Donnerstag, 23. Juni 2016

Deaver, Jeffery: Der Knochenjäger - Lincoln-Rhyme-Thriller (1)


Dies ist das Cover meiner alten Ausgabe des Thrillers. Die Ausgabe vom Goldmann Verlag scheint heute aber vergriffen und unter neuem Verlag als Neuausgabe herausgekommen zu sein:



Ein Serienkiller versetzt New York in Angst und Schrecken: Scheinbar wahllos verschleppt und tötet er unschuldige Menschen und hinterlässt an jedem Tatort einen obskuren Hinweis auf den nächsten Mord. Die letzte Hoffnung der Polizei ist der geniale Forensiker Lincoln Rhyme, der seit einem Arbeitsunfall querschnittsgelähmt ist. Die brutalen Fälle wecken sein Interesse – und nach und nach kommt ihm der Verdacht, dass er den Mörder kennen muss …

(Klappentext Blanvalet Verlag)


  • Taschenbuch: 576 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (15. Dezember 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung: Hans-Peter Kraft
  • ISBN-10: 373410131X
  • ISBN-13: 978-3734101311
  • Originaltitel: The Bone Collector
  • Reihe: Lincoln Rhyme Band 1















SO MUSS EIN THRILLER SEIN!





Die junge Amelia Sachs stolpert ausgerechnet an ihrem letzten Tag als Streifenpolizistin über eine Hand, die aus der Erde ragt. Ein Leichenfund, wie ihr schnell klar wird, und schon rückt der angestrebte Innendienst in weite Ferne. Als erste Polizistin am Tatort obliegt es ihr, diesen zu sichern, und dabei geht sie durchaus innovative Wege, für die sie zunächst eine harsche Kritik ihres Vorgesetzten einstecken muss. Doch der ehemalige Detective Lincoln Rhyme, der zwar nach einem Unfall querschnittsgelähmt und aus dem Dienst ausgeschieden ist, jedoch nach wie vor als Koryphäe auf dem Gebiet der Kriminalistik gilt und recht schnell von den Verantwortlichen zu dem überaus grausamen Fall hinzugezogen wird, erkennt in Amelia Sachs einen wachen Geist und besteht darauf, dass sie ebenfalls an den Ermittlungen beteiligt wird.

Denn es bleibt nicht bei dem einen Toten, wie sich schnell herausstellt. Ein Serienkiller verschleppt scheinbar wahllos Menschen und bringt sie auf brutale Weise um - und hinterlässt an jedem Tatort einen mysteriösen Hinweis auf den nächsten Mord. Alle Hoffnungen ruhen nun auf Lincoln Rhyme und seinen genialen Ermittlungsmethoden - vielleicht kann er diese Hinweise rechtzeitig entschlüsseln und das nächste Opfer retten? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, und mehr als einmal geraten auch die Polizisten selbst in den Fokus des Geschehens!

Der erste Fall für Lincoln Rhyme und Amelia Sachs ist nichts für Zartbesaitete. In wechselnden Perspektiven (Lincoln Rhyme - Amelia Sachs - Täter) hastet das Geschehen von Tatort zu Tatort, wobei Amelia Sachs unter der Regie von Lincoln Rhyme die eigentliche Tatortarbeit übernimmt. Sehr detailliert erfährt der Leser so einerseits vom Geschehen am Tatort und über die Art, wie das jeweilige Opfer ums Leben kam, andererseits aber auch über die forensische Kleinarbeit, in der die Tatortspuren ausgewertet werden. Lincoln Rhymes Schlafzimmer mit seinem der Querschnittslähmung angepassten Spezialbett gleicht bald einem hochspezialisiert ausgerüsteten Labor, und Polizisten, Ärzte und Wissenschaftler geben sich dort gegenseitig die Klinke in die Hand.

