Eine Geschichte des Autors dicker Romane als eBook für 1,49 €? Des gleichen für ein Hörbuch?
Während ich die Rezension zu Di Fulvios RomanDas Kind, das Nachts die Sonne fand verfasste, wurde ich stutzig als ich auf dieses eBook stieß, welches mit 41 (!) Seiten angegeben war. Natürlich machte ich diese Geschichte sofort durch einen Download auf meinem Reader sichtbar und las sie in fast einem Ritt durch.
„Der kleine Marcus
II.. von Saxia saß an diesem Morgen verschlafen fröstelnd und nackt auf der mit
warmen weichen Gänsedaunen gefüllten Matratze seines riesigen Bettes und
baumelte mit den Beinen in der Luft, obwohl er für seine neun Jahre recht groß
gewachsen war. Seine Augen waren grün und blickten träge wie die einer Katze,
die langen blonden Haare fielen ihm in glänzenden Locken auf die Schultern, und
seine Haut war so weiß, dass man ihn für ein Mädchen hätte halten können.“(Seite 10)
Aber der Junge auf dem Titelbild sieht doch nicht unbedingt
wie ein Fürstensohn aus?
Es ist das Jahr 1407. In den Ostalpen liegt ein kleines
Fürstentum namens Raühnval, das von Marcus I. Fürst von Saxia beherrscht wird. Der Fürst hat
einen neunjährigen Sohn: Marcus II. Für den aber wird sich „heute“ das Leben
gewaltsam verändern, denn heute Abend brennt die Burg, Eltern und Schwester
tot; Marcus findet sich in einer Dorfhütte wieder, bei Eloisaund ihrer
Mutter Agnete. Agnete ist die Hebamme der Gegend. Eloisa hat den
Jungen gerettet…
Portugal im Jahre 1908:
Die fünfzehnjährige Jujú und der zwei Jahre ältere Fernando schwören
sich ewige Liebe – doch zwischen ihnen liegen Welten, denn Jujú ist die
Tochter des reichen Großgrundbesitzers Carvalho aus dem Alentejo und
Fernando der Sohn armer Bauern. Ein hinreißender Roman über eine
verbotene Liebe und gleichzeitig eine große Familiensaga vor dem
Hintergrund der jüngeren Geschichte Portugals.
Taschenbuch: 752 Seiten
Verlag: Knaur TB; Auflage: 1 (1. April 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426636417
ISBN-13: 978-3426636411
Originaltitel: Am Horizont ein Erdbeerbaum
TELENOVELA...
Anfangs erschien
das Buch ganz vielversprechend. Die Verbindung Julianas, genannt Jujú,
und Fernandos steht unter keinem guten Stern. Von Kindesbeinen an
treffen sie sich immer wieder, doch zunehmend geschieht dies heimlich
und gegen den Widerstand ihrer Familien. Besonders die Familie des
Großgrundbesitzers Carvalho hat ganz andere Pläne mit Jujú: das Erlernen
standesgemäßen Verhaltens und später eine passende Heirat, damit Geld
wieder zu Geld findet. Auch wenn Jujú und Fernando sich dagegen
sträuben, kommt es trotz ihrer Liebe letztlich zur Trennung, und vor
allem Jujú, obschon eigentlich ein trotziger Dickkopf, gibt es nach
einem Auslandsaufenthalt auf, gegen die Pläne ihrer Familie zu
rebellieren. Sie heiratet den attraktiven Rui, Spross einer angesehenen
Familie, und lässt ihren Fernando fallen - nicht jedoch ohne zuvor noch
eine Nacht mit ihm zu verbringen.
Was niemand ahnt: diese eine
heimliche Nacht bleibt nicht ohne Folgen. Laura ist das Kind der beiden,
doch Jujú behält dieses Geheimnis ein Leben lang für sich. Wohin mag
das führen?
Um es vorwegzunehmen: das Buch hat mich enttäuscht.
Es ist weder eine romantische Liebesgeschichte, wie der Klappentext
vermuten lassen könnte, noch ist es eine gelungene Familiensaga. Ganz
davon abgesehen, dass die groß angekündigte Geschichte von Jujú und
Fernando alles andere als wirklich romantisch ist, werden auch die
restlichen Familienmitglieder für eine Familiensaga viel zu kurz
abgehandelt. Keiner der Charaktere entwickelt Tiefe, und zu niemandem
kann man eine Beziehung aufbauen, weil immer nur einzelne Ereignisse
grob skizziert werden, um nach einem viel zu kurzen Kapitel schon wieder
zu anderen Personen zu wechseln. Wichtige Momente der Geschichte werden
in einem Portugal um die Jahrhundertwende bis in die Gegenwart hinein
nur angerissen, die Entwicklung der Personen übersprungen, einmal
aufgegriffene Ansätze nie wieder erwähnt, Schlüsselszenen
fallengelassen. Die Geschichten der verschiedenen Generationen ähneln
sich, und es fehlt dadurch einfach an Spannung.
