Montag, 23. Mai 2016

Carroll, Lewis: Alice im Wunderland / Alice hinter den Spiegeln

Alice im Wunderland / Alice hinter den Spiegeln

Eine Rezension von TinSoldier


Wer kennt sie nicht, die Nonsens - Geschichten von
Alice´s adventures in wonderland und deren Fortsetzung Through the looking glass ?

Gelesen hatte ich die Bücher aber nie. Dabei zählen diese mittlerweile längst zum sogenannten "Kanon der Weltliteratur", deren Charaktere, z.B. den "Märzhasen" und den "Hutmacher" mindestens in England jedes Kind kennt!
Meine Frau verleiteten die Geschichten zu der spontanen Aussage
"Der Autor dieser Geschichten  m u s s  Drogen genommen haben!" (was natürlich humorvoll gemeint war)!
Alice Pleasance Liddell,
Vorbild für die fiktive Alice.
Foto von Lewis Carroll aus den
späten 1850er Jahren
Wie auch immer - ein Kern Wahrheit steckt sicher in dem Satz:
Schließlich beinhalten die Geschichten des Lewis Carroll eine solche Fülle an Phantasie, dass es gar nicht so weit her geholt ist, bei ihrer Entstehung an die das Bewusstsein erweiternde Wirkung mancher "Drogen" zu denken...
Wohlgemerkt: Gemeint sind diese Bemerkungen ausschließlich als Verbeugung vor dem Autor!






Nicht zu verwechseln sind die Geschichten übrigens mit dem Buch "Der Zauberer von Oz", das mit der jungen Judy Garland 1939 als wunderbarer Musical-Film auf die Leinwand kam.
The Wizzard of Oz mit Judy Garland (1939)

Parallelen zwischen Alice im Wunderland und dem Kinderbuch "Der Zauberer von Oz (The wizzard of Oz) des Amerikaners Lyman Frank Baum sind von Literaturkritern denn auch immer wieder gezogen worden.
Nicht auszuschließen, dass Baum, dessen Buch 1900 erschien, sich von Lewis Carroll inspirieren ließ.
Was er schuf, war aber die amerikanische Version einer imaginären Reise in´s Wunderland, die m.E. kindgerechter ausfiel als die Geschichten der "echten" Alice (die bei Baum ja "Dorothy" heißt).

Wie auch immer:
Alice bei der Teegesellschaft von
John Tenniel (1865), koloriert
Ein kurzweiliges Vergnügen ist es allemal, die Bücher Lewis Carroll´s zu lesen. Zwischen den Zeilen finden sich Ironie und Sozialkritik an der damaligen englischen Gesellschaft. Alice ist ein Kind ihrer Zeit, und wenn sie sich Gedanken darüber macht, wie man wohl eine Maus korrekt anredet, sagt auch das etwas aus über die Gesellschaft, in der sie lebte und aufwuchs.








Cover des Originalmanuskripts
der 
Alice aus dem Jahr 1864
Seite des Originalmanuskripts aus
dem Jahre 1864, 
British Library


Alice! Ein kindlich Märchen nimm
Und leg´s mit sanfter Hand
Dorthin, wo sich um Kinterträum´
Geheim Erinnerung wand
Wie um den welken Pilgerstrauß,
Gepflückt im fernen Land.

(Lewis Carroll aus Alice im Wunderland)



Mein Tip: Lesen!



Lewis Carroll

Alice im Wunderland
Alice hinter den Spiegeln 

aus dem Englischen von Christian Enzensberger

Buchausgabe der Büchergilde Gutenberg
mit Illustrationen von Floor Rieder
Titel der niederländischen Originalausgabe:
Alice´s adventures in wonderland/Through the looking glas

Deutsche Ausgabe: Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2015

DNB





Kommentare:

  1. Sieh da, die vergleichst sinngemäß Alice und Dorothy, dabei müsste litterarisch noch ein drittes Mädchen, das noch einmal Jahre später auf den Markt kam, im diesen "Kanon". Elli und ihr Hündchen Toto. das erste Buch von Alexander Wolkow hieß: "Der Zauberer der Smaragdenstadt". Der Autor hat nie ein Hehl draus gemacht und die Handlung ist offensichtlich eine leicht veränderte Neuerzählung vom Zauberer von Oz. Aber Wolkow hat noch einige Bände mehr verfasst: "Urfin und seine Holzsoldaten". Dann ka, "Die sieben unterirdischen Könige". Die drei sind die schönsten der Reihe. - Die Bücher werden auch heute noch verlegt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Jetzt schreibe ich schon "litterarisch" statt literarisch. Woher das wohl kommt.

      Löschen
    2. Deine Anmerkungen sind interessant - ich kenne leider keines der von Dir erwähnten Bücher, noch deren Autor.
      Ich gehe mal davon aus, dass diese Bücher in der damaligen DDR erschienen sind?

      Löschen