Freitag, 11. März 2016

Zitkala-Ša: Roter Vogel erzählt... Märchen



Das Buch Roter Vogel erzählt wurde bereits im letzten Monat besprochen. Hier in diesem Post geht es nun um die in ihm enthaltenen indianischen Märchen.

Es sind eine ganze Menge, die in Roter Vogel erzählt, enthalten sind. Natürlich sticht eines davon hervor. Es ist das Märchen vom Steinknaben, welches hier schon einmal besprochen wurde.  Doch darauf komme ich noch einmal zurück.

"Die hier aufgeschriebene Legenden entspringen dem einst unberührten Boden unseres Landes. Gemeinsam mit vielen anderen gehören sie zu jenen Geschichten, denen die kleinen, schwarzhaarigen Ureinwohner so gerne lauschen, wenn sie beim abendlichen Lagerfeuer beisammensaßen."

So schrieb Zitkala-Ša über die gesammelten Märchen und Legenden selbst in einem Vorwort. [1] Geister und Naturkräfte tummelten sich um die Feuerstellen der Tipis. Diese wurden personifiziert. Oftmals sind es den Tieren nachempfundene Gestalten, was an die bekannten Fabeln erinnert.

"Die Fabel (lateinisch fabula, „Geschichte, Erzählung, Sage“) bezeichnet eine in Vers oder Prosa verfasste kürzere Erzählung mit belehrender Absicht, in der vor allem Tiere, aber auch Pflanzen und andere Dinge oder fabelhafte Mischwesen menschliche Eigenschaften besitzen (Personifikation) und auch menschlich handeln (Bildebene). Die Dramatik der Fabelhandlung zielt auf eine Schlusspointe hin, an die sich meist eine allgemeingültige Moral (Sachebene) anschließt." [2]

Die Geschichten erinnern im weitesten Sinne auch an solche Werke wie Reineke Fuchs von J.W.v. Goethe, wobei ich annehme, das trotz weitgehender höherer Schulbildung der Lakota-Autorin dieser Dichter eher unbekannt war.


Ein Beispiel für die Gemeinsamkeiten ist ein Spinnenwesen namens Iktomi. Der ist gleichzeitig ein Schelm, ein Betrüger, ein Magier - ihm ist nicht zu trauen. Gleichwohl besitzt er eine Familie. Charakteristisch erscheinen die Züge der Figur, die Angela de Cora, eine Winnebago-Indianerin, in den Illustrationen zu "Old Indian Legends" gezeichnet hat und die hier wieder verwendet wurden. Diese Figur zieht sich durch eine Reihe von Geschichten. Der Charakter gleicht dabei durchaus einer Spinne, die ihre Netze webt und still wartet, bis sie zuschnappen kann. Er ist durchtrieben aber nicht weise, so heißt es in Iktomis Decke. In dieser gibt er seine Decke für Fleisch dem alten Urgroßvater Inyan (Stein). Bevor das Fleisch des Hirsches fertig gebraten ist geht die Sonne unter und dem indianischen Spiderman friert. Er holt sich die Decke zurück, findet aber nur noch das Gerippe am Feuer. "Und du wirst dich wundern, kleiner Leser, anstatt zu bereuen... begann er laut zu wehklagen: "Oh! Oh! Oh! Hätte ich doch nur zuerst das Fleisch verzehrt, und danach die Decke geholt." [3]

Andererseits haben die Märchenfiguren zwar Tiernamen und fabelmäßige Charakter und Eigenschaften, sie handeln aber wie menschliche Jäger. In der Geschichte Der Dachs und der Bär heißt es:

"Am Rande des Waldes lebte einmal eine große Dachsfamilie. Ihre Behausung hatte sie unter der Erde gebaut und die Wände mit Steinen und Stroh ausgekleidet. Der alte Vater Dachs war ein großartiger Jäger. Er kannte sich bestens darin aus, Hirschen und Büffeln nachzuspüren, und täglich trug er auf seinem Rücken erlegtes Wild nach Hause." [4]


Eine der Geschichten ist auch aus den Büchern der Liselotte Welskopf-Henrich bekannt. Es ist die Geschichte vom Steinknaben, die in Form eines Kinderbuches bereits hier beschrieben wurde. Die Geschichte wird von Zitkala-Ša allerdings etwas anders erzählt. Im Kinderbuch ist die Figur des Steinknaben  negativ besetzt. Der Jäger, welcher mehr Tiere als notwendig erlegt, wird am Ende zu Stein und versinkt im Erdreich. Bei Zitkala-Ša verwandelt sich der Steinknabe aus einem Stein zu einem Menschen, der Heldentaten vollbringt. Er kann sich verwandeln und Freunde retten. Er formt mit seinen Brüdern eine Nation (Sioux), nach vollbrachter Tat, wird er wieder zu einem Stein. So unterschiedlich können die Geschichten sein. [5]



Was der Blogger allerdings zum ersten Mal las, war das Wort Prügel. In der Geschichte Die Hexen-Frau bekommt ein Mädchen, welches weggelaufen war, weil es "unstandesgemäß" heiraten wollte, "eine Tracht Prügel." [6] In der Regel wurde in der Literatur betont, dass Indianerkinder keine Schläge erhielten. Eine Erklärung wird dafür leider nicht mit geliefert, obwohl die Geschichten und Erzählungen sonst durchaus kommentiert werden. [6]


* * *

Die von Zitkala-Ša aufgeschriebenen Texte sind wie andere Märchen auch lehrreich und sehr vielseitig. Wie in anderen Völkern auch, werden Märchen und Legenden abends am Feuer erzählt. Indianische Märchen mussten auf ihre schriftliche Überlieferung bis Ende des 19. Jahrhunderts warten, Autoren wie Zitkala-Ša kommt dabei eine hohe Bedeutung zu, relativ kurze Zeit nach den letzten Kämpfen zwischen den Ureinwohnern und den Eroberern erkannte die 1876 geborene Indianerin, dass zur Erhaltung ihrer Kultur Niederschriften der Erzählungen notwendig sind.