Die großen
Zeitsprünge, wenn gerade ein vielversprechender Handlungsstrang
angerissen wird, sind ebenso nervtötend wie die indirekte Erzählweise.
Durch die erlebte Rede und den ständigen Einsatz des Konjunktivs ensteht
eine noch viel größere Distanz zwischen Leser und Protagonisten als
ohnehin schon. Das "Familiengeheimnis", das irgendwann eigentlich für
alle offensichtlich sein könnte, wäre vielleicht spannend geworden, wird
aber in einem hingeworfenen Happy-End verwurstet, das da schon keinen
mehr interessiert - und hier hoffe ich, dass ich damit nicht zu viel
verraten habe...
Die Autorin zieht kurz vor Schluss selbst den Vergleich zu einer Telenovela. Ja, dem kann man sich anschließen - aber dann ist es eine von den echt seichten Seifenopern... Enttäuschend - und das über eine solche Länge!
Ana Veloso, Jahrgang 1964, arbeitete nach ihrem Studium der Romanistik
lange als Journalistin für mehrere namhafte deutsche Magazine. Seit
ihrem Bestsellerroman "Der Duft der Kaffeeblüte" widmet sie sich ganz
der Schriftstellerei. Die Hamburgerin verbringt jedes Jahr mehrere
Monate im (meist portugiesischsprachigen) Ausland, um dort Eindrücke für
ihre Romane zu sammeln. "Januarfluss" ist ihr erstes Jugendbuch.
► Quelle Text und Bild
"Köln im Jahr 1260. Erzbischof und Bürger versuchen, einander mit allen Mitteln in die Knie zu zwingen. Jacop den Fuchs, Herumtreiber und Nichtstuer, kümmert die politische Situation wenig. Ihn interessieren vielmehr die bischöflichen Äpfel. Während er diese unerlaubt pflückt, wird er Zeuge eines Mordes: Der Baumeister des Kölner Domes, Meister Gerhard wird vom Gerüst gestoßen. Jacop ist der einzige Zeuge, aber auch der Mörder hat Jacop gesehen..." (Buchrücken)
"Virtuos gemeuchelt, mit Gespür für historisches Flair, Spannung und Witz" - schrieb die Kölnische Rundschau - und die "muss" das ja schreiben, schließlich ist es ein Köln Roman und, es geht auch irgendwie rund um den Dom.
Nein, dies ist kein Dombau-Roman a la Follett´sDie Säulen der Erde oder FalconesKathedrale des Meeres (hier). Der Dombaumeister ist in in irgendwelche Machenschaften der Patrizier verstrickt oder kennt diese zumindest. Daher muss er wohl sterben. Dass der herrschende Erzbischof mal im Dom begraben sein will, ist auch eher eine Randepisode. Die Gebeine der heiligen drei Könige sind aber zu diesem Zeitpunkt schon in Köln.
Sind Gedichte noch modern? Sie sind es! Eine Situation, eine ganze
Lebensgeschichte, eine gemachte Erfahrung auf einer Seite zu
(ver)dichten, das ist eine Kunst, die gerade in Zeiten von sms, facebook
und twitter sehr gut ankäme, -wenn sie denn noch jemand beherrschen
würde! Dass es möglich ist weiß jeder, der diesen kleinen Gedichtband
einmal gelesen hat. Mal vergnüglich, mal traurig tauchen diese kleinen
Lebensgeschichten genau da auf, wo man sie nicht erwartet.
Taschenbuch: 80 Seiten
Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (12. Juli 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3839191440
ISBN-13: 978-3839191446
SIND GEDICHTE NOCH MODERN?
Sind Gedichte noch modern? Sie sind es! Eine Situation, eine ganze
Lebensgeschichte, eine gemachte Erfahrung auf einer Seite zu
(ver)dichten, das ist eine Kunst, die gerade in Zeiten von sms, facebook
und twitter sehr gut ankäme, -wenn sie denn noch jemand beherrschen
würde! Dass es möglich ist weiß jeder, der diesen kleinen Gedichtband
einmal gelesen hat. Mal vergnüglich, mal traurig tauchen diese kleinen
Lebensgeschichten genau da auf, wo man sie nicht erwartet.
Du hast mir Deine Hand gegeben Vertrauend Dich an meine Schulter gelehnt Aus unserer Haut einen Mantel gegen Finsternis und Einsamkeit gemacht Du hast mir Deine Hand gegeben
Immer
wieder einmal greife ich gerne zu einem Gedichtband, denn das
komprimierte Gefühl, der ausgeleuchtete Fokus, der poetische Ausdruck -
ist es gekonnt, ist es tatsächlich berührend.
Wölfe in den Wäldern der Angst nachtschwarz heulen zum Mond so groß so kalt so fern in den Ebenen der Einsamkeit
In
diesem schmalen Buch bin ich auf etliche Verse gestoßen, die mich
wirklich ansprechen konnten. Dazu ist es gar nicht notwendig, dass sich
die Verse tatsächlich reimen - ich habe oft schon die Erfahrung gemacht,
dass die Schilderung eine eindringlichere ist, wenn die Poesie frei ist
von vorgegebenen Formen. Zwanglose Gedichte, die einen jedoch zum
Nachdenken, Nachhorchen, Nachfühlen zwingen.
