Freitag, 7. Oktober 2016

Pietschmann, Claudia: Hamburg Rain 2084: V2


Eine Stadt im ewigen Regen. Eine Stadt mit hierarchisch gegliederten Ebenen. Eine Welt voller Geheimnisse, Träume und Verbrechen: Hamburg Rain 2084 - Die größte dystopische Science Fiction eBook-Serie des 21. Jahrhunderts von Herausgeber Rainer Wekwerth!

Ruiz ist eine menschliche Spielfigur, die durch einen Chip im Kopf kontrolliert wird. Er liebt Helena, die beiden sind unzertrennlich. Bis Ruiz unter Zwang in der Arena einen Mord begeht und fliehen muss. Helena ist fest entschlossen, ihre große Liebe zu retten und lässt sich dafür auf einen Handel mit dem Schönheitschirurgen und Ruiz Besitzer Dr. Golding ein. Er will nichts weniger als zehn Jahre ihrer Jugend und Schönheit für seine Frau, was Helena ihm in ihrer Verzweiflung verkauft.


(Klappentext Verlagsgruppe Droemer Knaur)

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 976 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 174 Seiten
  • Verlag: Knaur eBook; Auflage: 1 (8. Oktober 2015)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B0106SP4BK













JUGENDWAHN...


Hamburg ist im Jahr 2084 im ewigen Regen nach einer Klimakatastrophe zum Moloch mit 22 Millionen Einwohnern herangewachsen. Bauwerke früherer Epochen sind zu einem einzigen Gebäude verschmolzen, das sich über eine gigantische Fläche erstreckt und weit in den Himmel ragt. Wie ein surreales Gebilde aus dem Traum eines Wahnsinnigen reckt es seinen Körper aus Stein, Glas und Stahl in die Wolken und unablässig fließt der Regen an seinen Milliarden Ecken und Kanten herab. Dieser gigantische Koloss ist in Ebenen unterteilt, die weit in die Höhe und tief unter die Oberfläche reichen. Das Leben ist streng hierarchsich organisiert: Je reicher, desto weiter oben; je ärmer, desto weiter unten. Während sich oben im wenigen Sonnenlicht die Reichen und Schönen vergnügen, leben die Armen in Dunkelheit und Müll. Nur die Mittelschicht bildet da mit ihren Träumen von einer besseren Wetl die Ausnahme. Und manchmal geschieht es, dass jemand den zugewiesenenLebensraum verlässt. Mit unvorhersehbaren Folgen. Davon handeln die Storys der dystopischen Science Fiction eBook-Serie 'Hamburg Rain 2084'.

'V2' ist nach dem Prequel der erste Band der ersten Staffel des spannenden Future Fiction eSerials.  Die Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens sind:
  1. V2
  2. Sundown
  3. Rehab
  4. Zerfall
  5. Risse im Fundament
  6. Die Seuche
Alle Bände sind unabhängig voneinander und in beliebiger Reihenfolge lesbar.


* * *


Der Unterschied zwischen arm und reich ist im Jahr 2084 in der Tat eklatant. Doch als ob es nicht reichen würde, dass Tausende von Menschen im und vom Müll leben, gibt es Menschen, die noch eine Stufe niedriger leben. Der Juggernaut Ruiz ist einer von ihnen - ein willenloser Sklave, der per Chip ferngesteuert wird und sich in der Arena tödlichen Kämpfen stellen muss. Als er versehentlich eines Tages seinen Kontrahenden vorzeitig tötet, fällt Ruiz in Ungnade und muss fliehen. Doch wenn er es nicht schafft, den Chip loszuwerden, ist er verloren - zu stark sind die Impulse von außen, zu energieraubend der Kampf gegen die Fremdsteuerung.


Verbrecher nannten sie seinesgleichen und Krüppel und Freak und Abschaum. Die Kinder aus den oberen Ebenen machten sich einen Spaß daraus, sie zu verhöhnen, wenn man sie in die Arena trieb. Leute wie ihn, die sich verkauft hatten und deren Job es war, Figuren zu sein. Menschliche Spielfiguren zur Unterhaltung der Massen. Juggernauten - die über unglaubliche Kraft verfügten und dennoch ihr Leben lang Sklaven blieben. Menschen, die alles niederrollen könnten und es doch nicht taten. Weil die Chips in ihren Köpfen es nicht zuließen...


Helena heißt seine schöne Freundin, die alles daransetzt, um Ruiz zu retten. Geld braucht sie, um einen Quacksalber bezahlen zu können, der ihrem Freund den Chip aus dem Kopf operiert. Aber als mittellose Bewohnerin Hamburgs hat sie nicht viele Möglichkeiten, um an die notwendigen Mittel zu kommen. Ihr bleibt offensichtlich nur ein Weg: sie muss sich in die Hände des Schönheitschirurgen Dr. Golding begeben, der eine Möglichkeit gefunden hat, durch die Transplantation von Chromosonenden, sogenannte Telomere, Lebenszeit von einer Person auf eine andere zu übertragen. Werden diese Telomere einem Menschen entnommen, so verliert dieser Jahre seines Lebens und altert um ein Vielfaches schneller. Doch für Helena ist kein Preis zu hoch - sie ist zu allem bereit, um ihren Ruiz zu retten und ihm und sich ein Leben in Freiheit zu verschaffen. Leider läuft wie so oft im Leben dann alles anders als geplant...

