Samstag, 21. Oktober 2017

Aus meinem Zeichenblo(g)ck: Portraitzeichnung eines Models... von der Lust und dem Frust beim Zeichnen

Beim Malen und Zeichnen... 

macht man als Amateur immer wieder die gleiche Erfahrung (wie in vielen anderen Bereichen des Lebens auch):

Man versucht immer wieder, ein wirklich 100 - prozentig optimales Ergebnis zu erzielen, nur um dann (oft etwas frustriert) festzustellen, dass es wieder einmal "nur" gelang, sich dem Ideal lediglich anzunähern.
Immer ist es das nächste Bild, das optimal werden soll - und dann macht man wieder Fehler, wenn auch vielleicht andere, als beim letzten Mal.

Als Autodidakt stößt man irgendwann sowieso an seine Grenzen, wenn man sich nicht professionelle Hilfe holt: 
Also habe ich mir kürzlich spontan überlegt, einmal an einem Kurs für´s Portraitzeichnen an der Volkshochschule teilzunehmen:


VHS Workshop zum Thema Portraitzeichnen:
Jeder Teilnehmer hat seine individuelle Technik


Ausarbeitung einer Portraitzeichnung....



...in diesem Fall mit Pastellkreiden




Hier entsteht eine Portraitzeichnung nach einer Fotovorlage mit 
Graphit (Bleistift) auf Papier.
Sorgfältiges und genaues Arbeiten ist hier notwendig!


Nun treffen sich in den nächsten Wochen einige Hobbykünstler immer Freitags zum Workshop, wie man das heute auf "Neudeutsch" nennt.
In der Gruppe zeichnen wir hier unter behutsamer fachkundiger Anleitung, um unsere zeichnerischen Fähigkeiten zu verbessern. Sowohl das Niveau als auch die individuellen Ansätze sind dabei offensichtlich unterschiedlich. Die Freude am Hobby Zeichnen aber ist offenkundig allen gemein!

Ich habe sehr schnell festgestellt, dass es sich lohnt, den anderen Kursteilnehmern zwischendurch über die Schultern zu schauen um zu sehen, wie sie sich einer zeichnerischen Aufgabe nähern und wie sie bestimmte Dinge umsetzen.
Jeder macht es offenbar anders. Anders halt, aber nicht unbedingt besser oder schlechter als man selbst.

Die erste Lektion, die ich hier lernte, war  für mich eine etwas frustrierende Erfahrung:
Es ist etwas völlig anderes, ein lebendes Modell zu portraitieren, als von einer Fotovorlage!
Ich bin es gewohnt, nach Fotovorlagen zu zeichnen und mir dafür verhältnismäßig viel Zeit zu nehmen. 
Eine Person in 10 - 20 Minuten nach dem Leben zu zeichnen, ist (jedenfalls für mich) eine andere Hausnummer!

Die nächste Aufgabe kam mir deshalb besser gelegen: 
Wir zeichneten nach Fotovorlagen.
Ich wählte für mich ein sog. "high Key" Foto aus einem Modemagazin, weil ich das Gesicht des Models interessant finde. Erste Entwürfe fertigte ich noch im Kurs, die eigentliche Zeichnung entstand dann weitgehend zu Hause:

Vorlage und zeichnerische Umsetzung

Bleistift und Kohle auf Papier waren wieder die Zeichenmedien meiner Wahl.
Das halb fertige Ergebnis präsentierte ich dann in der nächsten Sitzung.
Auch hier wieder eine völlig neue Erfahrung:
Die Urteile aus der Runde über mein "Werk" deckten die gesamte Bandbreite menschlicher Begeisterung ab! :-)
Der Kommentar:
"Ui, die schaut aber aus, als wäre sie ziemlich angepisst"!
deckte das eine Ende der Skala ab, ein ausführliches "Wow!" das andere.

Die Frisur macht viel aus.
Man beachte das Ohr: Dieses menschliche
Körperteil originalgetreu zu zeichnen
ist nicht so leicht, wie es aussehen mag!

Dazwischen aber fanden sich zahlreiche Hinweise auf kleine Fehler in meiner Zeichnung, die mir helfen werden, mich zu verbessern.
Hier nun das fertige Ergebnis meiner Bemühungen. Meine eigene Erwartung konnte ich mal wieder nicht erfüllen.
Aber ich bin dem Ziel ein Stückchen näher gekommen!

Das fertige Bild
Graphit und Kohle auf Papier
50x70 cm
Copyright: TinSoldier (Rudolf Fröhlich)