Sonntag, 27. März 2016

Bredemeyer, Mark: Runenzeit... (1)


Im Feuer der Chauken




Geschichte einmal anders.

Wie lernt man Geschichte, wie blickt man zurück, wenn man eigentlich ein totaler Fantasy-Leser ist und Geschichte in der Schule irgendwie öde fand? Im Falle germanischer Geschichte, der um den Beginn unserer Zeitrechnung, kann man das mit RUNENZEIT probieren. RUNEN aus der Vergangenheit führen in der Gegenwart zur Zeitreise des Studenten Leon, zurück in die Zeit des beginnenden Kampfes germanischer Stämme gegen die Römer.
Bei Chauken taucht der Student in Jeans und Treckingschuhen auf, er findet zum Glück bei einem Schmied Unterkunft, dem er bei der Entwicklung der Schmiedekunst mit bereits etwas verschütteten Werkstoffkunde-Wissen weiter.
Ungewollt wird er zum Helden der Chauken, mit etwas „unlauteren“ Mitteln, wie „dem Feuer, das nicht brennt“. Doch ist er allein in der Zeit?
Die erste Direktive der Sternenföderation mehrere Jahrtausende später lautet sinngemäß, dass man sich in die Geschicke fremder Planeten und deren Völker nicht einmischen soll. Aus anderen Filmen von jenseits des atlantischen Ozeans wissen wir, dass man die Zukunft in der Vergangenheit nicht verändern sollte, dies könnte gefährlich werden. Leon beschreitet einen gefährlichen Pfad mit einem eroberten „Götterblitz“, dem Wotan gleich…
* * *

Es ist glücklicherweise keine Zeitmaschine, die diesen Leon Hollenbeck in die Vergangenheit katapultiert. Er wird förmlich in die Vergangenheit geholt. Verursacher sind die HAGEDISEN, altgermanische Hexen, die verzweifelt nach Hilfe gegen die römische „Schlange“ suchen. Trotzdem gäbe es Kritisches anzumerken, wenn dies nicht zu einem gewaltigen Spoiler führen würde.
Ganz hervorragend allerdings sind die Beschreibungen des Stammeslebens der Chauken und der römischen Kultur und Kriegskunst. (Meines Wissens allerding spricht ein römischer Legat seine Centurionen aber nicht mit „Sie“ und „Meine Herren Offiziere“ an. Das Lateinische kennt doch gar kein „Sie“, oder?) Die Suche nach dem Rasenerz, die Waffenherstellung, die Unterkünfte und das Zusammenleben der Germanen sind sehr gut beschrieben. Die erzählte Abenteuergeschichte macht Hunger auf mehr. Trotz Zeitreise…
* * *


Der erste Band der sechsbändigen Reihe ist kurzweilig und spannend erzählt. Noch erscheinen einige Figuren etwas blass, aber dies wird sich vermutlich in hunderten weiteren Seiten ändern. In einigen Jahren wird Leon auf einen gewissen Armin treffen. Diese Begegnung macht mir etwas Angst. Siehe Sternendirektive…



* * *

Dirk Salomon vom Dresdner Buchverlag hat mir die Geschichte am Verlagsstand der Leipziger Buchmesse 2016 schmackhaft gemacht. Ausgangspunkt war durchaus das Thema „Fantasy für Nicht-Fantasy-Leser“. Er hat es geschafft und trotz kritischer Ansichten des Bloggers ist diese Geschichte zu empfehlen. Auf Grund gewisser brutaler Kampf- und Vergewaltigungsszenen aber erst für ältere Jugendliche oder eben junge Erwachsene.

* * *

Die Geschichte passt zum Autor Mark Bredemeyer. Der 1971 in Bremen geborene Wirtschaftswissenschaftler und IT-Berater hat damit Zukunft und Vergangenheit, mit seiner „Leidenschaft für germanische Geschichte“ verbunden.


© Bücherjunge



Samstag, 26. März 2016

Millar, Sam: Die Bestien von Belfast (Karl Kane Bd. 1)



Ein Fall für Karl Kane (Band 1)
 

Sam Millar kennt Gewalt. Die, die er erfahren hat. Und die, die er verübt hat. Eine außergewöhnliche Krimiserie – von einem Autor mit einer Vergangenheit.

»Sie öffnete die Augen. Was sie sah, erfüllte sie mit Entsetzen. Ein Stück Knochen ragte wie ein bleiches Teleskop aus ihrem linken Bein. Stimmen schossen ihr wie Querschläger durch den Kopf.
Sieh nach, ob sie tot ist.
Machst du Witze? Klar ist die tot.
Manisches Gelächter. Bestien.
Schneid ihr die Kehle durch. Sicher ist sicher.
Sie begann zu beten: Macht schnell.«

Zwanzig Jahre danach: Karl Kane ist Privatermittler in Belfast. Als eine männliche Leiche im Stadtpark gefunden wird, erhält er den Auftrag, herauszufinden, warum der Mann sterben musste. Die Motive seines Auftraggebers sind undurchsichtig. Doch Kane braucht das Geld. Als noch mehr Menschen auf verstörende Weise ermordet werden, merkt er, dass er niemandem mehr trauen kann. Dann holt ihn die eigene Vergangenheit ein, und es wird kalt in Belfast – sehr kalt.


(Klappentext Atrium Verlag)


  • Broschiert: 288 Seiten
  • Verlag: Atrium Zürich (April 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung: Joachim Körber
  • ISBN-10: 385535510X
  • ISBN-13: 978-3855355105
  • Originaltitel: Bloodstorm

























IRISCHER HARDBOILED KRIMI...





Der erste Fall des Privatdetektivs Karl Kane beginnt mit einer Rückblende in das Jahr 1978, wo eine junge Frau schwer verletzt, mehrfach vergewaltigt und misshandelt in einem Steinbruch am Stadtrand von Belfast liegt, wo sie von einer Horde Jugendlicher zurückgelassen wurde in der Annahme, sie sei bereits tot. Die Szene endet damit, dass wilde Hunde den Blutgeruch wittern und sich langsam an die Sterbende heranpirschen...

