ruhigen aber auch gelegentlich überraschenden Handlung zu tun haben. Diese muss am Ende noch die Erklärung bringen, ob denn nun eine Entführung überhaupt stattfand. DER Sandner und DIE Wiesner schaffen es außerdem, einen ziemlich verdächtigen, die Staatsmacht im Harthof verkörpernden Typen, welcher durch unlautere Art und Weise an die Dienstpistole DES Sandners gekommen ist, nur mit wenigen lakonischen Bemerkungen zu Fall zu bringen:

"Das Grinsen bleibt in seinem Gesicht [Des Sandners] hängen wie eingefroren, als der Mann die Waffe auf den Tisch legt.. Zwei Schritte tritt er zurück. Einen seiner Lederhandschuhe streift er ab. Er öffnet die Sicherheitsschlaufe seines Holsters. Alles ist bereit.[5] 
'Greif zu', fordert er den Sandner auf. 'Sie ist geladen und entsichert'[6] 
'Aha. Und wenn nicht?'
Der Mann zuckt mit den Schultern. 'Dann erschieß ich dich so, du feiger Hundling.'
'Sechs Schuss müssen noch drin sein', sagt der Sandner und betrachtet die Pistole…"

Etwas später:
"Der Mann schaut am Sheriff vorbei.
'Erschieß ihn nicht, Sandra.'
'Wieso nicht?', fragt eine Stimme aus dem Hintergrund. Die Wiesner steht an den Türrahmen gelehnt,
lässige Attitüde, die Heckler&Koch beidhändig im Anschlag. Der Griffspannhebel klickt… 
'Weil', sagt der Sandner.
'Das ist kein Grund.'
'Lohnt nicht.'
'Philosophisch oder materiell?'

… (Das Gegenüber hat "nichts Wertvolles beizutragen")

'Er bedroht dich mit einer Waffe', beharrt die Wiesner.
'Okay, vielleicht in die Schulter, falls er zieht', gibt der Sandner nach.
'Nein', kommt die Antwort. 'Wenn schon, denn schon.'
'Ich…' Mehr bringt der Dicke nicht hervor. Dann fällt er einfach um, wie ein Sack Kartoffeln. Nicht einmal seine Waffe bringt er noch aus dem Holster."
[7]

Den Typen hat es dahin geflackt. Wenn das mal kein Erfolg ist. Anschließend Festnahme. Unter Zuhilfenahme von wiederbelebenden Sanitätern. Leicht schwitzt der Sandner schon. Aber er hat ja eine Kollegin dabei, die "Fachkraft für besondere Anlässe" ist.
Der lakonische Stil, gelegentlich gewürzt mit bayerischen Redewendungen, ("Ihr könnts da net einfach reintrampeln, ihr depperten Kasperln!") macht das Buch tatsächlich authentisch. 

Mir hat es gefallen.

Was zum Teufel bedeutet eigentlich das vermutliche Verb: geflackt, flacken? 

Es hat bestimmt einen Grund, wenn DER Krause am Ende DEN Erasmus von Rotterdam zitiert: 
"Und zum Schluss: Der Umgang mit Büchern bringt die Leute um den Verstand."


* * *

http://www.piper.de/autoren/roland-krause-2888

Roland Krause wurde 1964 in Lindau geboren. Nach einigen Jahren in Nürnberg lebt und arbeitet er heute in München. Die Stadt mit all ihren heiteren, skurrilen und abgründigen Facetten menschlichen Daseins bildet auch den Hintergrund seiner Erzählungen. Nach »Der Sandner und die Ringgeister« und »Fuchsteufelswild« ist »Der Tod kann warten« sein dritter Kriminalroman um Hauptkommissar Josef Sandner.