"Die alten amerikanischen Legenden gehören den Kindern der blauäugigen Patrioten ebenso wie denen der schwarzhaarigen Ureinwohner. Und ich hoffe, dass sie sich als Erwachsene weiterhin für die indianische Kultur interessieren werden, da das Studium derselben sehr deutlich unsere Verwandtschaft mit der übrigen Menschheit zeigt." [7]


DNB / Palisander Verlag / Chemnitz 2015 / ISBN 978-3-938305-70-6 / 400 S.

© KaratekaDD


Quellen:

Montag, 7. März 2016

Brenner, Mila: Boulder Lovestories - Märchenzauber


Rina ist 26 Jahre und die Besitzerin eines Blumenladens in der idyllischen Kleinstadt Boulder. Der von ihrem Vater geerbte Laden läuft schlecht, die Familienbande ist nach dem tragischen Unfalltod ihres Vaters zerrüttet und sie selbst hatte seit ihrem High School Abschluss keine Beziehung mehr, die über One Night Stands hinaus gegangen wäre. Auf ihrer Suche nach dem persönlichen Happy End tritt der neu in die Stadt gezogene, attraktive Blair in ihr Leben. Für Rina ist das Happy End zum Greifen nah, doch der Blumenstrauß, den er bei ihr in Auftrag gibt, ist für eine andere Frau in seinem Leben...

(Klappentext Verlagsgruppe Droemer Knaur)

  • Taschenbuch: 342 Seiten
  • Verlag: Feelings (15. Oktober 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426215187
  • ISBN-13: 978-3426215180


















CINDERELLA...






Rina glaubt tief in ihrem Herzen trotz ihrer bereits 26 Jahre an das Happy End im Leben. In der Kleintadt Boulder in Colorado, USA, führt sie mit mehr Enthusiasmus als Geschäftssinn den kleinen Blumenladen ihres Vaters weiter und ist dabei und in ihrem Kampf gegen die Banken vollkommen auf sich alleine gestellt. Ihr Vater kam vor kurzem bei einem Unfall ums Leben, ihre Mutter lebt seitdem mit zunehmender Demenz in einem Pflegeheim, und Rinas jüngere Schwester erprobt sich gerade mal im Studentenleben. Rina arbeitet meist rund um die Uhr, und da bleibt ihr wenig Zeit für ein Privatleben. Wozu auch - schließlich hat sie seit ihrem High School Abschluss keine feste Beziehung mehr geführt. Und weit und breit ist auch kein potentieller Kandidat in Sicht. Doch dann betritt der attraktive Blair Somerled ihren Blumenladen, und gleich beginnt es zwischen den beiden zu funken. Ist hier etwa das heiß ersehnte Happy End in Sicht? Wohl kaum, denn Blair kauft einen Blumenstrauß - für eine andere Frau. Am besten schlägt Rina sich diesen Mann gleich wieder aus dem Kopf. Oder etwa doch nicht?

Dieses Buch bekam ich zu Weihnachten geschenkt, und ich war ehrlich gesagt zunächst etwas fassungslos. Man sollte mich doch wohl besser kennen: ich und Liebesgeschichten? Doch um es gleich vorweg zu sagen: das Cover und der Titel lassen mehr Kitsch vermuten als das Buch letztlich beinhaltet. Natürlich geht es hier um die Liebe und die Schmetterlinge im Bauch, auch der Bezug zu dem Märchen 'Cinderella' wird rasch offenbar. Aber bei alldem werden ernsthafte Themen wie 'Existenzängste' oder 'Alzheimer' gelungen mit eingebunden. Leider bleiben die Charaktere trotz aller Emotionalität eher an der Oberfläche, das Geschehen lässt es für meinen Geschmack an Tiefe fehlen. Und diese Punkte verhinderten, dass ich wirklich ganz in die Geschichte eintauchen konnte. Der Schreibstil jedoch ist flüssig, und die Erzählung beinhaltet einige gelungene Überraschungen, so dass ich mich letztlich doch gut unterhalten fühlte.

Ein nettes Buch zum Abschalten für einen kuscheligen Nachmittag auf dem Sofa.