Im Belfast von heute bekommt Karl Kane, ein desillusionierter und verschuldeter Privatdetektiv, den Auftrag herauszufinden, wer der Tote ist, der im Stadtpark aufgefunden wurde - und weshalb er sterben musste. Kane beginnt zu ermitteln, doch als weitere Morde geschehen, erkennt er, dass er niemandem mehr trauen kann. Und schließlich steht er selbst im Fokus des Geschehens - in scheinbar aussichtsloser Position....


"Kane ging zum Telefon und rief mit erstickter Stimme einen Krankenwagen. Die Adresse. Eine Schießerei. Mehr nicht. Es würde nichts bringen, wenn er mehr ins Detail ging. Nichts, außer Andeutungen und Fragen ohne Antworten. Er verließ das Haus und ging stur geradeaus, ohne zu wissen, ob geradeaus die richtige Richtung war. Die Dunkelheit wich langsam dem ersten Morgenlicht. Der Geruch des Todes saß ihm in den Kleidern. Er war dankbar für den kalten, beißenden Wind, der ihm ins Gesicht blies. Nicht weit von seinem Auto entfernt betete er zu Gott, an den er nicht glaubte, dass der Wagen anspringen möge. Wenn das Auto am Tatort gefunden wurde, war er am Ende. Nicht dass er nicht sowieso am Ende gewesen wäre..."


Karl Kane erfüllt als Charakter alle Klischees eines hardboiled Detectives. Rauchen, saufen, spielen, harter Kerl mit trauriger Kindheit. Er hat eine illusionslose und zynische Sicht auf die Welt, nimmt wenig bis keine Rücksicht auf geltende Gesetzesnormen und lebt in ständigem Konflikt mit der Polizei. Trotz des Antihelden-Status ist er aber einer der wenigen, die noch menschlich erscheinen in dem Leben in Belfast, wo Korruption und Werteverfall alle gesellschaftlichen Ebenen durchdrungen haben und Gewalt an der Tagesordnung ist.

Die Geschichte selbst lebt von Verwirrung. Unzählige Personen und fast ebenso viele Morde und andere Verbrechen werden hier präsentiert, wobei deren Schilderungen sehr bildhaft und nichts für Zartbesaitete sind. Erzählt wird weitestgehend chronologisch in kurzen Kapiteln, denen jeweils ein kurzes Zitat vorangestellt ist. Durchbrochen wird die Chronologie aber immer wieder auch durch Rückblenden in die Vergangenheit, was zusätzliche Verwirrung stiftet. Denn lange bleibt unklar, was wie und warum miteinander zusammenhängt - oder eben auch nicht. Und nicht alles wird hier restlos aufgelöst, so dass mir nun noch bleibt, mich auf den zweiten Band zu freuen.

Ein düsterer und gnadenloser hardboiled Krimi, der nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit ausgestrecktem Mittelfinger geschrieben wurde. Eine Empfehlung für Liebhaber dieses Genres...


© Parden























Sam MillarDer Atrium Verlag schreibt über den Autor:

Sam Millar, Jahrgang 1955, ist der Kopf hinter einem der größten Raubüberfälle der Geschichte.
Nach langen Jahren im Gefängnis lebt er heute in Belfast, wo er neben Kriminalromanen mit True Crime den Thriller seines Lebens geschrieben hat, für den er mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet wurde.

► übernommen vom Atrium Verlag


Freitag, 25. März 2016

Ironside, Virginia: Nein! Ich will keinen Seniorenteller - Das Tagebuch der Marie Sharp (1)



Ein bezauberndes, witziges Lesevergnügen für alle, die sich so alt fühlen, wie sie sind

 

Herbst des Lebens? Generation Silber? Unsinn! Marie Sharp wird demnächst sechzig und damit schlicht alt. Ein Grund zum Feiern, wie sie findet. Schon wegen all der Dinge, die sie jetzt nicht mehr tun muss, wie etwa Volkshochschulkurse besuchen. Nichts hasst Marie so sehr wie umtriebige Senioren, die nur so alt sind, wie sich fühlen – sie stürzt sich lieber kopfüber in das Vergnügen, nicht mehr jung sein zu müssen. Dazu gehört ihre neue Rolle als Großmutter und eine alte Liebe. Denn Maries Jugendschwarm ist wieder zu haben …

Vom Vergnügen, endlich nicht mehr jung sein zu müssen.


(Klappentext: Goldmann Verlag)


  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag; Auflage: 3. Auflage (5. März 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung: Gertrud Wittlich
  • ISBN-10: 3442311012
  • ISBN-13: 978-3442311019
  • Originaltitel: No, I don't want to join a bookclub!























DAS GEGENTEIL VON JUGENDWAHN...



Marie Sharp, das Alter Ego der Journalistin Virginia Ironside, ist zu jung, um einen Treppenlift zu benutzen, aber doch reif genug, um den Vorteil bequemer Schuhe zu schätzen. Sie geht gern auf Beerdigungen, die sie viel unterhaltsamer findet als Hochzeiten, sie tauscht den Gynäkologen gegen einen Chiropraktiker, liest begeistert Todesanzeigen und fragt sich, ob sie wohl an Alzheimer erkranken wird. Denn Marie Sharp wird langsam alt – und ist verdammt froh darüber. Als ihr sechzigster Geburtstag näher rückt, beschließt Marie, ein Tagebuch zu beginnen und all die Ereignisse der nächsten Monate festzuhalten. Es wird ein turbulentes Jahr, in dessen Verlauf Marie Großmutter wird, aber auch ihren besten Freund verliert; ein Jahr, in dem sie Feste feiert, neue Bekanntschaften schließt und sich schließlich erneut in ihren Jugendschwarm Archie verliebt. Vor allem aber ist es eine Zeit, in der sie es genießt, endlich nicht mehr jung sein zu müssen…