Ein Weg ins ungewisse Weite schaukelnde Vögel die im Nebel verschwinden und Bäume die angedeutet verharren Die alten Wege endlich verlassen und drüben brennt die Sonne orange hinter den Bergen und Singen und Luft damit die Herzen endlich das Fliegen lernen
Den
größten Teil des Büchleins nehmen die Gedichte in Anspruch - fast schon
als Anhang überraschen dann noch einige satirische Texte. Erfrischend,
manchmal fast schon albern, erweisen sie sich als gelungener Kontrast zu
den eher ernsten Gedichten.
Mich konnte dieser Band in der Tat sehr ansprechen.
Arno Meier, geboren 1954, ist als Dozent und Lernberater tätig.
1976 Jugendsonderpreis für Theaterstücke des Landes Baden-Württemburg. Vater zweier Kinder, Buchhalter. ► Quelle
Die Hand der Fatima
eine Rezension aus Buchgesichter-Zeiten vom 17.09.2012
Lange habe ich für den 926 Seiten starken Roman des Spaniers Ildefonso
FALCONES gebraucht. Inspiriert von DIE KATHEDRALE DES MEERES (siehe Rezension von Parden), griff ich
vor Monaten zu diesem Band in der Thalia - Buchhandlung, der ich des
Öfteren einen Besuch abstatte.
Hauptfigur ist ein MORISKE, oder auch Neuchrist namens HERNANDO
RUIZ, auf arabisch Ibn Hamid - Sohn des Hamid. Ein bekehrter Maure, der
von einem christlichen Priester abstammte, welche Hernandos Mutter
Aischa vergewaltigte. Versehen mit einem ebenfalls gewalttätigen
Stiefvater, wird der Junge in die Kämpfe der Mauren unter Führung ihres
Königs Abén Humeya verwickelt, er wird des Königs Maultiertreiber.
Infolge des verlorenen Aufstandes um 1570 werden viele der Morisken nach
Kastilien und Aragonien umgesiedelt. Hernando rettet in diesen Jahren
der Maurin Fatima das Leben, die seine Frau werden wird. Ebenso aber
auch das Leben einer Christin namens Isabella und eines Adligen aus
Cordoba. Mit zwei Dingen kann er hervorragend umgehen: Mit Pferden und
Maultieren sowie mit Schreibrohren. Hernando wird in den ersten Jahren
von Priestern seines Heimatdorfes geschult, später dann von einem
maurischen Gelehrten namens Hamid. Er wächst quasi doppelreligiös auf.
Später züchtet er Pferde für den spanischen König und kopiert
gleichzeitig den Koran um den Islam auf der iberischen Halbinsel zu
erhalten. Außerdem versucht er Gemeinsamkeiten wie die Verehrung der
Jungfrau Maria ebenfalls schriftlich zu verbreiten um den Glauben an den
EINEN Gott zu ermöglichen. Die Zeit lehrt, dies scheint nahezu
unmöglich zu sein.
Grausam geht es zu zwischen den Muslimen, die ihr Königreich
Granada bereits verloren haben und den Christen. Keiner schenkt dem
anderen was. In den Kämpfen wird gehauen und gestochen und gemordet was
das Zeug hält. Scheinbar schwingt des Autors Sympathie eher den Mauren -
Morisken - zu wenn er zum Beispiel die Christen durch diese als faul
und arbeitsscheu bezeichnet. Die vertriebene muslimische
Volksgemeinschaft hat aber keine Chance. Das spanische Königreich sucht
gelegentlich nach einer "Endlösung", so der Autor im interessanten
Nachwort. Diese könnte unter anderem darin bestehen, alle Morisken in
die Barbareskenstaaten (Nordafrika) auszuschiffen, die Schiffe aber zu
versenken.
Die Aussiedlung erfolgt dann endlich zwischen 1609 und 1611: 275000
Morisken werden, obwohl getauft, aus Spanien ausgewiesen. Wo wird
Hernando und seine neue Familie mit vier Kindern verbleiben?
* * *
Liest man das Nachwort merkt man, dass FALCONES eine gewaltige
Recherchearbeit geleistet hat. Ursprünglich glaubte ich, dass die
Geschichte von den gefälschten Bleibüchern von Sacramonte erfunden
wäre, aber dem ist nicht so. Im Roman schreibt diese der Hernando und
übergibt sie den moriskischen Gelehrten de CASTILLO und de LUNA, den
vermutlich eigentlichen Verfassern. In diesen werden Gemeinsamkeiten der
Religionen postuliert. Die Texte sind auf Bleiplatten geschrieben, weil
schon damals Papier oder Pergament einer gewissen Echtheitsprüfung
unterzogen wurde. (Eine genaue Beschreibung bietet wiki, aber das
Nachwort des Autors reicht durchaus)
FALCONES hat letztendlich nicht DIE Morisken ins Herz geschlossen,
sondern die, welche an den Grausamkeiten der Religionskriege nicht
selbst beteiligt aber unmittelbar betroffen waren. Viele andere schrien
ebenso nach Krieg wie ihr ach so christlicher Gegenpart. Nächstenliebe?
