DNB / Arena / 2026/ ISBN 978-3-401-60828-0 / 152 Seiten
Reihe: Die gute Fee mit der schlechten Laune (Bd.1)
Kurzmeinung: Netter Reihenauftakt mit einer originellen Grundidee und einer liebenswert unangepassten Heldin - trotzdem konnte nicht alles überzeugen...
NETTER REIHENAUFTAKT MIT LUFT NACH OBEN...
Molli ist eine besondere Fee, denn ihr fällt es schwer, sich in all dem Glitzer, der guten Laune und dem glockenhellen Lachen in der Feenwelt einfach nur wohl zu fühlen. Ihr wird es so schnell langweilig, und dann hat sie eben schlechte Laune. Sie liest (verbotenerweise) gerne Kinderbücher aus der Menschenwelt und würde nur zu gern selbst einmal ein Abenteuer erleben. Sie hofft daher auf den Tag, an dem sie selbst gemeinsam mit etlichen anderen Elfen zum ersten Mal in die Menschenwelt reisen darf. Doch dann kommt alles anders als gedacht. Beinahe hätte sie es aufgrund eines Regelbruchs total vermasselt, und als sie dann doch mitkommen darf, bekommt sie den miesepetrig-klugscheißerischen Wandelwicht Pepito an die Seite gestellt, der aufpassen soll, dass Molli zumindest in der Menschenwelt keinen Unsinn anstellet. Doch Pepito hat nicht mit Mollis Einfallsreichtum gerechnet...
Gerade ihre freche, lebhafte Art macht die Elfe Molli zu einer sympathischen, abenteuerlustigen Hauptfigur, die trotz ihrer oftmals schlechten Laune das Herz am rechten Fleck hat. Zusammen mit dem eingebildeten Wandelwicht Pepito stolpert sie bei ihrem Ausflug in die Menschenwelt von einem Schlamassel ins nächste, was für einige witzige aber auch klitzekleine spannende Momente sorgt. Man erhält zudem einen netten Einblick in die Feenwelt, und die originellen Kapitelüberschriften machen neugierig aufs Weiterlesen.
Trotzdem konnte mich das Buch nicht vollständig überzeugen. Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten und wirkte auf mich selbst für die Zielgruppe ab acht Jahren stellenweise etwas zu schlicht. Dazu kommt die sehr verspielte Gestaltung: ständig wechselnde Schriftarten und -farben, häufig eingestreute fettgedruckte oder kursive Wörter in verschiedenen Schriftgrößen, zahlreiche recht einfach gehaltene Illustrationen von Pernille Ørum – die sich teilweise sogar wiederholen – sowie etliche zusammengesetzte Kunstwörter wie mucksmäuschennachtschattenstill oder drahtseilüberdemabgrundgefährlich. Ob das Kindern der genannten Altersgruppe gefällt, weiß ich nicht - mir war auf den Seiten jedenfalls oft einfach zu viel los, sodass der Lesefluss eher gestört wurde.
Auch verlor die kleine Fee Molli für mich mit der Zeit etwas von ihrem anfänglichen Charme. Ihre Regelbrüche wiederholen sich doch recht häufig, sodass ich sie irgendwann eher als anstrengend denn als herrlich frech empfand. Das Ende kam zudem sehr abrupt und hat mich nicht ganz überzeugt. Nach all den Regelverstößen hätte ich zumindest mit kleinen Konsequenzen für Molli gerechnet. Stattdessen wird sie letztlich sogar noch gelobt und gefeiert, was mich dann doch überrascht hat.
Insgesamt ist dieser erste Band von „Die gute Fee mit der schlechten Laune“ ein netter Reihenauftakt mit einer originellen Grundidee und einer liebenswert unangepassten Heldin. Meiner Meinung nach richtet sich das Buch aber eher an jüngere Kinder - für so manches achtjährige Kind wäre die Handlung vielleicht schon nicht mehr aufregend genug. Vor allem kleine Feenfans – und wahrscheinlich eher Mädchen, die Freude an der konsequent lila-rosa Gestaltung haben – werden hier wohl gut unterhalten.
Meine Neugierde auf den Fortgang der Reihe hält sich jedenfalls in Grenzen. Schade...
© Parden


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