Ehrlich gesagt lässt mich diese dystopische Geschichte um ein Hamburg in einer ungewissen Zukunft etwas zwiegespalten zurück. Die Idee dahinter fand ich durchaus ansprechend: Gesellschaftskritik (Kluft zwischen Arm und Reich, Ausbeutung der rechtlosen Armen, Schönheits- und Jugendwahn), gepaart mit ethischen Fragestellungen (Grenzen von wissenschaftlichen Allmachtsfantasien) und philosophischen Standpunkten (Hegel und Kant). Die Umsetzung jedoch konnte mich trotz des weitestgehend flüssigen Schreibstils nur wenig überzeugen. Unerwartete Sprünge in der Handlung sind hier ebenso als Kritikpunkt zu nennen wie die wenig greifbare dystopische Atmosphäre. Vor allem aber die Charaktere, die hier durchweg blass und eindimensional bleiben, verhinderten, dass ich am Geschehen emotional teilhaben konnte. Eine Weiterentwicklung selbst der Hauptfiguren konnte ich nicht erkennen, die Handlungen wurden v.a. durch äußere Ereignisse determiniert und weniger durch bewusste Entscheidungen der Charaktere.

Die Grundidee verbunden mit einem angenehm überraschenden Ende gewährleisten dennoch eine mittelmäßige Wertung von meiner Seite. Eine durchaus interessante Geschichte, die trotz der genannten Kritikpunkte Lust macht auf die weiteren Geschichten der Staffel des Future Fiction eSerials.


© Parden








 Vorab erschien das (kostenlose) Prequel zur Reihe:



  HIER geht es zur Rezension






Die sechs Bände der ersten Staffel gibt es entweder in einem Sammelband (ab März 2016)


9783426437629


oder aber einzeln, wobei diese nacheinander alle paar Wochen bis Dezember 2015 erschienen. Hier mal die Reihenfolge des Erscheinens...


http://ecx.images-amazon.com/images/I/51MBGQwyWVL._AC_UL160_SR101,160_.jpg

















Claudia Pietschmann wurde 1969 in der Mark Brandenburg geboren und verbrachte dort ihre Kindheit und Jugend inmitten zahlloser Bücher. Sie studierte in Berlin Betriebswirtschaftslehre und ging anschließend ganz in Marketingkonzeptionen und Werbetexten auf. Ihr Debütroman erscheint im Herbst 2015.

übernommen von der Verlagsgruppe Droemer Knuar

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Goldammer, Frank: Der Angstmann

Schon einmal hat der Dresdner Frank Goldammer seine Heimatstadt als zerstörte Stadt beschrieben. Während aber FELDWEBEL sich durch eine (fast) menschenleere Stadt bewegte, und der Blogger hier den Weg ohne Stadtplan mitverfolgte, atemlos, stellt er nun fest, atemlos ist etwas Anderes. FELDWEBEL war Sience Fiction, war Fantasy, ein Genre, was Frank gern bediente…

DER ANGSTMANN. Ich gebe zu, da war ein klein wenig Skepsis. Was habe ich hier in den Händen? Wirklich „nur“ einen Kriminalroman, oder ist da noch etwas, etwas, das nicht von dieser Welt ist, vorhanden? Wer oder was mordet sich da durch das von Flüchtlingen überfüllte Dresden Ende 1944, Anfang 1945?
Wer mich kennt weiß, dass ich dem fantastischen Genre nicht übermäßig zugeneigt bin. Dem schreibenden Maler- und Lackiermeister dagegen schon. Wenige Seiten nach Beginn hatte ich die Befürchtung vergessen. Sie kam kurz wieder, verschwand aber auch schnell.



„Wie viel ist ein Menschenleben wert, wenn die Welt in Trümmern liegt?
Der erste Fall für Kriminalinspektor Max Heller.“ (dtv)


Mittwoch, 5. Oktober 2016

Baumm, Stefanie: Am Anfang war der Tod


Im idyllischen Dorf Moorbek liegt Pastor Eckhard Falkner mit zertrümmertem Schädel auf dem kalten Boden seiner Kirche und sieht zum ersten Mal seit fünfundzwanzig Jahren wieder in die Augen seines einzigen Sohnes. Wenige Atemzüge später ist der Pastor tot. Als die Kieler Kommissare Armin Stahl und Birger Harms an den Tatort kommen, erwartet sie zu ihrer großen Überraschung ein ehemaliger Kollege, der BKA-Beamte Leif Falkner, der ihnen die Nachricht vom Tod seines Vaters überbringt. Die Dorfbewohner hüllen sich in Schweigen. Es wird kein Wort verloren über die fehlenden Spendengelder, die unheilvolle Rückkehr des Pastorensohnes und den Vorfall, der vor vielen Jahren alles veränderte. Ein brisanter Fall für die Kieler Kommissare!

(Klappentext Verlagsgruppe Droemer Knaur)

  • Taschenbuch: 352 Seiten
  • Verlag: Droemer TB (1. Dezember 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426304872
  • ISBN-13: 978-3426304877
  • Reihe: Armin Stahl und Birger Harms (Bd. 3)












DORFLEBEN...


Leif Falkner, der BKA-Beamte, mit denen es die Kommissare Armin Stahl und Birger Harms bereits im vorherigen Fall zu tun bekamen, kehrt nach 25 Jahren in sein Heimantdorf in Norddeutschland zurück. Sein Vater, der langjährige Pastor der Gemeinde, hatte ihn darum gebeten, doch nun liegt dieser sterbend in seiner eigenen Kirche - erschlagen. Auch die Spendengelder fehlen, und so geht die Polizei von einem Raubmord aus. Doch so rasch wie anfangs vermutet, gelingt die Auflösung des Falls nicht.


"Er würde den Menschen finden, der den Schädel seines Vaters mit brachialer Gewalt zertrümmert hatte. Nicht um der Gerechtigkeit willen. Nein. Er wollte lediglich wissen, warum sein Vater hatte sterben müssen und wer den Mut gehabt hatte, das zu tun, wozu er selbst nicht fähig gewesen war."


