Dienstag, 20. März 2018

BUCHMessePost 06-2018 - Abgesang


Vierter Tag der diesjährigen Buchmesse in Leipzig.

Der vierte Tag begann mit: Schneewehen und Schwierigkeiten, die Buchmesse vor Öffnung um 10 Uhr zu erreichen. Nicht schlimm. Heutiges Ziel: die Bloggersession. Es galt zuzuhören und zu lernen.

Verschiedenste Themen standen zur Auswahl. Zum Beispiel seien hier mal genannt:

  • Storytelling in Buchblogs
  • Buchblogger im Vergleich: Listen, Rankings und Awards
  • Alleinstellungsmerkmale für Buchblogger oder
  • Warum Buchblogs politischer werden müssen...

Durchaus interessant fand ich den Vortrag von Gloria Mandelfeld zum Thema "Alleinstellungsmerkmale", womit der schnelle Wiedererkennungswert gemeint ist. Dabei ging es um die Frage, was denn den Leser zu genau unserem Blog zurückbringt. Eben eine Marke, ein Profil.

Während Tipps und Tricks zur Zusammenarbeit mit Verlagen nicht unbedingt notwendig war, wir finden unsere Bücher hauptsächlich selbst und gelegentlich durch Anfragen, war Buchblogger im Vergleich durchaus interessant, aber letztlich scheint, dass das oben stehende Thema viel wichtiger war.

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Der Vergleich von Blogs bezieht sich in der Regel auf bestimmte programmierbare Algorithmen und sagt nicht viel über die Qualität des Blogs aus; die Subjektivität dabei lässt sich eben nur schwer abbilden. Wobei Wolfgang Tischer (Literaturcafe.de) auf die Toplist von Tobias Zeising einging und Ramona Nicklaus vom Carlsenverlag über die Zusammenarbeit mit Bloggern sprach. Um bei CARLSEN besser beachtet zu werden braucht es 1000! Follower in den social-media-Kanälen. Ach nee!


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Einen Einblick, wie junge Leute heute politisch denken, zeigten Eliv Kavadar und Mareike Hansen. Nicht unbedingt meine Zielrichtung, wenn es um Feminismus geht, aber  die Themen Rassismus und Antisemitismus zum Beispiel behandelten wir mehrfach in der Rubrik "Gegen das Vergessen" und "Israel" auf unserem Blog. Beide zeigen auf, dass es zuerst einmal um Reaktionen geht, um Meinungsäußerung wo es notwendig ist, es muss nicht jeder Blog vordergründig politisch sein, aber jeder Blog ist auf seine Art politisch.  Politisch sei auch die Überlegung das sogenannte "N-Wort" (Pippi Langstrumpf "Affäre") zu hinterfragen und auch die Klassiker, die ja durchaus Ansichten und Meinungen hegten, denen heute nun wirklich nicht mehr gefolgt werden kann. Mir persönlich geht das gelegentlich zu weit. Der "Negerkönig" (Pippis Vater) der Astrid Lindgreen hat im Kontext der Zeit dieselbe Berechtigung wie das "Zigeunermädchen" Unku der Alex Wedding.  Man schaue mal hier.

Alle Vorträge kann man nicht besuchen und außerdem scheint es, dass vor allem BloggerInnen zuhören, die sich "alle" schon kennen. Naja, nicht ganz. Aber zur Ideenfindung ist der Besuch allemal geeignet.

* * *

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Was gab es noch? Die Cosplayer. Lauter verkleidete meist junge Leute beiderlei Geschlechts und Besucher der Manga Convention. Jahr für Jahr die Diskussion, ob diese Messe und die Buchmesse nun unbedingt zusammen bzw. nebeneinander stattfinden sollen. Wer Mangas zur Literatur rechnet, und Kritiker mögen ob der immer erfolgreicher auftretender graphic novels vorsichtig sein, für den gehören sie natürlich dazu. Da die Cosplayer natürlich ständig auf Zubehörsuche sind, gibt es einen Verkaufsstand am anderen, Messe ist das eigentlich nicht mehr. Aber toll sehen sie aus.

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Freitreppe fest in der Hand der Manga und Animeé Fans.


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Das Messemännchen, welches früher bei meiner Oma im Stubenschrank stand, musste man suchen. Den Besuchern wird es vorenthalten, der Presseausweis ermöglicht den bequemen Zugang an Eingängen ohne Cosplayer-Stau. Dort steht er und winkt uns zum Abschluss der Buchmesse zu.


Das wars. Bis zum nächsten Mal. Im Frühjahr 2019.

© KaratekaDD