Almosen geben? Denkste. Einmal abgeschrieben als Verräter unterstützen
die Morisken den Hernando mit den blauen Augen kein Stück. Beste Freunde
wenden sich von ihm ab. Ihm, der doch ebenso vielen geholfen hat.
"Nazarener" nennen sie ihn, weil er diesen "Vater" da hat; von
vornherein sind sie misstrauisch. Und die Christen? Helfen sie den neu
Getauften? Misstrauen, Neid, Angst beherrschen diese Welt in und um
Granada.
Aktueller denn je ist dieser Roman angesichts brennender westlicher
Botschaften in muslimischen Ländern und eines ermordeten Diplomaten,
der wohl wirklich ein richtiger Freund der arabischen Welt war.
Intoleranz, Nichtverstehen, Hass in dieser Welt lassen die Welt vor 500
Jahren wieder auferstehen. Statt Schwert und Scheiterhaufen regieren
Raketen und Sprengstoffgürtel… Wieder stehen die Religionen des Buches
in Kriegen gegeneinander. Obwohl Abraham der Urvater aller ist…
FALCONES hat einen unglaublich intensiven Roman geschrieben. Er
erfordert ein wenig Durchhaltevermögen. Ich hab diesmal ohne Lexikon
gelesen und erst nach Abschluss angefangen zu stöbern. Zu erinnern sei
allerdings an Lea KORTE´sDIE MAURIN. Erzählt dieses Buch doch die
Geschichte, wie die Morisken nach Untergang des muslimischen Reiches
entstanden sind. Ein ebenso toller Roman, der hier schon eingehend
besprochen wurde.
Die PFEILER DES GLAUBENS beziehen sich vermutlich auf den
"Säulenwald" der Hautmoschee von Cordoba, der MEZQUITA, in deren Innerem
die Christen später ein gewaltiges Renaissance - Kirchenschiff bauten.
* * *
Ildefonso Falcones de Sierra ist Anwalt und leitet
eine eigene Kanzlei in Barcelona. Früh schon hat er sich mit der
Geschichte des mittelalterlichen Kataloniens beschäftigt. Nachdem er ein
umfangreiches Wissen über das 14. Jahrhundert in Barcelona gesammelt
hatte, begann er mit dem Schreiben seines Romans »Die Kathedrale des
Meeres«. Er ist verheiratet, Vater von vier Kindern und wurde vom Erfolg
seines Buches, an dem er fünf Jahre geschrieben hat und das mit Ken
Folletts »Säulen der Erde« verglichen wird, völlig überrascht. Der Roman
erschien in über dreißig Ländern und hat sich in Spanien weit über zwei
Millionen mal verkauft. Falcones ist ein großer Pferdefreund und spielt
in seiner Freizeit - wenn er nicht gerade schreibt - leidenschaftlich
gerne Polo. (Quelle Amazon)
► Falcones in der DNB
► DNB / Bertelsmann / 2010 / ISBN: 978-3570100455 / 928 S.
Im Jahre 1177 wird am Rupertsberg eine skelettierte männliche Leiche gefunden. Sie ist groß gewachsen, hat starke Knochen und gesunde Zähne. Dieser Mann war wohl ein Adliger, denn diese waren durch die ritterliche Kampfausbildung gestählt und durch verhältnismäßig abwechslungsreiche Kost auch ziemlich gesund.
Doch der Rupertsberg ist nicht einfach ein Berg: Auf ihm steht das Kloster, welches sich eine berühmte Frau erstritten, erschrieben und "ersehen" hat: Hildegard von Bingen. Sie hatte im Jahr 1147 die Anerkennung als Visionärin von Papst Eugen erhalten. Abt Kuno, der Vorsteher des Klosters vom Disibodenberg. Lange wehrt die Auseinandersetzung, aber dann geht der bau auf dem Ruperstsberg los, gestützt von der Markgräfin von Stade, Mutter der Lieblingsschülerin Richardis.
Im Jahr 1177 kommt der Mönch Wibert als Sekretär auf den Rupertsberg. Er verehrt die gelehrte und heilkundige Meisterin und er ist neugierig. Was hat es mit der Leiche auf sich?
* * *
Natürlich kann man auch Biografien lesen. Oder Wikipedia bemühen.Aber so ein relativ schmaler Roman, der zudem eine Kriminalgeschichte enthält, hilft auch schon mal dabei, etwas über die von Papst Benedikt XVI. in den Rang einer Doctor Ecclesiae universalis, einer Kirchnlehrerin erhobenen Hildegard von Bingen zu erfahren (wiki).
Starke Frauenfiguren ziehen Autoren und auch Regisseure an. Keine geringere als Margarethe von Trotta hat, wieder einmal mit Barbara Sukowa, im Jahr 2008 den Film Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen heraus gebracht.* Mich auch.