© Parden
















Die Verlagsgruppe Droemer Knaur schreibt über die Autorin:

Im Alltag, fern von der Welt der Bücher, heißt Mila Brenner Jennifer Schymanski. Sie wurde 1984 in Wuppertal geboren und wuchs im Herzen des Ruhrgebiets auf. Die Liebe zum Schreiben entwickelte sich aus ihrer ersten großen Liebe, dem Lesen. Mit 14 Jahren bekam sie ihre erste Schreibmaschine geschenkt, bald folgte der erste PC, um in die Tasten zu hauen. Seitdem ist vor ihr nichts mehr sicher. Für ihre kaufmännische Ausbildung zog sie in die Pfalz. Sie lebt dort heute glücklich mit ihrem Ehepartner, zwei Kindern und der eigenwilligen Katzendame Bria. Neben dem Schreiben, verfolgt sie eine weitere große Leidenschaft, das Bloggen über Bücher seit 2011.
In Ihren Büchern geht es neben Freundschaft, Vertrauen, Mut und Träumen immer auch um Liebe. Egal, ob es sich um die erste große Liebe handelt, die Suche nach der wahren Liebe, oder darum eine bereits gefundene Liebe zu erhalten und nicht im Alltag und mit der Zeit zu verlieren. Mila Brenners Bücher sind mit viel Herz geschrieben, um genau dort zu berühren und zu verweilen. ►  übernommen von der Verlagsgruppe Droemer Knaur

Sonntag, 6. März 2016

Wells, Benedict: Vom Ende der Einsamkeit


»Eine schwierige Kindheit ist wie ein unsichtbarer Feind: Man weiß nie, wann er zuschlagen wird.« 

Jules und seine beiden Geschwister wachsen behütet auf, bis ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben kommen. Als Erwachsene glauben sie, diesen Schicksalsschlag überwunden zu haben. Doch dann holt sie die Vergangenheit wieder ein. Ein berührender Roman über das Überwinden von Verlust und Einsamkeit und über die Frage, was in einem Menschen unveränderlich ist. Und vor allem: eine große Liebesgeschichte.

(Klappentext Diogenes Verlag)


  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (24. Februar 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257069588
  • ISBN-13: 978-3257069587











Hiermit danke ich vorablesen.de sowie dem Diogenes Verlag, dieses Buch als Rezensionsexemplar lesen zu dürfen!








DAS LEBEN IST KEIN NULLSUMMENSPIEL...




Rück mit dem Stuhl heran
Bis an den Rand des Abgrunds
Dann erzähl ich Dir meine Geschichte.
(F. Scott Fitzgerald)


Dieses Zitat ist dem Roman vorangestellt - und ist gewissermaßen auch als Aufforderung an den Leser zu verstehen. Denn man muss bereit sein, sich ganz dicht an den Rand des Abgrunds zu begeben, um der Geschichte lauschen zu können - manchmal sogar noch ein wenig über den Rand hinaus.

Jules Moreau ist es, den der Leser durch die Geschichte über einige Dekaden hinweg begleitet - ihn und die Menschen, die in seinem Leben von Bedeutung sind. Der Roman handelt von Jules und seinen beiden Geschwistern, die ihre Eltern früh durch einen Unfall verlieren, und wie dieses Ereignis sie für ihr weiteres Leben prägt und verändert. Mit elf Jahren bereits kommt Jules mit seinem Bruder und seiner Schwester in ein Internat, wo sich ihre Wege sogleich trennen - jedes der drei Kinder geht auf seine ganz eigene Weise mit dem Verlust der Eltern um. Und für Jules beginnt so ein Weg der Einsamkeit, ständig mit dem Gefühl verhaftet, dass dies nicht sein wahres Leben ist.


"...und tief in mir spürte ich, dass das alles ohnehin nicht mein wahres Leben war. Dass ich es noch immer mit jenem, in dem meine Eltern noch lebten, tauschen würde. Dieser Gedanke kam mir immer wieder, er war wie ein in meine Seele gewebter Fluch." (S. 151)


Einzig in seiner Schulkameradin Alva entdeckt Jules während seiner Internatszeit eine Art Seelenverwandtschaft, einen Spiegel von Verlust, Einsamkeit und Trauer, dem Wissen hinter dem Sein. Eine unverbrüchlich scheinende Freundschaft, die mit dem Abitur jedoch jäh ein Ende findet. Etliche Jahre später erst ein vorsichtiger erneuter Kontakt, brüchig und unsicher, schließlich ein langer Besuch, der eine Entscheidung bringen wird, ob sie an die alte Freundschaft anknüpfen werden können. Und dazwischen immer wieder Begegnungen zwischen Jules und seinen beiden Geschwistern, die nach dem Auseinanderdriften der Wege in der Zeit nach dem Tod der Eltern inzwischen zu sicheren Polen im Leben von Jules geworden sind. Jeder scheint seinen festen Platz im Leben gefunden zu haben, allen Schicksalsschlägen zum Trotz - und doch: nichts ist sicher und von Dauer.


"Das Leben ist kein Nullsummenspiel. Es schuldt einem nichts, und die Dinge passieren, wie sie passieren. Manchmal gerecht, so dass alles einen Sinn ergibt, manchmal so ungerecht, dass man an allem zweifelt. Ich zog dem Schicksal die Maske vom Gesicht und fand darunter nur den Zufall." (S. 299)


Eine leise Erzählung ist es, die Benedict Wells hier präsentiert - und gleichzeitig eine Geschichte wie ein reißender Fluss. Denn man wird hier unweigerlich hineingezogen in die Strudel der Gefühle, die der gerade mal 31 Jahre alte Schrifsteller so anschaulich und verdichtet schildert, dass die Grenzen zwischen Gelesenem und Erlebtem verschwimmen und verschwinden. Derart berührt hat mich lange kein Buch, und allein das Wissen, dass es wie hier gelingen kann, Gefühle in einer solchen Intensität zu Papier zu bringen, treibt mir gleich wieder die Tränen in die Augen.