Denn das Dorf schweigt. Ein Geflecht aus Schuld und Geheimnissen begegnet den Ermittlern hier, und statt auf Antworten stoßen sie auf immer neue Gräueltaten - und Leichen. Ein Sumpf aus Verbrechen und skrupellosen Abartigkeiten steigt hier aus der vermeintlichen Idylle empor, und manch einer muss aufpassen, hierin nicht zu versinken.


"In diesem Dorf sagt keiner die Wahrheit. Wenn sie überhaupt etwas sagen. Vermutlich ist Unehrlichkeit die Grundvoraussetzung, um hier leben zu dürfen." Uta lachte auf, aber sie hörte die Bitterkeit darin. "Sie haben alle Angst." - "Und wovor?" - "Wenn wir das herausgefunden haben, haben wir auch den Mord aufgeklärt."

Einen spannend gestrickten, ungewöhnlichen und atmosphärisch dichten Krimi präsentiert Stefanie Baumm in der dritten Folge der Reihe um die Ermittler Armin Stahl und Birger Harms. Die Erzählweise ist überaus beschaulich, passend zum sonst ebenso beschaulichen Dorfleben - und Thrillerfans, die actionmäßige Handlungsstränge bevorzugen, könnten hier aufkommende Langeweile vermuten. Ich empfand diese Erzählweise jedoch als ungemein passend, kann sich so doch das Grausen langsam an den Leser heranschleichen. Denn mit den Ermittlern taucht auch der Leser zunehmend ein in die Verflechtungen der Dorfgemeinschaft, in die Vergangenheit und in Geheimnisse, die lange unter den Teppich gekehrt waren. Eine solche Vielzahl an Straftaten ist mir kaum je in einem Krimi oder Thriller begegnet, und doch wirkt das Geschehen dadurch zu keinem Zeitpunkt überfrachtet.

Stefanie Baumm gelingt es hier, einige überaus interessante Charaktere zu zeichnen, und fast nebenher und wie selbstverständlich eine ungemein düstere Atmosphäre zu kreieren - auch die Naturbeschreibungen fügen sich bildhaft und passend in diese Szenerie ein. Immer wieder unterbrechen kleine Ausschnitte von Gedichten von Emily Dickinson den Text, was mir persönlich außerordentlich gut gefallen hat, denn die Zeilen unterstreichen durchaus passend die jeweilige Atmosphäre.

Mangelnde Zivilcourage, Korruption, die Tendenz der Menschen, lieber wegzuschauen - zahlreiche Themen ziehen sich durch diesen Krimi und werfen so auch moralische Fragen auf, legen einen Finger in die Wunden unserer heutigen Gesellschaft. Gekonnt hat Stefanie Baumm hier einen unglaublich verwobenen Krimi kreiert, und ich hoffe wirklich sehr, dass weitere Folgen dieser Reihe nicht mehr lange auf sich warten lassen! Für mich: gerne mehr davon!


© Parden














Die Verlagsgruppe Droemer Knaur schreibt über die Autorin:

Stefanie Baumm arbeitete viele Jahre als freie Journalistin, bevor sie mit dem Schreiben von Romanen begann. Ihre politisch brisanten Thriller „Machtlos“ und „Die Marionette“ sowie die Romane „Dein totes Mädchen“ und „Tochter der Angst“ erschienen unter dem Pseudonym Alex Berg.

übernommen von der Verlagsgruppe Droemer Knaur

Dienstag, 4. Oktober 2016

Berg, Alex: Machtlos


In Hamburg laufen die Vorbereitungen für den internationalen Krisengipfel auf Hochtouren. Erste Terrorwarnungen sind bereits bei den Geheimdiensten eingegangen. Zur selben Zeit wird die Anwältin Valerie Weymann am Flughafen verhaftet. In endlosen Verhören unterstellen ihr Agenten von BKA und CIA Kontakte zu Terrormitgliedern von al-Qaida. Die Anwältin ist fassungslos und verweigert die Aussage. Doch ihr juristisches Wissen nützt ihr nichts, als am Hamburger Hauptbahnhof eine Bombe explodiert. Der mutmaßliche Täter ist ein Bekannter von ihr. Noch in derselben Nacht wird Valerie in ein geheimes Gefängnis nach Osteuropa gebracht, und eine rasante Jagd auf Leben und Tod beginnt …

(Klappentext Verlagsgruppe Droemer Knaur)

  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (1. Juli 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426506491
  • ISBN-13: 978-3426506493
  • Reihe: Valerie Weymann, Eric Mayer Bd. 1













MACHTLOS, HILFLOS, RECHTLOS...


Ein globaler Klimagipfel ist es, der in Hamburg stattfinden soll. Und die Geheimdienste sind rund um die Uhr mit den Sicherheitsvorkehrungen beschäftigt, denn hochrangige Politiker werden in Hamburg erwartet - u.a. der amerikanische Präsident Obama.  Die Hamburger Rechtsanwältin Valerie Weymann ist zu einem geschäftlichen Termin unterwegs, der sie nach London führt. Am Flughafen wird sie jedoch bei der Passkontrolle festgenommen und dem auswärtigen Amt überstellt. Ihr wird vorgeworfen, einer terroristischen Vereinigung anzugehören, die einen Anschlag in Kopenhagen verübt haben soll.Tatsächlich werden der Anwältin Fotos vorgelegt, die bekannte Gesichter tragen. Syrische Freunde von ihr sollen mit dem Anschlag zu tun haben. Als während der Vernehmung auch noch in Hamburg ein Anschlag auf den Bahnhof verübt wird, greift der amerikanische Agent ein, der während der Vernehmung Weymanns anwesend war. Ohne die deutschen Kollegen zu informieren, sachafft er Valerie in ein rumänisches Lager, um ein Geständnis zu erzwingen. Die Anwältin wird zum Spielball der Mächte...