* * *
Cover Neuausgabe
In den zwei oben bereits genannten Zeitebenen spielt das Buch. Edgar Noske zeichnet das Klosterleben der Möche und Nonnen in vielen Schattierungen. Der Geiz des Abtes vom Disibodenberg, die Entbehrungen beim Klosterbau am Rubertsberg. In einem Roman dürfen Konflikte nicht fehlen. Der zwischen der Mutter Oberin Hildegard und ihrer Lieblingsschülerin Richardis, der mit Abt Kuno und der mit Wibert ziehen sich durch das ganze Buch. Weniger angesprochen hat mich das Thema der Visionen, aber dies ist ja nun bei der heiligen Hildegard nicht wegzudenken. Hildegard von Bingen hat auch medizinisch gewirkt und die Heikraft von Pflanzen mit der bekannten medizinischen Wissenschaft in Verbindung gebracht. Das wird auch in diesem Roman sehr schön erzählt. Durch Rückblicke wird die Spannung immer fortgesetzt, die kommt auch im Betragen des Chronisten Wibert sehr zum Ausdruck.
Der neugierige Wibert, die schwärmerische Richardis, die gestrenge Hildegard, die Figuren treten plastisch hervor, genau wie Kuno oder auch dessen Intrigen spinnende Sekretär Herbrand, der ihn erpresst.
Himmelsgucker ist der einzige Wasserfrosch am Teich. Er fühlt sich
manchmal einsam unter den vielen Grasfröschen, Erdkröten und Molchen.
Als für die anderen Amphibien die Laichzeit bereits beendet ist, befällt
auch Himmelsgucker der Wunsch nach einer Partnerin und er beginnt
lautstark zu quaken. Doch obwohl er weithin hörbar ist, bleibt seine
Sehnsucht unerfüllt. Traurig und einsam nimmt Himmelsgucker den Rat
seines Grasfroschfreundes Fliegenfresser an und begibt sich auf eine
abenteuerliche Wanderschaft um seinen Geburtsteich und andere
Wasserfrösche zu finden.
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 276 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 60 Seiten
Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (28. Oktober 2014)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B00OYUCYME
QUAAAAAAAAAK...
Himmelsgucker ist der einzige Wasserfrosch am Teich. Er fühlt sich
manchmal einsam unter den vielen Grasfröschen, Erdkröten und Molchen.
Als für die anderen Amphibien die Laichzeit bereits beendet ist, befällt
auch Himmelsgucker der Wunsch nach einer Partnerin und er beginnt
lautstark zu quaken. Doch obwohl er weithin hörbar ist, bleibt seine
Sehnsucht unerfüllt. Traurig und einsam nimmt Himmelsgucker den Rat
seines Grasfroschfreundes Fliegenfresser an und begibt sich auf eine
abenteuerliche Wanderschaft um seinen Geburtsteich und andere
Wasserfrösche zu finden.
"Was ist diese Welt
gefährlich", dachte er, "und wie schön war es bei Fliegenfresser am
Teich." Aber solche Gedanken verscheuchte Himmelsgucker schnell, denn er
durfte sein Ziel nie aus den Augen verlieren.
Der
Wasserfrosch ist durch Menschenhand in den fremden Teich geraten. Der
Schock war so groß, dass Himmelsgucker alles Vorherige vergessen hat.
Und nach der Winterstarre gab es dann gar keine Erinnerungen mehr. In
dem Teich, in dem er gelandet ist, laichen schon seit Generationen
Grasfrösche, Erdkröten und Molche - aber eben keine Wasserfrösche.
Eigentlich kein Problem, denkt Himmelsgucker, wäre da nicht plötzlich
die Sehnsucht nach einer Partnerin, die sich trotz lautesten Quakens
dort nicht einfinden will. So verabschiedet sich Himmelsgucker
letztlich schweren Herzens von seinem Freund Fliegenfresser und macht
sich auf die Suche nach seiner Geburtsstätte - oder zumindest nach einem
anderen Teich, in dem es seinesgleichen gibt... Doch die Gefahren
lauern! Nicht nur andere Tiere wie Schlange oder Katze bedrohen
Himmelsguckers Leben, auch der Mensch und seine Hinterlassenschaften
stellen eine Bedrohung dar: Bauschutt, der mit Wasser gefüllt ist,
unüberwindbare Mauern, gefährliche Straßen... Und selbst der Regen,
eigentlich eine Wohltat an heißen Sommertagen, ist plötzlich gefährlich.
Kindgerecht
und nett wird hier die Welt aus der Sicht eines kleinen Wasserfrosches
präsentiert. So kann es Kindern leicht fallen, sich in die so ganz
andere Perspektive zu begeben und manches einfach mal in einem anderen
Blickwinkel zu sehen. Ohne erhobenen Zeigefinger aber sehr deutlich
stellt Herzlinde Meyerdierks den großen Einfluss dar, den der Mensch auf
die Natur ausübt - aber zeigt auch gleichzeitig auf, was man trotzdem
tun kann, um solchen kleinen Lebewesen das Überleben zu ermöglichen. So
ist es ausgerechnet ein kleiner Junge, der den Frosch aus einer alten
Badewanne rettet - selbst Kinder können also schon Verantwortung
übernehmen, so wohl die Botschaft.