Der erste Band der Tagebuchreihe um die in London lebende Marie Sharp schwimmt eigentlich gegen jeden Mainstream. Jugendwahn? Von wegen. Die Schreiberin der Tagebücher stellt sich dem Leben jenseits der 60 - und das oft schonungslos ehrlich und mit einem hübschen Schuss Selbstironie. Marie Sharp hält nichts von dem üblichen Gejammere älterer Leute, sondern beobachtet interessiert die Veränderungen, die das Alter so mit sich bringt. Dass dabei manches anders kommt als erwartet, meistert sie jedoch auch souverän mit ihrer pragmatischen Art. Der Charakter der ungewöhnlichen Seniorin hat mir gut gefallen, manche Gedankengänge waren mir auch nicht unvertraut, auch wenn ich altersmäßig da (noch) nicht mithalten kann... ;)

Anfangs zog sich das Buch jedoch eher etwas zäh dahin, so dass gut die ein oder andere Pause eingelegt werden konnte, ohne wirklich den Anschluss zu verlieren. Ich habe zwischendurch sogar überlegt, das Buch ganz zur Seite zu legen - aber irgendwann griff ich doch wieder zu. Und ab da konnte mich das Buch auch mehr packen, die Figur der Marie Sharp kam mir näher, und auch gefühlsmäßig nahmen mich die Tagebucheintragungen mehr mit. Mit Sarkasmus und einer hübschen Portion schwarzen Humors blendet die Autorin auch negative Erlebnisse nicht aus, doch wird hier weder etwas dramatisiert noch unangemessen herabgespielt, was für mich letztlich eine gute Mischung darstellte.

Nett für zwischendurch und eine Übung in 'Positive Thinking' - auch im Alter...


© Parden










Virginia Ironside: Die Tagebücher der Marie Sharp


1. Nein! Ich will keinen Seniorenteller
2. Nein! Ich geh nicht zum Seniorentreff!
3. Nein! Ich möchte keine Kaffeefahrt!




















Virginia IronsideDer Goldmann Verlag schreibt über die Autorin:

Virginia Ironside begann ihre berufliche Laufbahn als Journalistin und veröffentlichte im Alter von zwanzig Jahren ihr erstes Buch. In den Sechzigern schrieb sie eine Rockmusik-Kolumne für die "Daily Mail" und wechselte später zur Zeitschrift "Woman". Sie arbeitete für den "Sunday Mirror" und "Today" und hat eine wöchentliche Kolumne mit Ratschlägen für alle Lebensfragen im "Independent". Virginia Ironside hat bereits mehrere Ratgeber sowie Kinderbücher verfasst. Ihre Bücher um Marie Sharp waren Bestsellererfolge. Die Autorin lebt und arbeitet in London.
► übernommen vom Goldmann Verlag


Donnerstag, 24. März 2016

Roberts, Nora: Grün wie die Hoffnung (Ring-Trilogie Band 1)



Der Startschuss zur neuen großen Ring-Trilogie!

 

Die schöne junge New Yorkerin Glenna Ward ist verzweifelt: Jede Nacht schleicht sich ein hoch gewachsener Keltenkrieger in ihre Träume – und beschert ihr einen äußerst unruhigen Schlaf. Was Glenna nicht ahnen kann, ist, dass dieser gefährlich attraktive Mann ganz in ihrer Nähe ist und einen wichtigen Auftrag hat: Hoyt MacCionaoith kam aus der Vergangenheit nach New York, um fünf Auserwählte zu finden und sich gemeinsam mit ihnen einem aufziehenden Kampf zwischen Gut und Böse zu stellen. Und auch Glenna scheint dabei eine wichtige Rolle zu spielen …

(Klappentext Blanvalet Verlag)





http://ecx.images-amazon.com/images/I/51v6yYfHw3L._SX314_BO1,204,203,200_.jpg
aktuelle Ausgabe
  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (19. Mai 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung: Margarethe van Pée
  • ISBN-10: 3442383552
  • ISBN-13: 978-3442383559
  • Originaltitel: Morrigan's Cross (01 The Circle)



























EINE EHER KITISCHIGE LIEBESGESCHICHTE IN MÄSSIG SPANNENDEM FANTASYGEWAND...





http://www.monstersandcritics.de/wp-content/uploads/2014/02/Roberts_NGruen_wie_dHoffnung_Ring_1_73055-348x180.jpg


Hoyt ist ein großer Zauberer aus dem Irland des 12. Jahrhunderts. Er hat gerade seinen Zwillingsbruder Cian verloren und ist noch voll der Trauer, als die keltische Göttin Morrigan im Traum an ihn herantritt. Von ihr erhält Hoyt einen Auftrag, der zu groß scheint, um ihn zu
erfüllen. Er soll mit fünf Gefährten, die noch zu finden sein werden, einen verschworenen Kreis bilden und sich mit ihnen auf einen großen Kampf vorbereiten.

Lilith heißt die Fürstin der Vampire, die sich unter ihrer Führung allmählich zu einer Armee zusammenschließen, um die Menschheit auszulöschen. Dunklen Zeiten gehen sie entgegen, wenn es nicht gelingt, Lilith und ihre Schergen aufzuhalten. Die finstere Armee ist riesig und skrupellos - und Hoyt und seine Gefährten sind nur zu sechst. Selbst die besonderen Mächte, die einigen von ihnen innewohnen, lassen diesen Kampf aussichtslos erscheinen. Und um eine wirkliche Einheit zu erlangen, gehört mehr dazu als sich zu finden und miteinander zu trainieren. Zu unterschiedlich scheinen die Charaktere des erlauchten Kreises als dass wirkliches Vertrauen und ein lückenloser Zusammenhalt unter ihnen entstehen könnte. Und doch müssen sie genau dies erreichen, denn ansonsten brauchen sie sich der Armee der Vampire gar nicht erst entgegenzustellen...


