Sonntag, 24. Januar 2016

Rüther, Sonja (Hrsg.): Aus dunklen Federn (1)


Die Geschichten dieses Bandes streifen die Grenzbereiche des Horrors und der Dark Fantasy. Sie reichen von brutal blutig, über skurril zynisch bis subtil grausam. Manches, was Ihnen alltäglich erscheint, werden Sie nach dem Lesen vermutlich mit anderen Augen sehen. Thomas Finn, Lena Falkenhagen, Markus Heitz, Hanka Jobke, Boris Koch, Sonja Rüther und Vincent Voss beweisen, dass der wahre Schrecken nur einen Steinwurf von der Normalität entfernt darauf lauert, über uns alle hereinzubrechen. Und neben der Gänsehautgarantie enthält der Band noch einen besonderen Fan-Bonus: individuell von den Autoren gestaltete Titelblätter zu jeder einzelnen Geschichte.


  • Taschenbuch: 368 Seiten
  • Verlag: Briefgestöber; Auflage: 1. (9. November 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3981557468
  • ISBN-13: 978-3981557466
















DIE VIELSEITIGKEIT DES HORRORS...

Der Kleine schreckt vor nichts zurück...

Ich und Horror? Und dann noch eine Anthologie? Naja, hier ergab sich für mich einfach die Möglichkeit, das Buch lesen zu dürfen - einige der Autoren waren mir auch schon aus anderen Büchern bekannt, und so siegte die Neugierde.

Mit einiger Vorsicht ging ich ans Lesen, und als ich das Cover aus der Nähe betrachtete, gab es ein erstes Gruseln. Eine blutbesudelte Hand hält eine große Schreibfeder bereit, von deren Spitze ebenfalls das Blut trieft. Das Vorwort machte dann aber gleich neugierig - von der Herausgeberin Sonja Rüther verfasst, wirkte es sehr frisch und persönlich und damit authentisch, was mich durchaus ansprach.


"Die Geschichten in dieser Anthologie sind so unterschiedlich wie die Personen, die sie verfasst haben. Von ganz grauenhaft bis subtil schrecklich und unheimlich lustig ist alles dabei." (S. 7)


Dem Vorwort schließen sich acht Kurzgeschichten verschiedener Autoren an, und als Bonus gibt es drei weitere Geschichten - es wäre auch zu schade gewesen, wenn es die nicht gegeben hätte... Die Autoren haben das Titelbild zu ihrer eigenen Geschichte jeweils selbst illustriert, was ich als eine besonders individuelle und anschauliche Note empfand. Als Autoren an der Anthologie haben sich beteiligt:

  • Hanka Jobke
  • Boris Koch
  • Sonja Rüther
  • Markus Heitz
  • Lena Falkenhagen
  • Thomas Finn
  • Vincent Voss

Eine bunte Mischung mir bekannter und unbekannter Autoren und eine ebenso bunte Mischung an kurzen Horrorgeschichten. Die kürzeste Geschichte umfasst gerade einmal eine dreiviertel Seite, die längste etwa 60 Seiten. Aber auch in aller Kürze können sich einem die Nackenhaare hochstellen, wie ich feststellen durfte. In manchen Geschichten näherte sich die Angst ganz subtil an und umkreiste mich als Leser, bis es kaum noch auszuhalten war. Solche Geschichten als Film sind prädestiniert dafür, dass ich mir in der Hälfte der Szenen die Augen zuhalte - was beim Lesen eines Buches natürlich nicht geht. Diese Art des Horrors ist nach wie vor eher nichts für mich. Dennoch bemerkenswert, dass Geschriebenes auch solch eine Wirkung erzielen kann.

Doch beinhaltet die Anthologie mehr als die Angst vor der Angst:  gruselig, schwarzhumorig, skurril und grausam, alle Facetten des Genres werden hier bedient... Thrillererfahren wie ich bin, schockten mich splatterhafte Szenen weniger als vielleicht einige andere Leser. Besonders gefallen aber haben mir die zynisch-schwarzhumorigen Geschichten, denen man oft anmerken konnte, mit wieviel Vergnügen der Autor selbst bei der Sache war.

Diese Anthologie gibt einen guten Einblick in das Genre des Horrors und der Dark Fantasy und macht deutlich, welche Bandbreite dieses Genre hat. Fantastisch ist hier jede einzelne Geschichte, auch wenn mir manche besser gefielen als andere. Aber dafür sind Anthologien m.E. eben auch da: für jeden Geschmack findet sich da etwas.

Sehr gefreut habe ich mich, als ich erfuhr, dass Band 2 der dunklen Feder schon in den Startlöchern steht. Da darf man sicher wieder auf einiges gefasst sein. Hier jedenfalls habe ich einen guten Eindruck davon bekommen, was Horror alles bieten kann. Für Neugierige also bestens geeignet!


© Parden
















Sonja Rüther, geboren 1975 in Hamburg, betreibt in Buchholz/Nordheide einen Kreativhof („Ideenreich – der Kreativhof“) und den Verlag „Briefgestöber“.

Bei dotbooks veröffentlichte Sonja Rüther bereits den Thriller „Blinde Sekunden“ und die von ihr herausgegebene Anthologie „Aus dunklen Federn“, in der neben ihr auch Autoren wie Markus Heitz und Thomas Finn ihre schwärzesten Seiten zeigen.

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Quelle Text und Bild

Kommentare:

  1. Es ist wohl wirklich so, es gibt nichts, was hier nicht gelesen wird.

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    1. Stimmt - nur die Häufigkeit der Genres variiert... ;)

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