Machtlos und atemlos folgt auch der Leser dieser Geschichte, nicht in der Lage, in die haarsträubenden Geschehnisse einzugreifen. Den drei Buchteilen ist jeweils eine Charta der Menschenrechte vorangestellt, was verdeutlicht, was der zentrale Punkt in diesem Thriller ist. Was für ein Albtraum muss es sein, wenn man unschuldig unter Terrorverdacht gerät und einem niemand helfen kann, das kann man sich wohl kaum vorstellen...  Guantanamo lässt grüßen, kann man da nur sagen - bei Terrorverdacht gibt es für die Betroffenen weder Menschenrechte noch eine Rechtsstaatlichkeit mehr.

Dabei wirkt die Geschichte kein bisschen konstruiert, sondern im Gegenteil erschreckend glaubwürdig und gut recherchiert. Die Bezüge zu aktuellen Lagen in der Weltpolitik sind unverkennbar. Dieser Thriller hat viele Gefühle bei mir hervorgerufen: Angst, Schrecken, Sprachlosigkeit, Verständnislosigkeit und auch Wut, denn die fiktive Geschichte dieses Thrillers ist durchaus vorstellbar, auch in einem "Rechtsstaat" wie dem unseren.

Mit dem Thriller "Machtlos" ist der Autorin Alex Berg ein spannender und brisanter Auftakt zu der geplanten Reihe um die Rechtsanwältin Valerie Weymann und den BND-Agenten Eric Mayer gelungen.


© Parden













Die Verlagsgruppe Droemer Knaur schreibt über die Autorin:


Alex Berg hat viele Jahre als freie Journalistin gearbeitet, bevor sie ihre ersten Spannungsromane verfasste. Ihre politisch brisanten Thriller "Machtlos" und "Die Marionette" sowie ihr Roman "Dein totes Mädchen" haben die Leser im Sturm erobert. Hinter dem Pseudonym Alex Berg verbirgt sich die Autorin Stefanie Baumm.
übernommen von der Verlagsgruppe Droemer Knaur

Montag, 3. Oktober 2016

Zeh, Juli: Unterleuten


Manchmal kann die Idylle auch die Hölle sein. Wie das Dorf "Unterleuten" irgendwo in Brandenburg. Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten, von den kleinen Häusern, die sich Stadtflüchtlinge aus Berlin gerne kaufen, um sich den Traum von einem unschuldigen und unverdorbenen Leben außerhalb der Hauptstadthektik zu erfüllen. Doch als eine Investmentfirma einen Windpark in unmittelbarer Nähe der Ortschaft errichten will, brechen Streitigkeiten wieder auf, die lange Zeit unterdrückt wurden. Denn da ist nicht nur der Gegensatz zwischen den neu zugezogenen Berliner Aussteigern, die mit großstädtischer Selbstgerechtigkeit und Arroganz und wenig Sensibilität in sämtliche Fettnäpfchen der Provinz treten. Da ist auch der nach wie vor untergründig schwelende Konflikt zwischen Wendegewinnern und Wendeverlierern. Kein Wunder, dass im Dorf schon bald die Hölle los ist…

(Klappentext Luchterhand Literaturverlag)

  • Gebundene Ausgabe: 640 Seiten
  • Verlag: Luchterhand Literaturverlag (8. März 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3630874878
  • ISBN-13: 978-3630874876












DORFFUNK...




Unterleuten - ein kleines Dorf in Brandenburg, unweit der Hauptstadt, verströmt das träumerische Flair ländlicher Idylle. Hier scheint die Welt noch in Ordnung, weshalb sich zu den alteingesessenen Bewohnern, die schon die DDR-Zeiten überstanden haben, auch Neuzugezogene gesellt haben, die dem Rummel der Großstadt entfliehen wollen. Ausgedehnte Flächen von Feldern und Wiesen sowie große Flecken Kiefernwälder haben auch den Naturschutz auf den Plan gerufen, denn die selten gewordenen Kampfläufer, 'fleckige Vögel von Größe und Statur einer Mülltüte', haben dort eine Heimstatt gefunden, was es zu erhalten gilt.

Dass das Gleichgewicht im Dorf ein empfindliches ist, stellt sich rasch heraus, als eine Investmentfirma dort einen Windpark errichten will. Alte Konflikte brechen auf, neue gesellen sich hinzu, vom Widerstand gegen die Windräder bis hin zu heimlicher Vorteilnahme fiinden sich hier alle Motive. Und unmerklich wandelt sich die dörfliche Idylle in eine Hölle...


"Wenn ich in Unterleuten eins gelernt habe, dann dass jeder Mensch ein eigenes Universum bewohnt, in dem er von morgens bis abends recht hat."


Da es hier um die Darstellung der Dynamik in der Dorfgemeinschaft Unterleutens geht, hat sich Juli Zeh nicht mit einem einzelnen Hauptcharakter begnügt. Derer gibt es hier viele, und jeder von ihnen wird im ersten Drittel des Buches ausgiebig vorgestellt, so dass sich der Leser tatsächlich ein Bild der verschiedenen Personen machen kann. Die Haltung der Dorfbewohner untereinander im Allgemeinen und der einzelnen Personen im Besonderen wird so plausibel und nachvollziehbar, und bei jedem Perspektivwechsel kann man das Empfindes des einzelnen nachvollziehen, mit seiner persönlichen Sichtweise im Recht zu sein. Juli Zeh selbst vergleicht dies mit einem Kaleidoskop: mit jedem Dreh ergibt sich ein ganz anderes Bild.