Dabei ist der Roman zu keiner Zeit gefühlsduselig oder kitschig, ganz im Gegenteil. Der Leser hat Teil an Jules Gedankengängen und Gefühlen und stellt sich mit ihm den so elementaren Fragen des Lebens. Das Geschilderte wirkt unglaublich authentisch und nachvollziehbar, und natürlich ist es nicht allein die Geschichte, die den Leser derart berührt, sondern es sind die eigenen Erfahrungen im Leben, die eigenen Erinnerungen an Schmerz, Verlust und Trauer, die durch das, was der Autor Jules widerfahren lässt, an die Oberfläche kommen. Dadurch wird der Leser zum Teil der Geschichte, auch über den Rand des Abgrunds hinaus.


"Die Einsamkeit in uns können wir nur gemeinsam überwinden."  (S. 351)


Trotz der melancholischen und poetischen Nuance der Erzählung bringt Benedict Wells durch seinen unverkrampften und flüssigen Schreibstil, der so selbstverständlich und nahezu mühelos wirkt, gleichzeitig eine fast leichte Note in die Geschichte. Von anfangs über 800 Seiten immer wieder reduziert, umfasst der Roman jetzt gerade einmal gut 350 Seiten. Mehrere Jahre lang hat Wells daran geschrieben und präsentiert hier nun die überaus eloquente Essenz.

Wie er selbst in einem Interview schilderte, hat der 31Jährige kaum etwas von dem Beschriebenen selbst erlebt - aber die Gefühle hinter den Szenen sind echt: 'Ich nehme dieses Gefühl und schreibe dann eine Szene, in der etwas ganz anderes passiert.' Ohne Studium, ohne Ausbildung, hat Benedict Wells sich das Schreiben selbst beigebracht. 'Vom Ende der Einsamkeit' ist bereits der vierte Roman des Autors - und seinen Worten zufolge sein wichtigster. Im Laufe des jahrelangen Schreibens an diesem Roman ist Wells daran gewachsen: 'Ich musste der Schriftsteller werden, der dieses Buch schreiben kann.'


"...und erst spät habe ich verstanden, dass in Wahrheit nur ich selbst der Architekt meiner Existenz bin. Ich bin es, wenn ich zulasse, dass meine Vergangenheit mich beeinflusst, und ich bin es umgekehrt genauso, wenn ich mich ihr widersetze. Und ich muss (...) begreifen: Dieses andere Leben, in dem ich nun schon so deutliche Spuren hinterlassen habe, kann gar nicht mehr falsch sein. Denn es ist meins." (S. 337)



Lange nicht mehr habe ich für ein Buch so lange zum Lesen gebraucht. Einerseits gab es immer wieder Szenen, die so eindrücklich waren, dass sie sich erst einmal setzen mussten, die eigene Gedankengänge anschoben und persönliche Erinnerungen an die Oberfläche geraten ließen. Das alles braucht seine Zeit. Andererseits aber ist dies auch einer der Romane, die mich wünschen ließen, dass er kein Ende finden möge. Selbst für die letzten sechs Seiten habe ich das Buch noch einmal zur Seite gelegt - einfach, um den Abschied noch ein wenig hinauszuzögern.

Eine fesselnde, berührende, traurige Geschichte, melancholisch und philosophisch, doch dabei ausgesprochen hoffnungsvoll und lebensbejahend. Und ich für meinen Teil habe einen neuen Lieblings-Schriftsteller - wie schön, dass ich ihn entdecken durfte!


© Parden

















Und hier noch ein besonderes Schmankerl. Der Diogenes Verlag hat aus Benedict Wells' Soundtrack zu 'Vom Ende der Einsamkeit' eine Playlist auf YouTube erstellt, die man in einem Rutsch durchhören kann.

Hier geht es zur Playlist










Benedict WellsDer Diogenes Verlag schreibt über den Autor:

Benedict Wells wurde 1984 in München geboren. Im Alter von sechs Jahren begann seine Reise durch drei bayerische Internate. Nach dem Abitur 2003 zog er nach Berlin. Dort entschied er sich gegen ein Studium und widmete sich dem Schreiben. Seinen Lebensunterhalt bestritt er mit diversen Nebenjobs. Sein vielbeachtetes Debüt ›Becks letzter Sommer‹ erschien 2008, wurde mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet und 2015 fürs Kino verfilmt. Sein dritter Roman ›Fast genial‹ stand monatelang auf der Bestsellerliste. Nach Jahren in Barcelona lebt Wells inzwischen wieder in Berlin.

übernommen vom Diogenes Verlag

Mittwoch, 2. März 2016

BlogPost Nr. 65: Unsere Neuerwerbungen im Februar 2016


Ob wir - speziell wohl Anne - uns in diesem Monat etwas mehr zurückgehalten haben, was die Neuzugänge im Bücherregal anbelangt? Hier kann man es sehen!

Anne? Das werden wohl eher nicht sehen! ;)

He! Ganz 'ohne' geht es vermutlich nicht, aber auch ich entwickle manchmal Vorsätze! ☻--- Na gut, am Ende des Monats muss ich wieder einmal eingestehen, dass es nicht so einfach ist, 'nein' zu sagen... 