Ein wirklich nettes
Kinderbuch, und ich sehe es schon vor Augen, wie mancher Lehrer in der
ersten oder zweiten Klasse das Buch mit seinen Schülern liest, um
anschließend ein Teichprojekt oder das Projekt 'Krötenwanderzaun' mit
ihnen durchzuführen. Noch ansprechender wäre es gewesen, wenn
Illustrationen eingefügt worden wären - gerade Kinder können sich so
noch eher ein Bild von den unterschiedlichen Amphibien machen, die hier
eine Rolle spielen. Aber in Zeiten des raschen Zugriffs aufs Internet
ist da ja auch schnell Abhilfe geschaffen...
Ein überzeugend konzipiertes Kinderbuch, das ich nur empfehlen kann...
Herzlinde
Meyerdierks. Geboren 1927, Tochter des berühmten Friedensforschers
Tassilo Freiherr von Sassenroth. Abitur, Studium der
höheren Hauswirtschaft. Heiratet 1950 den ehemaligen Rittmeister und
Begründer des Vereins „Schnorcheln im Werdersee e.V.“ Hein Meyerdierks
aus der Nähe von Bremen. Frühe literarische Erfolge mit
Kurzgeschichten für Kinder. 1964 erschien ihr erstes Buch: „Tassilo
und das Schweineohr“, wo Kindheitserlebnisse auf dem Gut ihres Vaters
verarbeitet werden. Herzlinde Meyerdierks lebt heute
zurückgezogen im Elbe-Weser-Raum. ► Quelle Text und Bild
Und eigentlich versteckt sich hinter dem Pseudonym ein Mann, der unter vielen Namen schreibt - Herzlinde Meyerdierks bedient dabei die Sparte der Kinderbücher.
Lutz Siemer alias Jan Schmietwech, Alfons Lücht, Krobinian Knülle, Herzlinde Meyerdierks, Bertram Humbug zu Hühnerklein, Anselm Erpel von Hohlreutz & Fritz Eitel von Sonnenschein steckt hinter dieser Geschichte. Ganz schön vielseitig, der Mann...
Verstohlene Blicke, versteckte Gesten, die Abgründe hinter lächelnden
Mündern: Fotografin Mo sieht durch ihre Linse alles. Wenn sie der Welt
ohne den Filter ihrer Kamera begegnen soll, wird es kompliziert. Mit
ihrer Schwester hat sie sich zerstritten, von ihrem Vater entfremdet.
Umso mehr freut sich Mo auf das Familienfest ihres Freundes Leon. Doch
das endet in einer Katastrophe. Mo reicht es. Gemeinsam mit Aino, Leons
eigensinniger Großmutter, flieht sie nach Finnland. Eine Reise mit
vielen Umwegen für die beiden grundverschiedenen Frauen. Als Mo in
Helsinki Ainos geheime Lebensgeschichte entdeckt, ist sie selbst ein
anderer Mensch.
Mo ist Fotografin mit dem ganz besonderen Blick. Sie fotografiert das,
was unter der Oberfläche steckt. Die Zwischentöne und kleinen Gesten.
Nur die eigenen Zwischentöne machen ihr Probleme. Sie hofft, dass ihr
neuer Freund Leon ihr helfen kann, endlich Teil einer glücklichen
Familie zu werden. Als sie seine Familie zum ersten Mal trifft, kommt es
allerdings zum Eklat. Und plötzlich ist Mo auf der Flucht - vor Leon,
vor der Vergangenheit, vor allem aber vor sich selbst.
Doch sie ist
dabei nicht allein. Nicht ganz freiwillig nimmt sie Aino mit, Leons
Großmutter. Anfangs ist Mo genervt von der Gesellschaft. Dann dirigiert
die kauzige Alte sie auch noch Richtung Norden und verlangt von ihr, die
Fähre nach Finnland zu nehmen. Was soll Mo in diesem eigenartigen Land,
von dessen Sprache sie kein einziges Wort versteht? Erst auf dem Meer
gelingt es Mo langsam, sich auf das ihr so fremde Land einzulassen. Sie
entdeckt die Schönheit und Melancholie des finnischen Tangos, der ihr
beibringt, loszulassen und sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Auch
Aino öffnet sich ihr allmählich. Beide Frauen erkennen: Manchmal muss
man auf eine Reise gehen, um anzukommen...
"Fotos
verraten alles. Sie zeigen das, was gezeigt werden soll - aber darüber
hinaus zeigen sie die Lücken in den Familien, die schadhaften Stellen am
Haus. Den Schimmel, halb versteckt hinter Girlanden von lächelnden
Mündern."
