Freitag, 22. Februar 2019

Fox, Candice: Eden

Auch den zweiten Band der Trilogie der australischen Thriller-Autorin habe ich gemeinsam mit dem Lesekreis ehemaliger 'Buchgesichter' gelesen. Wieder ein nettes Erlebnis, und auch diesmal waren wir uns in der Bewertung des Gelesenen recht einig!

Die Erfahrung zeigt, dass der mittlere Band einer Trilogie häufig im Vergleich zu den beiden anderen etwas abfällt. Ob das diesmal auch der Fall war, kann man hier nachlesen:








Inhalt: (Quelle: Suhrkamp Verlag)

Heinrich Archer, genannt Hades, das kriminelle Mastermind von Sydney, wird bedroht. Er ›bittet‹ Detective Frank Bennett, den Kollegen seiner Tochter Eden, um diskrete Hilfe, denn die Spuren könnten tief in das faszinierende, gewaltsatte Vorleben von Hades führen. Gleichzeitig hat Eden, Top-Detective bei der Mordkommission mit dem seltenen Talent, Verbrecher aufzuspüren und zur Strecke zu bringen, einen extrem schwierigen Auftrag: Drei Mädchen sind verschwunden, und die Spur führt sie zu einer verlassenen Farm, auf der sich ein Serienkiller rumtreibt. Sie begibt sich dort undercover in eine Kommune, ein rabenschwarzes, gefährliches Paralleluniversum mit Mördern und Vergewaltigern. Sie muss all ihre erstaunlichen Fähigkeiten einsetzen, um zu überleben. Zudem ist ihre Beziehung zu ihrem Partner Bennett kompliziert, beide sind traumatisiert, und dass Bennett gerade auf Alkohol und Drogen ist, macht die Sache nicht einfacher. Aber die beiden sind auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen.









ABGRÜNDE...


Australische Wüste - Quelle: Pixabay
Nach den dramatischen Ereignissen im ersten Band dieser Trilogie ('Hades') haben die Detectives Frank Bennett und Eden Archer Mühe, wieder in den Alltag ihrer Arbeit im Morddezernat in Sydney zurückzufinden. Eden fällt dies deutlich leichter, doch Frank rutscht ab in Alkoholexzesse, Drogen und Verwahrlosung. Viel Zeit dafür bleibt ihm allerdings nicht, denn schon steht der nächste Fall an, für den Eden ihn unbedingt als Ermittler braucht.
 
Die Spur von drei verschwundenen Mädchen führt auf eine entlegene Farm, auf der Biofleisch produziert wird, und wo allen ohne nachzufragen ein vorübergehendes Zuhause geboten wird, die gerade nicht wissen wohin. Eine große Kommune von Gestrandeten gibt es da, und von allen drei Mädchen ist bekannt, dass sie sich dort aufgehalten haben.
 
Die toughe und durchaus nicht zimperliche Eden bietet an, sich dort undercover einzuschleusen - ein wahrlich gefährliches Unterfangen. Die Arbeit auf der Farm ist hart, der Umgang miteinander rau und respektlos, Frauen gelten als Freiwild, und auch Eden muss jederzeit damit rechnen, attackiert zu werden. Detective Frank Bennett und ein junger Kollege überwachen die Aktion über verborgene Kameras rund um die Uhr, doch Frank ist nicht immer bei der Sache.
 
Ausgerechnet Edens Ziehvater Hades, Heinrich Archer, benötigt nämlich ebenfalls dringend Franks Hilfe. Als Herr der Unterwelt von Sydney hat Hades kaum Angriffe zu befürchten, doch nun macht ihm ein Stalker auf seiner gut gesicherten Müllkippe das Leben zur Hölle. Hades wird beobachet und mittels einer Videokamera überwacht, und  will wissen weshalb und von wem. Dieser Fall führt tief in Hades Vergangenheit, in einen düsteren Abgrund voller Gewalt und Blut.

Der gefährliche Undercover-Einsatz von Eden stellt den einen Handlungsstrang dieses Thrillers dar, der Fall um Hades den zweiten, wobei hier lange Zeit die Rückblenden in Heinrichs Kindheit und Jugend in den 60er und 70er Jahren dominieren und deutlich machen, dass er keine Chance hatte, jemals einen Ausweg aus dem Strudel der Gewalt zu finden. Beide Handlungsstränge überbieten sich gegenseitig an Düsternis und Bedrohung, wobei sich mir bei der lange Zeit nur unterschwelligen aber stets präsenten Gefahr auf der Farm stellenweise die Haare aufstellten, auch wenn es im Mittelteil des Thrillers für mich einige Längen gab.

In diesem zweiten Band erhalten die Charaktere allmählich mehr Tiefe und Profil, wobei ich vieles mit einer morbiden Faszination las, ohne mich (glücklicherweise) empathisch zu fühlen. Für keine einzige Figur habe ich wirkliche Sympathie entwickelt, aber bei allen Hauptcharakteren wird deutlich, was für Auswirkungen eine verkorkste und traumatische Kindheit auf die Persönlichkeitsentwicklung hat.

Das Ende gestaltete sich erwartungsgemäß als wenig zimperlicher Showdown und bot noch einmal an Feuerwerk an Gewalt, Blut und Unmenschlichkeit, wobei Eden stellenweise zu einer Art Lara Croft mutierte und definitiv Übermenschliches leistete. Und gerade als beim Lesen das Adrenalin nachließ, der Epilog noch einige Aspekte beleuchtete und offene Fragen beantwortete, ausgerechnet da sorgte der allerletzte Satz wieder für Herzklopfen. Eines ist gewiss: der finale Band wird mehr als spannend!

Düster, vielschichtig, brutal, voller Abgründe und Geheimnisse - nichts für Zartbesaitete, aber für alle anderen Thrillerfans zu empfehlen!


© Parden














 Produktinformation: (Quelle: Amazon.de)
  • Taschenbuch: 473 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (11. März 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung: Anke Caroline Burger 
  • ISBN-10: 9783518468616
  • ISBN-13: 978-3518468616
  • ASIN: 3518468618
  • Reihe:  Hades-Trilogie (Bd. 2)






Informationen zu der Autorin: (Quelle: Suhrkamp Verlag)


Candice Fox stammt aus einer eher exzentrischen Familie, die sie zu manchen ihrer literarischen Figuren inspirierte. Nach einer nicht so braven Jugend und einem kurzen Zwischenspiel bei der Royal Australian Navy widmet sie sich jetzt der Literatur, mit akademischen Weihen und sehr unakademischen Romanen. Für den ersten und zweiten Teil ihrer Trilogie, Hades und Eden, wurde sie 2014 und 2015 mit dem Ned Kelly Award ausgezeichnet.


1 Kommentar:

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