TinSoldier

Du wirst 60 - und was dann? von Jürgen Hunke
erschienen im Mikado-Verlag Hamburg

Beim TinSoldier gibt es diesmal ein eher praktisches Buch. Es ist ein Geschenk meiner Frau und bereitet mich auf ein einschneidendes Ereignis in meinem Leben vor:


"Viele sterben an einer Überdosis von Geburtstagen."
(Walter Ludin)

"Wie wahr" dachte ich schmunzelnd, als ich diesen Satz las, der dem ersten Kapitel des Buches vorangestellt ist. Nun, ich freue mich auf die Lektüre - mal sehen, was ich davon umsetzen kann!




KaratekaDD


Ich habe gelogen. Denn es gab doch ein Buch im Januar. Der neueste Band - ENDLICH MEIN -  von Donna Leon, der 24zigste Teil der Kriminalistengeschichte des Commissario Guido Brunetti. Bin sehr gespannt und werde das Buch wohl erst in Jahren lesen, denn die anderen 23 müssen ja auch erst noch gelesen werden. Oops.

Brunetti trifft auf eine alte Bekannte und so führt der Roman zum ersten Fall zurück, auch wenn beide Fälle wohl nicht weiter miteinander zu tun haben .


 Diesmal kann ich mit einem Rezensionsexemplar aufwarten, welches mir der Autor nach der Buchverlosung bei Lovelybooks sendete. Jonas Winner hat hier wirklich einen spannenden Psychothriller hingelegt.

Nach 20 Jahren erinnert sich Sam / Sammy in New Yourk an Berlin. Er muss dahin, denn es kommt einer aus dem Gefängnis frei.

Dabei ist es geblieben: Zwei Stück!






Anne Parden



http://ecx.images-amazon.com/images/I/51LhE2rKESL._SX327_BO1,204,203,200_.jpgDer Knaur Verlag erweist sich ja immer wieder als sehr spendabel. Sogar ohne darum zu bitten, bekomme ich vereinzelt Bücher zugesandt - einfach so. So auch dieses Exemplar hier - vielen Dank dafür! Ist zwar nicht ganz mein Genre, aber ich bin ja immer neugierig...

Mit ihren tizianroten Haaren und ihren Kurven ist Delia vielleicht nicht ganz der Model-Typ, aber dass Paul sie nach zehn Jahren gemeinsamen Glücks mit einer Studentin betrügt, trifft sie ziemlich unvorbereitet. Am Anfang glaubt sie, alles sei ihre Schuld. Doch dann erkennt Delia, dass die zerplatzten Seifenblasen von gestern die Chance auf das Glück von morgen bedeuten: Denn nun kann sie selbst entscheiden, wie sie die bunten Puzzleteile ihres Lebens neu zusammensetzt. Kurzerhand zieht sie zu ihrer besten Freundin Emma nach London und sucht sich einen neuen Job. Alles könnte gut werden. Wäre da nicht Adam, ein Skandalreporter und der härteste Konkurrent ihres neuen Arbeitgebers - denn er bringt die Schmetterlinge in Delias Bauch plötzlich kräftig in Wallung. Und zu allem Übel setzt Paul wieder alle Hebel in Bewegung, um Delia zurückzugewinnen.


https://media.readfy.com/cover/9783739216638/354/wortspielereimen.jpgVom Autor bekam ich eine vorsichtige Anfrage, ob ich mir vorstellen könnte, dieses Buch zu lesen und zu rezensieren. Etwas zögerlich sagte ich schließlich zu und bin gespannt, ob mir die Spiele mit Worten in Reimen wie erhofft zusagen...

In diesem Buch finden Sie insgesamt 86 Gedichte mit Wortspielen und Wortwitz. Mit feinsinnigem Humor erfahren Sie Details aus dem Alltag schottischer Mütter. Wollen Sie außerdem wissen, wie man den Stoffwechsel anregen kann? Oder interessieren Sie sich für den jährlich stattfindenden Buchstabenkongress? Dann sind Sie hier genau richtig. HeREIMspaziert.


Das kommt dabei heraus, wenn man zu einem Literaturfrühstück geht. Natürlich geht man dann nicht ohne Buch wieder heraus. Ich jedenfalls nicht...

O.P.A. – das heißt »Optimale präzise Arbeit« und ist Markenzeichen einer agilen Truppe, die Dienstleistungen der besonderen Art anbietet – zum Beispiel, wie man sich einer lästigen Leiche entledigt. Dabei stößt das Trio auf ein berühmtes Gemälde: Carl Spitzwegs »Der arme Poet«, das seit siebzehn Jahren verschwunden ist. An dem wertvollen Fund haben auch andere, auffällig unauffällige Gestalten gesteigertes Interesse. Die Weseler Kommissarin Karin Krafft gerät zwischen die Fronten, bekommt es mit Berlinern und Niederrheinern zu tun und entwirrt am Ende einen Fall mit Charme.

Und da man auf einem Bein nicht stehen kann, *hust*, musste auch noch ein zweites Buch mit vom Literaturfrühstück. Jetzt ist es aber erst einmal genug!