Dass die unterschiedlichen Sichtweisen und das Verhältnis der einzelnen Bewohner zueinander zwangsläufig zu Konflikten führen müssen, versteht man als Leser nach der eingehenden und detaillierten Einführung der Personen - zumal hier wenig miteinander geredet wird, sondern vielmehr übereinander. 'Dorffunk' nennt Juli Zeh dieses Phänomen, und sie gibt dem Funktionieren der Gerüchteküche hier einen großen Raum. Gerüchte, Legenden, Verleumdungen bilden regelrecht die Grundlage für den neuesten Konflikt und beeinflussen die Handlungen und Entscheidungen der Menschen - und so viel sei hier vorweggenommen: danach ist nichts mehr, wie es vorher war.


"Wir wollen alle das Beste für Unterleuten. Jeder auf seine Weise."


Auf 640 Seiten lässt sich Juli Zeh viel Zeit beim Erzählen. Gerade im zweiten Drittel des Buches hatte ich tatsächlich das Gefühl, eine Straffung hätte der Erzählung gut getan. Die erzählten Episoden zogen sich für mein Empfinden teilweise arg in die Länge, die Dynamik zog noch nicht an, und so hatte ich in dieser Phase nach jeweils einigen Seiten bereits das Gefühl, das Buch erst einmal wieder zur Seite legen zu wollen. Dabei erweist sich die Autorin als eine genaue Beobachterin, und sie seziert nachgerade minutiös die Motive der einzelnen Personen heraus: altes und neues Unrecht, Untreue, Eifersucht, verpasstes Glück - oder aber Träume vom zukünftigen Glück. Das letzte Drittel von 'Unterleuten' gestaltete sich dann glücklicherweise zunehmend spannend, da sich die Geschehnisse hier zuspitzen. Einige Überraschungen ergeben noch einmal erstaunliche Wendungen, und am Ende erwartet den Leser noch ein Knalleffekt. Dieser hat mir persönlich ein besonderes Vergnügen bereitet.

Ein eher distanzierter, fast analytischer Schreibstil, der dennoch flüssig zu lesen ist, charakterisiert für mich hier die Erzählweise Juli Zehs. Obschon die Charaktere dem Leser nahezu plakativ vor Augen geführt werden, hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, hier Sympathien oder Antipathien vergeben zu müssen oder zu wollen. Dazu trug die eher distanzierte Betrachtungsweise der Autorin sicherlich bei.


"Die Unterleutner lösen Probleme auf ihre Weise. Sie lösen sie unter sich."



Ein letztlich faszinierender Roman über ein zutiefst menschliches Phänomen: niemand will etwas Böses, und trotzdem geschieht es. Und daher trotz der empfundenen Langatmigkeit in einigen Passagen durchaus lesenswert und unterhaltsam...



© Parden













Unterleuten gibt es zwar nicht wirklich - aber Juli Zeh hat es so anschaulich beschrieben, dass man es nahezu vor sich sieht. Und so gibt es auch tatsächlich eine eigene Website des Dorfes - Flurkarte und die Vorstellung der einzelnen Dorfbewohner inbegriffen, die dort teilweise sogar mit ihrem Facebook-Account verlinkt sind...


Auch die ortsansässige Gastronomie, der Märkische Landmann in Unterleuten, hat eine eigene Seite im Web erhalten - einschließlich der aktuellen Speisekarte.


Und selbst das Buch, auf das sich eine Person in dem Roman immer wieder bezieht: 'Dein Erfolg' von Manfred Gortz, ist nach 'Unterleuten' ebenfalls erschienen und soll Gerüchten zufolge von Juli Zeh selbst verfasst worden sein. Eine rundherum überzeugende Angelegenheit also.





Der Luchterhand Literaturverlag schreibt über die Autorin:

Juli ZehJuli Zeh, 1974 in Bonn geboren, Jurastudium in Passau und Leipzig, Studium des Europa- und Völkerrechts, Promotion. Längere Aufenthalte in New York und Krakau. Schon ihr Debütroman „Adler und Engel” (2001) wurde zu einem Welterfolg, inzwischen sind ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Rauriser Literaturpreis (2002), dem Hölderlin-Förderpreis (2003), dem Ernst-Toller-Preis (2003), dem Carl-Amery-Literaturpreis (2009), dem Thomas-Mann-Preis (2013) und dem Hildegard-von-Bingen-Preis (2015).

übernommen vom Luchterhand Literaturverlag

Sonntag, 2. Oktober 2016

Drews, Christine: Tod nach Schulschluss


So etwas haben Charlotte Schneidmann und Peter Käfer noch nie gesehen: eine Leiche in einem mittelalterlichen Folterinstrument! Das Opfer ist Max Wenke, Musterschüler auf dem Elite-Internat Schloss Lemburg. Handelt es sich um einen besonders bizarren Selbstmord? Oder wurde der blendend aussehende und hochbegabte Max ermordet?
Lehrer und Schüler erscheinen seltsam gleichgültig. Erst ein schockierendes Detail sprengt die Mauern des Schweigens – mit alptraumhaften Konsequenzen für Charlotte ... 


(Klappentext Bastei Lübbe Verlag)

  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch) (15. Mai 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3404171918
  • ISBN-13: 978-3404171910
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
  • Reihe: Ch. Schneidmann / P. Käfer (Bd. 3)












HINTER EHRBAREN FASSADEN...