DNB / PIEPER Verlag GmbH / München 2013 / 364 S.
► Roland Krause in der DNB

© KaratekaDD



[1] KRAUSE, R.: Der Tod kann warten, Piper Verlag, München 2013, Seite 12
[4] siehe Krause, Seite 47
[5] Hauptsätze, Hauptsätze…
[6] Waffen deutscher Polizisten müssen nicht ge- bzw. entsichert werden…
[7] siehe Krause, Seite 309 ff



Samstag, 15. Februar 2014

Wright, Ronald: Die Schönheit jener fernen Stadt


Ein langer Liebesbrief, ein abenteuerlicher Trip ins Jahr 2500 und eine satirische Robinsonade - das alles ist diese romantische Zeitreise.


Pressestimmen:

"Voller Spannung verfolgt man die Entfaltung einer äußerlich blühenden Landschaft, die innerlich schrecklich leer ist. Wrights empfindsame Reise beginnt als Abenteuergeschichte und endet als überzeugende kulturelle Satire." (Julie Myerson im "Observer")

"Ich hoffe bei Gott, dass das nur Fiktion ist!" (Farley Mowat)

"Ein brillanter und zutiefst verführerischer Abenteuerroman." (Julie Myerson in "The Observer")









Von der Entschleunigung des Lesens...

(auch veröffentlicht von parden auf Buchgesichter.de am  07.02.2014)


Die Zeitmaschine von H.G. Wells



H.G. Wells
Im Jahr 1999 erhält der Museumsdirektor David Lambert einen Brief mit einer sensationellen Ankündigung: Die berühmte Zeitmaschine von H. G. Wells wird in der Neujahrsnacht nach London zurückkehren! Voller Zweifel aber getrieben von einer unstillbaren Neugier, findet er die Zeitkapsel schließlich tatsächlich. Was nun?
In einem verborgenen Versteck untersucht er die Maschine, versteht deren Mechanismus aber nicht. Als er erfährt, dass er unheilbar erkrankt ist, beschließt er, 500 Jahre in die Zukunft zu reisen, in der Hoffnung, dass der medizinische Fortschritt der kommenden Jahre ihn retten können wird - und in der Hoffnung, seine Geliebte auf diese Weise zurückzugewinnen...

 

Während David seinen Fuß in ein üppiges, aber auch bedrohliches Neu-England des Jahres 2500 setzt und Schritt für Schritt eine erstaunliche Zukunft erforscht, erfährt der Leser die bittersüße Liebesgeschichte um Daivd, seinen Freund Bird (Altphilologe und Jazzmusiker aus dem East End) und die schöne, exzentrische Ägyptologin Anita. Von beiden Männern verzweifelt geliebt, war sie mit 32 Jahren eines unerklärlichen Todes gestorben.
 

Erzählt wird der gesamte Roman in Briefform - die längste Passage davon ist ein langer Brief Davids an seine verstorbene Geliebte, in dem er sowohl die Vergangenheit Revue passieren lässt als auch seine Gegenwart in der Zukunft beschreibt: bildhaft, eindrücklich und intensiv, teilweise gespickt mit Biss und Humor (der Ness-Kaffee in Schottland), teilweise melancholisch.
 

"Diese Gefühle nach dem Ereignis: Warum ist das Echo immer stärker als das Geräusch? Warum löst die Erinnerung soviel Schmerz aus? Die Leute kommen und gehen, und du merkst kaum, was sie denken und fühlen, du merkst kaum, was du selbst fühlst und denkst. Aber dann, eines Tages, wenn du am wenigsten damit rechnest, stößt die Erinnerung dir eine Klinge ins Herz: Was man zusammen getan hat, und was man nicht zusammen getan hat; und plötzlich stürzt du in einen Abgrund, und nur deine Trauer ist bei dir." (S. 374)
 

Das Szenario, das Ronald Wright von der Welt des Jahres 2500 entwirft, hält der heutigen Gesellschaft einen deutlichen Spiegel vor. Die Folgen unseres heutigen Handelns: Ausbeutung von Ressourcen und Natur, Überbevölkerung, Klima- und Umweltsünden, Wohlstandsmüll - die Rechnung hat David Lambert vor Augen.
Dieses Buch stellt insgesamt jedoch einen gelungenen "Genremix" dar, da Wright es schafft, Romanze, Drama, Zukunftsvision, Nostalgie, Abenteuer und ein bißchen Grusel in jede Menge zynischer Gesellschaftskritik zu verpacken, so dass hin und wieder auch ein lautes Lachen möglich ist.

