Dienstag, 1. März 2016

BlogPost Nr. 64: Zusammenfassung der Beiträge im Februar 2016


Allmählich werden die Tage länger, es geht auf den Frühling zu. Ob wir trotzdem einiges zusammengetragen haben oder ob es uns einfach nur nach draußen zog: hier kann man es sehen!








Wie immer wurde der Monat eröffnet mit zwei BlogPosts: Mit Nr. 61 gab es eine Zusammenfassung unserer Beiträge im vergangenen Monat, und Nr. 62 zeigte unsere Neuerwerbungen im Dezember...




Uwe stand mit seinem Beitrag schon in den Startlöchern. Doch gut Ding will Weile haben... Das sehr schöne Geschichtsbuch des ehemaligen Direktors des Britischen Museums, Neil MacGregor, ist ein besonderes Werk. Man kann richtig gut drin schmökern. Wer sich für den selben Preis von 38 € das Hörbuch DAZU leistet, berstärkt den Eindruck. Hörbuch! Lesebuch! Bilderbuch! Wirklich eine Besonderheit aus dem Jahr 2015.




Ruth M. Fuchs tut gar nicht erst so, als habe sie das Rad neu erfunden. Ähnlichkeiten mit dem Krimiklassiker 'Mord im Orientexpress' von Agatha Christie und ihrem legendären Detektiv Hercule Poirot sind hier nicht zufällig, sondern ausdrücklich gewollt. Doch ist bei ERKÜL BWAROO UND DER MORD IM ONYX-EXPRESS nicht einfach abgeschrieben worden. Auch wenn die Hauptcharaktere einen Wiedererkennungswert haben und sich die Handlung in weiten Teilen an das Geschehen im Orientexpress anlehnt - Ruth M. Fuchs ist es dennoch gelungen, der Geschichte ihren ganz eigenen Stempel aufzudrücken. Insgesamt fand Anne diese  Hommage an die Altmeisterin der Kriminalliteratur originell und unterhaltsam, und ihre Lust auf weitere Begegnungen mit Erkül Bwaroo ist in jedem Fall geweckt!



Ein gerade erschienener zeitgenössischer Roman von Michael Köhlmeier, der sich mit einem überaus aktuellen Thema befasst. DAS MÄDCHEN MIT DEM FINGERHUT steht stellvertretend für zahllose Flüchtlingskinder, die derzeit nach Westeuropa und hier vor allem nach Deutschland einströmen. Wie wurzellos sie sich vorkommen müssen, gerade wenn die Familien nicht mitgekommen sind, führt der Autor hier anschaulich vor Augen. Trotz der Nüchternheit der Erzählung durchwebt eine leise Melancholie die Sätze, und das offene Ende ließ Anne ein wenig ratlos zurück.Aber angesichts der Ratlosigkeit im Hinblick auf den nicht enden wollenden Flüchtlingsstrom passt solch ein Ende ausgezeichnet...


Kein Thriller, sondern eine außergewöhnliche Autobiografie, die einem solchen nahe kommt. TRUE CRIME von Sam Millar durfte Anne im Rahmen einer Leserunde lesen, an der sich gelegentlich auch der Autor beteiligte, wodurch einige aufkommende Fragen beantwortet werden konnten. In zwei große Lebensabschnitte gliedert der Autor das Buch - im Grunde handelt es sich eigentlich sogar um zwei eigenständige Bücher. Den ersten Teil (Irland) fand Anne herausragend, spannend, unsagbar, da habe sie mitgefühlt und -gelitten. Hier konnte sie die Person des Sam Millar tatsächlich greifen, alles wirkte authentisch. Im zweiten Teil dagegen wird vieles nur angedeutet oder ganz ausgelassen, und so nahm Anne die Erzählung hier nicht mehr wirklich mit. In jedem Fall ist dies aber ein ganz außergewöhnliches Buch!


Uwes Vorschau auf die Leipziger Buchmesse 2016..
Genau Messetagebuch. Reinschauen!



NACHTS ist das beeindruckende Debüt von Mercedes Lauenstein. In 25 Kurzgeschichten schildert sie Begegnungen in der Nacht - eine junge Frau klingelt dort, wo nachts noch Fenster leuchten und wird oftmals tatsächlich eingelassen. Sie erfährt die Geschichten hinter den Menschen und bekommt diese in ihrer nachtschwarzen Essenz zu hören. Für Anne in jedem Fall eine tolle Entdeckung!


WER ZU UNS KOMMT, HAT DAS GRÖBSTE HINTER SICH ist bereits das dritte Buch von Peter Wilhelm, in dem er uns hinter die Kulissen des Bestattergewerbes blicken lässt. Während er in 'Darf ich meine Oma selbst verbrennen?' meist auf humorvolle Weise zahlreiche Fragen rund um den Tod beantwortet hat, erzählt Wilhelm hier von besonderen Ereignissen, die ihm in eindrücklicher Erinnerung geblieben sind. Skurril, bewegend humorvoll - eine angenehme Mischung, die auch dazu geeignet ist, Berührungsängste mit dem Thema 'Tod' zu verringern. Anne hat es gefallen!


Pläne für die Leipziger Buchmesse.
Folge 2 des Messetagebuches.