Selbstmord, Unfall oder Mord? Diese Frage ist nur schwer zu beantworten angesichts der bizarren Auffindesituation des Opfers: eingeschlossen in der Eisernen Jungfrau und aufgespießt von unzähligen Dolchen. Das mittelalterliche Folterinstrument befindet sich in den Kellergewölben von Schloss Lemburg, das teilweise noch besichtigt werden kann, das vor allem aber der Sitz eines Elite-Internats ist. Und einer der Internatsschüler ist es auch, in dessen Blut die Ermittler der Kripo Münster nun waten.


"Disziplin ist der Grundpfeiler, und eine strenge Aufrechterhaltung eine Wohltat für alle."


Auf Standesdünkel und Widerstände treffen die Kommissare Charlotte Schneidmann und Peter Käfer, die betroffen sind angesichts der offensichtlichen Gleichgültigkeit, mit der der grausame Tod des Musterschülers Max Wenke in dem Internat aufgenommen wird. Besonders der Direktor ist sehr stolz auf sein Lebenswerk und dementsprechend besorgt über die mögliche Außenwirkung der Art von Max' Ableben. Aber nicht nur er unterstützt die Ermittlungsarbeiten in keinster Weise - auch die Lehrer, die Erzieher sowie die Schüler aus durchweg reichen Elternhäusern halten sich überaus bedeckt.


"'Direktor Berg wird bestimmt eine Ansprache an die Schüler halten. Vielleicht gibt es eine Gedenkfeier?' (...) Doch er sah dem Erzieher an, wie falsch er mit seiner Annahme lag. Hier würde niemand den Tagesablauf ändern, nur weil ein Schüler zu Tode gekommen war: Disziplin ging über alles."


Mit zunehmender Dauer der Ermittlungen ergeben sich immer mehr mögliche Motive , doch klar ist, dass eigentlich nur jemand aus dem unmittelbaren Umfeld in den Fall verwickelt sein kann - sofern es denn einer ist. Hinter den ehrbaren Fassaden des Elite-Internats gibt es nicht nur dunkle Gewölbe und Geheimgänge, auch tausenderlei Geheimnisse scheinen seine Bewohner zu verbergen. Abgründe tun sich auf, die kein Mensch dort vermutet hätte, doch erst ganz am Schluss wird klar, wie alles miteinander zusammenhängt.

Christine Drews präsentiert hier in dem bereits dritten Fall um die Ermittler Schneidmann und Käfer einen verwirrenden, spannenden und teilweise auch unheimlichen Krimi. Die Szenerie ist in ihrer Schilderung sehr bildhaft, was empfindsame Leser sicher einige Male schlucken lassen dürfte. Mir hat dies in Verbindung mit dem lebendigen und flüssigen Schreibstil sehr gut gefallen. Im übrigen spielte es für die Verständlichkeit dieses Falles keine große Rolle, dass ich die vorherigen Bände noch nicht kenne.

Die Charaktere sind teilweise etwas klischeehaft gezeichnet, die Hauptpersonen wirken jedoch authentisch und menschlich. Die kurzen Einblicke in das Privatleben der Ermittler runden das Bild ab, dominieren glücklicherweise aber nicht das Geschehen. Der Fall steht stets im Fokus der Handlung, und mit zunehmender Dauer der Ermittlungen korrigiert sich auch der ein oder andere erste Eindruck einzelner Beteiligter. Dies trägt sicher dazu bei, dass der Spannungsbogen konstant hochgehalten wird.

Dies ist definitiv kein Krimi für Zartbesaitete, aber er bleibt undurchsichtig bis zum Schluss - und ist deshalb für Fans dieses Genres zu empfehlen!

© Parden











Christine Drews - AutorDer Bastei Lübbe Verlag schreibt über die Autorin:

Schon während ihres Germanistik- und Psychologiestudiums arbeitete Christine Drews für diverse TV-Produktionen. Nach ihrem Magisterabschluss schrieb sie für Clou Entertainment als feste Autorin für verschiedene Comedy-Serien, bevor sie sich 2002 selbständig machte. Seitdem hat sie Drehbücher für Movies (u.a. „Am Kap der Liebe“, Co-Autor Jens Jendrich), Familien- und Comedyserien geschrieben (u.a. „Sechserpack“, „Weibsbilder“, „Er sagt, sie sagt“, „Die Bräuteschule 1958“, etc.), und als Autorin für zahlreiche Showformate gearbeitet (u.a. „Achtung! Hartwich“, „Das NRW Duell“, etc.).

übernommen vom Bastei Lübbe Verlag

Samstag, 1. Oktober 2016

BlogPost Nr. 78: Zusammenfassung der Beiträge im September 2016


Bunt verabschiedet sich der Sommer, und der Herbst hält schleichend Einzug. Bunt ist auch einmal mehr die Vielfalt unserer Beiträge...





Wie immer wurde der Monat eröffnet mit zwei BlogPosts: Nr. 76 zeigte eine Zusammenfassung unserer Beiträge im vergangenen Monat, und  Nr. 77 präsentiert unsere Neuerwerbungen im Juni. Da gab es diesmal wieder einiges mehr als im Monat davor...


Gutenberg Streich Finale
Tinsoldier

Einige von Euch haben sich wahrscheinlich etwas gewundert über meine Portraitreihe über die Gutenberg Streich. Diese Kohlezeichnungen waren von Anfang an gedacht als ein Gastgeschenk für einen geplanten Besuch in Weiz, Steiermark/Österreich. In dem o.a. Beitrag könnt Ihr sehen, wie ich die Bilder überreicht habe.