"Die Hexe aus seinen Träumen, den Krieger, den Gelehrten, den Einen in vielen
Gestalten, und den Einen der verloren ist. Ein 'Ring der sechs', stark und wahrhaftig. Ein Monat, damit ihr euch findet, einen, um zu lernen, und einen, um zu wissen. Die Schlacht findet an Samhain statt."



So viel hatte ich schon von dieser vielgerühmten Trilogie Nora Roberts gehört, dass ich eine aktuelle Leserunde nutzen wollte, um mir endlich ein eigenes Bild zu machen. Auf Fantasy war ich durch den Klappentext durchaus vorbereitet, auf Vampire allerdings eher nicht. Dieser ersten Ernüchterung folgten dann rasch weitere. Denn um es gleich vorweg zu sagen: Der Einstieg in die Ring-Trilogie hat mich leider nicht wirklich überzeugen können.

Dabei hätte die Geschichte ein großes Potential geboten. Das Aufeinandertreffen der sechs Charaktere, die aus verschiedenen Jahrhunderten stammen, hätte zu deutlich mehr skurrilen und amüsanten Verwicklungen führen können als es hier der Fall ist. Hier bleiben die Charaktere klischeehaft und doch recht oberflächlich, was um so erstaunlicher ist, als es in diesem ersten Band der Trilogie tatsächlich um das Kennenlernen der einzelnen Figuren geht.

Der Schreibstil ist flüssig, wirkt dabei jedoch teilweise recht abgedroschen. Das kann natürlich mit einer weniger gelungenen Übersetzung zusammenhängen, aber wenn ich mir so anschaue, wie produktiv Nora Roberts als Vielschreiberin ist, glaube ich nicht ausschließlich an diese Erklärung.

Eigentlich habe ich mich gewundert, dass Nora Roberts sich neben ihren Hauptgenres (Liebesgeschichten und Kriminalromane) nun auch noch dem Fantasygenre zugewandt hat. Aber bei näherem Besehen komme ich immer mehr zu dem Schluss, dass sie sich letztlich doch treu geblieben ist. Für mich ist 'Grün wie die Hoffung' im Grunde eine eher kitischige Liebesgeschichte, die in ein tatsächlich nur mäßig spannendes Fantasygewand gekleidet wurde. Einige Anleihen an die keltische Mythologie machen für mich jedenfalls noch keinen gelungenen Fantasyroman...

Es kann nur besser werden, so lautet mein Fazit für diesen ersten Band der Trilogie. Neugierig bin ich schon auf den Fortgang der Geschichte und wie sich das Schicksal der Figuren erfüllen wird. Und so wird Band zwei sicher irgendwann folgen. Aber sofort - das muss nicht sein...


© Parden


















Nora RobertsDer Blanvalet Verlag schreibt über die Autorin:

Nora Roberts wurde 1950 in Silver Spring, Maryland, als einzige und jüngste Tochter von fünf Kindern geboren. Ihre Ausbildung endete mit der Highschool in Silver Spring. Bis zur Geburt ihrer beiden Söhne Jason und Dan arbeitete sie als Sekretärin, anschließend blieb sie Hausfrau und Mutter. Anfang der siebziger Jahre zog sie mit ihrem Mann und den beiden Kindern nach Maryland aufs Land. Sie begann mit dem Schreiben, als sie im Winter 1979 während eines Blizzards tagelang eingeschneit war. Nachdem Nora Roberts jedes im Haus vorhandene Buch gelesen hatte, schrieb sie selbst eins. 1981 wurde ihr erster Roman "Rote Rosen für Delia" (Originaltitel: Irish Thoroughbred) veröffentlicht, der sich rasch zu einem Bestseller entwickelte. Seitdem hat sie über 200 Romane geschrieben, von denen mehr als 400 Millionen Exemplare verkauft wurden; ihre Bücher wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Sowohl die ROMANCE WRITERS OF AMERICA als auch die ROMANTIC TIMES haben sie mit Preisen überschüttet; sie erhielt unter anderem den Rita Award, den Maggie Award und das Golden Leaf. Ihr Werk umfasst mehr als 190-New-York-Times Besteseller. 1986 wurde sie in die Romance Writers Hall of Fame aufgenommen.
Heute lebt die Bestsellerautorin mit ihrem Ehemann in Keedysville/Maryland.

► übernommen vom Blanvalet Verlag

Mittwoch, 23. März 2016

Bogdan, Isabel: Der Pfau



Eine subtile Komödie in den schottischen Highlands – very british!

Ein charmant heruntergekommener Landsitz, auf dem ein Pfau verrücktspielt, eine Gruppe Banker beim Teambuilding, eine ambitionierte Psychologin, eine schwungvolle Haushälterin mit gebrochenem Arm, eine patente Köchin, Lord und Lady McIntosh, die alles unter einen Hut bringen müssen, dazu jede Menge Tiere – da weiß bald niemand mehr, was eigentlich passiert ist.

Isabel Bogdan, preisgekrönte Übersetzerin englischer Literatur, erzählt in ihrem ersten Roman mit britischem Understatement, pointenreich und überraschend von einem Wochenende, das ganz anders verläuft als geplant. Chefbankerin Liz und ihre vierköpfige Abteilung wollen in der ländlichen Abgeschiedenheit ihre Zusammenarbeit verbessern, werden aber durch das spartanische Ambiente und einen verrückt gewordenen Pfau aus dem Konzept gebracht. Die pragmatische Problemlösung durch Lord McIntosh setzt ein urkomisches Geschehen in Gang, das die Beteiligten an ihre Grenzen führt und sie einander näherbringt. Ein überraschender Wintereinbruch, eine Grippe und ein Kurzschluss tun ihr Übriges. Isabel Bogdan verbindet diese turbulente Handlung auf grandiose Weise mit liebevoller Figurenzeichnung.