 

"Seit einer Woche nur Sonne und stetiger Westwind. Das Wetter verzaubert von freundlichen Göttern. (...) Abends füllt sich das Wasser mit einem phosphoreszierenden Licht, das unter dem Bug leuchtet, als wäre in der Tiefe des Meeres ein zweiter Mond aufgegangen. (...) Ich fühle mich wie Noah, der im Regen tanzt." (S. 383)
 

Ein Buch, das sich nicht schnell lesen lässt. Ein Buch, das nicht vor Spannung strotzt. Doch ein Buch, das zu fesseln vermag mit Detailverliebtheit und Fantasie, mit einer einnehmenden Schreibweise - und mit Stoff zum Nachdenken. Wenn man aber den Menschen aus dem Mittelpunkt der Überlegungen heraus rückt, vermittelt das Buch auch Hoffnung.
Und so schloss ich das Buch schließlich mit einem lächelnden Seufzen...


 

© Parden









Ronald Wright
Ronald Wright (*1948 in London) ist ein kanadischer Geschichtswissenschaftler und Schriftsteller. Er studierte Archäologie an der Universität Cambridge und an der University of Calgary, wo er 1996 mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet wurde.

Sein schriftstellerisches Werk umfasst Romane und Sachbücher. A Scientific Romance / Die Schönheit jener fernen Stadt ist eine Fortsetzung von H. G. Wells klassischem Science-Fiction Roman „Die Zeitmaschine“, worin der Protagonist die zukünftige Welt des Jahres 2500 nach einer ökologischen Katastrophe besucht. Der Titel des Romans spielt auf die frühe Bezeichnung von Science-Fiction als Scientific Romance an.
In den vier Teilen von A Short History of Progress / Eine kurze Geschichte des Fortschritts rekapituliert Wright den Untergang vier historischer Zivilisationen (Osterinsel, Sumer, Maya, Römisches Reich) aufgrund der blinden Zerstörung ihrer Lebensgrundlage.   >>> Quelle



Freitag, 14. Februar 2014

Ohrdebil.de - kostenlose Eigenproduktion von Audible.de



Wer wie ich nicht nur gerne liest, sondern sich Bücher auch häufig vorlesen lässt in Form von Hörbüchern, der stößt sicherlich irgendwann auf Audible.de. Seit nunmehr über vier Jahren lade ich mir von diesem Portal monatlich ein Hörbuch herunter und genieße den Vorteil, dass es sich dabei meistens um vollständige Lesungen handelt - ein Kriterium, das mir immer wichtiger erscheint. 
Gelegentlich stößt man beim Durchforsten der Angebote aber auch auf kostenlose Downloads, wobei es sich stets um Eigenproduktionen von Audible.de handelt. Eine beliebte Reihe dieser kostenlosen Downloads nennt sich "Ohrdebil.de". Johanna Steiner schreibt die Drehbücher der kleinen Geschichten, Helmut Krauss fungiert als Erzähler, das Team von Audible.de spricht die verschiedenen Rollen und vereinzelt gibt es auch "Gastredner" wie beispielsweise Sebastian Fitzek.

Ohrdebil.de spielt in der Zukunft und beschreibt Alltag und Abenteuer eines renommierten Hörbuchverlages, witzig, überspitzt, sich selbst auf die Schippe nehmend. Keine besonders anspruchsvolle Unterhaltung, aber es ist zu merken, mit wieviel Vergnügen die Sprecher bei der Sache sind, und für die kleine Unterhaltung zwischendurch sind diese Stücke allemal geeignet.



