Samstag, 17. Oktober 2015

Kliesch, Vincent: Bis in den Tod hinein






"Eine Serie von grausamen Hinrichtungen erschüttert Berlin. Jede der Leichen ist mit einer Zahl versehen, die keiner ersichtlichen Logik folgt. Hauptkommissar Severin Boesherz und sein Team ermitteln. Offenbar steht jede Zahl für eine Eigenschaft, die dem Täter so sehr an seinen Opfern missfällt, dass er sie dafür tötet: Einer der Toten ist ein Brandstifter, der in seinem eigenen Feuer stirbt, ein anderer ein Lügner, dem die Zunge abgetrennt wird. Als immer mehr Leichen gefunden werden und eine Frau verschwindet, zerrinnt Boesherz die Zeit zwischen den Fingern. Können ihm die Zahlen den Weg zum Mörder weisen?" (Blanvalet)




  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (15. Juli 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442377986
  • ISBN-13: 978-3442377985















TEUFLISCH GUT...


Berlin wird von einer Serie von Morden erschüttert, die die Polizei in Atem hält. Schnell wird deutlich, dass der Täter es eilig hat, denn kaum werden die Ermittlungen zu einer Tat aufgenommen, gibt es gleich schon die nächste Leiche. Dabei wird rasch klar, dass die Lebensweise der Opfer in einem engen Zusammenhang mit den Umständen ihrer Ermordung steht. Die Leiterin des LKA Berlin, Daniela Castella, bedauert sehr, dass sich der versierte Hauptkommissar Julius Kern zur Zeit im Urlaub befindet. Dabei wäre seine großer Erfahrungsschatz jetzt gefragter denn je. So muss Hauptkommissar Severin Boesherz in seinem ersten Fall in der Hauptstadt sein Können unter Beweis stellen.

Und als ob die Mordserie noch nicht ausreichen würde, verschwindet zur gleichen Zeit das bekannte Topmodell Tanja van Beuten. Ist sie entführt worden oder ist das ganze nur ein raffinierter PR-Trick der bekannten Showgröße? Dieser Frage geht Julius Kerns langjähriger Kollege Dennis Baum in mühseliger Recherchearbeit nach, die ins Leere zu führen scheint. Doch was steckt wirklich dahinter?

Die Berührung mit dem Bösen kann einen Menschen infizieren.

Hauptkommissar Boesherz ist ein ganz anderer Charakter als der versierte Julius Kern. Erst vor kurzem aus dem Rheingau nach Berlin gezogen, fühlt sich Severin Boesherz noch nicht richtig heimisch, als er schon mitten in den Ermittlungen steckt.  Während Julius Kern über ein enormes Einfühlungsvermögen und einen nahezu untrüglichen Instinkt verfügt, ist Boesherz ein eher analytischer Ermittler mit einer ungeheuren Beobachtungsgabe und Merkfähigkeit. In Sekundenschnelle speichert er Gesehenes und Gehörtes bis ins kleinste Detail ab, um es dann viel später als wichtiges Puzzleteil der Ermittlung zu erkennen und entsprechend einzuordnen. Dabei ist der stattliche Hauptkommissar stets adrett und stilvoll gekleidet, liebt gutes Essen und exzellenten Wein und entspannt sich am ehesten bei einer Opernarie. Oftmals zynisch scannt er jedes Gegenüber innerhalb von Sekunden auf Schwächen und Stärken und bildet sich dann ein meist treffendes Urteil - ein Zug neben anderen, die ihn häufig recht arrogant erscheinen lassen. Doch sein Scharfsinn reicht an einen Sherlock Holmes heran, möchte man meinen - spätestens dann, wenn man am Ende des Buches angelangt ist.

Dabei verblüfft dieser Thriller den Leser zunächst, weil der Täter rasch bekannt ist. Hinter den grauenvoll inszenierten Morden steckt ein zwanghafter, neurotischer, sehr strukturierter, intelligenter und regelkonformer Mann, der einen ganz eigenen Plan verfolgt, der sich erst im Laufe des Geschehens in seiner ganzen Bandbreite erschließt. Weder Boesherz noch die hinzugezogene Psychologin und Expertin bezüglich des Themas 'Serienmörder', Linda Bartholdy, scheinen die Ermittlungen rasch genug vorantreiben zu können, um auch nur einen der brutalen Morde verhindern zu können. Dennoch entdeckt Boesherz Spuren und Zusammenhänge, die sich ansonsten keinem erschließen und die doch laufend für unerwartete Wendungen im Geschehen sorgen. Niemand - weder die anderen Ermittler noch der Leser - kann den Gedankengängen dieses analytischen Hauptkommissars folgen, sondern nur stets auf Neue staunen.

Ein flüssiger Schreibstil, spannende Wendungen, kurz gehaltene Kapitel - all dies treibt den Leser nahezu durch das Buch. Dabei sind die Charaktere facettenreich und glaubwürdig angelegt. Das Ende dann: ein Paukenschlag. So unerwartet wie genial, unfassbar. Und die Aufschlüsselung des Geschehens im Nachhinein offenbart schließlich die ganze Genialität des Severin Boesherz, die einfach nur Lust auf mehr macht. Glücklicherweise liegt Band 2 der Trilogie ('Im Augenblick des Todes') hier bereits  und wartet darauf, gelesen zu werden.

Für alle Thrillerfans sei hiermit ein dringender Lesetipp ausgesprochen!



© Parden
















Vincent KlieschDer Blanvalet-Verlag schreibt zu Vincent Kliesch:

Vincent Kliesch wurde in Berlin-Zehlendorf geboren, wo er bis heute lebt. Im Jahr 2010 veröffentlichte er seinen ersten Thriller »Die Reinheit des Todes«. Es folgten zwei weitere Bände, die die Trilogie um den Ermittler Julius Kern und dessen Gegenspieler Tassilo Michaelis abschlossen. Mit »Bis in den Tod hinein« stellte Kliesch seinen neuen Ermittler vor: Severin Boesherz, der es gleich bei seinem ersten Fall mit einer erschreckend düsteren Mordserie zu tun bekommt. »Im Augenblick des Todes« ist der zweite Fall für den eigenwilligen Berliner Kommissar.

Wenn Vincent Kliesch nicht schreibt, unterhält er als Moderator das Publikum bei Firmenevents und im Filmpark Babelsberg. In seiner Freizeit widmet er sich am liebsten seiner Leidenschaft für gutes Essen und Wein.

(übernommen vom Blanvalet Verlag)


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen