Montag, 22. September 2014

Herbstimpressionen - eine poetische Reise durch die Jahreszeit von TinSoldier und Anne Parden

Das nachfolgende Gedicht ist ein gemeinschaftliches Produkt von Parden und TinSoldier. Gedacht ist es als der erste Teil eines Zyklus über die Jahreszeit. Wir hatten Spaß beim Schreiben - und wünschen euch nun Spaß beim Lesen!
Einen schönen Herbst wünschen


Anne Parden und der TinSoldier!



Foto: TinSoldier


Am Morgen


Geheimnisvoll silbrig im ersten Schein
der Sonne die Wiese am Morgen liegt.
Der glänzende Tau am Halm, ganz rein
sich zittrig im feinen Gespinste wiegt:
der Spinnen Kunst, so zart, so fein.
Und um alles sich diesig der Nebel schmiegt.


Luft scheint verzaubert, so sanft und so rein 
Vom  Bachlauf am Wegrain wallt Nebel empor;
Welt scheint verzaubert von Engeln zu sein -
Ganz leis nur vom Kirchturm dringt Geläute an´s Ohr:
Wir atmen die Schöpfung tief in uns ein
Und rufen jauchzenden Dank zum Schöpfer empor!


Die stolze Eiche, so alt, steht allein -
als Schemen jetzt nur im Nebel zu sehn.
Seit ewger Zeit scheint sie dort schon zu sein, 
kein Ästchen bewegt sich am Baume so schön.
Fast schwarz sind die Blätter im ersten Schein
der Sonne, ganz milchig am Himmel zu stehn.

   
 Den borkigen Stamm ein Eichhorn erklimmt,
Und beäugt mit glänzenden Lichtern den Raum.
Von fern man den Ruf einer Krähe vernimmt,
Ein rot-buntes Blatt fällt taumelnd vom Baum:
Die Natur färbt sich bunt und beginnt
Ihr farbiges Fest, bevor den Winter wir schaun´n!


Die Schuhe berühren das feuchte Gras,
so klein die Welt hier im Nebelgrau´n
gedämpft die Geräusche im kühlgrauen Nass
nur wenige Meter sind weiterzuschau´n.
Und modrig dumpf streicht die Luft um die Nas´:
verrottendes Laub und die Pilze am Baum.

 
Feuchte Erde duftet dunkel und schwer
Der Bauer  pflügt am Acker die schwarz-braune Scholle;
Noch segeln silbrige Fäden im Winde daher,
Doch bald schon herrscht im Lande Frau Holle:
Breitet weiße Laken aus über Land und Meer
Und spielt eiskalt ihre frostige Rolle!


Die Sonne durchdringt die silbrige Wand
malt golden die Blätter, farbig die Welt.
Der frühe Wanderer, den Stock in der Hand
vor lauter Ehrfurcht den Atem anhält. 
Es rieselt ganz langsam der Jahresuhr Sand,
doch die Natur zeigt nun Farbe, alles was zählt. 


Noch verhüllt in spätsommerlicher Tarnung
Schwingt doch schon des Herbstes Melodie;
Natur verharrt in dumpfer Ahnung
Ein jedes Herz befällt Melancholie;
  Alles, alles ist Teil göttlicher Planung,
Und ob der Mensch auch zweifelt - 
Gott hingegen irrt sich nie!



© Parden und TinSoldier


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