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Erstmals veröffentlicht wurden die bisherigen Episoden im Rahmen besonderer Aktionen, so z.B. stückchenweise als Adventskalender oder aber als Live-Lesung vor Publikum. Nach diesen Aktionen stehen dann die kompletten Lesungen als Download zur Verfügung. 
Mir persönlich haben die Hörspiele am besten gefallen, die zur Adventszeit spielen - die Geschichten sind kompletter, dauern auch deutlich länger als die anderen Episoden. Hier nun die bisher erhältlichen Hörspiele von Ohrdebil.de - und meine jeweilige Meinung dazu - die Überschriften sind die jeweiligen Links zum Download auf Audible.de:
  
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Teil 1: Krise unterm Christbaum



Es ist kurz vor Weihnachten in einer fernen Zeit weit in der Zukunft. Das Fernsehen gehört schon längst der Vergangenheit an und die Menschen möchten am liebsten von morgens bis abends Hörbüchern und Geschichten zuhören. In der Firma Ohrdebil liegt es den Mitarbeitern daher sehr am Herzen, dass alle Geschichten schnell und reibungslos zu ihren Kunden finden. Doch dann geschieht es. Wenige Tage vor Heiligabend erhält die Firma einen mysteriösen Anruf, der alle in Angst und Schrecken versetzt: In vier Tagen soll die ganze Firma ruiniert werden und schließlich offline gehen.

Keiner weiß, was dieser Anruf zu bedeuten hat, doch als die ersten Manipulationen Rechner lahm legen und Daten wie von Geisterhand gelöscht werden, wird es allen klar: Die Drohung war ernst gemeint! Betsy, John, Tobi, Flora und Alexander sind die Verantwortlichen der verschiedenen Abteilungen bei Ohrdebil und begeben sich auf die Suche nach dem ominösen Anrufer. Doch viel Zeit bleibt ihnen nicht. Denn schon fallen weitere Computer-Programme aus - und vom Täter fehlt noch jede Spur...


Ein nettes Hörspiel mit verteilten Rollen, das neben dem geschilderten Chaos auch den Alltag bei einem Hörbuchverlag wiedergibt. Dabei wird die eigene Branche nicht zu ernst genommen, sondern nimmt sich selbst auch mal gehörig auf die Schippe. Die Spannung hält sich in Grenzen und ist in etwa vergleichbar mit den bekannten "Drei???"-Hörspielen, die zwar die Neugierde wecken, ansonsten aber einfach nur angenehm zu hören sind.
Dieses Hörspiel gibt es exklusiv bei Audible.de und wird in erster Linie auch gesprochen von den Audible-Mitarbeitern. Zwischendurch erwarten den Hörer aber auch kleine Überraschungen wie Sebastian Fitzek, der sich selbst spricht und seine kleine Rolle mit einem Augenzwinkern ausfüllt...

Ein netter Hörspaß zur Weihnachtszeit, das auch noch kostenfrei herunterzuladen ist.
Da vergebe ich gerne 8 von 10 Punkten und bin schon auf die weiteren Ausgaben von "Ohrdebil.de" gespannt...



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Teil 1.5: Gefahr aus Atlantis


Endlich Sommer! Urlaubszeit ist doch einfach die beste Zeit! Tobi und Flora haben eine Kreuzfahrt in einem Online-Preisausschreiben gewonnen. Beide waren noch nie auf einem solchen Schiff und sind sehr beeindruckt von den riesengroßen Dimensionen. Die vielen Läden, die Freizeitangebote, die Bistros und Cafés bringen sie ins Schwärmen.
Aufgeregt gehen Tobi und Flora zum ersten Dinner an Bord, da entdecken sie Herrn Debil und seine Frau Wind-Debil. Zu ihrer Verwunderung sind die Debils in Begleitung von zwei sehr merkwürdigen Gestalten: Cyprinus und Procula vom Orden der Letzten von Atlantis. Diese zwei Atlanteer sind Tobi und Flora von Anfang an sehr unheimlich und sie ahnen nichts Gutes...