WILDROSENSOMMER von Gabriella Engelmann wurde Anne von der Verlagsgruppe Droemer Knaur als Rezensionsexemplar überlassen. Ein Roman für ruhige Abende, der einen mitnimmt vor die Tore Hamburgs, der eine interessante Familiengeschichte mit allerlei interessanten Elementen vermischt und an eigene Sehnsüchte rührt. Für Anne war dies eine gelungene Mixtur.


Der erste Beitrag zu einem großen Projekt: Das Brunetti-Projekt. Hier ist es der erste Roman der Reihe um den venezianischen Commissario Guido Brunetti, der bekannten Figur aus der Feder von Donna Leon.
In Venezianisches Finale stirbt während eines Konzertes der deutsche Stardirigent Wellauer. Alles sieht nach Mord aus. Doch die letzten Proben waren nicht mehr die eines Stars. Sagen die Musiker aus. Nach und nach deckt Brunetti die Geheimnisse auf.  Hier geht es zur Rezension.



Eine nette Urlaubslektüre - auch wenn Anne gar nicht in England war. EIN HÄUSLE IN CORNWALL ist das neueste Buch von Elisabeth Kabatek. Hier spielt die Autorin auf der britischen wie auf der schwäbisch-deutschen Seite fleißig mit allen gängigen Klischees, bietet bei aller Vorhersehbarkeit der Geschichte immer wieder kleine Überraschungen und erzählt in flüssigem Schreibstil recht amüsante Begegnungen der überwiegend sympathischen Charaktere. Ein nettes Buch für zwischendurch, das sich rasch und angenehm lesen lässt und das für kurzweiliges Amüsement sorgt.


1000 Tipps und Tricks hat Isa Höpken in PUTZBLITZ zusammengetragen, die teilweise sicherlich allgemein bereits bekannt sind, zum Teil jedoch durchaus Überraschendes zu bieten haben. Sicherlich kein Buch, das man einfach so runterliest. Vielmehr ist dies wohl ein Ratgeber, den man zu Rate zieht, falls man mit einem Problem einmal nicht weiterkommt. Denn eines ist klar: merken kann sich das wohl keiner in dem gesamten Umfang - und hilfreich ist hier bestimmt auch nicht alles. Aber das ein oder andere wird Anne jetzt sicher einmal ausprobieren.


Als Wohlfühlkrimi hat Anne BLUTROTER FLIEDER von Mareike Marlow empfunden - Band 2 der Reihe um die so ungleichen Schwestern Jana und Tessa. Hier flogen die Seiten dank des flüssigen Schreibstils, vor allem aber aufgrund der wieder einmal gelungenen Mischung aus ländlicher Idylle, duftenden Kuchenrezepten, Wortwitz, kriminalistischem Gespür und Humor nur so vorbei. Es war wirklich schön, den beiden Schwestern wiederzubegegnen und mitzuverfolgen, wie sich ihre gemeinsame Geschichte hier weiterentwickelt. Diese Unterhaltungskrimis im Stile einer Vorabendserie gefallen Anne zwischendurch ausgesprochen gut!


Band 2 der Reihe um Cormoran Strike ist gelesen. Anne hat DER SEIDENSPINNER von Robert Galbraith alias J.K. Rowling wirklich gut gefallen - deutlich besser als Band 1 beispielsweise. Einen intelligenten Krimi mit viel Lokalkolorit hat die Autorin da geschrieben. Komplex und undurchsichtig sorgt der Roman für spannende Unterhaltung, wobei mit Seitenhieben auf die Buchbranche nicht gespart wird. In jedem Fall ist Anne jetzt neugierig auf die kommenden Abenteuer des Cormoran Strike...



Eine Dystopie liest Anne nicht sonderlich oft, gelegentlich interessiert sie sich aber doch dafür. STARTERS von Lissa Price ist der erste Band einer Dilogie und gleichzeitig das Debüt der Autorin. Spannend und mit einigen überraschenden Wendungen, ließ sich das Buch flüssig lesen. Teilweise ahnte Anne Entwicklungen voraus, doch das tat dem Lesefluss keinen Abbruch. Ein nettes Jugendbuch, das ohne fiesen Cliffhanger endet, aber genug Fragen offen lässt, um sich auf die Fortsetzung zu freuen.


Anne war sehr gespannt auf Band 2 in der Reihe um den Ermittler Nils Trojan. DIE PUPPENMACHERIN lässt den Kommissar hinter einem Serienmörder hereilen, der seine Opfer unter einem Sarkophag aus getrocknetem Bauschaum erstickt. Max Bentow gestaltete die erste Hälfte des Thrillers sehr spannend, ließ die Spannung dann aber abflachen und erst kurz vor Schluss wieder anziehen. Das Ende selbst konnte Anne dann leider nicht überzeugen: zu konstruiert, zu viele Superman-Attribute, zu viel Zufall. Schade, denn der Plot versprach mehr. Dennoch hofft Anne auf Band 3!


In zwei parallelen Erzählsträngen präsentiert Ellen Marie Wiseman in DIE DUNKLEN MAUERN VON WILLARD STATE abwechselnd die aktuelle Geschichte der Jugendlichen Izzy Stone und die zeitlich weit davor liegende der Clara Cartwright, die von ihrem eigenen Vater in eine psychiatrische Anstalt geschickt wurde, weil sie es gewagt hatte, sich ihm zu widersetzen. Ein tiefer Blick in das dunkle Kapitel der Vergangenheit der Psychiatrien - gewoben um eine nette Jugendgeschichte. Erschütternd, bedrückend, gelungen, befand Anne.