Ein Haus im Hinterland brennt lichterloh. Kinder werden vermisst, doch Kommissarin Karin Krafft fidet sie in Sicherheit. Der Brandstifter selbst hat sie gerettet, weil sein Anschlag anderen galt - im Haus jedoch hat er ganze Arbeit geleistet.
Die Spinne kehrt zurück - diese Drohung nehmen die Empfänger anonymer Briefe durchaus ernst. Doch die Angst ist eine diffuse: Sie können nicht ahnen, wie die Spinne zuschlägt, warum genau und wer eigentlich dahintersteckt. Nicht nur der widerspenstige Kommissar Gero von Aha gerät in höchste Not.


http://ecx.images-amazon.com/images/I/41oAlw7n%2BdL._AC_UL320_SR202,320_.jpgUnd noch ein Gewinn bei Vorablesen.de, über den ich mich sehr freue, da die Leseprobe mich sehr angesprochen hat!

'Eine schwierige Kindheit ist wie ein unsichtbarer Feind: Man weiß nie, wann er zuschlagen wird.'
Jules und seine beiden Geschwister wachsen behütet auf, bis ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben kommen. Als Erwachsene glauben sie, diesen Schicksalsschlag überwunden zu haben. Doch dann holt sie die Vergangenheit wieder ein.
Ein berührender Roman über das Überwinden von Verlust und Einsamkeit und über die Frage, was in einem Menschen unveränderlich ist. Und vor allem: eine große Liebesgeschichte.


http://www.chbeck.de/productimages/rsw/images/products/9783406688928_large.jpgAuch bei Lovelybooks habe ich wieder einmal Glück gehabt und ein Buch gewonnen - ein Thriller, der Spannung verspricht! Die Rezension hierzu findet sich bei Lovelybooks - ich habe darauf verzichtet das Buch hier im Blog vorzustellen...

Die Journalistin Sophie Schelling hatte sich auf eine ganz normale Dienstreise eingestellt. Doch manchmal ist man zur falschen Zeit am falschen Ort: Sophie sieht etwas, das sie nie hätte sehen dürfen.In seinem packenden Polit-Thriller führt Michael Lüders auf die dunkle Seite des amerikanischen Drohnenkriegs und stellt seine Heldin vor eine Gewissensfrage: Wie weit bist du bereit zu gehen, um die Wahrheit herauszufinden? Würdest du dafür deine Zukunft aufs Spiel setzen? Oder vergisst du lieber, was du erlebt und erfahren hast? Immer tiefer verstrickt sich Sophie in das Netz eines übermächtigen Gegners, bis aus ihrer Suche ein blutiger Kampf ums Überleben wird. Dieser Thriller ist eine höchst aktuelle Auseinandersetzung mit den Geheimdiensten und einer entfesselten Moral. Erzählt aus der Sicht einer mutigen Frau, die ihren Beruf als Journalistin ernster nimmt als ihr guttut.



https://s3-eu-west-1.amazonaws.com/cover.allsize.lovelybooks.de/B01AYOALLY_1453994456928_xxl.jpgUnd ein weiterer Gewinn bei Lovelybooks, wieder ein Thriller - und gelesen habe ich ihn gleich. Die Rezension dazu gibt es nicht hier im Blog, sondern bei Lovelybooks...

In einem verschneiten Waldstück wird eine entsetzlich verstümmelte Leiche gefunden. Die Ermittler sind sprachlos angesichts der immensen Zerstörungswut, die der Täter an den Tag gelegt haben muss. Zugleich tauchen grauenhafte Videos im Internet auf, die selbst den hartgesottenen Frankfurter Großstadtsheriff Jim Devcon nicht kalt lassen. Sie zeigen abartige pseudowissenschaftliche Experimente, die jedes Mal mit einem furchtbaren Tod enden. Die Videos verbreiten sich wie ein Virus im Netz, ohne dass Devcon und sein Team etwas dagegen tun können. Die Polizei gerät jeden Tag stärker unter Druck, doch der Initiator der Experimente bleibt unsichtbar. Dann ergibt sich endlich eine Spur, die zu einem Gegner aus Devcons Vergangenheit zu führen scheint. Ein unaussprechlich böser Gegner ...



http://www.kiwi-verlag.de/ifiles/cover/large/9783462048001.jpgNoch ein Gewinn bei Lovelybooks im Rahmen einer Leserunde. Ein Roman, geschrieben von einer Übersetzerin - zuletzt las ich von Isabel Bogdan übersetzt 'Ein untadeliger Mann' von Jane Gardam. Klar, dass ich hier neugierig war!

»Einer der Pfauen war verrückt geworden.« Dummerweise geschieht das gerade, als Chefbankerin Liz und ihre vierköpfige Abteilung sich mitsamt einer Psychologin und einer Köchin zum Teambuilding in die ländliche Abgeschiedenheit der schottischen Highlands zurückgezogen haben. Der verrückt gewordene Pfau, das rustikale Ambiente und ein spontaner Wintereinbruch sorgen dafür, dass das Wochenende ganz anders verläuft als geplant. So viel Natur sind die Banker nicht gewohnt.
Isabel Bogdan, preisgekrönte Übersetzerin englischer Literatur, erzählt in ihrem ersten Roman pointenreich und überraschend von der pragmatischen Problemlösung durch Lord McIntosh, von der verbindenden Wirkung guten Essens und einer erstaunlichen Verkettung von Ereignissen, die bald keiner der Beteiligten mehr durchschaut. So britisch-unterhaltsam ist in deutscher Sprache noch nicht erzählt worden!