 

Von Ohrdebil.de gibt es also nicht nur Geschichten zur Weihnachtszeit, was mich sehr gefreut hat. Hierbei handelt es sich sogar um ein Live-Hörspiel, wieder einmal v.a. von den Audible-Mitarbeitern gesprochen, die selbst dabei viel Spaß zu haben schienen. Da es das Hörspiel wie bisher alle aus der Reihe um die Firma Ohrdebil.de zwar nur exklusiv bei Audible.de gibt, dafür aber kostenfrei heruntergeladen werden kann, kann man den Anspruch an ein letztlich von Laien gesprochenes Machwerk sicherlich nicht zu hoch ansetzen.
Auf einer längeren Autofahrt hörte ich dieses 33-minütige Hörspiel gemeinsam mit meinem Sohn, der anfangs nur den Kopf schüttelte, sich dann aber wie ich auch zunehmend amüsierte über vollkommen überzogene Darstellungen, unlustige Witze, unlogische Entwicklungen und Lacher an Stellen, die solches nicht vermuten ließen. Insgesamt also Unterhaltung der besonderen Art, die man sich ruhig einmal gönnen kann.

 

7 von 10 Punkten - mir war der Spaß einfach zu kurz!


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Teil 2: Apokalypse im Advent


Es ist wieder kurz vor Weihnachten. In einer fernen Zeit weit in der Zukunft. Das Fernsehen gehört schon längst der Vergangenheit an und die Menschen möchten am liebsten von morgens bis abends Hörbüchern und Geschichten zuhören. In der Firma Ohrdebil.de drehen die Mitarbeiter gerade ein Grußvideo für ihren kranken Chef Herrn Debil als sie plötzlich einen Wal auf der Dachterrasse finden. Hat den Günni bestellt? Günni ist der Bruder von Herrn Debil, der nun während seiner Abwesenheit kommissarisch die Geschäfte von Ohrdebil.de leitet. 

Als Ramona, John, Alexander, Betsy und Flora gerade herausfinden wollen, was es mit dem großen Tier auf sich hat, klingelt es plötzlich an der Tür. Drei merkwürdige Gestalten bitten um Einlass: Faust (Goethes Faust!), Romeo (ja genau, der von Shakespeare!) und Fanny Price (die aus Jane Austens Mansfield Park!) mussten aus ihrer Welt der Klassiker in die Menschenwelt fliehen, denn sie geraten in Vergessenheit und drohen unterzugehen. Die fünf Helden von Ohrdebil.de sind ratlos. Und als dann noch die Berliner Siegessäule von dem riesigen Zyklopen aus der Odyssee zerstört wird und die Herzkönigin aus "Alice im Wunderland" alle, die sich ihr in den Weg stellen, köpfen lassen will, müssen sich die fünf schnellstens etwas ausdenken...
 

Wieder ein sehr unterhaltsames Hörspiel exklusiv aus dem Hause Audible.de, das mit einigen sehr originellen Ideen aufwartet. Ist die Welt der Literatur bedroht - die Figuren sterben, wenn die Geschichten in Vergessenheit geraten - dann öffnet sich für den Notfall eine Tür in die reale Welt. Dort müssen die Figuren dafür sorgen, dass die klassische Literatur wieder bekannter wird, denn sonst ist diese Welt unrettbar verloren. Allerdings einfacher gesagt als getan. Nicht nur die Phänomene der modernen Welt verwirren die Figuren - so fordert Romeo den Aufzug mit dem empörten Ausruf "Höllenschlund" zum Duell ("Ach, Romeo, halt doch die Klappe!" ) - auch der Unglaube der Medien, es mit den "echten" Figuren der Klassiker zu tun zu haben, erschwert ihre Mission.
Doch unerwartet kommen ihnen da die "bösen Figuren" aus den alten Werken zu Hilfe, denn die sorgen durch ihre Zerstörungswut für ausreichend Publicity. Leider fallen dem Zykopen, dem Drachen, der Herzkönigin und sonstigem Gesindel dabei nach und nach alle Zaubertüren zum Opfer, die sie wieder zurück in ihre Welt der Literatur führen könnten. Die Mission scheint endgültig gescheitert...

 

Dieses Hörspiel gefiel mir noch besser als "Krise unterm Christbaum", denn die Grundidee fand ich origineller, die Umsetzung einfach nur witzig. Wieder wird in verteilten Rollen gesprochen, wobei der Spaß eindeutig im Vordergrund steht. Sprecher sind auch diesmal in erster Linie die Mitarbeiter von Audible.de.
 

