Donnerstag, 28. Januar 2016

Goldammer, Frank: Feldwebel (II)....

Der schwarze Fluss

Eine direkte Rezension in Folge auf Band I der FELDWEBEL Geschichte von Frank Goldammer ist inhaltlich kaum machbar. Die Gefahr eines Spoilers liegt sehr nahe.

Inwischen besteht die kleine Gruppe aus FELDWEBEL David Koon aus vier Personen. Vera wurde von den mutierten Schimpansen erst entführt und dann von David auf spektakuläre Art und Weise befreit. Es sind tausede Schimpansen und diese ahmen die Menschen nach, überhaupt sind sie scheinar richtig intelligent geworden: Sie ahmen sogar der Menschen Religion nach. Einen 15jährigen jungen Türken und dessen kleine Schwester gabeln David und Vera auf und dank deren Ortskenntnis können sie den Affen entfliehen. David will über die Alpen.

Rückblende: In Nürnberg konnte Feldwebel in seine Militärakte scheuen. Nun kommen nach und nach die Erinnerungen zurück....


* * *

Utopischer Roman, so wird die Geschichte beim Verlag bezeichnet. Bereits in der Rezension zu FELDWEBEL I bemerkte ich, dass es eher eine Dystopie ist. Nun aber, nachdem ich das Buch wieder in das Regal zu den anderen Goldammer-Büchern stelle, kommt eine Eigenschaft hinzu, die Frank Goldammers Faible für "Mystisches" wiederspiegelt.

In der Bertelsmann-Lexikothek findet sich der Eintrag:

"Mystik [die; grch.], eine Grundform religiösen Lebens, die durch Versenkung die Trennung zwischen menschl. Ich u. göttl. Sein im Erlebnis der Vereinigung (Unio mystica) bzw. der geistigen Schau aufzuheben sucht u. zumeist als höchste Stufe der Frömmigkeit gilt." *

Bei Wikipedia heißt es etwas einfacher:

"Der Ausdruck Mystik (von griechisch μυστικός mystikós ‚geheimnisvoll‘, und dies zu myō ‚Mund oder Augen schließen‘) bezeichnet Berichte und Aussagen über die Erfahrung einer göttlichen oder absoluten Wirklichkeit sowie die Bemühungen um eine solche Erfahrung." **

Das Ende der Geschichte zeigt, dass hier eher die Wiki-Definition herangezogen werden kann, denn es geht letztlich tatsächlich um Aussagen um Erfahrungen über eine Art göttlicher Wirklichkeit. Doch mehr möchte ich nicht verraten.


* * *

Bis zu diesem Punkt gefiel mir die Geschichte ausnehmend gut, aber diesen Schluss hätte ich nicht erwartet. Etwas Religiöses oder Pseudoreligiöses deutete sich an, denn Vera bewahrt sich ihre Religiösität (und damit auch ihre Menschlichkeit), David hingegen glaubt (eigentlich) an nichts. Oder glaubt er an NICHTS mehr?

Feldwebel David begegnet zum Schluss einem Mann, der 1884 geboren wurde. Der ist nun 144 Jahre alt. Und das bedeutet, der dritte Weltkrieg beginnt in vier Jahren...

Bezogen auf Feldwebels Geschichte war es konsequent zu Ende gedacht, aber der Fährmann (über den Styx?) ist für mich zuviel des Guten. Außerdem erinnert der Schluss ein wenig an das Ende der Geschichte einer gewissen J.K. Rowling.

Schon einmal fand ich, dass Frank gegen Ende einer mystischen Geschichte übertrieb. Insgesamt aber überwog das Lesevergnügen. Das will schon etwas heißen, wo ich doch auch dystopischen Geschichten skeptisch gegenüberstehe.




DNB / Dresdner Buchverlag / Dresden 2014 / ISBN: 978-3-941757-41-7 / 359 S.


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 © KaratekaDD


* Die Große Bertelsmannlexikothek, Band 10, 1996, ISBN: 3-577-03890-X, S. 263
**  Seite „Mystik“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 10. Januar 2016, 15:50 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Mystik&oldid=150038352 (Abgerufen: 28. Januar 2016, 16:44 UTC) 



1 Kommentar:

  1. Uwe und Dystopien - ich fasse es immer noch nicht, *lach*...

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