Dienstag, 1. März 2016

BlogPost Nr. 64: Zusammenfassung der Beiträge im Februar 2016


Allmählich werden die Tage länger, es geht auf den Frühling zu. Ob wir trotzdem einiges zusammengetragen haben oder ob es uns einfach nur nach draußen zog: hier kann man es sehen!








Wie immer wurde der Monat eröffnet mit zwei BlogPosts: Mit Nr. 61 gab es eine Zusammenfassung unserer Beiträge im vergangenen Monat, und Nr. 62 zeigte unsere Neuerwerbungen im Dezember...




Uwe stand mit seinem Beitrag schon in den Startlöchern. Doch gut Ding will Weile haben... Das sehr schöne Geschichtsbuch des ehemaligen Direktors des Britischen Museums, Neil MacGregor, ist ein besonderes Werk. Man kann richtig gut drin schmökern. Wer sich für den selben Preis von 38 € das Hörbuch DAZU leistet, berstärkt den Eindruck. Hörbuch! Lesebuch! Bilderbuch! Wirklich eine Besonderheit aus dem Jahr 2015.




Ruth M. Fuchs tut gar nicht erst so, als habe sie das Rad neu erfunden. Ähnlichkeiten mit dem Krimiklassiker 'Mord im Orientexpress' von Agatha Christie und ihrem legendären Detektiv Hercule Poirot sind hier nicht zufällig, sondern ausdrücklich gewollt. Doch ist bei ERKÜL BWAROO UND DER MORD IM ONYX-EXPRESS nicht einfach abgeschrieben worden. Auch wenn die Hauptcharaktere einen Wiedererkennungswert haben und sich die Handlung in weiten Teilen an das Geschehen im Orientexpress anlehnt - Ruth M. Fuchs ist es dennoch gelungen, der Geschichte ihren ganz eigenen Stempel aufzudrücken. Insgesamt fand Anne diese  Hommage an die Altmeisterin der Kriminalliteratur originell und unterhaltsam, und ihre Lust auf weitere Begegnungen mit Erkül Bwaroo ist in jedem Fall geweckt!



Ein gerade erschienener zeitgenössischer Roman von Michael Köhlmeier, der sich mit einem überaus aktuellen Thema befasst. DAS MÄDCHEN MIT DEM FINGERHUT steht stellvertretend für zahllose Flüchtlingskinder, die derzeit nach Westeuropa und hier vor allem nach Deutschland einströmen. Wie wurzellos sie sich vorkommen müssen, gerade wenn die Familien nicht mitgekommen sind, führt der Autor hier anschaulich vor Augen. Trotz der Nüchternheit der Erzählung durchwebt eine leise Melancholie die Sätze, und das offene Ende ließ Anne ein wenig ratlos zurück.Aber angesichts der Ratlosigkeit im Hinblick auf den nicht enden wollenden Flüchtlingsstrom passt solch ein Ende ausgezeichnet...


Kein Thriller, sondern eine außergewöhnliche Autobiografie, die einem solchen nahe kommt. TRUE CRIME von Sam Millar durfte Anne im Rahmen einer Leserunde lesen, an der sich gelegentlich auch der Autor beteiligte, wodurch einige aufkommende Fragen beantwortet werden konnten. In zwei große Lebensabschnitte gliedert der Autor das Buch - im Grunde handelt es sich eigentlich sogar um zwei eigenständige Bücher. Den ersten Teil (Irland) fand Anne herausragend, spannend, unsagbar, da habe sie mitgefühlt und -gelitten. Hier konnte sie die Person des Sam Millar tatsächlich greifen, alles wirkte authentisch. Im zweiten Teil dagegen wird vieles nur angedeutet oder ganz ausgelassen, und so nahm Anne die Erzählung hier nicht mehr wirklich mit. In jedem Fall ist dies aber ein ganz außergewöhnliches Buch!


Uwes Vorschau auf die Leipziger Buchmesse 2016..
Genau Messetagebuch. Reinschauen!



NACHTS ist das beeindruckende Debüt von Mercedes Lauenstein. In 25 Kurzgeschichten schildert sie Begegnungen in der Nacht - eine junge Frau klingelt dort, wo nachts noch Fenster leuchten und wird oftmals tatsächlich eingelassen. Sie erfährt die Geschichten hinter den Menschen und bekommt diese in ihrer nachtschwarzen Essenz zu hören. Für Anne in jedem Fall eine tolle Entdeckung!


WER ZU UNS KOMMT, HAT DAS GRÖBSTE HINTER SICH ist bereits das dritte Buch von Peter Wilhelm, in dem er uns hinter die Kulissen des Bestattergewerbes blicken lässt. Während er in 'Darf ich meine Oma selbst verbrennen?' meist auf humorvolle Weise zahlreiche Fragen rund um den Tod beantwortet hat, erzählt Wilhelm hier von besonderen Ereignissen, die ihm in eindrücklicher Erinnerung geblieben sind. Skurril, bewegend humorvoll - eine angenehme Mischung, die auch dazu geeignet ist, Berührungsängste mit dem Thema 'Tod' zu verringern. Anne hat es gefallen!


Pläne für die Leipziger Buchmesse.
Folge 2 des Messetagebuches.



