Sonntag, 19. Februar 2017

Schneider, Marcus: Krzschrk



Am 5. Februar 2018 landete ein außerirdisches Raumschiff mit mehr als 5000 Flüchtlingen an Bord auf dem Flughafen München. Charly lebt glücklich in einer mittelalterlichen bayrischen Kleinstadt, bis nebenan eine Außerirdische einzieht. Die geht ihr ganz furchtbar auf die Nerven. Und dann beschmieren Fremde auch noch ihr Elternhaus. Zufall? Oder gibt es eine geheimnisvolle Verbindung zwischen Charlys Familie und den Flüchtlingen von einer anderen Welt? Die beiden ungleichen Mädchen raufen sich zusammen und stellen sich der größten Herausforderung ihres Lebens: Ist alles so wie es scheint? Was zählt wirklich im Leben? Wie weit sind wir bereit zu gehen, um die Wahrheit zu erfahren? Wem können wir trauen? 

Eine spannende Geschichte, erzählt mit einer Prise Humor, für Leser und Leserinnen ab 10. Das Abenteuer schlägt eine Brücke von den Kreuzrittern bis hin zu fernen Planeten und zeigt, dass Freundschaft nicht nach Hautfarbe oder Herkunft fragt. Und Krzschrk mag zwar furchtbar stinken, schmeckt aber einfach himmlisch.


  • Taschenbuch: 216 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform; Auflage: 1 (1. Januar 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1542302900
  • ISBN-13: 978-1542302906














EIN TOLLES KINDERBUCH!



Die Sommerferien sind zu Ende, der erste Schultag ist angebrochen. Charly freut sich darauf, ihre beste Freundin endlich wieder zu sehen, und auf ihren alten Geschichtslehrer ebenso - Charly liebt dieses Fach einfach am allermeisten, und irgendwann will sie mal Archäologin werden! Doch kaum in der Klasse angekommen, werden gleich alle Erwartungen enttäuscht. Charlys Freundin sitzt neben einem anderen Mädchen, und vor der Tafel steht eine ganz andere Geschichtslehrerin. Und als ob das nicht reichen würde, sitzt in der Klasse nun auch noch eine Lausianerin!

Was das ist? Nun, eben ein Mädchen der Außerirdischen, die vor ein paar Monaten mit einem Raumschiff auf dem Flughafen München gelandet waren. 5000 lausianische Flüchtlinge leben seither in Bayern - und eben auch in der Kleinstadt, in der Charly wohnt. Wie sich herausstellt, geht Sarah nicht nur in dieselbe Klasse wie Charly, sondern ist mit ihrer Mutter auch noch in das Haus neben dem von Charlys Familie gezogen. Die blaue Haut lässt die Lausianer fremdartig erscheinen, dazu riechen sie so merkwürdig, und seltsam kleiden tun sie sich auch. Als Sarah mit Charly zusammen zur Schule fahren will, wird dieser ganz anders. Was ist, wenn die anderen denken, sie sei mit Sarah befreundet?!

Doch Charly hat noch mehr Grund, sich aufzuregen. Einige Lausianer beschmieren das Haus ihrer Familie - und als Sarah ihr übersetzt, was da geschrieben steht (schließlich kann Charly kein Lausianisch), wird sie nachdenklich. Ob sie es will oder nicht, es scheint eine Verbindung zu geben zwischen den Lausianern und Charlys Familie - eine Verbindung, die schon seit Jahrhunderten besteht. Charly und Sarah geraten unversehens in ein Abenteuer, das mehr Gefahren birgt, als sie denken, das sie bis in die Zeit der Kreuzritter zurückführt - und das ihnen klar macht, welche Werte im Leben wirklich zählen.


"Ich dachte Menschen und Lausianer wären sich so ähnlich?" --- "Körperlich, rein körperlich." --- "Und mental seid ihr die Einsteins und wir die Affen?" --- "Einstein war auch nur ein Mensch."


