Etwas weniger aktiv waren wir im Dezember, aber immerhin kam doch noch einiges zusammen...
Auf diesem Wege möchten wir uns herzlich bei unseren Lesern, Bloggerkollegen und Folgern bedanken für ein lebendiges Bloggerjahr voller neuer Anregungen, interessanter Neuentdeckungen und lebhaften Austauschs. Wir wünschen allen ein spannendes neues Lesejahr und ein hoffentlich friedvolles und gesundes Jahr 2017!

Diesmal gab es wieder zwei BlogPosts zum Monatsbeginn.
Nr. 82 zeigte unsere Neuerwerbungen im November,
Nr. 83 die Zusammenstellung unserer Beiträge im Vormonat. Wieder einmal eine bunte Mischung..

Uwe traute sich an dieses nicht einfache Werk
Der Friedhof in Prag des mittlerweile verstorbenen
Umberto Eco heran. Stimmt. Und mit dem Hörbuch bin ich auch gut zurecht gekommen. Eco hat sich gelegentlich dem Thema Verschwörungstheorien gewidmet. Diese hier hatte aber auch politische Folgen, die zum Beispiel in der Affaire
Dreyfuss gipfelten. Die Dokumente dazu fälschte die (fiktive) Hauptfigur und sie schrieb auch die
Protokolle der Weisen von Zion. Eine Fälschung mit weitreichenden antisemitischen Folgen.
Hier gehts zur
Rezension.

Ganz selten kommt es vor, dass Anne sich an solch ein Buch begibt. Insgesamt ist
IMMER WENN ES STERNE REGNET von
Susanna Ernst
ein angenehm zu lesender Liebesroman mit einigen mystischen Elementen,
die sich aber gut ins Gesamtkonzept integrieren. Wer an die 'Magie der
wahren Liebe' glaubt, so wie es der Klappentext verspricht, dem sei
diese Lektüre wärmstens empfohlen...

Dieser Roman um die Schlacht bei Stalingrad ist anders. Unmittelbare Zeugen haben sicherlich schon viel darüber geschrieben, dieser Zeuge hier,
Heinrich Gerlach, schrieb den Roman in der sowjetischen Kriegsgefangenschaft und erst jetzt wurde das Originalmanuskript in den Archiven des sowjetisch / russischen Geheimdienst gefunden. Es ist ein sehr eindringlicher Roman, der durch einen umfangreichen Rechercheteil ergänzt wird: Seine Enstehungsgeschichte. Durchbruch bezeichnet wohl weniger eine geplante und gescheiterte militärische Operation, als vielmehr den Durchbruch im Denken des Teilnehmers an der Schlacht, dem Autoren. Hier könnt ihr die
Rezension lesen.

Ich komme doch immer wieder daruf zurück: Das Indianerthema. Hier ist es wieder einmal ein Roman, der bereits mehrfach erwähnten Thüringer Autorin
Brita Rose-Billert. Diesmal muss sich eine Lakota-Ärztin auf der großen bekannten Reservation Pine Ridge einiger Angriffe nach einem
Mord auf Pine Ridge erwehren, der eigentliche Täter und dessen Motiv sind wirklich erst am Ende zu erkennen.
Maggie Yellow Cloud wird in noch weiteren Romanen eine Rolle spielen. Hier die
Rezension.

Bei solchen Weihnachtsgeschichten hat Anne im
Vorfeld stets die Befürchtung, es könnte zu kitschig für sie sein. Doch
Richard Preston ist es mit
DAS BOOT DER TRÄUME gelungen, die Situation von Will und Lila so
eindringlich zu schildern, dass Anne zeitweise das Gefühl hatte, ihnen
fast schon über die Schulter zu schauen und an ihren Gedanken
teilzuhaben. Amüsante Szenen ließen sie hell auflachen, andere Passagen
dagegen berührten sie sehr. Trotz der Kürze der Erzählung hat Preston
es für Anne geschafft, die Magie der Weihnacht zu entfachen.