Das zweite Buch aus der Feder Fredrik Backmans hat Anne wieder überzeugen können. OMA LÄSST GRÜSSEN UND SAGT, ES TUT IHR LEID ist ein Buch, das erst einmal fast wie ein Kinderbuch à la Astrid Lindgren daherkommt, sich aber schnell als ein warmherziges Buch für Erwachsene herauskristallisiert. Gekonnt lässt der Autor den Leser am Schmerz, an der Trauer und der Wut der kleinen Elsa teilhaben und sie auf ihrem Weg zurück ins Leben begleiten, lässt einen manchmal fast in derselben Sekunde lächeln und gleichzeitig schluchzen. Abgesehen von ein paar Längen in der Mitte des Buches war auch das zweite Werk Fredrik Backmans für Anne wieder ein ganz besonderes Erlebnis.


DAS BUCH VOM SÜDEN ist André Hellers erster großer Roman und handelt von einem Mann, der von einer lebenslangen Sehnsucht nach dem Süden befallen ist. Poetische und prunkvolle Sätze erwarten den Leser hier - für Anne war es manchmal ein wenig zu viel des Guten. Wer sich ein wenig mit dem Leben und Werk André Hellers befasst, wird bei der Lektüre des Buches rasch merken, dass es durchdrungen ist von autobiografischen Einflüssen. Dennoch ist es trotz der Episodenhaftigkeit ein Roman und keine Autobiografie. Insgesamt verschaffte Anne das Buch einen interessanten Einblick in die (Gedanken-)Welt des schillernden Künstlers...


UND DAMIT FING ES AN von Rose Tremain ist ein zarter, bewegender Roman, der davon erzählt, dass es manchmal fast ein ganzes Leben dauert, bis man das Glück findet – in dem einen Menschen, den man zum Leben braucht. Ein melancholischer, leiser Ton herrscht hier, der die Einsamkeit der beiden Hauptcharaktere messerscharf herausstanzt und einem beim Lesen unter die Haut kriecht. Dennoch empfand Anne es nicht als Lektüre, die deprimierte, sondern als eine Erzählung, die sie letztlich mit einem Lächeln entließ. Ein wirklich besonderer Roman, der Liebhabern solcher Geschichten ans Herz gelegt werden kann, so Annes Fazit.


MIRROR WELT ist das kostenlose Prequel zum eigentlichen Thriller von Karl Olsberg. Fünf miteinander verwobene Geschichten werden hier erzählt, die eine (noch) dystopische Welt vorstellen, die allerdings gar nicht so abwegig erscheint. Jede der fünf Geschichten beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit einer anderen Funktionsweise der Mirrors und geben so einen guten Überblick über deren technische Möglichkeiten. Ein Appetithäppchen, das Annes Vorfreude auf den Thriller noch vergrößterte...


Der Thriller MIRROR wurde dann gleich hinterher gelesen. Ein interessantes Gedankenexperiment über die Gefahren einer unkontrollierten Entwicklung Künstlicher Intelligenz hat Karl Olsberg hier gewagt. Das Erschreckendste dabei war für Anne, dass die technischen Errungenschaften so realitätsnah scheinen. Der Gedanke: 'so könnte es sein' schleicht sich da immer wieder zwischen die Zeilen und verschafft einem zwischenzeitlich auch Gänsehaut. Ein ungewöhnlicher Thriller, der auch noch lange nach dem Lesen nachdenklich stimmt.



Dieses Buch über einen Pionier des Westens der USA ist kein eigentliches Buch über Indianer. Dietmar Kügler erzählt die Geschichte von Christopher "Kit" Carson, der eine der bekanntesten, fast schon mytologischen Heldengestalten ist und der, auch wenn er gegen die Stämme als Offizier kämpfte, sich stets für die Anerkennung und die Menschenwürde der Indianer einsetzte.
Rezension Ich ziehe mit den Adlern (26.09.2016)


Bei aller Unterhaltsamkeit und dem Witz einzelner Szenen und trotz eines großes Geheimnisses, fehlte Anne in DIE SIEBEN TODES DES MAX LEIF das besondere Etwas. Das Buch von Juliane Käppler war durchaus nett zu lesen, und für einige Schmunzler hat es bei auch gesorgt - aber es konnte Anne nicht wirklich berühren. Für ein paar unterhaltsame Stunden genau das Richtige - aber sicherlich kein Buch, was anhaltend in Erinnerung bleibt...


Ein weiterer Thriller wurde von Anne gelesen. Was Vena Cork in AUGEN IN DER NACHT gut gelingt, ist die Verknüpfung des ganz normalen Familienlebens einerseits mit den unheimlichen Geschehnissen und den Thrillerelementen andererseits. Die Verwirrung Rosas teilt der Leser vollkommen, denn jeder einzelne, der hier eine Rolle spielt, hat auch Geheimnisse - und lange ist nicht klar, welche der Geheimnisse hier eine wesentliche Rolle für den Fall spielen und welche hier eher nur von persönlicher Bedeutung sind. Vieles ist letztlich nicht so, wie es zunächst scheint, und dies ist eine der großen Stärken des Buches. Insgesamt ein flott zu lesender Thriller, der keinen Ausbund an Spannung bietet, aber mit vielen Überraschungen und Geheimnissen aufwartet und letztlich sehr unterhaltsam ist...


Rezension von Tinsoldier zu einem Kultbuch...
tschick ist ein Jugendbuch von Wolfgang Herrndorf, dass ich mit Vergnügen gelesen habe und zur Lektüre weiterempfehle. Mittlerweile ist die Geschichte auch im Kino zu sehen....


Kolportage. Roman in Fortsetzungen. Der dritte eines gewissen Karl May, den ein Hermann Kannt mal einen "großen sächsischen Lügenbold" nannte. Der verlorene Sohn oder Der Fürst des Elends spielt mitten in Sachsen. ► RezensionDer verlorene Sohn...