Ein weiterer netter Hörspaß zur Advents- und Weihnachtszeit, das auch noch kostenfrei herunterzuladen ist.
Da vergebe ich gerne 9 von 10 Punkten und bin schon auf die weiteren Ausgaben von "Ohrdebil.de" gespannt...



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Teil 2.5: Angst unter Wölfen


Die Abteilungsleiter von Ohrdebil.de haben eine sehr anstrengende, erste Jahreshälfte hinter sich. Nach den aufwühlenden Ereignissen um das letzte Weihnachtsfest hatte keiner mehr Zeit durchzuatmen. Dementsprechend ist die Stimmung im Team gespannt.
Um seinen Team-Managern Zeit zum Verschnaufen, neu Sortieren und Zusammenfinden zu geben, schickt Günni Debil, ihr Chef, sie auf ein Offsite: und zwar 4 Tage Survival-Training im Wald. Neben all den Tieren und Pflanzen, der Natur und dem Wetter haben unsere fünf Ohrdebil-Helden noch mit anderen Unwägbarkeiten zu kämpfen: Wölfe, ein verrückter Survival-Coach und - ein Geist...

 

Sehr habe ich mich auch auf dieses Hörspiel aus der Reihe Ohrdebil.de gefreut, doch diesmal hat es mich eher enttäuscht. Abgesehen davon, dass es mit 26 Minuten das kürzeste der Hörspiele ist, finde ich es sowohl von der Geschichte her mager als auch von der Umsetzung.
Lacher vom Band, wenn gerade zwei Personen allein im Wald sind, erscheinen mir nicht sonerlich logisch, außerdem werden nicht alle Vorkommnisse wirklich aufgeklärt. Der Eindruck von "mal eben" aufgenommen drängt sich auf, der Spaß der Teilnehmenden ist diesmal für mich nur punktuell zu erkennen. Ob da noch eine Fortsetzung fehlt?

 

Jedenfalls vergebe ich hierfür nur 5 von 10 Punkten...
 

Auch wenn mich dieses Hörspiel aus der Reihe nicht so begeistern konnte wie die anderen, wünsche ich mir unbedingt noch eine Fortsetzung. Exklusiv und kostenlos bei Audible.de erhältlich gibt es diese Reihe.


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Teil 3: Das Christkind des Grauens

 

Dieses Jahr ist der Advent ruhig bei Ohrdebil.de. Die kleine Firma hat weder mit Erpressungen, Sabotageakten, noch mit Monstern, Romanfiguren oder explodierenden Fernsehtürmen zu kämpfen. Allerdings ist das Ohrdebil-Bürogebäude vom Einsturz bedroht, und die Bauarbeiten bei laufendem Betrieb rauben allen Mitarbeitern den letzten Nerv. Der Lärm und die nervtötenden Aktionen von Chef Günni lassen die Stimmung in den Keller sinken. Dazu kommt, dass es im Privatleben unserer Helden rund geht, und die Arbeit darunter ein wenig leidet. Und so merkt niemand, dass die Firma sich ihrer bisher wohl größten Bedrohung stellen muss.
 

Auch der dritte Krimi zur Weihnachtszeit exklusiv von audible.de hat mich wieder gut unterhalten. Johanna Steiner hat diese Folge als Mini-Soap-Parodie zusammengesetzt, die Sprecher haben sich seit der ersten Folge deutlich gesteigert - alles keine Profis, sondern in erster Linie Mitarbeiter bei Audible.de.
Insiderwitze wie allgemeine kleine Gags finden sich hier zahlreich, auch wenn sie meist nicht im Vordergrund stehen sondern eher nebenher eingebaut sind - erst drei Sätze weiter begriff ich beispielsweise, dass soeben geäußert wurde, dass John Wayne trifft. Also: John trifft Wayne. Ich habe mich wieder köstlich amüsiert.