So britisch-unterhaltsam ist in deutscher Sprache noch nicht erzählt worden!

(Klappentext: Kiepenheuer & Witsch)


  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer&Witsch (18. Februar 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462048007
  • ISBN-13: 978-3462048001






















EINER DER PFAUEN WAR VERRÜCKT GEWORDEN...





Banker und Humor - geht das überhaupt? Na, aber gerade, sollte man denken, denn wenn eine Berufsgruppe, der absolute Humorlosigkeit nachgesagt wird, in skurrlie Situationen gerät - wie soll das nicht komisch sein? Eine solche Szenerie hat jedenfalls Isabel Bogdan in ihrem ersten Buch gewählt.

Eine Gruppe Banker hat es in die ländliche Abgeschiedenheit der schottischen Highlands verschlagen, auf das ein wenig heruntergekommene Gut von Lord und Lady McIntosh. Ziel des gemeinsamen Wochenendes ist es, mit Hilfe einer Psychologin sowie einer eigens engagierten Köchin, zu einem verbesserten Teambuilding zu gelangen. Doch das ausgesprochen rustikale Ambiente, ein plötzlicher Wintereinbruch sowie nicht zuletzt ein verrückt gewordener Pfau tragen dazu bei, dass das Wochenende um einiges anders läuft als geplant.


"Einer der Pfauen war verrückt geworden. Vielleicht sah er auch nur schlecht, jedenfalls hielt er mit einem Mal alles, was blau war und glänzte, für Konkurrenz auf dem Heiratsmarkt." (S. 7)



Wirklich Aufregendes geschieht in dieser Erzählung nicht - es ist eher ein Buch der leisen Töne. Dabei bleibt das Geschehen jedoch meist sehr an der Oberfläche, die Charaktere recht klischeehaft, und für meinen Geschmack halten sich auch die Absurditäten sehr in Grenzen. Anfangs noch in der Erwartungshaltung von 'skurrile Personen, englischer Humor, verrückte Geschichte à la "Immer Ärger mit Harry", dem schwarzhumorigen Film von Alfred Hitchcock' stellte sich bei mir rasch eine Ernüchterung ein. Stellen zum Schmunzeln gab es durchaus, aber mehr war da eben nicht. Der sog. britische Humor blitzte hier in meinen Augen nur zeitweise hervor, da habe ich einfach mehr erwartet. Ich hätte es gerne schwärzer, trockener und skurriler gehabt und empfand die Erzählung, nicht zuletzt auch durch das Fehlen jeglicher dirketer Rede, stellenweise auch als etwas leblos.

Der Schreibstil ist durchaus gefällig und angenehm zu lesen, doch für mich hat Isabel Bogdan das Potential nicht ausgeschöpft, was die Geschichte zu bieten gehabt hätte. Ich habe das Buch nicht ungern gelesen, doch wenn - nicht zuletzt auch durch reichlich Vorschusslorbeeren - falsche Erwartungen geschürt werden, so stellt sich zwangsläufig doch eine gewisse Enttäuschung ein. Und so kann ich nicht mit in das Horn derjenigen stoßen, die voll des Lobes sind angesichts des Debüts Bogdans, die sich ansonsten einen Namen als renommierte Übersetzerin gemacht hat. Für mich war der Roman insgesamt zu ruhig und zu unspektakulär, und vor allem die Tatsache, dass sich der vollmundig angepriesene britische Humor hier kaum einmal zeigte, lässt mich das Buch als 'Mittelmaß' einordnen. Gerne wäre ich zu einem anderen Urteil gekommen.


© Parden





























Isabel BogdanDer Verlag Kiepenheuer & Witsch schreibt über die Autorin:

Isabel Bogdan, geboren 1968 in Köln, studierte Anglistik und Japanologie in Heidelberg und Tokyo. Lebt in Hamburg, weil es da so schön ist. Sie verfasste zahlreiche Übersetzungen, u.a. von Jane Gardam, Nick Hornby, Jonathan Safran Foer, Jonathan Evison und Megan Abbott. Sie ist Vorsitzende des Vereins zur Rettung des »anderthalb«. 2011 erschien ihr erstes eigenes Buch, Sachen machen, bei Rowohlt, außerdem schrieb sie Kurzgeschichten in Anthologien. 2006 erhielt sie den Hamburger Förderpreis für literarische Übersetzung (für Tamar Yellin: Das Vermächtnis des Shalom Shepher). Für den Romananfang ihres ersten Romans Der Pfau , der bei Kiepenheuer & Witsch im Frühjahr 2016 erscheint, erhielt sie 2011 den Hamburger Förderpreis für Literatur.     

► übernommen von Kiepenheuer & Witsch

Sonntag, 20. März 2016

Leipzig´16: MesseBlogPost No. 5



Zweiter Messetag in Leipzig.
Der Beginn war etwas holprig. Ich gab die Strecke zur Messe wegen einer sehr wirksamen Umleitung in den Navigator ein und bewegte micht recht zügig durch die Stadt. Bis ich einen Fehler machte. Anstatt auf die Messe-Allee abzubiegen dachte ich, über die A14 geht es schneller. STAU! Also bin ich weiter gefahren. Nächste Abfahrt und auf der B87 zurück bis in die Innenstadt. Nach 2 1/2 facher Strecke konnte ich die Vorteile des Presseparkplatzes genießen und kam rechtzeitig zur Lesung "Roter Vogel erzählt" (Zitkala - Sa) in der Messehalle 5 an.