Was für ein Thriller!
Während Anne die erste Hälfte von
DER INSEKTENSAMMLER beim Lesen zwischenzeitlich nahezu
einlullte - die Hitze, der Sumpf, der Schweiß, das Summen der Insekten
waren nahezu präsent, der Fall schien klar, die Herausforderung
annehmbar - trumpfte die zweite Hälfte mit einem Feuerwerk an
Überraschungen und ungeahnten Wendungen auf. Das Gefühl der Bedrohung
manifestiert sich mit jeder Seite, die Ereignisse münden mehr als einmal
ins Aussichtslose, und selbst am Ende dreht
Jeffery Deaver dem Leser noch eine
lange Nase, zerschlägt die gesichterten Erkenntnisse kurz und klein und
ordnet alle Elemente mit zwingender Logik neu, so dass sie in einem ganz
anderen Licht erscheinen. Fassungslosigkeit, Staunen und Gänsehaut
wechselten sich bei Anne zum Schluss hin ab - eine überzeugende Leistung!

Nein, hier wurde kein Politiker mit einem Schal (Palio) erwürgt. Der Palio, so wird ein zweimal jährlich ausgetragenes Pferderennen mitten im Zentrum der italienischen Toskana-Stadt Siena genannt. So verrückt wie das Rennen sind auch die Einwohner in dieser Zeit. Commissario Marchetti ermittelt den Mord an einem deutschen Politiker, unterstützt von einem deutschen Kriminalbeamten aus München. Doch eigentlich hat er dafür keine Zeit...
Kerstin Groeper schreibt aus eigener jahrelanger Ansicht und Erfahrung. Hier meine empfehlende
Rezension.

Wenn man sich einmal
eingehört hat in die altertümlich anmutende Sprache, nimmt einen der
Zauber der Geschichte auch nach über hundertfünfzig Jahren noch
gefangen.
Nikolaj Wassiljewitsch Gogol schafft in
DIE NACHT VOR WEIHNACHTEN kein bepuderzuckertes bonbonrosafarbenes
kitschweihnachtliches Märchen, sondern führt den Hörer in ein armes
ukrainisches Dorf im tiefsten Winter, wo die Bewohner die Kargheit des
Lebens und die Eiseskälte vor allem mit Schnaps betäuben. Jeder ist auf
seinen eigenen kleinen Vorteil bedacht, trickst den Nachbarn aus und
merkt dabei gar nicht, wie er selbst hereingelegt wird. Eine kleine
Dorfgemeinschaft voll gesundem Misstrauen, das mehr als berechtigt ist.
Und doch hat diese eine Vorweihnachtsnacht es in sich: Geheimnisse
kommen zutage, Schicksale wenden sich, alle Dorfbewohner werden in das
wilde Treiben mit hineingezogen - bis schließlich am Ende doch das Gute
über das Böse siegt...

Tinsoldier hat ebenfalls ein jahreszeitlich passendes Buch gelesen.
WUNDERBARE WEIHNACHTSMORDE beinhaltet 9 Kurzkrimis.
"Todernst",
aber oft auch gewürzt mit einer guten Prise Ironie und
hintergründig-schwarzem Humor, nehmen uns die Autoren mit auf eine
kurzweilige Reise in die Abgründe der menschlichen Psyche. Das ist ein
etwas anderes Lesevergnügen, weil es so gar nicht zur friedlichen
Weihnachtsstimmung zu passen scheint. Man darf das alles halt nicht zu
ernst nehmen. Unterhaltsam ist es jedenfalls sehr!

Und auch Anne hat eine kleine Sammlung von Weihnachtskrimis gelesen. DER
CLUB DER TOTEN WICHTEL beinhaltet sechs Kurzkrimis von verschiedenen Autoren, die alle ihren Reiz haben. Wunderschön illustriert ist das kleine Büchlein von
Kordula Röckenhaus. Anne hat sich über das nette Geschenk zu Heiligabend sehr gefreut und findet für diese schöne Ausgabe sicher einen angemessenen Platz in ihrem Regal!