 

Auch dieses Hörbuch von Audible.de ist wieder kostenfrei herunterzuladen. Drei Jahre in Folge (2010-2012) gab es zur Weihnachtszeit eine neue Ausgabe von "Ohrdebil.de". Im vergangenen Jahr leider nicht. Ich hoffe aber auf eine Fortsetzung in diesem Jahr!
9 von 10 Punkten vergebe ich für "Das Christkind des Grauens"...



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Bisher erschienen sind also:

Krise unterm Christbaum (Ohrdebil.de 1)
Gefahr aus Atlantis (Ohrdebil.de 1.5)
Apokalypse im Advent (Ohrdebil.de 2)
Angst unter Wölfen (Ohrdebil.de 2.5)
Das Christkind des Grauens (Ohrdebil.de 3)


Ich habe nun alle Hörspiele gehört und bin Fan dieser kostenkünstigen und nicht sehr zeitintensiven Hörvergnügen. Hoffentlich also lässt sich das Team nicht mehr viel Zeit, bevor es wieder etwas Neues von Ohrdebil.de gibt! 2013 wurde nämlich nichts aus der Reihe produziert...


© Parden


Donnerstag, 13. Februar 2014

TinSoldiers Bücherstapel Ausgabe 01/2014

Liebe Freunde,

das Jahr 2014 steht noch am Anfang, 

und ein wenig Planung kann sicher nicht schaden, weshalb ich hier mal aufschreibe, welche Bücher ich mir denn in diesem Jahr so vornehmen möchte. Natürlich kann es jederzeit passieren, dass eine aktuelle Neuerscheinung mich veranlasst, die Liste spontan zu ändern oder zu erweitern. Aber grundsätzlich ist damit schon mal ein Überblick möglich.
Hier also meine Prioritätenliste jener Bücher, die ich in diesem Jahr vorrangig lesen und rezensieren möchte:


- Umberto Eco: Der Friedhof in Prag



Schon seit einiger Zeit stand er in meinem Bücherregal, noch in Folie eingeschweisst: 
Ecos  "Der Friedhof in Prag". Nun habe ich ihn mir genussvoll vorgenommen und lese eine abenteuerliche Geschichte, die, (wie könnte es bei Eco anders sein?), natürlich kunstvoll eine fiktive Handlung mit einem historischen Thema verbindet.
Meine Rezension dazu wird nicht mehr lange auf sich warten lassen!

- James Fenimore Cooper: Der letzte Mohikaner


Lange Zeit war es schwierig, eine ungekürzte deutsche Ausgabe dieses Klassikers der Abenteuerliteratur, der schon Generationen von jungen und alten Lesern begeisterte, zu bekommen. Als ich kürzlich im hervorragenden Angebot der Büchergilde Gutenberg dieses Kleinod der Abenteuerliteratur in neuer Übersetzung von Karen Lauer und noch dazu in einer wunderschönen Aufmachung (Einband aus dreifarbig geprägter Lederfaser) fand, war der Entschluss schnell gefasst, dieses Buch noch einmal zu lesen und hier bei Litterae-Artesque vorzustellen! Ich freu´ mich darauf!



- Uwe Timm: Vogelweide

Ein völlig anderes Thema und Genre verkörpert der Roman Vogelweide von Uwe Timm, erschienen im Verlag Büchergilde Gutenberg. Ich zähle zu denen, die ein Buch nicht nur mit dem Verstand, sondern oft überwiegend mit dem Bauch auswählen. Und hier sagt mir mein Bauchgefühl: LESEN!
Dabei ist Vogelweide kein aktionreicher Roman, sondern das komplette Gegenteil offenbar:
"Was für ein wunderbar vielschichtiger Roman! Timm erzählt mit hoher Intensität und zugleich fast meditativer Ruhe, präzise, komisch und klug von der Macht des Begehrens [...]"
(Auszug aus der Ankündigung des Verlags Büchergilde-Gutenberg)


Zu diesem Buch gibt es bei Litterae-Artesque bereits eine hervorragende Buchbesprechung von Anne Parden, die sich hier durch einen
aufrufen lässt!