Gelesen hat Frank Elstner vom Palisander Verlag.
Mit angenehmer Stimme berichtete er von der indianischen Schriftstellerin, die Anfang des 20. Jahrhunderts ein      erfolgreicher Star in den USA war. Eine Halbblutindianerin mit perfektem Englisch, die die Kultur, Mythen und Legenden  ihres Volkes erhalten wollte. Musikerin und Politikerin, einer, bei der es trotz Versuches "Den Indianer zu töten um den Menschen zu erhalten" eben (indianischer) Mensch blieb.
Frank Elstner las aus den autobiografischen Erzählungen und dann noch aus den Märchen mit Iktomi, dem Spinnenwesen.




Im Anschluss saßen wir fast zwei Stunden zusammen und plauderten in der Bloggerlounge über den Verlag, Vergangenheit und Zukunft, über Kampfkunst, Indianerliteratur,  Hellerau und alexander Wolkow.  PALISANDER - steht als Edelholz für Beständigkeit und Qualität - was man dem kleinen Verlag durchaus zusprechen kann. Einer Zusammenarbeit zwischen Blogger und Verlag steht nichts im Wege.

Ivo Pala und der Dresdner Buchverlag.
Wie war das gestern? Elbenthal Chroniken sind nichts für Nicht-Fantasy-Leser? Nun, Ivo Pala schrieb in das Buch mit den vier Geschichten von ihm, Franziska Fröhlich und Maiko Kerner: "Wenn es dir nicht gefällt, verschenk´s. Wenn es dir gefällt, verschenk es erst recht." (Ich weiß, wer es irgendwann bekommt)

Bei Kerstin Groeper am Stand des Traumfängerverlages lernte ich noch Brita Rose-Billert kennen, auch eine Schriftstellerin (eigentlich Krankenschwester), die ihre "Indianerbücher" vor Ort recherchiert. Einen Tipp für geführte Reisen nach South Dakota habe ich auch bekommen, nebst zwei weiteren Büchern zum Thema.

Natürlich ließ ich einen Besuch beim Alwis Verlag nicht aus und plauderte mit Mario Senf über sein neues Buch "Hängen und Würgen", das ist "Dresden zum Gruseln" für Erwachsene, kommt im Mai heraus, übrigens im Dresdner Buchverlag.

Lovelybooks - Treffen
Nun ja. Ich traf ganz kurz den Stroscher Arndt und die Raum Bianka, die Stunde war geprägt von englisch erzählenden Autorinnen und Büchern für die meisten der 215000 LB-Mitglieder (Quiz) - Nicht so ganz mein Fall. Allerdings bin ich nun in den Besitz eines Buches von Mark Haig gekommen und kann somit überprüfen ob ich Depressionen hatte, habe, oder haben werde.  Am Stand von LB muss ich heute (Sonntag) noch vorbei...

... und darum fahre ich gleich los.

KaratekaDD



Freitag, 18. März 2016

Leipzig`16: MesseBlogPost No. 4


Tag 1 der Buchmesse
Die Fahrt war okay. Nur dass ich dummerweise auf den Besucherparkplatz statt auf den Presseparkplatz gefahren bin. Das bedeutete, dass ich die nun wirklich längsten Weg zur Freischaltung des Presseausweises zurücklegen musste. Ich hätte einen Schrittzähler an die Schuhe bringen müssen. So kam es, dass ich nach einem kurzen Hallo am Stand des Palisanderverlages erst mal zum inoffiziellen Bloggertreffen getappt bin. Da haben mich doch tatsächlich zwei Bloggerinnen erkannt. Claudia bekam dann die Geschichte der buchgesichter zu hören bis Kathleen, bekannt as Schnuffelchen, auftauchte.

Dann aber erst mal los, Überblick verschaffen.
Zwei Stände galt es auf jeden Fall anzulaufen: Den Dresdner Buchverlag und den Traumfänger Verlag. Nun habe ich Katharina & Dirk Salomo (DD) und Kerstin Groeper wirklich kennen gelernt.

Beim Dresdner Buchverlag ging es um, ja, um Fantasy. Auf meine Frage, wie Dirk Salomon einem "Nicht-Fantasy-Leser" den in Dresden boomenden Ivo Pala schmackhaft machen würde, antwortete er: "Gar nicht." Aha. Ich habe aber die "Elbenthal Chroniken" trotzdem bekommen. Ich weiß auch schon, wer die bekommt. Aber erst werde ich mir ein Bild von Ivo Pala machen. Was wohl für mich besser ist: "Runenzeit". Aber dazu mehr zu gegebener Zeit.



Bei Kerstin Groeper und dem Traumfänger Verlag saß ich wohl am längsten. Natürlich ging es um Indianer. Zum Beispiel auch darum, dass das Spirituelle bei Liselotte Welskopf-Henrich zu kurz kommt. Klar, hab ich gesagt. Als Kommunistin hatte sie mit Relgion nicht viel am Hut. ;) Sicher setzen wir das Gespräch morgen fort. Für heute habe ich mit "Tanz mit Schlangen" (U.Wißmann), "Ein Leben für die Freiheit" (M. Koch und M. Schiffmann) sowie "Im fahlen Licht des Mondes" (Kerstin Groeper) genug mit ins Hotelzimmer geschleppt.

Kurz bevor ich die Messe verließ, kam ich am Stand des Philosophie-Magazins vorbei. Da gab es eine Sonderausgabe zur "Philosophie" von "Star Wars". Mal sehen, was da so alles reingedeutet wird. Dafür habe ich aber ein Probeabo abschließen müssen.
Ach ja, ein jenseits der "Lügenpresse" verlegtes "Magazin für Souveränität" - COMPACT hab ich gegen eine Spende von 3 € mitgenommen. Titel: "Die bessere Kanzlerin - AFD vor dem Durchbruch" oder "Merkel am Ende - Drei Schritte zum Sturz". Auf dem Titel Fr. Dr. F. Petry. Vermutlich mit Vorsicht zu genießen.

Mal sehen was morgen so kommt.

