Samstag, 21. März 2015

Haikal, J. & M.: Teti und die Grabräuber von Theben


Reichlich zerlesen hielt ich letztens ein Buch in der Hand, welches ich zu den schönsten meiner Kinderbücher zählen möchte.Ich gäbe etwas drum, wenn ich ein neues erhalten könnte. Aber das alte würde ich trotzdem behalten.

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Teti ist ein kleines ägyptisches Mädchen, welches in Theben lebt, der Stadt am Nil, der Hauptstadt des Pharaonenreiches. Ihr Vater arbeitet im Tempel des Sonnengottes Ammon Ra. Pichare, ihr Bruder, ist Steinmetz. Seine Aufgabe besteht in der Errichtung, mehr noch der Ausschmückung der Gräber für die Priester und die sonst hochgestellten Leute. Er arbeitet im Tal der Könige. Teti kann sehr gut singen und so wird sie für den Chor des Tempels ausgewählt.



Buchrücken
Pepi heißt ihr mutiger Freund, der ein wenig älter als sie ist. Er kann eines Tages die Pferde des Prinzen Thutmosis vor dem Durchgehen bewahren und so kommt er als Diener in dessen Haushalt. Seine eigene Familie und ebenso Tetis kann er so manchmal mit ein paar Leckerbissen versorgen.

Das Tal der Könige wird immer häufiger von Grabräubern aufgesucht und die Steinmetze werden beschuldigt, die selbst gebauten und ausgeschmückten Gräber auszurauben. Doch Teti belauscht eines Tages die Oberpriesterin der Göttin Isis im Tempel…


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Quelle: Internet


Im Jahr 1968 erschien dieses Buch von Johanna & Moustapha Haikal. In dieser Zeit gab es die fernsehgrafisch hervorragend gemachten Dokumentationen, die ganze Städte und Kulturen in kurzer Zeit wieder „aufrichten“, leider noch nicht. Auch nicht, als ich mit vielleicht 10 Jahren dieses Buch als Geschenk erhielt. Es ist eine spannende Geschichte in der Geschichte, denn sie erzählt ja nicht nur von einer Kinderfreundschaft und deren Abenteuer, sie klappt auch ein Bilderbuch auf. So lernte ich eine Welt kennen, die nicht nur historisch weit zurück lag, sondern deren „Überreste“ auch weit weg zu finden waren. Anscheinend unerreichbar, worüber ich nicht nachdachte.


Von Ammon Ra wird erzählt, von Isis und Osiris von Totenkult und Grabschmuck, von Dattelernte mit Affen, von der Nilüberschwemmung und dem Totenkult erzählen die Autoren. Ohne dieses Buch hätte ich wenige Jahre später Isis und Osiris, von denen Sarastro in der Zauberflöte singt, wohl nicht einzuordnen gewusst.  Allerdings ist dies wohl weniger das Ziel eines Kinderbuches, welches von fremden vergangenen Welten berichtet. In einem Beitrag schreibt vor einigen Jahren ein Rezensent von seinen „Sorgen“, wie denn ein „sozialistischer“ Ägyptenroman aussehen könnte. Aber er bescheinigt dem Buch ebenfalls eine kindgerechte Geschichte und den Autoren „eine profunde Kenntnis über Sitten und Bräuche des alten Ägyptens.“

Die Illustrationen sind schwarz-weiß Zeichnungen, die jweisl gut zum gerade erzählten Gegenstand passen. An den Seitenrändern findet man ägyptische Symbole, Zeichnungen, Pflanzen, Tiere und mehr.

Kinderbücher werden heute ein wenig anders geschrieben, der Sprachgebrauch hat sich in den letzten 50 Jahren ja auch merklich verändert. Aber es bleibt ein schönes Buch zum Vor- und selber lesen.


DNB / Kinderbuchverlag / Berlin 1973 / 290 Seiten
► historische Romane über Ägypten
► Bücher für Kinder und Jugendliche über Ägypten


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© KaratekaDD
 "Anscheinend unerreichbar" habe ich oben geschrieben. Nun ja, sagen wir mal bis 1989. Weitere 10 Jahre später saß ich auf einem Kamel und ritt um die Pyramiden. Okay, die stehen zwar nicht in Theben sondern in Gizeh, aber alt und ägyptisch sind sie ja auch. Dass dieser Ritt ohne den Eingriff eines Soldaten zum Schutz der Touristen hätte teuer werden können, ist eine andere Geschichte.




© KaratekaDD
Wie eng tausende Jahre zusammenwachsen können, sieht man auf diesem Bild hier. Ich habe schon gestaunt, dass die erste Pyramide, sie ich zu Gesicht bekam, sich unmittelbar hinter Kairo erhebt.

Der Aufenthalt, welcher nur einen Tag dauerte, erinnerte mich natürlich an Teti & Pepi. So, wie ich mich beim schreiben dieser Zeilen auch an diesen Ausflug während einer Schiffsreise im Mittelmeer erinnerte.

© KaratekaDD





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