Eine wundervolle Entdeckung, dieser erste Band der Trilogie von Jane Gardam. EIN UNTADELIGER MANN ist ein behutsamer und langsamer Roman, der vielschichtig und keineswegs linear in das Leben den ehemaligen Kronanwalts Edward Feathers eintaucht. In einem bezaubernden und bildhaften Schreibstil wird hier scharfsinnig erzählt und keineswegs melancholisch, sondern immer wieder auch von trockenem Humor durchzogen. Eine wundervolle Mischung aus Warmherzigkeit und Ironie, die Anne überaus gut gefallen hat!



Psychothriller! Von Jonas Winner. Ob der Name nicht vielleicht ein Pseudonym ist? Vielleicht ist der Kerl ja wirklich ein Gewinner, denn er hat am Anfang ein Selfpublisher-Druckwerk zum Bestseller werden lassen.
Hier nun, Dank für das Rezensionsexemplar, die Geschichte von Sam / Sammy Grossman.
Wie viele Morde sah DIE ZELLE?


Blog on Tour hieß es wieder mal. Anne nahm teil an einem LITERATURFRÜHSTÜCK AM SONNTAGMORGEN - mit Thomas Hesse und Renate Wirth. Die Autoren von mittlerweile acht Niederrheinkrimis wussten einiges zu erzählen. Abwechslungsreich, unterhaltsam und angenehm verging so der Sonntagmorgen. Wiederholenswert!



Uwe dokomentiert hier einen Abgesang auf eine über Jahre hinweg liebgewonnene Reihe...




Einen enttäuschenden Thriller hat Anne gelesen. NEBELSPIEL ist ein misslungenes Debüt der irischen Autorin Sheila Bugler, das viel zu viele Baustellen, flache Charaktere sowie unrühmliche und dilletantsiche Ermittlungen aufweist und eher für Langeweile sorgt denn für unterhaltsame Lesestunden. Selten, dass Anne solche Verrisse schreibt...

DER MARSIANER war ein Buch, auf das Anne schon lange neugierig war. Andy Weir spielt in seinem Debüt alle Möglichkeiten durch, was geschehen könnte, wenn ein Astronaut alleine auf dem unwirtlichen Planeten zurückbleibt - und die Wahrscheinlichkeit, dass er gerettet werden könnte. Spannend und interessant, auch wenn Anne die zahlreichen technischen Details oftmals als zu ausführlich und ausschweifend empfand. In jedem Fall ist Anne jetzt gespannt daruf, sich auch die Verfilmung anzuschauen.

Auch dieses Buch stand schon länger auf der Liste derer, die Anne unbedingt einmal lesen wollte. Nun kam sie tatsächlich in den Genuss von EIN WINTER MIT BAUDELAIRE von Harold Cobert, und wie erhofft, hat es ihr sehr gefallen. Die kurz gehaltenen Kapitel werfen schattenlose Spotlights auf das Leben Philippes - und bezaubern gleichzeitig durch einen poetisch-zärtlichen Schreibstil, der von viel Einfühlungsvermögen und herzerwärmendem Charme zeugt. Kein Roman schwerer Hoffnungslosigkeit, sondern eine zutiefst menschliche Erzählung um die Eigenwilligkeit des Lebens, um die Zerbrechlichkeit des Glücks - und um das unbezahlbare Geschenk, in den schwersten Stunden nicht in Einsamkeit zu versinken. Für Anne eine wundervolle Entdeckung...

Ein wirklich sehr schönes autobiografisches Buch von Getrude Simmons Bonnin, oder Zitkala-Ša, wie sie sich selber nannte. Eine Lakota-Indianerin (1876 - 1938), die hervorragend Englisch, Violine und Klavier lernte und dann ihre und ander Geschichten aufschrieb. Später wurde sie auch Aktivistin in einer Bürgerrechtsbewegung für die Indianer. In diesem Buch finden wir autobiografische Erzählungen, Märchen, Mythen und Vorträge, Essays und anderes. Der Palisander-Verlag hat das Buch herausgebracht und damit seine Sammlung von Indianerliteratur um ein weiteres Buch echt bereichert.
Unaufgefordert bekam Anne dieses Buch im vergangenen Jahr vom Verlag zugesendet. Eigentlich gar nicht ihr Genre, aber auch solche Bücher haben eine 'Daseinsberechtigung'... VIELLEICHT MAG ICH DICH MORGEN ist bereits das zweite Buch von Mhairi McFarlane. Anne hat lange gebraucht, um es zu lesen - denn meistens reichte es nach einigen Kapiteln erst einmal wieder. Für Fans dieses Genres aber sicher eine Empfehlung, denn der Humor sorgt für eine unverkrampfte Lektüre.

Blogpost Nr. 63: TinSoldiers Bücherstapel 01/2016: Eine Fundgrube für Leseratten:

In seinem neuesten Bücherstapel stellt uns TinSoldier zum Ende des Monats Februar einmal mehr interessante Buchausgaben vor.


GEHEN, GING, GEGANGEN von Jenny Erpenbeck ist eines der Bücher, die im vergangenen Jahr auf der Shortlist des deutschen Buchpreises stand. Durch die Zuspitzung der Flüchtlingsproblematik in Europa gerät 'Gehen, ging, gegangen' zu einem überaus dokumentarischen Roman dieser Zeit und dieser Tage. Kein flammender Aufruf zur Weltverbesserung, kein vordergründiger Appell an das Mitleid des Lesers. Sondern ein literarischer Versuch des Verstehens, dass das Eigene und das Fremde zwei Seiten eines Zusammenhangs sind. Beeindruckende Berührungen, befand Anne.