Ach ja. Warum seht ihr hier keine Bilder? Klappt nicht. Bekomme die von der Karte nicht aufs Tablett. Beim Reisenetbook gehts auch nicht. Hotelzimmer mit WLAN, aber die teure Variante mit 4,95 €. (telecom - gibts nur in D so was). Fernseher geht auch nicht. Muss ich morgen mal meckern. Muss ja schließlich Nachrichten gucken.

PS: 12 km nach der Messe durch die Innenstadt. 60 Minuten !!!! Welch Graus. Morgen hau ich eher ab.

Gute Nacht für heute.

(c) KaratekaDD

Donnerstag, 17. März 2016

Leipzig´16: MesseBlogPost No. 3

 






Himmel, das Programm ist vielseitig. Ich hoffe, es ist nicht nur "indianisch geprägt". So von Indianisch für Anfänger (Kerstin Groeper) über Isegrimm (Antje Babenderde) bis zu Tatanka Iyotake (Erik Lorenz). Natürlich ist der Stand des Palisander-Verlages Ziel Nummer 2.

Warum Nr. 2? Weil morgen ab 12:00 Uhr  schon mal ein inoffizielles Bloggertreffen stattfindet. Hierzu werde ich zur Presseakkreditierung wohl auch diesen "Ausweis" mitnehmen müssen. Auf den Austausch mit diversen Blogger-Bekannten, die ich meist noch nie wirklich getroffen habe freue ich mich sehr. Der Frage, wie man den eigenen Blog bekannter macht, gehe ich natürlich nach. Auch wenn sich einige Termine wohl beißen werden.



Auch heute wäre eine schöne Veranstaltung gewesen: bücher.macher 2016: Die Buchbeschleuniger - Literatur zwischen Feuilleton und Blogosphäre
Die Buchmesse wird nicht umsonst eine "politische" genannt, der Grund ist klar. Sicher kann ich verschiedenen Diskussionsrunden lauschen.

Aber an sonsten lasse ich mich treiben.

► Buchmesse - Thema Literatur 
► Buchmesse - Thema Kinder und Jugend 
► Buchmesse - Thema Autoren@Leipzig
► Buchmesse - Thema Bildung & Wissen  
► ...


© KaratekaDD


Samstag, 12. März 2016

Carter, Chris: Der Knochenbrecher (Robert Hunter Bd. 3)


Wenn es Nacht wird in Los Angeles gibt es einen Mann, der keinen Schlaf findet. Von Alpträumen geplagt, ist er auf der Suche nach seinem nächsten Opfer. Er ist ein kaltblütiger Killer. Nur einer kann ihn aufhalten: Robert Hunter – Polizist, Profiler, Held des LAPD. Er weiß, wo ersuchen muss. Die Jagd hat längst begonnen. Schlaf schön, L.A.!

(Klappentext Ullstein Verlag)

  • Thriller
  • Taschenbuch
  • Broschur
  • 416 Seiten
  • The Night Stalker
  • Aus dem Englischen übersetzt von Sybille Uplegger.
  • ISBN-13 9783548284217
  • Erschienen: 11.05.2012
  • Aus der Reihe "Ein Hunter-und-Garcia-Thriller" -  Band 3















WER DENKT SICH EIGENTLICH DIE DEUTSCHEN TITEL AUS?!


Los Angeles - Quelle: Wikipedia


'The Night Stalker' ist der stimmige Originaltitel dieses dritten Bandes um Robert Hunter, den versierten Ermittler des LAPD. 'Der Knochenbrecher' dagegen passt überhaupt nicht zum Geschehen, 'Blutrausch' hätte da z.B. deutlich besser gepasst. Mich ärgern solche lieb- und gedankenlosen Namensgebungen - offensichtlich sollte hier etwas in die Titelreihe von 'Der Kruzifixkiller' und 'Der Vollstrecker' gezwungen werden, Band 1 und 2 der Serie.

Ein weiteres Ärgernis, das jedoch nicht dem Verlag angelastet werden kann, ist die Tatsache, dass ich dieses Buch irrtümlich für den ersten Band hielt. Wie immer wollte ich natürlich mit dem Beginn der Reihe starten, und ich habe wirklich keine Ahnung, wie es letztlich dazu kam, dass ich plötzlich Band drei in den Händen hielt. Wie dem auch sei: natürlich gab es einige Anspielungen auf die vorherigen Bände, und vermutlich lernt man die Charaktere im Laufe der diversen Ermittlungen zunehmend besser kennen - doch tatsächlich ließ sich Band drei auch unabhängig von den Vorgängern hervorragend lesen, was für mich eine Beruhigung war.

Nun aber endlich zum eigentlichen Geschehen. Eine junge Frau wird scheinbar unversehrt tot aufgefunden - allerdings sind Mund und Vagina mit schwarzem Faden zugenäht. Bei der Obduktion gibt es dann eine unerwartete Überraschung. Ein eingeführter Gegenstand wird der Leiche entnommen - und explodiert. Die Bombe zerstört alles im Umkreis von vielen Metern und tötet auch den Pathologen. Für Robert Hunter und seinen Kollegen Carlos Garcia beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn es bleibt nicht bei den beiden Leichen...

Eng begleitet der Leser Robert Hunter bei seinen Emittlungen, kaum einmal wird die Perspektive gewechselt. Dabei erfährt man über den Charkater des Ermittlers selbst jedoch recht wenig, tatsächlich stehen die Ermittlungen als solche im Fokus des Geschehens. Und die beginnen in einem großen Haufen von Fragezeichen. Wer und was steckt hinter all dieser unfassbaren Brutalität, die sich da im Laufe der Ereignisse auftut? Welches Motiv liegt all dem zugrunde? Und wie kann der kaltblütige aber überaus intelligente Killer gestoppt werden, bevor... Doch nein, hier sei nicht zu viel verraten.

