Freitag, 24. Juni 2016

Forester, C.S.: Tod den Franzosen



Vor kurzem erst erwähnte ich einen Streifzug auf den Höhen um Jena und erzählte von den Romanen Ein Soldat von 1813 und Waterloo. Ein zweites Taschenbuch kam ebenso in meine Hände. C.S. Forester (1899 – 1966) schrieb 1932 den Roman Death to the French. Unter dem Titel Tod den Franzosen brachte der Ullstein Verlag diesen Roman im Jahr 1988 heraus. Ein schmales Taschenbuch von gerade einmal 159 Seiten. Was den Schriftsteller geritten hat, den Kampf zwischen den Truppen des Duke of Wellington und Napoleons Armee im Jahr 1810 zu erzählen, weiß ich nicht. Ein paar Jahre später mussten Franzosen und Engländer jedenfalls (zum zweiten Mal in diesem Jahrhundert) Verbündete werden.


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Der Roman erzählt davon, wie der Scharfschütze Matthew Dodd von seinem 95. Regiment abgeschnitten wird, während sich Wellingtons Truppen auf Lissabon zurückziehen müssen. Er versucht natürlich Anschluss an die britischen Truppen zu gewinnen, jedoch dauert dieses Unterfangen Monate. Die verbringt er mit portugiesischen Freischärlern. Die Bauern, schlecht ausgerüstet und militärisch völlig unerfahren führen unter seiner Führung einen Partisanenkrieg gegen die Franzosen.


Es ist ein französisches Linienregiment das in der Gegend, inzwischen auch nur noch mit Fetzen bekleidet und wegen fehlendem Nachschub hungernd, umherzieht. Sergeant Godinot führt eine Gruppe, deren Angehörige durch dieses „Gespenst“, den Scharfschützen Dodd, immer mehr dezimiert werden. Am Ende werden die Bauern von den Franzosen, Dodd befindet sich gerade auf einem Aufklärungsgang, hingemetzelt. 

Es bleibt am Ende nur die Frage: Schafft es Dodd zurück zu den Rotröcken? Überlebt der erfahrene französische Sergeant den portugiesischen Krieg?   

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Der Roman lebt nicht allein von der Geschichte dieses hervorragenden Soldaten im grünen Rock der Sharpshooters, die im wahrsten Sinne des Wortes gegenüber handelnde französische Gruppe, die am untersten Ende der Nahrungskette steht, gibt das Salz des Romans. Vor allem deshalb, weil sie sich immer fast in die Augen sehen können. Der Szene, in der die Franzosen versuchen eine Brücke über den Tejo zu schlagen unter englischem Kanonenbeschuss ist sehr eindringlich und zeigt, Krieg hat vielleicht gelegentlich Helden, aber eben nichts Heldenhaftes.

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Mich erinnerte der Roman an eine englische Serie mit Sean Bean, Sharpshooters. Bean verkörperte darin den Scharfschützen Richard Sharpe. Auch so ein Typ, ähnlich wie Dodd, ebenfalls im 95th. Rifle Regiment, auch in Portugal (und an vielen anderen Kriegsschauplätzen) eingesetzt. Sharpe allerdings schafft es bis zum Offizier, weil er Wellington das Leben rettet.

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Quelle Wiki
Cecil Scott Forester spielt hier schon einmal eine Rolle. Bei TinSodier natürlich, denn der schwärmte im Februar 2014 von Horatio Hornblower, einer Romanreihe um einen fiktiven englischen Seehelden. Selbst hätte ich wohl erst beim verlinken bei Autoren – alphabetisch gestutzt. Aber im Taschenbuch war die Reihe um diesen Mitshipman Hornblower aufgelistet, und den Zusammenhang zu TinSoldier konnte ich doch ziemlich leicht herstellen. 

Wir kommen doch immer mal wieder auf Bekanntes zurück.



► Ullstein Verlag / Frankfurt a.M. 1988 / ISBN: 3-548-21092-0 / 159 Seiten


© KaratekaDD


1 Kommentar:

  1. Sehr interessant Uwe, wusste bislang nicht, dass es einen Roman von Forester zum Thema Befreiungskriege bzw. Napoleons Eroberungskriege gibt.

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