Donnerstag, 10. Dezember 2015

Bell, David: Der Mann, der nur die Bücher liebte: Biblio-Mysteries 11




Obwohl Don und sein Vater geradezu vernarrt in Bücher sind, könnte ihr Geschmack nicht unterschiedlicher sein. Don ist Literaturprofessor, während sein Vater eigentlich nur Schund liest. Das ganze Haus ist vollgestopft mit Groschenromanen, zerfledderten Krimis und vor allem Western. Doch nach dem Tod des Vaters erlebt Don eine große Überraschung: Es stellt sich heraus, dass sein Vater früher einmal Schriftsteller war und sogar einen Roman veröffentlicht hat. Und der ist mittlerweile so schwer zu bekommen, dass manche vor Mord nicht zurückschrecken ...

(Klappentext Verlagsgruppe Droemer Knaur)


  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 344 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 61 Seiten
  • Verlag: Knaur eBook; Auflage: 1 (1. Dezember 2014)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung: Ulrike Clewing
  • ASIN: B00MUL7B7M













POST MORTEM...

Don hat die Liebe zu Büchern und zum Lesen von seinem Vater geerbt - mehr noch, er hat diese Liebe zu seinem Beruf gemacht und ist nun Literaturprofessor. Doch während er sich meist mit gehobener Literatur beschäftigt, liest sein Vater eher die trivialen Sachen: Bestseller, Krimis, Groschenromane, Western. Die vor allem. Kaum ein Raum im Haus der Eltern, der nicht vollgestopft wäre mit zerlesenen Büchern.


"Er las sie und er las sie noch einmal. Er kaufte immer mehrere Exemplare. Jedes Mal, wenn er eines zerlesen hatte, kaufte er dasselbe Buch noch einmal und las es so oft, bis auch dieses vollkommen zerlesen war."


Nach dem Tod des Vaters tritt während der Trauerfeier ein kleiner, untersetzter Mann an Don heran. Ein Antiquar, Spezialist für seltene Bücher, wie die Visitenkarte verrät. Dieser bittet dringend um eine Unterredung mit Don, und auch wenn der sich kaum vorstellen kann, dass zwischen den ganzen zerlesenen Büchern seines Vaters irgendetwas von Interesse sein könnte für einen Bücherliebhaber, sagt er nach kurzem Zögern zu. Doch als Don tags darauf das Antiquariat betritt, ist der Kater zwischen den Regalen das einzige Lebewesen in dem Geschäft. Der Antiquar selbst liegt erschossen in seinem Büro. Die polizeilichen Ermittlungen fördern Unglaubliches zutage: Der Erschossene war auf der Suche nach einem Buch, einem ganz bestimmten Buch - einem Buch, das Dons Vater geschrieben haben soll...


" 'Nein', sagte Mom. 'Das kann nicht sein.' Wieder lachte sie. 'Mein Mann hat niemals ein Buch geschrieben. Er war nicht einmal imstande, eine Einkaufsliste zu schreiben. Einmal ist er an einem Wochenende zum Angeln gegangen, ohne es für nötig zu halten, mir eine kurze Notiz dazulassen. Er hat nie auch nur irgendetwas geschrieben."


Trotz seiner Zweifel, dass auch nur irgendetwas davon stimmen kann, macht sich Don auf die Suche. Auf die Suche nach der Wahrheit, nach dem Buch, nach seinem Vater, den er nicht wirklich gekannt zu haben scheint - und ein wenig auch auf die Suche nach sich selbst...

Dieses Buch ist eine der der besten Folgen der Biblio-Mysteries Reihe. Spannend auf gleich mehreren Ebenen und mit Gedankengängen, die Viellesern und Buchliebhabern nicht unbekannt sein dürften. Mir hat die Mischung gut gefallen, und das Ende ließ mich gar ein wenig melancholisch zurück.

Dies war bereits Band 11 der Biblio-Mysteries Reihe (13 Folgen gibt es insgesamt), in der es immer um Kriminalfälle geht, die im Zusammenhang mit Büchern stehen: mit alten Büchern, seltenen Manuskripten, unschätzbaren Stücken. Und natürlich geht es auch um diejenigen, die sie unbedingt haben wollen: Buchhändler, exzentrische Sammler, Bibliothekare, Buchliebhaber - oder einfach: Leser.

Nun freue ich mich auf die letzten beiden Bände der Reihe!


© Parden













Die Verlagsgruppe Droemer Knaur schreibt über den Autor:

David Bell, geboren 1969 in Cincinnati, Ohio, hatte nach dem College an der Indiana University verschiedene Jobs, u.a. als Barkeeper, Buchhändler und Marketingkaufmann, bevor er sich für das Schreiben entschied, das ihn schon als Jungen fasziniert hatte. Also ging er noch einmal an die Uni, studierte Creative Writing in Miami und machte schließlich seinen Doktor an der University of Cincinnati. Sein Debüt, "The Condemned", erschien 2008. Daniel Bell lehrt an der Western Kentucky University.

übernommen von der Verlagsgruppe Droemer Knaur

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