Als ich den Titel dieses Buches las, war ich hin und weg. Wie zum T... spricht man das aus?! Auch der Klappentext sprach mich an, und so beschloss ich, dass es wieder einmal an der Zeit wäre, ein Kinderbuch zu lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht - hier kommen Kinder auf ihre Kosten!

Charly ist ein glaubhafter Charakter, ein starkes, selbstbewusstes Mädchen, das dennoch irgendwie 'dazugehören' will. Die inneren Konflikte im Umgang mit den Gleichaltrigen sind gut geschildert, wie z.B. die Angst, selbst ausgegrenzt zu werden, wenn man mit dem Außenseiter befreundet ist. Mir gefällt, dass Charly kein 'Überfliegercharakter' ist und nicht einfach selbstverständlich immer die moralisch guten Entscheidungen trifft, sondern sich um mögliche Konsequenzen durchaus Gedanken macht.

Die Situation mit den Außerirdischen ist durchaus unterhaltsam, und doch stehen hier die Themen 'Andersartigkeit' und ' gegenseitige Vorurteile' mit im Raum. Die geschilderte Flüchtlingssituation der Lausianer bietet dazu vermutlich nicht von ungefähr Parallelen zur aktuellen Weltlage und könnte z.B. beim Vorlesen oder auch beim Lesen im Klassenverband als Diskussionsgrundlage dienen.

Doch im Vordergrund steht hier natürlich das Abenteuer, die Suche nach einem alten Schatz, auf den plötzlich viele Jagd machen, so dass Charly bald nicht mehr weiß, wem sie eigentlich noch trauen kann. Einige Szenen gerade gegen Ende hin wirkten auf mich etwas zu überzogen, aber Kinder mag es ansprechen, wenn ihre Helden sich gelegentlich ein wenig wie Superman verhalten. Einige etwas unlogische Stellen seien dem Buch verziehen, denn insgesamt wird hier Spannung, Humor und Nachdenkliches in einem sehr unterhaltsamen Gesamtpaket geboten.

Empfohlen wird dieses Buch für Leser und Leserinnen ab 10. Manche gewaltbetonte Passagen fand ich bezüglich dieser Altersangabe etwas grenzwertig - da sollte man als Eltern entscheiden, wie reif sein eigenes Kind ist und bei einem ängstlicheren Naturell vielleicht noch etwas mit der Lektüre warten.

Insgesamt ist dies aber ein tolles Kinderbuch, unterhaltsam, flott zu lesen und spannend. In jedem Fall empfehlenswert!


© Parden















Marcus Schneider ist Ostwestfale, der im selbstgewählten bayrischen Exil lebt. Er schreibt Bücher, seit sich seine Tochter ankündigte. Nachdem sie langsam dem Jugendbuchalter entwächst erschien 2016 sein erster Krimi. In den Musterbiographien folgt nun eine Aufzählung der Buchpreise. Die muss in diesem Fall mangels Masse leider entfallen. Immerhin freut sich der Author über zahlreiche freundliche Bewertungen, insbesondere zu der Eviana-Reihe, von der alle Verwandten nach wie vor behaupten, sie sei das Beste, was der Author bisher veröffentlich habe, wobei Marcus Schneider den Krimi auch gar nicht so schlecht findet. Und auch den gestohlenen Wunsch. Aber das nur am Rande.
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Kommentare:

  1. Danke für diesen tollen Tipp, werde es mal gleich meinen Kindern vorschlagen,
    liebe Grüße, Tina

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    1. Die Leserunde ergab eine gemischte Meinung zum Buch. Aber ich fand es vom Gesamtkonzept her durchaus gelungen... :)

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  2. Das ist ja eine tolle Geschichte. Das würde ich auch lesen wollen.

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  3. Und, hast du jetzt herausgefunden, wie man den Titel ausspricht?

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