Auch Band zwei der Reihe um Maarten S. Snijder und Sabine Nemetz konnte Anne wieder überzeugen.
Andreas Gruber avanciert immer mehr zu einem von Annes Lieblingsautoren. In
TODESURTEIL ermitteln die Fahnder in einer Reihe von ungelösten Fällen, und die Spuren führen schließlich bis nach Wien. Dank
des flüssigen Schreibstils, der häufig wechselnden Perspektiven und dem
zunehmenden Wunsch, beide Handlungsstränge weiter zu verfolgen, flogen
die Seiten wieder rasch vorbei. Noch einige Seiten vor dem Schluss hatte Anne keine Idee, wie die Figuren da wieder heile rauskommen sollten -
und so muss doch ein Thriller sein! Spannend, mit interessanten Figuren
und einem Blick in die menschlichen Abgründe. Gerne mehr davon!

Keine leichte Kost stellte dieser Debütroman von
Philipp Winkler für Anne dar.
HOOL landete auf der diesjährigen Shortlist des Deutschen Buchpreises und stellt einen jungen Hooligan in den Mittelpunkt des Geschehens. Insgesamt ein außergewöhnliches Buch mit einer nichtalltäglichen
Thematik, die hier sprachlich gut umgesetzt wurde. Die Virtuosität des
Autors, der manchmal nur ein Wort benötigt, um eine Situation kippen zu
lassen und dem es gelingt, selbst skizzenartig aussagekräftige Bilder zu
schaffen, ist bemerkenswert. Doch bei allen Pluspunkten war das Buch für Anne nicht einfach zu lesen...
Langes Autofahren lässt mich beim Tanken gelegentlich am Hörbuchregal "halten". "Gehört" hatte ich davon schon, aber bei knapp 1000 Posts erinnerte ich mich nicht sofort daran, dass dieses Werk des Schweden
Jonas Jonasson bereits einmal behandelt wurde. Von Anne. Thema ist die Gier nach immer neuen Geschäftsideen, religiöse Heuchelei und die menschliche Dummheit. Gut gelesen von Jürgen von der Lippe.
Hier nun meine
Rezension und die von
Anne Parden.

Uwe arbeitet nach und nach seine Schätze ab, die er von der Schriftgut mitgebracht hat.
KÄLTETOD von
Patricia Holland Moritz reizte ihn schon gleich nach der Lesung auf der Messe, und er wurde nicht enttäuscht. Das Verweben der beiden
Handlungen, die zwar eine Verknüpfung aufweisen aber sonst nichts miteinander
zutun haben, verdichten den Roman auf eine Art und Weise, die die Spannung sehr
stark hebt. Patricia Holland-Moritz hat es geschafft, die Lösung des Falles,
eigentlich letztlich ja der Fälle bis zum Schluss hinauszuschieben.
Eine schöne Zusammenstellung, liebe Anne P. Viele Bücher kenne ich nicht, mit Ausnahme von Umberto Eco und Philipp Winkler.
AntwortenLöschenIch wünsche dir ein schönes neues buchiges Jahr 2017.
Liebe Grüße, Mira
Liebe Mirella, diese Zusammenstellung ergibt sich automatisch aus des Beiträgen des vergangenen Monats. Aber natürlich freuen wir uns ganz besonders über derartige positive Eindrücke.
LöschenViele Grüße und dir auch ein frohes seitenreiches Jahr 2017.
Der KaratekaDD
Hallo Mira, schön, Dich hier gleich zu Beginn des Jahres zu lesen... Auch Dir ein tolles Jahr 2017 mit schönen Bucherlebnissen! :) Liebe Grüße, Anne
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