Hui, wo fange ich nur an zu
schildern, wie es mir mit diesem Buch ging? Vielleicht einfach mit der
Erkenntnis, dass dieses Buch ganz und gar nicht meinen Erwartungen
entsprach? Eklat beim Familientreffen, eine kauzige Alte, eine spontane
Flucht in eines der letzten Länder, die mir so einfallen würden - ein
turbulenter Roadtrip scheint da vorprogrammiert, vielleicht gewürzt mit
einer kleinen Romanze. Doch weit gefehlt. Dieses Buch hat mich
überrascht, überrollt - und nicht zuletzt auch überzeugt.
Die
Charaktere haben alle ihre Macken und Kanten und scheinen anfangs als
Sympathieträger so gar nicht geeignet. Mo, eigentlich Moira, ist eine
rastlose, suchende, auch unglückliche junge Frau, die ihren Platz im
Leben noch nicht gefunden hat, diesen aber schon seit ihrer Kindheit
sucht. Mit ihrer Schwester Danae versteht sie sich im Grunde gar nicht -
am ehesten, wenn sie jahrelang keinen Kontakt zueinander haben. Wenn er
sich dennoch nicht vermeiden lässt, kommt es rasch wieder zu
Streitigkeiten und Unfreundlichkeiten - zu viele Themen müssen umschifft
werden, zu vieles bleibt ungesagt und ungeklärt und macht eine
Annäherung unmöglich. Die Mutter der beiden verstarb, als Mo noch ein
Kind war, zum Vater haben die Schwestern den Kontakt gänzlich
abgebrochen. Und doch kennt Mo keine schönere Vorstellung als die,
endlich in einer intakten Familie leben zu können.
Aino dagegen hat
im Grunde keine Erwartungen mehr an das Leben. Sie lebt seit Jahren in
einem Altersheim, kann sich nur noch im Rollstuhl fortbewegen und wird
nun - aus Kostengründen - noch einmal umziehen: in das Haus ihres Sohnes
und seiner Familie. Dieses Haus wird sie dann wohl nie mehr verlassen,
es ist für alles gesorgt, hier kann in Ruhe auf den Tod hingelebt
werden. Doch Aino hat andere Pläne. Als Mo fluchtartig das
Familientreffen verlässt, schließt sich die Alte kurzerhand der Flucht
an - und lässt Mo gar keine andere Wahl, als sie tatsächlich
mitzunehmen. Und nicht nur das: schließlich bestimmt sie auch noch das
Ziel der Reise. Ausgerechnet nach Finnland soll es gehen, dem Land in
dem Aino geboren wurde und in dem sie aufwuchs. Nostalgie? Mitnichten.
Die kratzbürstige alte Frau hat ganz klar ein Ziel vor Augen, das sie
mit allen Mitteln noch verwirklichen will, und Mo kommt ihr da gerade
recht...
"Wenn du jung bist, lebst du in einem
vollen Haus und machst dir keine Gedanken darüber, ob du Zeit
verschwendest. Das ganze Haus ist ja noch hell erleuchtet. In jedem Raum
tanzen und feiern Menschen die du kennst, und dein Lieblingswort ist
'morgen'. Aber mit den Jahren gehen in den Räumen die Lichter aus, eines
nach dem anderen. Man rückt zusammen, immer mehr Zimmer bleiben leer.
Dann sind noch drei Räume bewohnt, schließlich zwei. Die Musik
verklingt, die Gespräche werden leiser. Und plötzlich sitzt du ganz
allein in dem leeren Haus, im letzten Zimmer, in dem nur noch eine Kerze
brennt." (S. 382)
Und der Leser fährt mit den
beiden nach Finnland, taucht ein in das Helsinki der Gegenwart und der
Vergangenheit - denn immer wieder gibt es Rückblenden in die Zeit von
Ainos Jugend. Die Person Ainos wird zunehmend vielschichtig, die
Vergangenheit ist noch nicht abgeschlossen, hat in ihrem Wesen Wunden
geschlagen, Spuren hinterlassen - ebenso wie vergangene Geschehnisse Mo
verletzt und spröde gemacht haben. Beide Frauen nähern sich ganz
allmählich einander an, erkennen in der anderen, was sie an sich selbst
nicht gänzlich wahrnehmen können, bauen schrittweise die
stacheldrahtbewehrten Mauern ab, jedoch jederzeit bereit, den Schutzwall
sofort wieder hochzuziehen - böse Sprüche und harte Worte inbegriffen.
Doch
trotz des wenig freundlichen Umgangs miteinander, des gegenseitigen
Versteckspiels, der Lügen, begann ich zunehmend, beide Frauen
tatsächlich zu mögen. Denn das Liebenswerte, das Verletztliche, das
Zarte, das beide ebenso ausmacht, lugte immer wieder vorsichtig hervor.
Vor allem Mo, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird, zeigt
zunehmend ihre weichen Seiten. Und wenn Aino durch eine unerwartete
Geste auch ihre liebenswerte Art offenbart, vermag dies tatsächlich zu
berühren.