Eine wundervolle Entdeckung, dieser erste Band der Trilogie von Jane Gardam. EIN UNTADELIGER MANN ist ein behutsamer und langsamer Roman, der vielschichtig und keineswegs linear in das Leben den ehemaligen Kronanwalts Edward Feathers eintaucht. In einem bezaubernden und bildhaften Schreibstil wird hier scharfsinnig erzählt und keineswegs melancholisch, sondern immer wieder auch von trockenem Humor durchzogen. Eine wundervolle Mischung aus Warmherzigkeit und Ironie, die Anne überaus gut gefallen hat!



Psychothriller! Von Jonas Winner. Ob der Name nicht vielleicht ein Pseudonym ist? Vielleicht ist der Kerl ja wirklich ein Gewinner, denn er hat am Anfang ein Selfpublisher-Druckwerk zum Bestseller werden lassen.
Hier nun, Dank für das Rezensionsexemplar, die Geschichte von Sam / Sammy Grossman.
Wie viele Morde sah DIE ZELLE?


Blog on Tour hieß es wieder mal. Anne nahm teil an einem LITERATURFRÜHSTÜCK AM SONNTAGMORGEN - mit Thomas Hesse und Renate Wirth. Die Autoren von mittlerweile acht Niederrheinkrimis wussten einiges zu erzählen. Abwechslungsreich, unterhaltsam und angenehm verging so der Sonntagmorgen. Wiederholenswert!



Uwe dokomentiert hier einen Abgesang auf eine über Jahre hinweg liebgewonnene Reihe...




Einen enttäuschenden Thriller hat Anne gelesen. NEBELSPIEL ist ein misslungenes Debüt der irischen Autorin Sheila Bugler, das viel zu viele Baustellen, flache Charaktere sowie unrühmliche und dilletantsiche Ermittlungen aufweist und eher für Langeweile sorgt denn für unterhaltsame Lesestunden. Selten, dass Anne solche Verrisse schreibt...

DER MARSIANER war ein Buch, auf das Anne schon lange neugierig war. Andy Weir spielt in seinem Debüt alle Möglichkeiten durch, was geschehen könnte, wenn ein Astronaut alleine auf dem unwirtlichen Planeten zurückbleibt - und die Wahrscheinlichkeit, dass er gerettet werden könnte. Spannend und interessant, auch wenn Anne die zahlreichen technischen Details oftmals als zu ausführlich und ausschweifend empfand. In jedem Fall ist Anne jetzt gespannt daruf, sich auch die Verfilmung anzuschauen.

Auch dieses Buch stand schon länger auf der Liste derer, die Anne unbedingt einmal lesen wollte. Nun kam sie tatsächlich in den Genuss von EIN WINTER MIT BAUDELAIRE von Harold Cobert, und wie erhofft, hat es ihr sehr gefallen. Die kurz gehaltenen Kapitel werfen schattenlose Spotlights auf das Leben Philippes - und bezaubern gleichzeitig durch einen poetisch-zärtlichen Schreibstil, der von viel Einfühlungsvermögen und herzerwärmendem Charme zeugt. Kein Roman schwerer Hoffnungslosigkeit, sondern eine zutiefst menschliche Erzählung um die Eigenwilligkeit des Lebens, um die Zerbrechlichkeit des Glücks - und um das unbezahlbare Geschenk, in den schwersten Stunden nicht in Einsamkeit zu versinken. Für Anne eine wundervolle Entdeckung...

Ein wirklich sehr schönes autobiografisches Buch von Getrude Simmons Bonnin, oder Zitkala-Ša, wie sie sich selber nannte. Eine Lakota-Indianerin (1876 - 1938), die hervorragend Englisch, Violine und Klavier lernte und dann ihre und ander Geschichten aufschrieb. Später wurde sie auch Aktivistin in einer Bürgerrechtsbewegung für die Indianer. In diesem Buch finden wir autobiografische Erzählungen, Märchen, Mythen und Vorträge, Essays und anderes. Der Palisander-Verlag hat das Buch herausgebracht und damit seine Sammlung von Indianerliteratur um ein weiteres Buch echt bereichert.
Unaufgefordert bekam Anne dieses Buch im vergangenen Jahr vom Verlag zugesendet. Eigentlich gar nicht ihr Genre, aber auch solche Bücher haben eine 'Daseinsberechtigung'... VIELLEICHT MAG ICH DICH MORGEN ist bereits das zweite Buch von Mhairi McFarlane. Anne hat lange gebraucht, um es zu lesen - denn meistens reichte es nach einigen Kapiteln erst einmal wieder. Für Fans dieses Genres aber sicher eine Empfehlung, denn der Humor sorgt für eine unverkrampfte Lektüre.

Blogpost Nr. 63: TinSoldiers Bücherstapel 01/2016: Eine Fundgrube für Leseratten:

In seinem neuesten Bücherstapel stellt uns TinSoldier zum Ende des Monats Februar einmal mehr interessante Buchausgaben vor.


GEHEN, GING, GEGANGEN von Jenny Erpenbeck ist eines der Bücher, die im vergangenen Jahr auf der Shortlist des deutschen Buchpreises stand. Durch die Zuspitzung der Flüchtlingsproblematik in Europa gerät 'Gehen, ging, gegangen' zu einem überaus dokumentarischen Roman dieser Zeit und dieser Tage. Kein flammender Aufruf zur Weltverbesserung, kein vordergründiger Appell an das Mitleid des Lesers. Sondern ein literarischer Versuch des Verstehens, dass das Eigene und das Fremde zwei Seiten eines Zusammenhangs sind. Beeindruckende Berührungen, befand Anne.

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