Kein Thriller für Zartbesaitete - blut- und ekelfest sollte man hier schon sein. Die Spannung entsteht bei den Ermittlungen bis auf den klassisch als Showdown angelegten Schluss weniger aus Actionszenen, sondern eher daraus, hinter all die Geheimnisse zu kommen. Ein durchaus unterhaltsamer Thriller, der für mich nur kleine Längen aufwies und bei dem leztlich keine Fragen mehr offen blieben.

Ich für meinen Teil möchte nun tatsächlich auch Band eins der Reihe kennenlernen, *hüstelt*. Und freue mich daher auf ein Wiedersehen mit Robert Hunter.


© Parden








Die bislang erschienenen Bücher um Robert Hunter:




Der Kruzifix-KillerBand 1:
Er kennt keine Gnade. Er tötet grausam.
Und er ist teuflisch intelligent.

Los Angeles: Die Leiche einer wunderschönen Frau wird gefunden, zu Tode gequält und bestialisch verstümmelt. Keinerlei Spuren. Bis auf ein in den Nacken geritztes Kreuz, ein Teufelsmal: das Erkennungszeichen eines hingerichteten Serienmörders. Detective und Profiler Robert Hunter wird schnell klar, dass der Kruzifix-Killer lebt. Er mordet auf spektakuläre Weise weiter. Und er ist Hunter immer einen Schritt voraus - denn er kennt ihn gut. Zu gut.



Der VollstreckerBand 2:
Er weiß, wovor du Angst hast ...
Ein Priester wird geköpft, seiner Leiche ein Hundekopf aufgesetzt. Eine Frau verbrennt bei lebendigem Leibe in einem verlassenen Haus. Eine weitere wird an den Füßen aufgehängt und in ihrer eigenen Badewanne ertränkt. Detective Robert Hunter und sein Kollege Garcia sind auf der Jagd nach einem brutalen und gewissenlosen Killer. Ein Killer ohne Erbarmen, der weiß, was seine Opfer am meisten fürchten.





Der Knochenbrecher Band 3:
Hart. Härter. Carter!
Wenn es Nacht wird in Los Angeles gibt es einen Mann, der keinen Schlaf findet. Von Alpträumen geplagt, ist er auf der Suche nach seinem nächsten Opfer. Er ist ein kaltblütiger Killer. Nur einer kann ihn aufhalten: Robert Hunter – Polizist, Profiler, Held des LAPD. Er weiß, wo ersuchen muss. Die Jagd hat längst begonnen. Schlaf schön, L.A.!






Totenkünstler Band 4:
Hart. Härter. Carter. Eine Erfolgsgeschichte ist fortgeschrieben.
Die Angst geht um beim Los Angeles Police Department. Wer von ihnen wird das nächste Opfer? Ein brutaler Mörder tötet Polizisten und formt aus ihren Körpern abscheuliche Figuren. Er versteht sich als Künstler. Und genau da setzen Profiler Robert Hunter und sein Partner Carlos Garcia mit ihren Ermittlungen an. Hunter weiß, wie Mörder denken. Und das könnte sein Todesurteil sein.





Der TotschlägerBand 5:
Ein anonymer Anrufer befiehlt Detective Robert Hunter eine Website aufzusuchen. Auf der Seite: eine Live Show. Hunter muss mit ansehen, wie ein Mensch brutal gefoltert und ermordet wird. Das Gefühl von Hilflosigkeit ist übermächtig. Bevor Hunter und sein Kollege Garcia vom LAPD auch nur ahnen, mit wem sie es zu tun haben, setzt der Unbekannte sein krankes Spiel fort: Ein weiterer brutaler Mord vor laufender Kamera. Und dieses Mal hat der Anrufer Hunter und Garcia eine ganz eigene Rolle zugedacht.





Die stille Bestie Band 6:
Du denkst, du kennst ihn. Du vertraust ihm. Erzählst ihm deine schlimmsten Geheimnisse. Doch er ist nicht, was du denkst …
Profiler Robert Hunter vertraut nur wenigen Menschen. Eigentlich gibt es nur einen, für den er immer seine Hand ins Feuer legt. Lucien Folter, seinen Freund aus Studientagen. Beide können Menschen besser lesen als jeder andere. Hunter vertraute Folter seine engsten Geheimnisse an. Bis dieser plötzlich verschwand. Jetzt kommt ein Anruf. Die Körperteile unzähliger Mordopfer sind aufgetaucht, grausige Trophäen. Angeklagt ist Lucien Folter. Und er will nur mit einem reden: Robert Hunter …



I Am Death. Der Totmacher Band 7: (erscheint am 17.06.2016)
Chris Carter ist konkurrenzlos: Seine Thriller sind bloody as hell - und immer Bestseller!
Eine brutal zugerichtete Leiche wird vor dem Los Angeles International Airport gefunden. Sie wurde wie ein Hexagramm in Menschenform hindrapiert. In ihrem Hals steckt ein Zettel mit einer Botschaft: Ich bin der Tod. Detective Robert Hunter ist sich sicher, den Mörder zu kennen. Doch langsam kommt ihm der Verdacht, dass er den Falschen jagt. Und der wahre Täter ein Geheimnis verbirgt, so entsetzlich, dass kein Mord seinen Hunger nach fremdem Leid jemals stillen kann.














Chris CarterDer Ullstein Verlag schreibt über den Autor:

Chris Carter wurde 1965 in Brasilien als Sohn italienischer Einwanderer geboren. Er studierte in Michigan forensische Psychologie und arbeitete sechs Jahre lang als Kriminalpsychologe für die Staatsanwaltschaft. Dann zog er nach Los Angeles, wo er als Musiker Karriere machte. Gegenwärtig lebt Chris Carter in London. Seine Thriller um Profiler Robert Hunter sind allesamt Bestseller.

► übernommen vom Ullstein Verlag