"In Momenten wie diesen ahne ich nur, wie froh ich sein kann, nicht Ainos Ziel zu sein und auch nicht ihr Feind." (S. 262)
Doch
Aino weiß, was sie will und Mo nutzt Ainos Streben als Mittel, einmal
mehr in das Leben einer anderen einzutauchen - ebenso wie es ihr so oft
mit ihren Fotos gelingt. So vermeidet sie letztlich, sich ihren eigenen
Problemen zu stellen und sich aus ihrer Vergangenheit zu lösen. Doch
Aino wäre nicht die, die sie ist, wenn sie da tatenlos zusähe. Oftmals
unbemerkt, steuert sie die junge Frau aufs Leben zu - auf ihr eigenes
Leben.
Neben der eigentlichen Geschichte, die in oft poetischen
Bildern erzählt wird, die mir oft ausgesprochen gut gefallen haben, gibt
es hier auch einen tiefen Einblick in das Leben und die Seele
Finnlands, sowie über die Geschichte und Kultur des Landes, ohne dass es
überladen wirkt. Selbst die 'Mumins' finden hier netterweise Einzug und
lockern das Geschehen immer wieder auf.
Informationen gibt es auch
immer wieder einmal zum Thema des Fotografierens - was der eigentlichen
Geschichte oftmals eine tiefe Symbolhaftigkeit verschafft und dadurch
wirklich bereichernd ist. Und ebenso taucht hier auch immer wieder der
Tango auf. Tango? In Finnland? Aber ja! Kleines Beispiel?
"Tänzer
treiben auf weichen Mollakkorden an uns vorbei, gestreichelt von
Lichtflecken. Das hier hat nichts mit dem gemeinsam, was ich bisher
unter Tango verstand. Keine dramatisch geworfenen Beine, kein Duell der
Geschlechter. Dieser Tanz hier ist wie das träge, sinnliche
Ineinanderfließen von Öl, ein katzenhaftes Schleichen, Wiegen und
Schieben, Körper an Körper, mit genau gesetzten Schritten, weich und
verzögert. Die getanzte Erlaubnis, einander zu spüren. Niemand lacht.
Nähe ist eine ernste Angelegenheit." (S. 417)
Der
Titel trägt neben dem Klappentext sicher dazu bei, falsche Erwartungen
zu schüren. Aber dies ist von der Autorin offenbar genauso beabsichtigt.
Im Rahmen einer Leserunde schrieb sie hierzu:
'Der Titel sollte
einfach ein kleines Irritationsmoment haben. Ich persönlich mag Titel,
bei denen man zweimal hinschaut und sich denkt: Huch, Moment mal? Und im
Roman geht es ja um Liebe – wenn auch nicht um die klassische
romantische Liebesgeschichte, sondern um viele Arten davon, um
Elternliebe, die Liebe, die man für Freunde empfindet. Oder eben eine
ganz spröde, hinter einem Schutzpanzer und harschen Worten gut
verborgene Zuneigung (wie sie zwischen Mo und Aino stattfindet). Also
Liebe zwischen den Zeilen – und so fand ich den Titel, bei dem man sich
fragt: „Fehlt da vielleicht ein Fragezeichen?“ einfach passend.'
Mit
ihrem ersten Buch für Erwachsene hat Nina Blazon für mich voll ins
Schwarze getroffen. Die bildhafte und poetische Sprache, der durchaus
auch schwarze Humor, der da immer wieder durchblitzt, die unharmonischen
und letztlich doch liebenswerten Charaktere, die Geheimnisse, die sich
zunehmend offenbaren - und dazu der Tango, der einen insgeheim mit übers
Parkett tänzeln lässt, all dies stellt für mich ein stimmiges
Gesamtpaket dar.
Von mir gibt es daher eine ganz klare Leseempfehlung!
Jahrgang 1969, Studium der Slavistik und Germanistik in Würzburg. Lehr-
und Arbeitsjahre als Lehrbeauftragte an verschiedenen Universitäten,
Übersetzerin, Redakteurin, Texterin in einer Werbeagentur und als freie
Journalistin. Seit 2003 bin ich Kinder- und Jugendbuchautorin. Genres:
Fantasy, Krimi und Historischer Roman. Mit dem Roman "Liebten wir"
(2015) habe ich dieses Repertoire nun um den Bereich
Erwachsenenbelletristik erweitert.
Privates:
Was ich liebe: Reisen und vor allem Sternfahrten in den Norden!
Möglichst erst einmal ohne Reiseführerstudium vor der Fahrt, denn es
gibt nichts Schöneres und Spannenderes, als die Fremde noch ohne
Vorgaben und Meinungen zu erkunden (naja, so gut das eben bei der
heutigen Informationslage möglich ist). Meine Herzensstadt ist Helsinki,
die ich oft und gern besuche. Weitere Sternpunkte sind Stockholm,
Kopenhagen und natürlich Reykjavík. Sicher auch ein Grund, warum der
nächste Roman auf Island spielen wird.
► Auf der Homepage der Autorin gibt es eine Bilderstrecke - private Fotos von Nina Blazon mit passenden Auszügen aus dem Buch. Eine fotografische Begleitung von Mos Reise nach Helsinki und eine schöne Ergänzung zum Lesen, wie ich finde...