- Wilkie Collins: Der Monddiamant

Wieder ein Klassiker, diesmal einer der englischen Kriminalliteratur, in einer wunderschönen Ausgabe des Verlages Büchergilde Gutenberg. Hier erfülle ich wieder einmal mein Versprechen, in TinSoldiers Bücherblog außergewöhnliche Bücher vorzustellen. Überhaupt möchte ich an dieser Stelle auf das hervorragende Angebot dieses Verlages hinweisen, der durchweg hervorragende Titel in wunderschönen Ausgaben für den Leser bereit hält. Die Bücher sind durchweg liebevoll gestaltet und selbst wunderbar illustrierte Ausgaben sind erschwinglich. Einfach mal ´reinschauen bei: www.büchergilde.de
Es lohnt sich!





- Ludwig Fertig, Christian Felder (Illustrator): Sieben Tage mit Goethe

Sieben Tage mit Goethe ist zur Abwechslung mal wieder ein völlig anderes Thema. In sieben Erzählungen schildert der Autor, wie enge Freunde und Bekannte das Genie Goethe erlebten. Er stützt sich dabei auf Tagebücher, Briefe und andere erhaltene Dokumente. So zeichnet er ein Bild davon, wie es gewesen sein könnte.
Das Buch ist erschienen in der Büchergilde Gutenberg und mit wunderbaren farbigen Illustrationen des Künstlers Christian Felder versehen. Man kann dem Verlag nicht genug danken, dass er ein solches bibliophiles Kleinod für ganze 8,95 anbietet. Wer da nicht zugreift, der ist selbst schuld!
Ich habe es getan und werde das Buch zu gegebener Zeit hier vorstellen.


- Christopher Clark: Die Schlafwandler

Dieses Buch wartet seit Weihnachten in meinem Bücherregal darauf, von mir gelesen zu werden.  Dieses opulente Geschichtswerk des überaus renommierten australischen Autors Christopher Clark, der eine völlig neue Geschichtswertung vornimmt, die mir in vielem objektiver zu sein scheint als die bisherige Lehrmeinung, ist mal wieder eine echte Herausforderung. Dies gilt, soweit ich das sehe, sowohl für die Lektüre als auch für die spätere Rezension. Diese wird bei einem solch umfangreichen Werk sicher auch etwas mehr Raum als üblich in Anspruch nehmen. 
Lassen wir uns überraschen!



So, sechs Werke von teilweise doch recht opulentem Umfang sollten erst einmal als Lektüre für 2014 genügen. Die Mischung erscheint mir hinsichtlich Genre und Thematik vielseitig und ausgewogen: Klassiker und Werke der Gegenwartsliteratur halten sich einigermaßen die Waage und auch ein Buch aus meiner Spezialdisziplin, der Geschichte, ist mit einem opulenten Vertreter dabei.

Einzig ein schöner Vertreter der lyrischen Gattung fehlt mir noch auf meiner 
Lese -  Agenda. Ein Manko, dass es noch zu beheben gilt.

Zunächst aber wünsche ich uns allen ein schönes und erfolgreiches Lese-Jahr!



Nachtrag:

Und hier kommt der noch fehlende, etwas andere Lyrikband, der in meiner Liste fehlte. Dieses Buch muss einfach noch auf meine Liste:


- Susanne Straßer (Illustrator), Jens Sparschuh (Herausgeber): Firlefanz

Ein wirklich wunderbares Buch für Leute von 9 bis 99 Jahre, das wirklich originelle und witzige Sinn- und Unsinnsgedichte enthält, die zudem mit schönen und farbenfrohen Illustrationen von Susanne Straßer versehen sind.
Von "Ottos Mops kotzt" bis zur "Schneeseekleerehfee" ist alles dabei.
Einfach nur köstlich, dieses Spiel mit Worten.
Das Buch ist im Tulipan Verlag erschienen und wird in der Abteilung Lyrik in der Büchergilde Gutenberg angeboten.
Man sieht: Lyrik muss nicht immer "todernst" sein!





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