Lincoln Rhyme ist dabei derjenige, der sich am meisten über all diese Vorgänge wundert, denn eigentlich ist er gerade dabei herauszufinden, wie er möglichst effizient und zügig aus dem Leben scheiden kann. Ein Leben, wo er nur noch den Kopf und einen einzelnen Finger bewegen kann, erscheint ihm wenig erstrebenswert - eine Aussicht auf Heilung oder auch nur Besserung gibt es nicht, dagegen aber eine nicht geringe Wahrscheinlichkeit, dass sich sein Zustand derart verschlechtern kann, dass er künftig nur noch vor sich hin vegitieren und selbst zu keiner Willensäußerungen mehr fähig sein wird. Doch dieser Fall fordert seinen wachen Geist, und selbst als Rhyme über seine körperlichen Grenzen hinausgeht, lässt der Fall ihm keine Ruhe. Gelegentlich muten die Fähigkeiten des querschnittsgelähmten Detectives an wie seinerzeit die des berühmten Sherlock Holmes, und da bleibt dem Leser gemeinsam mit der unerfahrenen Amelia Sachs nur noch übrig zu staunen. Beispielsweise anhand von Schuhabdrücken darauf zu schließen, dass es sich bei dem Täter um eine Leseratte handeln muss, ist zumindest doch wohl als außergewöhnlich zu bezeichnen.

Obwohl der Leser immer auf der Höhe der Ermittlungen ist und mit Rhyme und Sachs von Tatort zu Tatort hastet, barg die Auflösung für mich eine große Überraschung. Neben dem hohen Tempo, der anhaltenden bzw. immer noch zunehmenden Spannung nebst einigen überraschenden Wendungen sowie den ungewöhnlichen Ermittlern ist dies ein weiterer Pluspunkt für den Thriller. Mich konnte Jeffery Deaver mit seinem Einstieg in die Reihe vollends überzeugen (selbst der deutsche Titel ist in diesem Fall äußerst stimmig), und ich bin schon sehr gespannt auf die weiteren Fälle des Ermittlerduos. So muss ein Thriller sein!


© Parden


















Jeffery Deaver
Der Blanvalet Verlag schreibt über den Autor:

Jeffery Deaver gilt als einer der weltweit besten Autoren intelligenter psychologischer Thriller. Wie kaum ein anderer beherrscht der von seinen Fans und den Kritikern gleichermaßen geliebte Jeffery Deaver den schier unerträglichen Nervenkitzel, verführt mit falschen Fährten, überrascht mit blitzschnellen Wendungen und streut dem Leser auf seine unnachahmliche Art Sand in die Augen. Seit dem ersten großen Erfolg als Schriftsteller hat er sich aus seinem Beruf als Rechtsanwalt zurückgezogen und lebt nun abwechselnd in Virginia und Kalifornien. Seine Bücher, die in 25 Sprachen übersetzt werden und in 150 Ländern erscheinen, haben ihm bereits zahlreiche renommierte Auszeichnungen eingebracht. Die kongeniale Verfilmung seines Romans "Die Assistentin" unter dem Titel "Der Knochenjäger" (mit Denzel Washington und Angelina Jolie in den Hauptrollen) war weltweit ein sensationeller Kinoerfolg und hat dem faszinierenden Ermittler- und Liebespaar Lincoln Rhyme und Amelia Sachs eine riesige Fangemeinde erobert.

übernommen vom Blanvalet Verlag

Kommentare:

  1. Gute Rezension, die den Wunsch weckt, sofort mit dem Lesen zu beginnen!
    Liebe Grüße, Tina

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    1. Danke Tina - kaum zu glauben, dass dies mein erster Deaver war, so als Thrillerfan... ;)

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  2. Ist das nicht mit Denzel Washington verfilmt wurden?
    Du bist also wieder in Thriller-Laune.

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    1. Das mit Denzel Washington steht ja oben... ;) Ich kenne den Film aber nicht.

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    2. Ich hätte richtig bis zum Ende lesen sollen. ;) Der Film war nicht schlecht...

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    3. Es waren Denzel Washington und Angelina Jolie. Der Film war wirklich gut gemacht. Annes Rezi aber auch. Deaver hat schon ein Händchen für gute Thriller.

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    4. Scheint eine Bildungslücke zu sein, den Film nicht zu kennen... Bei Gelegenheit hole ich das mal nach... Und Deaver kommt mir jetzt sicher öfter vor die Augen, schätze ich... ;)

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